Plau in alten Ansichten Band 1

Plau in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Heidemarie und Fred Ruchhöft
Gemeente
:   Plau
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5473-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Plau in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Unser Städtchen liegt im Süden Mecklenburgs an der Müritz-Seen-Platte am Ufer des Plauer Sees, einem der größten Seen Deutschlands. Schon im vorigen Jahrhundert entdeckte der Erholungssuchende - besonders aus dem Raum Berlin - die 'Sornrnerfrische'.

Heute leben in der Stadt 6 600 Einwohner. Wichtigste Erwerbszweige sind Tourismus, Handwerk, Kleinbetriebe und die Landwirtschaft.

Um 1220 erweiterten die deutschen Siedler die schon seit Jahrhunderten bestehende wendische Marktsiedlung Plawen (= 'Schwemrne', Flößort') zur Stadt. Die erste urkundliche Nachricht ist die Privilegienbestätigung aus dem Jahre 1235. Landerwerbungen und Zunftgründungen zeugen von der Blüte der Stadt im 13. und 14. Jahrhundert. Zu einer Plage wurden die ständigen Raubeinfälle aus der Mark Brandenburg. Erst der Bau der Burg 1448149 gebot dem wilden Treiben Einhalt.

Im 16. Jahrhundert war Plau Weinanbauort, doch leider wurde nur ein saurer Tropfen gekeltert. Die Markenbezeichnung 'Multrecker' (Mundverzieher) spricht für sich, Über Jahrzehnte lagerte er im SchloßkeIler und ließ sich nicht einmal verschenken. Große Stadtbrände, z.B. 1553, 1560, 1696 und 1756, sowie der Dreißigjährige Krieg mit acht Belagerungen - von 1 500 Einwohnern vor diesem Krieg lebten im Jahre 1640 noch 244 - die schwedische Besatzung bis 1651 und weitere dynastische Kriege im 17. Jahrhundert brachten der Stadt empfindliche Wunden bei. Im Siebenjährigen Krieg brandschatzte der 'Alte Fritz' mit seinen Soldaten und einige Jahr-

zehnte später das Soult'sche Corps des Napoleone.

Erst das 19. Jahrhundert brachte neuen Aufschwung und einen gewissen Wohlstand unter die leidgeprüften Plauer. 1830 entstand auf landesherrliche Kosten eine Tuchfabrik, und 1840 gründete Dr. Ernst Alban eine Maschinenfabrik. Plau wurde weithin bekannt durch die Leistungen Albans, den Pionier des Hochdruckdampfes und Erfinder vieler landwirtschaftlicher Maschinen, In diesen Jahren war Plau eine der bedeutendsten Industriestädte des Landes Mecklenburg. Den Leistungen Albans gebührt ein Platz in der Geschichte der Industrie.

1860 baute die Stadt die Bürgerschule, und 1866 folgte das Stadtkrankenhaus, eines der ersten in Mecklenburg. Und im gleichen Jahre erblickte Wilhelm Wandschneider das Licht der Welt. Er ist neben Ernst Barlach der bedeutendste Bildhauer Mecklenburgs. 1882-1886 erhielt Plau Eisenbahnanschluß. Durch die schöne Umgebung und die günstigen Verkehrsbedingungen entwickelte sich die Stadt bald zu einem beliebten Erholungsort. Viele Kurhäuser entstanden in den folgenden Jahrzehnten. Auch sonst war das 19. Jahrhundert eine bedeutende Zeit für die Entwicklung der Stadt. Die mittelalterlichen Stadtmauern wurden abgebrochen, PI au dehnte sich aus. Im Norden entstanden die Lange Straße, die Schulstraße und der Neue Markt. Im Westen gab es eine Ansiedlung für Tuchmacher und Industriearbeiter, hier entstand um 1800 auch der Friedhof, denn der alte ringsum die Kirche erwies sich bereits zu dieser Zeit als zu

klein. Südlich der Eide entwiekelten sich die Dammstraße , eine Aufschüttung am sumpfigen Eldeufer, und die Bergstraße.

Maßgeblichen Einfluß hatte die Zeit auf die Architektur der Stadt. Die meisten Fachwerkhäuser entstanden kurz nach dem Stadtbrand 1756. Um die Jahrhundertwende brachte der wirtschaftliche Aufschwung eine neue Fassadengestaltung mit sich. In der Altstadt ist die Große Burgstraße das beste Beispiel. Auch die Villen am Alten Wall, auf dem Klüschenberg und an der Seepromenade entsprechen dieser Entwicklung. Viele dieser Bauten verdanken wir dem Plauer Architekten Johannes Ladhoff. Typisch sind die in Rotstein ausgeführten öffentlichen Gebäude der Stadt aus der Zeit von 1860 bis 1889.

Die ländliche Gestaltung übernahm der Verschönerungsverein unter der langjährigen Tätigkeit des Stadtförsters Diedrich Fockenbrock. Neben der Parkanlage Klüschenberg entstanden auch die Wanderwege im Plauer Stadtwald und am Seeufer. Eine soziale Einrichtung besonderer Art schuf der Kommerzienrat Heinrich Haukohl mit der Stiftung des Kinderhortes. Sie suchte seinerzeit ihresgleichen in Deutschland.

Der Erste Weltkrieg und die folgende Inflationszeit setzten dem ruhigen, gutbürgerlichen Leben in Plau ein jähes Ende. Viele Geschäfte meldeten Konkurs. Eines aber ließen die Plauer sich nicht nehmen: ihre Vereine und ihre Traditionen aus alter Zeit. Das Wanderleben der Handwerksburschen bestand weiter, und das 1763 als

Dankfest ins Leben gerufene Kinderfest wurde in jedem Jahre - ebensowie das Schützenfest - gefeiert. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich die ca. fünfzig Vereine, die alle ein Vereinslokal besaßen, und dort ging es entsprechend munter zu. In mehr als zehn Vergnügungssälen konnte man das Tanzbein schwingen, bis ... ja, bis das Dritte Reich dem fröhlichen Treiben in Form von Verboten Einhalt gebot oder durch militärische 'Unterrnauerung' den Sinn der Vereine entstellte. Mit Kriegsbeginn kam dann das endgültige' Aus'.

Und wieder kam 'Schmalhans' in die Küchen. Nur langsam ging es nach 1945 aufwärts. Die ersten Feriengäste stellten sich ein. Sie gehören in unser Stadtbild wie die alten Häuser und die krummen Gassen. Diese Kleinstadtidylle ist es, die unser Leben so lebenswert macht.

Wir laden nun die interessierten Leser ein, mit uns einen Streifzug durch unser altes Plau und die nähere Umgebung zu unternehmen.

Die Verfasser danken allen Plauern, die uns gerne aus ihrer Jugendzeit erzählten und somit einen Beitrag für die Erstellung dieses Büchleins leisteten. Ein besonderer Dank gilt Herrn Kurt Stüdemann, Hamburg, und dem Stadtarchiv Plau, die uns rnit Bildmaterial unterstützten.

Fred und Heidemarie Ruchhöft

1. Diese Karte stammt aus den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Wir sehen den Markt noch mit dem alten Rathaus (vorne rechts) und der Kirche vor der Renovierung 1878179. Der Markt ist vom Aussehen her eine breite Straße, und diesen Namen trug er auch noch um die Jahrhundertwende. Von der Pferdetränke an stand bis zum großen Stad tb rand 1756 im hinteren Teil eine Häuserzeile von sieben Häusern. Der Markt wurde ursprünglich im oberen Teil der Marktstraße abgehalten.

2. Dies ist eine gleichaltrige Aufnahme mit der östlichen Marktansicht. Im Hintergrund begrenzt die Marktstraße den Markt. Nur zwei Fenster sind noch vom 'Hotel Holstein' zu sehen. Es ist eines der ältesten Gasthöfe der Stadt. Im vorigen Jahrhundert kehrte der niederdeutsche Dichter Fritz Reuter während seines Kuraufenthaltes in Bad Stuer hier ein. Die Häuser am Markt haben heute fast alle noch ihr ursprüngliches Aussehen, und sie werden liebevoll erhalten.

3. Das alte Rathaus steht mit seiner Vorderfront zur Marktstraße, ein deutliches Zeichen, daß das Markttreiben hier und nicht auf dem heutigen Markt stattfand. Das Gebäude mit seinen gotischen Fenstern und den im Barock gestalteten Giebel war nur klein. Sein Bau entstand vermutlich um 1700. Im Jahre 1717 wurden 'kleine Türmchen herabgeschossen', wie die Chronik zu berichten weiß. Unser heutiges Rathaus entstand 1888/89.

4. Die Geschichte des Rathauses ist von Bränden gezeichnet. Ein Rat erschien urkundlich erstmals 1255, das Rathaus 1455, als es abbrannte. Damals war es noch ein 'Haus des Rates und des Theaters', also neben Ratssitz und Gerichtsstand auch städtisches Kaufhaus. Weitere Brände sind uns von 1553, 1696, 1791 (?), 1888 und 1985 überliefert, nahezu alle 100 Jahre. Nach dem Brand von 1888 bezog der Rat vorübergehend ein Haus in der Langen Straße. Das Bild zeigt das Rathaus um 1900.

Gruss eus Pfau I. M.

Ratfraus

5. Das neue Rathaus wurde in der Grundfläche vergrößert und nun mit der Vorderfront zum Markt gebaut. Architekt war der Landbaumeister Dreyer aus Lübz. Er gab dem Haus ein Aussehen im Stil der niederländischen Renaissance. Seine Kosten betrugen 80000 Reichsmark. Michaelis (29. September) 1889 konnte der Rat sein Haus wieder beziehen. Weil viele Vertreter des Magistrates auf dem Klüschenberg am anderen Eldeufer wohnten, spielten sie mit dem Gedanken, die Eide von der Zweiten Wasserstraße zur Gartenstraße mit einer Fußgängerbrücke zu überbauen um den Weg zu verkürzen. Das scheiterte am Widerstand der Plauer, die ihre Steuergroschen dafür nicht opfern wollten. Die Aufnahme entstand um 1912.

6. Die Stadtkirche ist ein stattlicher Bau aus dem 13. Jahrhundert, jedoch mußte sie einige Veränderungen über sich ergehen lassen. Nach dem Stadtbrand von 1696 wurde das Dach des Kirchenschiffes etwas tiefer gesetzt, wie man es an den Kalkspuren am Turm deutlich sehen kann. Die Ansicht zeigt noch den ursprünglichen Chorraum von vor 1878. Er war im romanischen Stil aus Feldsteinen gefügt. Sein Bau begarm um 1220, etwa zur Zeit der Stadtgründung.

Gruss aus Pfau i. M.

Kirche

7. In den Jahren 1878179 wurde die Kirche einer umfassenden Rekonstruktion unterzogen. Der alte Chorraum wurde bis auf wenige Reste abgebrochen, erhalten ist noch ein Teil der Südmauer mit dem Rest einer bemerkenswerten Priesterpforte. Eine Wiedererrichtung erfolgte im neugotischen Stil. Äußerlich hat der Bau viel gewonnen, wie ein Vergleich dieser Aufnahme von etwa 1910 mit dem vorherigen Bild zeigt. Im Inneren steht sie jedoch in starkem Kontrast zwischen dem Übergangsstil von der Romanik zur Gotik und der Phantasiegotik des 19. Jahrhunderts. Im Vordergrund steht das 1881 eingeweihte Kriegerdenkmal1870171.

8. Ein Bliek in den Innenraum der Kirche vor der Restaurierung fordert zum Vergleich mit der heutigen Zeit auf. Wir sehen noch die barocke Einrichtung und die alten Emporen. Erhalten sind die hölzernen Kanzelfiguren (zwölf Apostel) und der Kanzelträger (Moses mit den Gesetzestafeln), sowie ein Lesepult mit der Darstellung der Dreieinigkeit. Als Altarbild diente hier schon das von Sophie Mieheel gestiftete und von Friedrich Lange in Rom gemalte Kreuzigungsbild. Die alte Einrichtung in der Kirche wurde 1878179 durch eine neugotische ersetzt, wobei sich gerade die Emporen sehr nachteilig auf Helligkeit und Akustik in der Hallenkirche auswirken.

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