Porz in alten Ansichten

Porz in alten Ansichten

Auteur
:   Jürgen Huck
Gemeente
:   Porz
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1725-8
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Porz in alten Ansichten'

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9. Die Industrialisierung des alten Rheinortes Porz seit dem Jahre 1875 hatte auch eine große Umschichtung der fast ausschließlich landwirtschaftlich ausgerichteten Bevölkerung zur Folge. Ungeachtet der Vorherrschaft der Zentrumspartei und polizeilicher Überwachung, breitete die Sozialdemokratische Partei sich unter den Fabrikarbeitern aus. Während die Zentrumspartei bis zum 5. März 1933 bei allen Wahlen des Raumes Porz die absolute Mehrheit errang, konnte die SPD bei den Wahlen von 1890 bis 1932 im Regelfall den zweiten Platz behaupten. Die SPD weitete ihren Einfluß auf die Arbeiter aus durch ihr nahestehende Vereine wie der Volksbildungsverein Porz. Einen seiner Ausflüge überliefert dieses Bild.

10. Die Porzer Katholiken gehörten jahrhundertelang zur Nachbarpfarrei St. Bartholomäus in Urbach und feierten erst im Jahre 1909 ihre Pfarrerhebung. Wo sich an der Bahnhofstraße/Ecke Hauptstraße seit 1887 der 'Panneschobben' der Dampf-Falz-Ziegelfabrik Heinrichs & Cie befunden hatte, war für die Porzer Katholiken von 1901-1911 eine Notkirche eingerichtet worden. Seit etwa 1904 wurde die heutige Bahnhofstraße abends mit Hilfe von Gaslaternen beleuchtet. Die Straße besaß noch keine Decke für modernen Autoverkehr, wurde aber schon mit Fahrrädern befahren.

11. In der katholischen Notkirche zu Porz wurde die erste heilige Messe am 9. November 1901 und die letzte am 15. Mai 1911 gefeiert. Die Notkriche war in ihrem Innern gut und liebevoll ausgestattet worden. Es gab neben dem Hauptaltar auch zwei Nebenaltäre und sogar eine Kanzel, So war dieses kleine Gotteshaus bestens geeignet, seine Besucher andächtig zu stimmen. Das bringt auch dieses Bild seines Innern zum Ausdruck. Zwei Porzer Mädchen knien in einer Bank und beten. Die Notkirche wurde offenbar durch Gasbeleuchtung erhellt.

12. Im Januar 1906 bewegte sich dieser Trauerzug mit einem von Pferden gezogenen Leichenwagen aus der südlichen Hauptstraße in die ostwärtige Bahnhofstraße, die jetzt eine Fußgängerzone bildet. Rechts im Bild befand sich damals ein bescheidenes, kleines Häuschen, wo jetzt die Radiofirma Metzger ihren Sitz hat. Auf der südlichen Straßenecke stand damals eines von sechs Heiligenhäuschen, die hier und auch sonst noch am Wege nach der für Porz zuständigen katholischen Pfarrkirche St. Bartholornäus in Urbach eingerichtet worden waren.

13. Auf der nördlichen Ecke der Bahnhofstraße mit der Hauptstraße, also auf dem Platz der vorherigen Notkirche, wurde die jetzige katholische Pfarrkirche St. Josef erbaut. Der Grundstein für die Kirche wurde am 3. Dezember 1911 gelegt. Das Gotteshaus konnte am 8. September 1912 geweiht werden. Als dieses Bild entstand, war der Rohbau der Kirche fast vollendet. Vorn links erkennt man die Häuser von Reinartz und vorn Bäcker Knott (jetzt Bahnhofstraße 26 und 24). Westlich davon stand bis zum Jahre 1928, als die heutige Drogerie Scholz hier erbaut wurde, das Jakobs 'Hüsge' zum Teil in der Fahrbahn.

14. Die 1899 gegründeten Spiegelglaswerke Germania AG, ein Tochterunternehmen der Société Anonyme des Glaces Nationales Belges in Saint-Roch-Auvelais, konnte sich in Porz bis zur Gegenwart behaupten. Im Bildvordergrund rechts sieht man eine kleine Siedlung, die liebevoll als 'Möckeburg' bezeichnet wurde. Am Ende der durch die Siedlung führenden kurzen Stichstraße bemerkt man die Lutherkapelle, das erste Gotteshaus von evangelischen Porzem, aus dem Jahre 1883. Über den oberen Bildrand hin zieht sich die Eisenbahnlinie von Köln nach Troisdorf. Dahinter, also weiter ostwärts, stehen Gebäude der Elektro-Isolierfabrik Meirowsky & Cie.

15. Die ersten Facharbeiter der Spiegelglaswerke Germania AG stammten aus Belgien. Ihre Kinder besuchten bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges eine werkseigene Schule, an der zeitweise auch Christine Teusch, die nachmalige Kultusministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, unterrichtete. Im allgemeinen haben die belgischen Familien in Porz festen Fuß gefaßt. Sie sind zu Porzer Familien geworden, die sich gleich anderen alten Porzer Familien an dem Leben der katholischen Pfarrei und in den Ortsvereinen betätigen. Der damalige Belgier Hubert Gregoire und seine Braut Maria Doutrelepont, die hier mit der Hochzeitsgesellschaft zu sehen sind, wurden zu Porz am 28. Juli 1902 getraut.

16. Mit der Industrialisierung von Porz (1875 und folgende Jahre) nahm auch die Zahl der Handwerksbetriebe zu. Der aus Rösrath gebürtige Karl Hermanns (gestorben Porz im Jahre 1946)gründete 1901 in Porz eine Stellmacherei. Im Jahre 1906 konnte er an der Hauptstraße (jetzt Nummer 405) sein neues Wohnhaus mit Werkstätte beziehen. Karl Hermanns war langjähriger Vorsitzender vom 'Verein selbständiger Handwerksmeister Porz' und als Vertreter der Zentrumspartei im Gemeinderat in Porz (1919-1933). Unter seinem Sohn Wilhelm, der in der Mitte des Bildes von 1910 vor ihm steht, entwickelte sich aus der Stellmacherei eine weltweit bekannte Fabrik für Fahrzeuge und Staubfördertechnik.

17. Zu den großen Unternehmen gehörten auch die Rheinischen Portland-Zernentwerke Köln in Porz. Diese Firma wurde etwa 1899 gegründet; denn in diesem Jahre bewilligte der Gemeinderat der Firma eine Unterführung unter der Kölner Straße nach dem Rheinufer, wo sich eine Ladestelle der Firma befand. Seit 1919 lautete die Firmenbezeichnung 'Rhenania Phosphatwerk Porz zur Herstellung von Düngemitteln', 1924 wurde die Firma wegen Unwirtschaftlichkeit stillgelegt und schließlich vom August 1929 bis Januar 1930 abgebrochen. Bis dahin galten die acht Schornsteine des Phosphatwerks als Wahrzeichen von Porz. Auf dem ehemaligen Werksgelände wurde 1967 das Krankenhaus Porz gebaut.

18. Dr. med. Georg Hollstein (gestorben 1933) war gebürtig aus Bremen und wurde 1892 zunächst Werksarzt der Gewerkschaft Carl-Otto (Adelenhütte) in Zündorf. Danach ließ er sich als erster Arzt in Porz nieder. Hollstein wirkte zwischen Köln-Poll und Rheidt und mußte rnit einem Nachen häufig nach Sürth und Weiß. Auf dem Landwege besuchte er seine Kranken anfangs zu Pferde und hernach mit Pferd und Wagen, seit 1907 aber mit dem von ihm selbst gesteuerten ersten Automobil in Porz. 1916 wurde Dr. Hollstein zum Sanitätsrat ernannt.

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