Porz in alten Ansichten

Porz in alten Ansichten

Auteur
:   Jürgen Huck
Gemeente
:   Porz
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1725-8
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Porz in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die am 1. Januar 1975 in die benachbarte Großstad t Köln eingemeindete Stadt Porz war keine organisch gewachsene Stadt, sondern aus den alten Orten Eil, Elsdorf, Ensen, Heumar, Langel, Libur, Lind, Niederund Oberzündorf, Porz, Urbach, Wahn und Westhoven sowie aus den neuen Siedlungen Gremberghoven, Grengel und Wahnheide entstanden. Die alten Orte hatten jedoch schon vom Mittelalter an bis zur Schaffung der französischen, später preußischen Bürgerrneistereien Heumar (seit 1928 Porz genannt) und Wahn im Jahre 1808 eine Einheit gebildet. Die beiden Bürgermeistereien wurden am 1. Juli 1929 zu einer größeren Gemeinde Porz vereinigt, die sich seit dern 16. September 1951 Stadt nennendurfte. Dieses Zusammenwachsen früherer Dörfer spiegelt sich im Grundriß der ehemaligen Stadt Porz wider. Die alten Orte sind als fränkische Straßensiedlungen fast ausnahmslos auf dem rechten Hochufer des Rheins und an der Frankfurter Straße gegründet worden. Es finden sich keine Uberreste einer mittelalterlichen Stadtbefestigung, die im Stadtbild nachwirken, auch keine Spuren alter Ortsbefestigungen wie Graben, Falltore, Pfahlzäune und Dornhecken. Aus dem Mittelalter und der ältesten Neuzeit haben sich aber Bauten von Kirchen und Rittersitzen erhalten.

Mit der Industrialisierung am Porzer Rhein-Bogen seit dem Jahre 1875 bahnte sich auch eine Änderung des Ortsbildes an. Ein großer Teil der Höfe fiel der

Industrieansiedlung und dem Bau neuer Wohnhäuser zum Opfer. Gleichzeitig nahmen das bis dahin bescheidene ländliche Handwerk sowie Handel und Gewerbe einen Aufschwung. Dieser Wandel im Ortsbild von etwa 1875 bis 1903 zeigt sich auch in diesem Buch 'Porz in alten Ansichten'.

Als erster Fotograf des Raumes Porz läßt sich Fritz Schneider in Wahnheide (etwa 1885-1910) nachweisen. Sein Atelier wurde durch die Witwe (so noch 1913) weitergeführt. Auf Schneider folgten in Wahnheide die Brüder August Lichius (gestorben am 8. März 1969) und Emil Lichius (gestorben am 7. Dezember 1974). Neben diesen Berufsfotografen seien hier noch genannt die Laien Rudolf Gantenberg (gestorben am 29. Juni 1976) und Theodor Hansen (gestorben am 28. April 1969) aus Porz sowie Heinrich Schildgen aus Langel (1901 und folgende Jahre). Sie und der Hoffotograf Karl Scholz aus Deutz (etwa 1909-1918) sowie einige andere Fotografen, die vor allem aus Köln kamen, haben in vielfältigen Bildern alte Ortsansichten, Menschen und wichtige Ereignisse ihrer Zeit festgehalten. Ihnen gilt dafür an dieser Stelle herzlicher Dank. Zu danken aber ist auch den verschiedenen Stiftern und Leihgebern von alten Ansichten, die ich seit 1960 im Stadtarchiv Porz gesammelt und hier dargeboten habe. Es ist leider nicht möglich, die Namen aller Fotografen, Stifter und Leihgeber von Bildern einzeln aufzuführen.

Fiir die Bildbeschriftung wurden hauptsächlicb folgende Darstellungen benutzt:

1. Unser Porz, Beiträge zur Geschichte von Amt und Stadt Porz, Hefte 1-16, herausgegeben vom Heimatverein Porz e.V. in Verbindung mit dem Stadrarehiv Porz.

Porz 1960-1974.

2. Rechtsrheinisches Köln, Jahrbuch für Geschichte und Landeskunde, Bände 1-2, herausgegeben vom Heirnatverein Porz e.V. und anderen rechtsrheinischen Kölner Heimatvereinen,

Köln-Porz 1975 und 1976.

1. Das Luftbild aus dem Jahre 19281äßt die Lage von Porz am Rhein erkennen, der bis zur Eingerneindung in die benachbarte Großstadt Köln mit Wirkung vorn 1. Januar 1975 die zwölf Kilometer lange Porzer Stadtgrenze im Westen gebildet hat. Über die Elektro-Isolier-Fabrik Meirowsky & Cie (jetzt FeIten & Guilleaume, Dielektra AG) im Vordergrund und die Anlagen des am 19. November 1874 eröffneten Bahnhofs Porz-Urbach an der Eisenbahnlinie Mülheim-Troisdorf schweift der Bliek über die Spiegelglaswerke Germania (seit 1977 Vereinigte Glaswerke GmbH, Werk Porz) und die Gewerkschaft Carl-Otto am Rosenhügel bis links oben nach Niederzündorf mit der Groov.

2. Die Geselligkeit wurde im Rheinland und so auch in Porz seit eh und je besonders stark gepflegt. Auf diesem Bild von etwa 1890 sieht man die sogenannten Honoratioren des alten Porz. Von links nach rechts stehen der Gastwirt Andreas Schrnitz vom 'Kölner Hof', Christian Lengsholz, Heinrichs und der Gastwirt Christian Hackenbroich. Vor ihnen sitzen der Gutsbesitzer und langjährige Beigeordnete der Bürgermeisterei Heumar Christian Keusch (gestorben 1913), der Gerber Heinrich Bennauer, Josef Lengsholz, H. Heinrichs und der bekannte Gemeinderentmeister Jakob Bennauer. In Jakob Bennauers Haus (Hauptstraße 380-382) waren die Gemeindekasse und die Zweigstelle der Kreissparkasse Mülheim untergebracht.

3. Im 19. Jahrhundert wurden die Bürgermeistereien Heumar (1928 umbenannt in POTZ) und Wahn, die 1929 zu einer Gemeinde Porz vereinigt wurden, überwiegend durch Gutsbesitzer verwaltet. Das schnelle Wachstum von POTZ erforderte aber seit etwa 1890 gemeindeeigene Räume in einem Haus an der Uferstraße (jetzt Friedrich-Ebert-Ufer 76). Von hier verzog die Bürgermeistereiverwaltung am 1. Juli 1907, also zur Zeit des Bürgermeisters Rudolf Lütz, in die 'Villa Bellona' , jetzt Hauptstraße 315 (Stadtbücherei). Mit Ausnahme des Bürgermeisters stehen hier vor dem Eingang der Gehilfe Matthias Fuchs, der Sekretär Willi Gaßner, der Supernumerar Arnscheid, der Polizeihauptwachtmeister Müller und der Gehilfe Engelbert Mundorf.

r-vèra. nda.

4. Vor dem Ersten Weltkrieg unternahmen Bürger der benachbarten Großstadt Köln gern sogenannte Kaffee-Fahrten auf Schiffen nach dem südostwärts gelegenen Porz. Bevor am Porzer Rheinufer am 25. September 1907die erste Schiffsanlegebrücke eingeweiht werden konnte, war Porz aber nur eine Kahnstation. Auf der Höhe der Bahnhofstraße und der Gastwirtschaft Schmitz (hernach Hotel 'Kölner Hof') gab es je eine Ufereinbuchtung für Kähne, die die Reisenden zwischen den Schiffen und dem Ufer beförderten. Von der Veranda des Gasthauses grüßte 'zeitgemäß' die schwarzweißrote Fahne.

5. Die durch die Bürgerrneistereiverwaltung in Porz 1907 bezogene 'Villa Bellona' reichte für eine endgültige Unterbringung nicht aus; denn die Bevölkerung der Gemeinde wuchs sehr stark. Mit der Industrialisierung von Porz seit 1875 nahm auch das Selbstbewußtsein des Bürgerrneisters und des Gemeinderates zu. Beide wünschten ein Rathaus, das 1910 gebaut wurde. Die vor diesem Rathaus auf dem heutigen Friedrich-Ebert-Ufer piekenden Hühner zeugen vom damals noch sehr geringen Autoverkehr. Kleine, alte Häuser im Hintergrund werden vom Treppengiebel des ehemaligen Hotels 'Porzer Hof überragt.

6. Vor dem Ersten Weltkrieg sah das heutige Friedrich-Ebert-Ufer nördlich der Bahnhofstraßeneinbiegung so aus. Ungestört von Autoverkehr, konnten sich die Bewohner noch gemütlich auf der Straße bewegen. Lange Kleider der Frauen und Kittel der Kinder waren üblich. Keine Frau scheute sich, mit der Schürze auszugehen. Obendrein waren auch Einkaufskörbe noch groß in Mode. In heller Arbeitskleidung sieht man als zweiten von rechts den Gastwirt und Bäcker Wilhelm Knott, der sich vielleicht eine Verschnaufpause bei der Arbeit gönnt oder aber nach Kundschaft ausschaut,

7. Das Haus Knott (jetzt Friedrich-Ebert-Ufer 52) besaß auch etwa 1905 schon seine Bedeutung für den Ort Porz. In ihm waren Bäckerei, Gastwirtschaft und Handlung vereinigt. Die Gastwirtschaft erfreute sich nicht nur des Zuspruchs der Porzer, sondern ebenfalls des Besuchs der Schiffsreisenden. Die Lampe über der Tür sorgte dafür, daß durstige Gäste den Eingang an dunklen Tagen nicht verfehlten. Vor dem Hause Knott stehen der kleine Adolf Schlimbach (geboren Porz am 23. August 1900) und sein Vater Arnold Schlimbach. Es folgen zwei Bedienstete der Eisenbahn, deren einer seine lange Pfeife genußvoll raucht, ferner der Inhaber Wilhelm Knott, Malehen Scharfenstein, eine Hausangestellte und ein Geselle.

8. Ein allgemein bekannter und beliebter praktischer Arzt war Dr. med, Robert Schnütgen (gestorben Porz am 6. August 1952). Er stammte aus Attendorn im Sauerland. Seine Arztpraxis eröffnete er 1896 im benachbarten Niederzündorf, verlegte sie aber bereits Mitte 1899 nach Porz, und zwar in das Gasthaus 'Porzer Hof'. Bald jedoch ließ er für sich und seine Familie ein eigenes Haus erbauen, das bis 1977 in der Hauptstraße (zuletzt unter Nummer 377) zu sehen war. In dem zur Straße gekehrten Giebel der schmucken Arztvilla las man '1903 SALVE'. Nach des Arztes berühmtem Onkel, dem Domkapitular und Kunstsammler Alexander Schnütgen, wurde das Schnütgen-Museum der Stadt Köln benannt.

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