Plön in alten Ansichten Band 1

Plön in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Karl Hucke
Gemeente
:   Plön
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1250-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Plön in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Nach dem Tode seines letzten Herzogs (1761) drohte Plön von einer Residenz zu einer unbedeutenden Kleinstadt herabzusinken, Zwar hielten sich die dänischen Könige, denen der herzogliche Besitz als Erbe zugefallen war, hin und wieder auf dem Schlosse auf, aber der höfische Glanz war doch dahin und mit ihm der wirtschaftliche Nutzen, den Handwerk und Gewerbe aus der Hofhaltung gezogen hatten. Andererseits trat nun das städtische Leben selbst zum ersten Male in den Vordergrund. Befördert von den Ideen des Humanismus und der französischen Revolution und getragen von einern gebildeten Bürgerstande, entwickelte sich nach der Jahrhundertwende in der Stadt ein reges geistiges Leben, das eine Reihe bedeutender Persönlichkeiten aus dem weiteren Norddeutschland zu Besuchen nach Plön zog, wie denn auch die liebliche Seenlandschaft, wie Vers und gebundene Rede bezeugen, damals zum ersten Male in weiten Kreisen ihre Bewunderer fand.

Einen tiefen Einschnitt bedeuteten die Jahre um die Jahrhundertmitte mit ihrern Streben nach Volksvertretung und nationaler Einigung, das in den deutschdänischen Feldzügen seinen Höhepunkt erreichte. Doch gewonnen wurden weder eine Verfassung noch die Eigenständigkeit der Herzogtümer unter einem angestammten Herrscherhause, vielmehr kam es am Ende zur Eingliederung in den preußischen Staatsverband mit all seinen Folgen auch für unsere Stadt, Bis in die Gegenwart wirkt fort die damals erfolgte Erhebung Plöns zur Kreisstadt und damit zum Sitz all der Behörden, die in ständiger Erweiterung ihres Aufgabenkreises die moderne Gesellschaft erst ermöglichen. In wenigen Jahrzehnten wurden ganze Straßenzüge außerhalb der alten Stadtgrenzen ausgebaut, ohne daß die Stadt selbst ihre Geschlossenheit dadurch verlor, und neue Einrichtungen geschaffen: eine Heilstatte des Johanniterordens, eine biologische Anstalt, eine katholische Kirche.

Zu besonderem Ansehen gelangte Plön aber dadurch, daß Kaiser Wil helm Il., wohl auf Wunsch seiner Gemahlin Auguste Victoria, die selbst SchleswigHolsteinerin war, sich dazu entschloß, seine Söhne abseits der großen Welt in der Stille des alten Herzogssitzes erziehen zu lassen. Vorangegangen war die Begründung eines königlich-preußischen Kadettenkorps in den Räumen des Schlosses zur Vorbereitung junger Menschen auf den Offiziersberuf (1867). Zugleich erwarb sich das aus der alten Gelehrtenschule hervorgegangene Gymnasium einen guten Ruf weithin im Lande, so daß Plön fortan als Schulstadt gelten konnte.

Der heute das Wirtschaftsleben beherrschende Fremdenverkehr erfuhr damals seine erste Blüte. Die Voraussetzungen dazu wurden schon frühzeitig durch Eisenbahnbau und Bau der Straße nach Preetz mit dem Damm durch den Kleinen See und der Straße

nach Neumünster (alles um 1865) geschaffen. Anziehungspunkt war wie heute natürlich die liebliche Seenlandschaft. Im Jahre 1905 zählte man in der Stadt 23 Gastwirtschaften bei einer Einwohnerzahl van 3 735.

Wie es etwa zwischen 1880 und 1930 in Plön aussah, zeigen die vorwiegend nach alten Postkarten und zum Teil nach Photos gefertigten Ansichten. Wir sehen das Stadtbild alter Prägung wie unsere Voreltern es sahen, mit Gebäuden, die inzwischen der Zeit zum Opfer gefallen sind, und mit einstmals stadtbekannten Persönlichkeiten. Es war oft schwer, die selten gewordenen Bilder zu beschaffen. Allen, die dabei geholfen haben, namentlich Herrn Kaufmann Johannes Söhmsen, sei hier dafür gedankt.

GrU55 aus Plön.

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1. Die Aussicht vom 'Königstuhl', der höchsten Erhebung in Langes Anlagen, begegnet uns schon auf Lithographien aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und hat auch nach dem Aufkommen der Photographie nicht an Beliebtheit eingebüßt. Der Bliek geht über den Vierschillingsberg hinweg und reicht von den 'Zwölf Aposteln' am linken bis zum Alumnat am rechten Bildrand. Das große Gebäude im Vordergrund ist das Arbeitshaus, Dahinter erhebt sich der Kamin des Elektrizitätswerkes. Der Kamin am Großen See gehört zur Sodafabrik, der am Schwanensee zur Meierei. Unterhalb des Schloßberges erkennt man das Haus, das der Kapellmeister Walberg mit seinem Dutzend Musikanten bewohnte. Die Ansicht stammt aus dem Jahre 1904.

2. Diese und die folgende Ansicht - sie schließen von links nach rechts aneinander zeigen wie sich die Stadt bis etwa 1890 nach Osten ausgedehnt hat. Zwischen dem Schöhsee und dem Großen See erhebt sich der Hohenberg mit der schon im Verfall begriffenen Rosenmühle (erbaut 1879), hinter dem Einschnitt des Kiesbetges verlaufen zuerst die Wilhelmstraße, dann die Eutiner Straße. In der Wilhelmstraße befindet sich seit 1881 die Tabackfabrik Rathje. Das helle Gebäude nahe dem linken Bildrande ist das Strehlow'sche Haus, An der Lütjenburger Straße steht als einziges Gebäude die Villa des Landrats.

3. Über Knicks und Koppeln hinweg fällt der Bliek auf den Zastrow'schen Berg (so genannt nachdem Wirt des Hotels 'Stadt Hamburg'), den einstigen Galgenberg, auf dem vor der Windrnühle ein Aussiehtstempel des Verschönerungsvereins stand. Die Mühle, sie gehörte Peter Maaßen, ging im Winter 1908/1909 in Flammen auf. 'Es war ein schaurigschöner Anblick, als sich die brennenden Flügel vor dem nächtlichen Himmel drehten.' Rechts von der Mühle ist der Turm der Biologischen Anstalt erkennbar, und damit beginnt die eigentliche Stadt.

4. Vor der alten Gelehrtenschule auf dem Schloßberg steht eine Klasse mit ihrem Lehrer beisammen. Die Schule ist aus. Ein Einspänner wird Kinder aus der weiteren Umgebung der Stadt nachhause bringen. So ging es tagtäglich zu, bis die Stadtverwaltung daran ging, sich auf dem Schloßberg einzurichten, indem sie das Schulgebäude als Rathaus übernahm. Anfang 1899 war das Gymnasium in der Prinzenstraße fertig geworden. Am 1. Mai bewegte sich ein feierlicher Zug von Lehrern und Schülern den Schloßberg hinab durch die Straßen der Stadt zur Einweihung ihrer neuen Schule. Das Rathaus wurde zu Anbruch des neuen Jahrhunderts bezogen.

5. Ein Bild bürgerlicher Behäbigkeit bot das Haus auf dem oberen Schloßberg NI. 5, bevor es in den neunziger Jahren aufgestockt wurde. Unverändert ist das alte Treppenhaus und das Gartenzimmer im Erdgeschoß mit dem Eutiner Tischbeinofen und dem Ausblick in den Garten mit den alten Fliederbüschen unter den Linden des Schlosses. Drei Generationen lang war es Lehrerhaus. In deutlicher Erinnerung als guter Geist des Schloßberges ist die vorletzte Eigentürnerin, 'Fräulein Schulz'. Sie gewährte dem Kreismuseum in seinen Anfängen Unterkunft, bevor es in das alte Rathaus übersiedelte,

6. Auf dem Schloßberge war, wohl bis gegen 1890, dieser schöne Giebel zu sehen. In dem Hause wohnte die Witwe Ewoldt, und da sie vermietete, fand Bürgermeister Kinder mit seinen Akten bei ihr eine Unterkunft. Hier ereilte ihn sein Schicksal, und das kam so: Da noch Platz im Hause war, zog eine private Madehenschule ein, deren Auflösung Kinder im Interesse der Städtischen Mädchenschule gern gesehen hätte, und wozu das hohe Alter der Leiterin auch einige Hoffnung machte. Doch anstelle der alten Dame erschien ein blutjunges Mädchen, und so schien nichts aus der Sache zu werden. Bald danach hieß es in der Stadt: Der Bürgermeister setzt sich durch. Da er die Schule nicht anders loswerden konnte, hat er die Lehrerin weggeheiratet.

7. Nahezu unter jedes Bild unserer Sammlung gehörte auch der Name des unvergessenen Bürgermeisters J ohann Christian Kinder, denn er gestaltete die Geschicke der Stadt während des Wandels unserer Welt durch die heraufkommende Industrialisierung ein Menschenalter lang, von 1879 bis 1909. Er schuf die meisten öffentlichen Einrichtungen und lenkte die schon bestehenden in zeitgemäße Bahnen. Dabei fand er nicht immer Zustimmung, doch man folgte ihm, weil der Erfolg ihm schließlich Recht gab. Nach aufreibender Tagesarbeit schrieb er in Nachtstunden außer anderen historischen Arbeiten das bis heute unentbehrliche Urkundenbuch zur Chronik der Stadt Plön, 1890, 620 Seiten. Er starb drei Wochen nach Kriegsausbruch.

8. Der die Rathaustwiete gegen die Lange Straße hin abschließende Bogen mit dem Stadtwappen und der Jahreszahl 1236 ist nach Ausweis unseres Bildes nicht, wie von Fremden fälschlich angenommen wird, alten Datums, sondern erst 1928 auf Bürgerrneister Brandenburgs Anregung hin gebaut worden, weshalb man ihn spaßeshalber noch das Brandenburger Tor nennt. Rechterhand hauste damals mehr schlecht als recht Korbmacher Sievers, von dem Malermeister Otto Haack 1938 das Grundstück erwarb. Gegenüber das Stender'sche Grundstück. Im Durchblick erhebt sich die 1936 abgebrannte Bäckerei Langmaack mit bemerkenswertem Giebel und Vorbau, begrenzt vom Löschweg zum Stadtgraben, über den die Feuerwehr das Wasser heranzuführen pflegte.

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