Plochingen in alten Ansichten

Plochingen in alten Ansichten

Auteur
:   Dietmar Pleil
Gemeente
:   Plochingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2707-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Plochingen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Dieses Buch ist in seiner Aufmachung eingebettet in das Gefüge der Konzeption des Verlages. Er möchte mit seinen Städteansichten ein Bild der Zeit um die Jahrhundertwende bis hinein in die dreißiger Jahre vermitteln. Jüngere Fotos wurden nur dann beigezogen, wenn sie geeignet waren, nicht mehr vorhandene Ansichten wieder lebendig werden zu lassen.

Der Zeitpunkt des Erscheinens dieses Buches ist gut gewählt: Die Umsetzung des Alten Rathauses, der Neubau des Frührnesserhauses mit seinem wertvollen alten Zierfachwerk - kurz, die Anlage eines Marktplatzes - ließen Plochinger Bürgerbewußtsein sichtbar werden. Durch die neue historische Stadtmitte hat das Städtchen sein Gesicht grundlegend geändert.

In dem Zeitabschnitt, den dieser Band umfaßt, vollzog sich der Wandel Plochingens vom Weinbauerndorf zur Eisenbahnergemeinde. Als der Weinbau in den dreißiger Jahren eingestellt wurde, war die Industrialisierung schon ein ganzes Stück fortgeschritten. In der Geschichte Plochingens, das 1146 erstmals urkundlich erwähnt wurde, spielte die Verkehrgunst seiner Lage

immer eine besondere Rolle. Bei der vermuteten Ursiedlung war es die geologisch bedingte Neckarfurt, um das Jahr 120 nach Christus, als das Gebiet römisch wurde, verlief hier eine wichtige Hauptstraße. Die Alemannen siedelten dann im 3. und 4. Jahrhundert auf den erhöhten Punkten von Burris und Kirchberg.

Schon im 12. Jahrhundert war Plochingen ein bedeutender Handelsplatz. Zerstört wurde das blühende Gemeinwesen im Dreißigjährigen Krieg. Davon erholte sich das Dorf lange nicht. Dennoch nahm die Thurnund Taxis'sche Postlinie von 1545 bis gegen 1700 ihren Weg über Plochinger Markung. 1846 begarm dann das Eisenbahnzeitalter.

Wie sah Plochingen um die Jahrhundertwende aus? Beschaulich war's, wie anderswo auch. In der Ulmer Straße stand noch die Säge- und Kundenmühle Kötzle, es gab den Rotgerber Stumpp mit seinem Esel, die Kunstmühle Bauer. Die St-Blasius-Kirche thronte auf dem Kirchberg wie heute, aber das Kreuzgässle führte noch zum Bahnübergang und zur über-

dachten Neckarbrücke. Die Waldhornbrauerei galt schon als ein Musterbetrieb. Daneben standen der alte 'Ochsen' und das 'Waldhorn'. Der Kaufmann Henne bot in der Kronenstraße seine Ware feil, der BotenMärkle fuhr von dort jede Woche mit seinem Planwagen nach Stuttgart und Kirchheim und beförderte allerlei Güter. Vor der 'Krone' wurde der Fischmarkt abgehalten. Das Rathaus stand noch in der Neekarstraße. Von hier aus ging der Büttel durch die Straßen und verkündete, was von Amts wegen zu befolgen war. Die Marktstraße mit Apotheke, Ottilienkapelle mit Wasch- und Backhaus, wo der 'Komma-Beek' seines Amtes waltete, hatte auch damals schon ihre Bedeutung. Nicht nur ihrer Wirtshäuser wegen. Auch Kaufmann Mayer war schon an seinem Platz, als man noch mit der Elle maß. Der Häfner Bach, Original und Meister seines Fachs, lieferte Herde und Öfen und formte aus Lehm Teller, Krüge und Schüsseln, Zur Eisenwarenhandlung A.A. Braun kamen die Kunden von weither. Überall plätscherten Brunnen, ehe im Jahre 1900 die erste Wasserleitung verlegt wurde.

Die Alte Bahnhofstraße führte noch zu einem Bahnhof, dessen Ausmaß mit dem heutigen nicht zu vergleichen ist. Vor der 'Sonne' stand oft ein ganzer Fuhrpark: Fuhrleute stiegen dort ab. Nicht weit davon das alte Krankenhaus mit seinem schonen Garten, dahinter die Hadernsortieranstalt. Auf der anderen Straßenseite ein ganzes Stück weiter die Mühlsteinfabrik Dettinger; der Rotgerber Hauff bildete den Abschluß. Der Weinbau stellte jedoch die Haupteinnahmequelle der Plochinger dar. Zwei Keltern waren noch in Betrieb.

Auf der Höhe des Sturnpenhofs stand seit 1892 der aus rohen Balken zusammengefügte Aussichtsturrn des Verschönerungsvereins. Speis und Trank für müde Wanderer gab es in der benachbarten Wirtsohaft.

Der Autor dankt an dieser Stelle allen, die zum Gelingen dieses Buches beigetragen haben. Stellvertretend genannt seien Hermann Haß, Gerhard Kiifer und Paul und Berta Mangold.

Plochingen

Panorama vom Jahre 11.08 .

1. Diese Radierung greift zwar den Anfängen der Fotografie - und damit jenem Zeitabschnitt, der in diesem Buche wieder lebendig werden soll - um einige Jahre voraus, aber sie charakterisiert treffend die Lage Plochingens am Neckarmit der Schwäbischen Alb im Hintergrund. Falsch ist allerdings die angegebene Jahreszahl 1 70S. Carl Doerr hat diese Arbeit in Aquatinta zu Beginn des 19. Jahrhunderts geschaffen.

2. Sichtbar wird der Wandel Plochingens von der beschaulichen Weinbaugemeinde zu einem Verkehrsknotenpunkt durch die Gegenüberstellung dieser Ansicht aus dem Jahre 1834 rnit der Bildnummer 4./5. zweiseitig abgedruckten Fotografie von Wilhelm Clauss aus dem Jahre 1895. Etwa um das Jahr 1834 hatte Plochingen für seine Umgebung wieder jene Bedeutung erlangt, die es schon vor dem Dreißigjährigen Krieg aufgewiesen hatte.

3. Eines der beliebtesten Plochinger Motive war vor der Jahrhundertwende die gedeckte Holzbrücke über den Neckar, ein Meisterwerk der Zimmermannskunst. Sie stand etwa einhundert Meter unterhalb der jetzigen Brücke und hatte insgesamt neun Vorgängerinnen. Die erste Brücke wird zurückdatiert auf das Jahr 1545. Sie war immerhin schon so breit ausgelegt, daß sie von der Thurn- und Taxis'schen Postlinie befahren werden konnte. Brückenzoll wurde von 1663 bis 1829 erhoben. Die Plochinger selbst waren nach einem herzoglichen Dekret vom 16. Oktober 1664 vom Brückengeld befreit, da sie an der Erstellung mitgewirkt hatten.

4./5. Zwischen 1834 und 1895 stieg die Einwohnerzahl um etwa 400 auf 2 274. Bewirkt hatte diese Zunahme in erster Linie die Eisenbahn. Geprägt wird das Bild aus dem Jahre 1895 durch die sich lang hinziehende Bahnhofsanlage in der Bildmitte. Zu sehen ist rechts auch das gerade im Jahr zuvor fertiggewordene Fabrikgebäude der Baumwollspinnerei Heinrich Otto, deren Stammhaus in Nürtingen auf das Jahr 1813 zurückgeht. Dem Altbacher Fotografen Wilhelm Clauss, der in Plochingen einen Verlag besaß, verdanken wir eine ganze Reihe der hier veröffentlichten Aufnahmen.

6. Im Jahre 1778 war die siebzig Meter lange, pfeilerlose, freitragende Holzbrücke von Landbaumeister Chr. Adam Etzel erbaut worden. Sie war einer Brücke, die bei Schaffhausen den Rhein überspannte, nachempfunden. Jene war zwar um einiges länger gewesen als die Plochinger Brücke, hatte aber in der Flußmitte auf einem Pfeiler geruht. Die Neckarbrücke wies ein stattliches Schieferdach auf. Die an beiden Eingängen angebrachten großen Holztore wurden jahrelang am Abend geschlossen und erst morgens wieder zur Passage freigegeben. 1811 wurden die Tore entfernt. Der seit 1847 angrenzende Bahnübergang war durch zwei Schranken gesichert.

7. Welch gewaltige Eichenbalken der Brückenkonstruktion Halt verliehen, wurde beim Abbau der Brücke im Jahre 1905 deutlich. Sie war dem Neubau der Bahnhofsanlagen im Wege. Für den Abbau der Brücke zeichnete Zimmermeister Johannes Mangold verantwortlich.

8. Die neue Brücke, deren Eisenkonstruktion auf drei Betonpfeilern ruhte, überspannte die Flußaue auf einer Länge von 145 Metern. Sie wies eine Breite von 7,50 Metern und eine lichte Höhe von 12,50 Metern auf. Planung und Bauleitung lagen in den Händen von Strombaudirektor DI. Ing. Otto Konz, dem ideellen Vater des 1968 eingeweihten Plochinger Neckarhafens.

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