Plön in alten Ansichten Band 2

Plön in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. Irmtraut Engling
Gemeente
:   Plön
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6327-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Plön in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Einleitung

Nach der verdienstvollen Erstellung von Band 1 durch Dr. Karl Hucke (t) im Iahre 1976 soll nun Band 2 folgen. Er ist bemüht, neue Sachverhalte, vorwiegend des Zeitraums 1880-1930, in Bild und Wort darzustellen. Es werden aber auch einige bereits bekannte Personen und Gegenstände in neuer oder ergänzender Sicht gebracht.

Aus vielen Abbildungen geht immer wieder die ganz besondere Lage der Stadt Plön zwischen den zahlreichen Seen hervor; sie hat die Entwicklung des Ortes seit den Anfängen durchgängig geprägt. Das Wasser bestimmt bis heute die Ausdehnung Plöns auf einer schmalen Landbrücke, alle Planung und Bebauung mußten sich dieserTatsache anpassen.

Plön ist eine kleine Stadt geblieben, hatte wirtschaftlich wenig Möglichkeiten, lag fern von größeren Handelswegen und litt durch Jahrhunderte darunter. Dafür behielt es den Reiz der Ursprünglichkeit, die Anlage der Altstadt, wie sie sich seit der Stadtgründung 1236 im Mittelalter herausbildete, dazu den offenen Blick auf eine großartige Kulisse von Wasser, Wald und Höhen, aus fast jedem Plöner Haus.

Diese Gegebenheit bedeutete in alter Zeit eine hervorragende Schutzlage, die sich noch heute in den Plätzen zweier Burganlagen beweist, der slawischen Olsburg im Großen Plöner See und der gräflichen deutschen auf dem Schloßberg. Später wurde die repräsentative Lage wichtig, verwirklicht im Schloßneubau

1633 -163 6 als Residenz der Herzöge des winzigen Fürstentums Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön bis 1761. Plön blieb auch danach in verschiedener Form Residenz: Hofhaltung für den gemütskranken Oldenburger Herzog Peter Friedrich van

1 777 bis 1823, Sommerresidenz des dänischen Königs ab 1840, Sitz einer königlich-preußischen Kadettenanstalt, Schulort und Wohnsitz der sechs Söhne Kaiser WilheIms Il. von 1896 bis 1910.

Das hochgelegene, weithin sichtbare Schloß blieb durch die Jahrhunderte dasWahrzeichen Plöns. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es zur 'Staatspolitischen Bildungsanstalt', die Nationalsozialisten machten daraus eine 'Nationalpolitische Erziehungsanstalt', nach 1945 entstand das 'Staatliche Internatsgymnasium Schloß Plön'.

Für den hier behandelten Zeitraum ist noch festzuhalten, daß die Stadt Plön mit der Eingliederung des Landes in Preußen Sitz der Verwaltung des neugeschaffenen Kreises Plön und eines Amtsgerichts wurde. Die alte Latein-, spätere Gelehrtenschule gewann zu dieser Zeit als königlich-preußisches Gymnasium zunehmend an Größe und Bedeutung. So hat es im Ort unter der Bevölkerung eine stattliche Zahl von Beamten gegeben, darunter eine Reihe von Schulmännern und Erziehern, bürgerlichen sowie militärischen, die das öffentliche Leben, vor allem im kulturellen Bereich, mitbestimmten. Unter den Dächern

mancher alter Häuser in einer Stadt, die sich äußerlich nur wenig veränderte, gab es geistig Schaffende, deren Werke noch heute zugänglich sind. Dazu zählen zum Beispiel der spätere erste Provinzialkonservator Richard Haupt, der als Gymnasiallehrer hier seine 'ßau- und Kunstdenkmäler' vorbereitete, Detlev von Liliencron, der auf dem Landratsamt in Plön in die Verwaltungsarbeit eingeführt wurde, oder Charlotte Niese, die als Schriftstellerin ihre in der Jugend hier gewonnenen Eindrücke in liebenswerter Weise widergab. Zu diesem Personenkreis gesellten sich weitere führende Personen aus dem Ort, wie der weitsichtige Bürgermeister Johannes Kinder, Apotheker Hasse, Kaufmann Harbeck, Pastor Lamp, Organist Diercks, der Leiter der Biologischen Station Zacharias, Gymnasialdirektor Fink und Sodafabrikant Kleine, die alle auf ihre Weise sich für das öffentliche Wohl einsetzten und neue Ideen einbrachten.

Nicht leicht hatten es Handel und Handwerk der Kleinstadt im beginnenden Industriezeitalter. In den Großstädten mit moderneren Produktionsmethoden und Massenherstellung erwuchs ihnen zunehmend Konkurrenz. Dennoch schaffte es eine Reihe von findigen, tüchtigen Handwerkern, einen zeitgemäßen Betrieb aufzubauen und zum 'Fabrikanten' aufzusteigen. Als dauerhafter Erwerbszweig erwies sich dann aber doch nur der Fremdenverkehr in dem kleinen, so schön gelegenen Ort, der sich als 'Perle der Holsteinischen Schweiz' seit dem Ende des

vorigen Jahrhunderts einen Namen machte.

Der hier dargestellte Zeitraum weist deutlich zwei voneinander abweichende Perioden auf. Die erste schließt an die Entstehung des Kaiserreichs 1871 und die danach einsetzende 'Gründerzeit' an, in der viel Neues versucht und auch geschaffen wurde. Die zweite beginnt nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg 1918, in der sich die Menschen geistig und wirtschaftlich erst zurechtfinden mußten, um dann bescheiden neu anzufangen und an bewährte heimische Traditionen anzuknüpfen.

Es war auch für den Band 2 nicht einfach, an brauchbares Material heranzukommen. Besondere Schwierigkeiten ergaben sich daraus, daß es kaum noch alte Plöner gibt, die vorhandene Bilder aus dem behandelten Zeitabschnitt identifizieren können. Die archivierten Ansichten und Fotos aber sind gar nicht oder nur ungenau gekennzeichnet. Es war daher erforderlich, historische Forschung für die Texte zu betreiben. Großes Entgegenkommen fand ich im Plöner Stadtarchiv bei Herrn Wiederich, im Archiv des Kreises Plön bei Frau Beese, bei den Mitarbeitern des Landesamts für Denkmalpflege in Kiel und bei Herrn HansHermann Hellberg, Plön. Allen danke ich sehr, außerdem auch Herrn Peter Pauselius, Preetz, für die Herstellung von Wiedergaben aus dem Fotoarchiv der Stadt Plön.

Plön, imjuli 1996 Irrntraut Engling

Auf einen Blick ist hier zu erkennen, daß Plön wirklich eine 'Scenstadt' ist. Die Aufnahme entstand um 1930 und war in diesem Überblick nur vom Flugzeug aus möglich; die früheren vom Schloß- oder Kirchturm aus gemachten konnten einen derartigen Rundblick nicht vermitteln. Wasser an allen Seiten und auch mitten im Ort! Diese Lage ergab zwar eine herrliche Naturlandschaft, aber einen erheblichen Mangel an Bauland, dazu Verkehrsprobleme. 'Die Todeskurvc' war ein Teil der 1863 fertiggestellten Chaussee nach Kiel, die erst nach Aufschüttung eines Dammes durch den Kleinen Plöner See in Fortführung der ]ohannisstraße möglich wurde. Der Name deutet die Gefahrenzone an,

die durch die Kurve entlang des Appelwarders entstand. Sie wurde erst 1980 durch eine groß angelegte Umgehung beseitigt. An der Nordseite des Trammer Sees ist das Gut Tramm zu sehen.

2 Der 'Straßenplan' , um 1930, enthält neben den Straßennamen auch die von öffentlichen Gebäuden, von Seen und den Bootsverbindungen auf dem Großen Plöner See. Dunkel getönt hebt sich der Kernbereich der Stadt, Alt- und Neustadt, heraus. Bildhafte Gebäudedarstellungen konnten mehr im äußeren Stadtbereich Platz finden, ihre Größenverhältnisse und Zeichnungsart wirken unkonventionell und heiter. Fast könnte man meinen, die Jugendherberge mit aufgezogener Fahne, eröffnet 1928, wäre ein Hauptanliegen des Plans. Das Gebäude wurde 1977 abgerissen und eine neue Jugendherberge auf der Ochsenkappel am Großen Plöner See erbaut. Ob der Bie-

berturm absichtlich schief gezeichnet wurde? Tatsächlich war der 1902 errichtete Holzbau zu Ehren der 'Bieber'. des Hamburger Chors, der unter seinem Leiter Dr.

Bieber Plön oft besucht hatte, damals baufällig und wurde bald darauf abgerissen.

3 Diese Luftaufnahme um 1930 zeigt die Altstadt in bemerkenswerter Geschlossenheit, wie sie sich seit dem Mittelalter entwickelt hat: hochgelegen das landesherrliche Schloß, darunter aufhalber Höhe das Rathaus, unten die Kirche auf großem Platz, ursprünglich Kirchhof, dann Markt. Zwei Straßen flankieren diese Mitte, die Klostervorher Wendstraße und die Lange Straße. Beide führen mit den langestreckten, schmalen Grundstücken der einen Seite zum Wasser; die Südseite der Klosterstraße links im Bild - zum Großen Plöner See, die Nordseite der Langen Straße - hier nicht mehr sichtbar - zum Stadtgraben und Schwanensee. Parallel dazu verlaufen die Ver-

kehrswege: die Eisenbahn am Ufer des Großen Plöner Sees entlang, der Straßen-Durchgangsverkehr durch die Lange Straße am Markt entlang zur Lübecker Straße.

4 Das Rathaus in der Bildmitte war - nach dem Brand des vorherigen - 1818 unter Einfluß des bekannten Kopenhagener Landbaumeisters Hansen neu erbaut worden. Es wurde ab 1867 dem königlich-preußischen Amtsgericht vermietet, die Stadt behielt darin nur den Sitzungssaal, das Archiv und eine Gefängniszelle; die übrige Verwaltung nahm der Bürgermeister in sein Privathaus auf 1899 wurde das hinter dem Rathaus liegende Gebäude bis dahin Gelehrtenschule frei und zum Rathaus gemacht. Die Schule war in den Neubau Prinzenstraße gezogen. Erst 1981 konnte das historische Rathaus durch einen geschickten baulichen Ver-

bund mit der ehemaligen Gelehrtenschule zum neuen alten Rathaus werden. Das Amtsgericht hatte einen Neubau in der Lütjenburger Straße erhalten. Das etwa in gleicher Höhe zwischen

Schloßberg und Klosterstraße stehende große Haus war die erste Plöner Bürgerschule.

5 Die Stadtverwaltung Plöns umfaßte 1904 nur die hier abgebildeten neun hauptamt lichen Kräfte, hinzu kam noch der Bürgermeister, damals Johannes Kinder (1 8791909), hier nicht abgebildet. Plön zählte damals rund

3 700 Einwohner. Die Herren sind, stehend von links: Bote Johannes Plähn, Kassierer Wilhelm Jensen, Sekretär August Wulf, Polizeisergeant Christian Köpcke und Bürogehilfe Treptow. Sitzend von links: Leiter des Elektrizitätswerks Fritz Pliess, Rendant Sörensen (Rechnungsführer) und Kassierer Christoph Siemann, beide bei der Städtischen Spar- und Leihkasse, und Polizeiwachtmeister Carl Lattke. Die Sparkasse war

1884 in der Hamburger Straße 1 in Betrieb genommen. Sörensen wohnte oben: er erlebte dort 1904 den ersten Plöner Bankeinbruch. Eines Abends erhielt er im Hausflur einen 'schweren Schlag auf

den Kopf', trotzdem flohen der oder die von ihm überraschten Täter unverrichteterdinge.

6 Am 24. Juni 1864 wurde die Nikolaikirche, damals noch Altstädter Kirche genannt, durch Blitzschlag schwer getroffen. 'Unsere herrliche Kreuzkirche ... war vernichtet', klagten die Plönero Die Ruine wurde vor dem Wiederaufbau 18661868 fotografiert und gemalt, beides nebeneinander zu stellen scheint lohnend. Das Foto dokumentiert die wirklich sehr starke Zerstörung. Darüber hinaus ist es als sehr frühe Aufnahme auch in den vermittelten 'Randerscheinungen' aufschlußreich. Zu sehen sind am rechten Bildrand die hohen Fachwerkgiebel zweier Bürgerhäuser am Markt, noch mit vorgelegten Treppenstufen. Sie veränderten um die

Jahrhundertwende zumeist ihr 'Cesicht' zugunsten hochgezogener Putzfassaden. Am linken Bildrand ragt das Bernstorffsche Haus heraus, damals Post, davor wird ein Brunnen gebaut. Der Markt ist

noch baumlos, sehr grob gepflastert, in seiner Mitte steht eine bescheiden kleine Laterne und nur wenige Menschen sind zu sehen.

7 Das Gemälde zeigt die Brandruine aus derselben Richtung, aber kleiner und in anderem Blickfeld. Es gibt der Kirche einen gehaltvollen schönen Hintergrund. Der feine Pinselstrich zeigt viele Details, zum Beispiel an den Kirchenfenstern. Links im Bild erscheinen die kirchlichen Häuser an der MarktSüdseite: die schon 1890 abgebrochene, sehr selten abgebildete Pastoratsscheune, daneben das breitgelagerte Hauptpastorat mit rauchenden Schornsteinen, danach, nur ein wenig hervorlugend, das zweite Pastorat, das Diakonat. Dekorativ ist rechts der Schloßberg gemalt, die herrschaftlichen Häuser vor der Baumkulisse. Der Markt wird

durch allerlei Personen belebt, sie unterstreichen die Idylle der Kleinstadt: sie gehen spazieren, klöhnen miteinander, transportieren Waren, liefern Bier. Trägt der Mann, der aus der Richtung

Großer Plöner See kommt, vielleicht einen frisch geangelten Aal oder Hecht an seinemStock?

8 Über Pastor Friedrich Lamp (1863-1945) istschon viel berichtet worden. 'Fiete Paster' war nicht nur ein guter Seelsorger, sondern auch ein Original. Kaum jedoch ist jemals seine ihm treu und tätig zur Seite stehende Frau Christine geborene Westphal erwähnt. Hier wird deshalb das Ehepaar Lamp vorgestellt, in jungen [ahren, in der Mode der Jahrhundertwende und mit dem deutlichen Unterschied von Festtag und Werktag.

1894 wurde Lamp in Plön Pastor, zwei [ahre später heiratete er seine zwanzigjährige Braut aus Schwartau. Die hier gezeigte Festkleidung mit Seidenkleid, Stola, Fächer und

mit Pastorenrock, Zylinder und Glacéhandschuhen deuten auf eine größere Veranstaltung. Offizielle Anlässe und Einladungen gab es in der Kreisstadt mit der Kadettenanstalt und Prinzenschule des öfteren. Der Pastor genoß großes Ansehen, auch bei der Kaiserin und ihren Söhnen.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek