Plochingen in alten Ansichten

Plochingen in alten Ansichten

Auteur
:   Dietmar Pleil
Gemeente
:   Plochingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2707-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Plochingen in alten Ansichten'

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39. Das Gasthaus 'Zur Sonne' in der Esslinger Straße wird 1772 erstmals erwähnt. Es befand sich über einhundert Jahre im Besitz der Familie Henne und war beliebter Einkehrort der Fuhrleute. Ein alter Plochinger: 'Die Pferde kannten den Weg sogar nachts. Vor der 'Sonne' blieben sie mit ihrem Gespann stehen, mochte der Fuhrmann auch noch so tief schlafen.' Das Geläut des Gespanns hatte inzwischen das Faktotum der 'Sonne', den Johann geweckt, der seinen Schlafplatz gleich neben dem Eingang in einer großen Holztruhe hatte. Er spannte aus, stellte den Pferden den Futtertrog hin - und haute sich wieder 'in die Falle'.

40. Der 'Sonne' -Saal war seit jeher beliebter Treffpunkt bei Familienfeiern, Klassen- und Jahrgangstreffen. Zur Gruppenaufnahme im Hinterhof stellte sich hier im Jahre 1914 der Jahrgang 1864 dem Fotografen. Dabei waren unter anderen der Hotelier Fritz (vorne links), der Häfner Bach (zweite Reihe, siebter von links), Adlerwirt Sekinger (hinten, zweiter von links) und Pfarrer Volz (zweite Reihe, vierter von links). Die auf dem Bild nur andeutungsweise erkenribaren Stallungen der 'Sonne' waren Zwischenstation für zum Verkauf stehende Jungschweine. Sie wurden wie Schafherden unter lauten 'Hussa'-Rufen vom Bahnhof zur 'Sonne' getrieben.

41. Für den Bau der Bahnanlagen in den Jahren 1906/1907 wurde Erdmaterial durch Abgraben des Schinderbachtales gewonnen. Mit kleinen Loren wurde dieses Material von den ersten Plochinger Gastarbeitern - Italienern - abgefahren. Die Gäste aus dem sonnigen Süden waren auch bei der Erweiterung des Wasserleitungsnetzes und beim Bau der ersten Gasleitung (1910) dabei. Beliebtester Einkaufsplatz war für sie das Kaufhaus Mayer. Theodor Mayer sprach fließend italienisch. Alte Plochinger erinnern sich noch gern an den Duft frisch gerösteten Kaffees, der vom Mayer'schen Laden ausgehend, oft die ganze Marktstraße erfüllte.

42. Im Jahre 1907 wurde der neue Bahnhof eingeweiht. Schon seine damalige Ausdehnung entsprach der Bedeutung Plochingens als Eisenbahnknotenpunkt. Die Bahnanlagen nahmen eine Fläche von 35 Hektar bei einer Länge von 3 Kilometern und einer größten Breite von 200 Metern ein. Im Vordergrund des Bildes sind der markante Wasserturm und das alte Bahn-Betriebswerk zu erkennen. Der Lokschuppen beherbergte viele Jahrzehnte lang rauchende und fauchende Dampfloks. Die Anlage mußte vor einigen Jahren dem Ausbau des Plochinger Bahnhofs zum S-Bahn-Endpunkt weichen. Die Ära der Dampflok war schon 1961 vorbei.

43. Der Bahnhofsplatz war als Verkehrs- und Grünzone gestaltet. Die Droschken hatten damals noch überall 'freie Fahrt'. Das Bahnhofhotel Fritz wurde (ebenfalls 1907) von Adlerwirt Sekinger als Gasthof 'Zum Bahnhof' erbaut. Es genoß später als 'Gelbes Haus' einen ausgezeichneten Ruf. Den Namen 'Gelbes Haus' führte das Hotel Fritz nur im Volksmund. Er war von der gelben Fassadenfarbe des Gebäudes abgeleitet worden.

44. Imanuel HenzIer erstellte im Jahre 1909 auf dem Bahnhofsvorplatz das 'Café zur Eisenbahn', wo auch Theateraufführungen stattfanden. 1927 wurde das Gebäude, das längst zum Gasthof geworden war, durch Ausbauten zum stattlichsten Plochinger Hotelanwesen, dem 'Blauen Haus', erweitert. Es wies fünfzig Zimmer und mehrere Säle auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde zuerst ein Kino eingebaut, später wurde das Gebäude von einem auswärtigen Industriebetrieb erworben und zu einem Wohnheim umgestaltet. Auf dem Bild formiert sich ein Festzug.

45. Das Kinderfest (hier der Festzug in der Esslinger Straße) hat seinen Ursprung in einem Vermächtnis des früheren Plochinger Ortsherren, Marquardt von Randeck, der die Gemeinde 1366 von Kaiser Karl IV. als Entlohnung für treue Dienste erhalten hatte. Bei seinem Tode vermachte Marquardt den Plochingern seine Wälder, Viehweiden und verschiedene Rechte. Aus dieser Stiftung heraus wurde seit 1541 den Armen und allen Kindern eine Gabe zuteil. 1876 wurde der Marquardt-Gedächtnistag mit dem Sedansfest vereinigt, zwanzig Jahre später letztmals gefeiert. 1927 wurde ein eigenständiges Kinderfest geschaffen: Anlaß war die 100. Wiederkehr des ersten Deutschen Sängerfestes.

Plo hingen.

46. Noch ziemlich frei stand sie im Gelände, die 1913 erbaute Burgschule, als diese Aufnahme entstand. Sie wurde während des Ersten Weltkrieges in ein Lazarett umgewandelt. Um die Schule herum wogten noch Kornfelder, die Tannenstraße war ein lauschiger Heckenweg. Im Tannengäßle versperrten oft rabiate Gänseriche den Erstklässlern den Weg.

47. Alte Plochinger erinnern sich noch der vielen Bächlein, die den Ort aus Richtung Stumpenhof durchzogen. Einer der wichtigsten war der Rennenbach, der bis 1852 eine Loh- und Ölmühle an der Tannengasse antrieb. Vor der Gärtnerei Erhardt bildete er einen Gumpen, um den die Schuljugend manche 'Schlacht' schlug. In den Rennenbach mündete unter anderem der ölgasbach, der oberirdisch - an St. Konrad vorbei - die Hermannstraße entlang lief. So viel Wasser, wie auf dem Bild aus dem Jahre 1896, führte er nur nach Wolkenbrüchen. Im Hintergrund die Kelter an der Esslinger Straße.

48. Der Feuerwehrschlauch wurde bei der Verlegung der Wasserleitung im Jahre 1900 nur zum Durchspülen der Rohre und zur Überprüfung der Hydranten gebraucht. Beauftragt mit dem Bau der Wasserleitung wurde am 19. Mai 1899 Oberbaurat Ehmann (rechts der Spritze mit Plan). Die Maurermeister Gottlieb Hild (dahinter mit Notizblock) und Wilhelm Küfer (dritter von links) erhielten den Zuschlag für die Grab- und Betonarbeiten. Friedrich Lutz (vorne links sitzend) wurde zum Brunnenmeister bestellt. Von den Baukosten in Höhe von 106880,18 Mark mußte die Gemeinde 100 000 Mark mit Hilfe eines Darlehens finanzieren.

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