Porz in alten Ansichten

Porz in alten Ansichten

Auteur
:   Jürgen Huck
Gemeente
:   Porz
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1725-8
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Porz in alten Ansichten'

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69. Ein Schlagbaum, der ursprünglich als Grengel bezeichnet wurde, und ein Wildzaun trennten einst die Ackerfluren der Dörfer des Raumes Porz gegen die ostwärts gelegene Heide ab. Die heutige Porzer Siedlung Grengel, die in den Gemarkungen Urbach und Elsdorf gelegen ist, empfing so ihren Namen. Im 19. Jahrhundert zählte man im Urbacher Grengel nur sechs Häuser, Eine dichte Besiedlung entstand erst seit 1949. Beliebte Ausflugsziele waren hier seit 1907 die Gastwirtschaft des Privatförsters Arnold von Franken (jetzt Grengeler Mauspfad 190) und gegenüber die oben zu sehende Gastwirtschaft Jakob Diegel, die jetzt baulich verändert ist und Hotel 'Irn Kupferhut' (Waldstraße 216) genannt wird.

70. Der Turmunterbau der hier zu sehenden katholischen Pfarrkirche St. Ägidius zu Wahn stammte wohl noch aus dem 11. Jahrhundert. Die Wahner Schloßherrin Agnes Freifrau von Zweiffel war auch Patronatsherrin und ließ die Kirche im Jahre 1659 durch den italienischen Baumeister Antonio Pedrini an Stelle einer älteren erbauen. Blitzstrahl und Orkan zerstörten den Zwiebelhelm samt Laterne des Turms am 17. Juni 1884. Nach den worten des Pfarrers Fersch (gestorben 1893) war der Turm fortan ein Torso und 'schrie aller Welt die Notwendigkeit eines Neubaues zu'. 1893 wurde die alte Kirche abgebrochen. Die jetzige wurde am Pfingstmontag 1895 eingesegnet.

71. Wenn man sich um die Jahrhundertwende dem Orte Wahn von Osten, also aus Richtung Wahner Heide, näherte, bot sich den Augen dieser Bliek dar. Im Vordergrund sieht man auf die ehemalige Wahner Viehtrift, über die bis in das 19. Jahrhundert hinein das Wahner Vieh auf die Heide getrieben wurde. Nach den ersten Häusern links erreichte man damals das St.-Josefs-Krankenhaus mit seinem hohen Dach. Es war auf Veranlassung des Wahner Schloßherrn Clemens Freiherr von Eltz-Rübenach 1858 gegründet, mit Schwestern vom Orden der armen Dienstmägde Christi besetzt und durch diese 1896 neugebaut worden. Den gesamten Ort überragte die heutige neugotische Kirche St. Ägidius.

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72. Die Ansicht von 1908 zeigt Wahns ehemalige Hauptmerkmale. Der Hinweis des Wahner Schloßherrn auf die Erfordernisse des Militärs auf der Wahner Heide hatte den preußischen Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeit veran1aßt, den ersten Bahnhof des Raumes Porz 1859 bei Wahn und nicht zwischen den Dörfern Porz und Urbach zu erbauen, wodurch sich die Industrialisierung am Porzer Rheinbogen verzögerte. Weiter sieht man die 1896 geweihte Pfarrkirche St. Ägidius und das um 1759 auf Veranlassung des Ferdinand Grafen von Schall an Stelle der zuvor abgebrochenen Burg erbaute Rokokoschloß Wahn. Der alte Krausbaum am Friedhof, aus dem der Sage nach die Wahner Kinder gekommen waren, mußte 1938 aus Sicherheitsgriinden gesprengt werden.

73. Im Jahre 1820 hatte Freiin von Heereman zu Zuydtwyck, die Erbin von Schloß Wahn, ihren Vetter Clemens Freiherr von Eltz-Rübenach geheiratet. Beider Enkel Paul Freiherr von Eltz-Rübenach (gestorben 1943) wurde als Sohn des, Kuno Freiherrn von EltzRübenach und dessen zweiter Gemahlin Hugoline Gräfin zu Eltz am 9. Februar 1875 in Schloß Wahn geboren. Als nachgeborener Sohn studierte er das Maschinenbaufach und trat hemach in den Dienst der Eisenbahn. Unter den Reichskanzlern von Papen, von Schleicher und Hitler war er von 1932 bis 1937 Reichspost- und Reichsverkehrsminister. Als 'Ritter ohne Furcht und Tadel' lehnte er wegen Unterdrückung der Kirchen das goldene Parteiabzeichen der NSDAP ab, das Hitler ihm am 30. Januar 1937 überreichen wollte.

74. In den Jahren 1878-1910 bestand in Wahn die Brauerei 'Zum Stern', die auf die Wahner Gastwirte Hamacher zurückging. 1882 heiratete Barbara Hamacher (gestorben 1892) den aus Hambach bei Jülich stammenden Wil helm Creischer (gestorben 1931). Er übernahm die Leitung der Brauerei und vergrößerte sie, indem er 1892 neue Gebäude errichtete, Doch im Jahre 1910 verlegte er die Brauerei endgültig nach Köln, wo sein Sohn Leo (gestorben 1969) sich als Obermedizina1rat der Stadt Köln und auch als Ruheständler besonders der im Leben gestrauchelten Mitmenschen annahm und unter der Bezeichnung Menschenfreund bekannt wurde. Das Brauereigelände erwarb die 1919 gegründete Firma Elektro-Isolier-Industrie Wilhelm Ruppert, die hier bis zum 31. März 1973 bestand.

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75. Der Verlag Reinicke & Rubin in Magdeburg ließ im Jahre 1907 treffliche Fotos von der Frankfurter Straße in Wahn fertigen. Hier erblickt man die Frankfurter Straße südlich der heutigen großen Straßenkreuzung. Links im Bild steht ein ansehnliches Fachwerkhaus, Die Felder zwischen den schwarz gestrichenen Balken sind geweißt, an den Fenstern sind die üblichen grünen Fensterladen angebracht, Stolz überragt der Turm der neugotischen katholischen Pfarrkirche St. Ägidius die kleineren Häuser. Der Autoverkehr hatte sich noch nicht breitgemacht. so daß an den Straßenrändern auch keine besonderen Gehwege erforderlich waren.

Wahn - frankfurter Strasse

76. Wenn man im Jahre 1907 von der heutigen großen Straßenkreuzung in der Ortsmitte von Wahn nach Süden schaute, erblickte man rechts zunächst das sogenannte Schatzbotengut, dessen Bezeichnung auf die Schatzboten des ehemals herzoglich bergisch Botenamtes Porz (= späteres Stadtgebiet Porz) zurückging. Aus Wahn amtierten als Schatzboten Peter Schmitz (so 1721), Johann Heinrich Schmitz (1746) und hernach noch Wilhelm Schmitz (1753-1775). Hinter dem Schatzbotengut befand sich bis vor wenigen Jahren noch das Gasthaus 'Zum Stern', dessen Name auf ehemaligen Besitz des Brauers Creischer hindeutete. Es folgte dann nach der katholischen Pfarrkirche St. Ägidius das bis 1910 benutzte Pfarrhaus.

77. Blickte man von der jetzigen großen Straßenkreuzung in Wahn im Jahre 1907 in die nördliche Frankfurter Straße, dann sah man vorn links die Metzgerei des Juden Leopold Meyer. In der Südhälfte des anschließenden Doppelhauses, das Barthel Giesen 1894 hatte bauen lassen, befand sich das 'Kaiserliche Postamt' (jetzt Frankfurter Straße 203). In Wahn hatte schon zumindest seit 1836 die erste Briefsammelstelle der Post für den Raum Porz bestanden. Um das Jahr 1850 gab es in Wahn die einzige Postexpedition zwischen Deutz und Siegburg. In der nördlichen Hälfte des Doppelhauses betrieb Barthel Giesen ein Lebensmittelgeschäft.

78. Heutzutage wird die Frankfurter Straße in Wahn stark befahren, wenn auch in den letzten Jahren durch die Flughafenautobahn eine Entlastung eingetreten ist. Im Jahre 1920, als dieses Bild entstand, war davon noch nichts zu spüren. Es fuhren erst so wenige Autos, daß in der Ortsmitte von Wahn, wo sich jetzt die große Straßenkreuzung befindet, wie auch früher schon Kirmesbuden aufgestellt werden konnten. An ihnen konnten Alt und Jung gemächlichen Schrittes vorbeigehen, Käufe tätigen oder sich in der Schiffschaukel vergnügen.

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