Porz in alten Ansichten

Porz in alten Ansichten

Auteur
:   Jürgen Huck
Gemeente
:   Porz
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1725-8
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Porz in alten Ansichten'

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19. Seit der Inbetriebnahme der Eisenbahnstation Porz-Urbach an der Eisenbahnlinie MülheimTroisdorf (1874) bedeutete die Eröffnung der Straßenbahnlinie Köln-Porz am 15. April 1909 das zweite wichtige verkehrsgeschichtliche Ortsereignis. Am Vortage stellten sich die Ehrengäste, die mit der Straßenbahn aus Köln eingetroffen waren, vor dem neuen Betriebsbahnhof der Straßenbahn in Porz zu einem Erinnerungsbild auf. Zu den Ehrengästen zählten unter anderen der Kölner Oberbürgermeister Wallraf, Landrat von Schlechtendahl aus Mülheim, Bürgerrneister Rudolf Lütz (am linken Bildrand) aus Porz sowie kein geringerer als der Kölner Beigeordnete und spätere Oberbürgermeister und sodann erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland DI. Konrad Adenauer (gestorben 1967).

20. Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Porz vom 15. Mai 1906 bedeutete nur eine neue Organisationsform; denn Feuerschutz war seit eh und je notwendig gewesen, vor allem in der Zeit, als die Dächer noch mit Stroh gedeckt wurden. Für die Bürger von Porz, vor allem auch für die Handwerker, war es eine Ehrensache, in der Freiwilligen Feuerwehr Porz mitzumachen. Stolz stellten sich die Feuerwehrmänner 1910 zu diesem Bild vor der katholischen Volksschule in Porz an der Hauptstraße (jetzt nördlich von Haus Nummer 430) auf. Das Spritzenhaus war im Zuge der Schulerweiterung 1891 entstanden. Beachtlich erscheint die Ausrüstung der Wehr mit Feuerwehrleiter, Spritzen, Schläuchen und Saugrohren sowie mit Signalhörnern und Trommeln.

21. Die in diesern Bild zu sehenden Häuser fielen in unserer Zeit der Stadtkernerneuerung von Porz zum Opfer. Die schmucken Bäume hatten schon früher dem Verkehr auf der Hauptstraße weichen müssen. Sieht man von Hackenbroichs Gastwirtschaft (teils im linken Bildrand) ab, die im 19. Jahrhundert entstanden war, so wurden die benachbarten Häuser der Hauptstraße (nördlich der Pfarrkirche St. Josef) und also auch die Rathausdrogerie von Hugo Körber erst in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg erbaut. Vor der Drogerie stehen Schüler der 1908 gegründeten Höheren Schule Porz mit ihren bunten Schülermützen.

22. Zur Zeit des Zweiten Deutschen Reiches waren die jährlichen Kaisergeburtstagsfeiern allgemein üblich. Der Geburtstag von Kaiser Wilhelm Il, wurde, ungeachtet des Kriegszustandes, würdig gefeiert und im Bild festgehalten. Im Verwaltungsgebäude der Spiegelglaswerke Germania, in dem ein Vereinslazarett des Deutschen Roten Kreuzes eingerichtet worden war, fanden sich zu dieser Feier im Jahre 1915 auch die örtlichen Geistlichen beider Bekenntnisse, Ärzte und der Direktor Reisen als Hausherr ein, um den Tag gemeinsam mit den Soldaten und ihrem Pflegepersonal festlich zu begehen.

23. Der Erste Weltkrieg verlangte auch den Porzern manches Opfer ab. Alt und Jung wurden vielfältig zum Kriegseinsatz herangezogen. Man denke nur an das Ährenlesen auf den Feldern, um die Ernährung zu sichern. Vom obigen Bild könnte man mit den Worten eines Dichters sagen: 'Urahne, Großmutter, Mutter und Kind' zum Bearbeiten von Bohnen versammelt sind! Infolge von Einberufungen der Männer zum Kriegsdienst waren 1916 in der Firma 'Vereinigte Konserven- u. Weinessigfabriken vorm. Georg & Josef Seidel GmbH, Porz bei Köln und Finthen bei Mainz' viele Hände erforderlich, um die geernteten Bohnen einzumachen. Auf dem ehemaligen Firmengelände befand sich später die Firma Himmelreich. Heutzutage sieht man hier das Kaufhaus Karstadt und den Friedrich-Ebert-Platz.

24. Nach französischem Vorbild waren in Berlin und München im Jahre 1905 Mütterberatungsstellen eingerichtet worden. Von der Kleinkinderfürsorge wurde schließlich auch der Raum Porz erfaßt, wie dieses Bild vom 15. Mai 1918 beweist. Die ärztliche Untersuchung der Kleinkinder fand in einem K1assenraum der katholischen Volksschule in Porz statt. Ältere Betrachter werden angesichts der großen, langen Schulbänke an ihre eigene Volksschulzeit zurückdenken. Außer einer Rechenmaschine und zweier Tafeln enthielt der Raum zu seinem Schmuck noch auf der Wand hinter dem Lehrerpult ein Kruzifix, zu dessen beiden Seiten die Bilder von Kaiser Wilhelm 1. und Kaiser Wilhelm H. aufgehängt worden waren.

25. Nachdem Porz 1903 in Ernst Mühlendyck den ersten evangelischen Geistlichen erhalten hatte, wurde im folgenden Jahre auch eine einklassige evangelische Volksschule eingerichtet. Bereits am 4. Januar 1905 konnte das neue Schulgebäude (Mühlenstraße 4) eingeweiht werden. Zu den ersten Lehrern der Schule gehörte seit 1909 der in Porz noch lebende Rektor a.D, Fritz Diebschlag. Da Schulausflüge in die nähere Umgebung von Porz damals gebräuchlich waren, wanderte Diebschlag 1919 mit seinen Schülern in die sogenannte Maikammer, die im Königsforst liegt, ostwärts vom Rittersitz Leidenhausen. Die Schüler trugen gern einen Matrosenanzug, und die Mädchen hatten natürlich für die Mutter einen Strauß gepflückt.

26. Die am Rhein gelegenen Orte des Raumes Porz lebten einst zu einem guten Teil vom Fischfang im Rhein, dessen Wasser noch nicht durch Abwässer verdorben worden war. So boten die Aalschocker auf dem Rhein für die Einwohner von Porz und Umgebung früher ein vertrautes Bild. Die allgemeine Verschrnutzung des Rheinwassers infolge der Industrialisierung und des Abführens von ungeklärten Abwässern machte den Genuß von Fischen bereits vor dem Zweiten Weltkrieg unmöglich und ließ den Beruf des Rheinfischers folglich zum Erliegen kommen. Seitdem sind die Fischerboote am Porzer Rhein-Bogen verschwunden.

27. Einen nicht alltäglichen Anblick gab es für die Porzer am 16. September 1929, als die Firma Grün & Bilfinger AG aus Köln unterhalb vom Rheinkran der Spiegelglaswerke Germania AG ein Abwässerrohr in den Rhein legte. Als Porz nach dem Zweiten Weltkrieg stark wuchs, wiederholte sich der Vorgang in Verbindung mit der Kanalisation neuer Stadtteile und dem Bau von Kläranlagen. Auf dem obigen Bild erblickt man unterhalb des Baggers Paul eine einfache Bootsanlegestelle des Clubs für Wassersport, der noch keine eigene Unterkunft besaß und sich deshalb im Hotel 'Lindenhof" einquartiert hatte.

28. Es zeugt vom guten Geist der Porzer Bevölkerung, daß sich hier, ungeachtet der Not der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, 1922 eine Sanitätskolonne des Deutschen Roten Kreuzes bildete, nachdem Ansätze dazu vor dem Kriege nicht hatten ausgebaut werden können. Wie dieses Bild beweist, das etwa 1926 vor der katholischen Volksschule in Porz aufgenommen worden ist, entwickelte sich die Kolonne auch zahlenmäßig gut. Sie war mit der notwendigsten Ausrüstung versehen. Der Gemeinderat in Porz überließ der Kolonne 1923 den fahrbaren Krankenwagen der Gemeinde, so daß das Rote Kreuz bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg alle Krankentransporte in der Gemeinde Porz besorgte.

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