Porz in alten Ansichten

Porz in alten Ansichten

Auteur
:   Jürgen Huck
Gemeente
:   Porz
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1725-8
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Porz in alten Ansichten'

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79. Selbst in den Akten des Oberpräsidenten der früheren preußischen Rheinprovinz aus dem 19. Jahrhundert finden sich schon Klagen der Einwohner von Lind und des zuständigen Wahner Bürgermeisters über die gesundheitliche Gefährdung der Bevölkerung durch das benachbarte Linder Bruch. Infolgedessen wurde bereits damals die Entwässerung des Bruchs angestrebt, in dem man 1863 beim Torfabbau einen 4,85 Metern langen Einbaum fand, der wahrscheinlich der frühfränkischen Zeit entstammte. Die Trockenlegung des Linder Bruchs wurde erst 1925 verwirklicht, als die Kölner Firma Bauwens einen Kanal baute, der nach dem Rhein geführt wurde und auch für die Entwässerung der Wahner Heide und des Militärlagers genutzt werden konnte.

80. Eine Karte von 1748 im Burgarchiv Wahn zeigt schon den sagenumwobenen Krausbaum, eine Ulme. Sie stand an der Südwestecke des Wahner Friedhofs mit der Frankfurter Straße. Im Jahre 1938 war der Krausbaum so morsch, daß er eine ernsthafte Gefährdung des Verkehrs darstellte und zum Leidwesen aller Wahner gesprengt werden mußte. Die Erinnerung an ihn ist aber wachgeblieben, und zwar einmal durch das Gedicht 'Dä Wahne Krusbohm' aus der Feder von Barthel Giesen und zum andem durch die Bezeichnung 'Am Krausbaum' für den im Bild von etwa 1929 sichtbaren Weg, der hinter dem Baum in die Frankfurter Straße einmündete.

81. In diesem Bild sieht man Barthel Giesen, der in Schloß Wahn als Sohn von Karl Giesen (gestorben 1882), Rentmeister des Freiherrn von Eltz-Rübenach, geboren wurde. Durch die Herkunft seines Vaters aus einer alten Halfenfamilie des Raumes BergheimMondorf-Rheidt war auch Barthel Giesen ein heimatverbundener Mensch. Das äußerte sich nicht nur durch seine Betätigung in der Kommunalpolitik, sondern auch durch viele Gedichte, die er um 1928 unter dem Titel 'Freut Euch des Lebens' im Selbstverlag herausgab. Im Hauptberuf war Giesen aber Gastwirt und Kaufmann. Er starb zu Wahn im Jahre 1951 im Alter von 91 Jahren.

82. Die Bürgermeisterei Wahn war 1808 bei Auflösung des herzoglich bergischen Amtes Porz geschaffen worden. Im 19. Jahrhundert wurde sie mit der nördlich angrenzenden Bürgerrneisterei Heumar (seit 1928 Porz) zeitweise durch einen Bürgermeister verwaltet. Die allgemeine Not nach dem Ersten Weltkrieg und wirtschaftliche Schwierigkeiten der Bürgerrneisterei Wahn, die sich infolge des Erlöschens militärischen Lebens auf der Wahner Heide sowie durch die Stillegung der Gewerkschaft Catl-Otto in Zündorf und der Dynamitfabrik in Lind ergab, zwangen zur Vereinigung der Bürgermeistereien Wahn und Porz zu einer größeren Gemeinde Porz (1. Juli 1929). Vorher ließen sich Bürgermeister Bruno Oedekoven und seine Mitarbeiter im obigen Bild verewigen.

83. Die Scheuermühle am Westrand der Wahner Heide ist zuerst für das Jahr 1359 bezeugt. In den folgenden Jahrhunderten waren die jeweiligen Burgherren zu Wahn überwiegend auch Besitzer der Mühle. Umegelmäßige Wasserzufuhr durch den Scheuerbach veranlaßte Clemens Freiherr von EltzRübenach im Jahre 1852, die alte Mühle zu erneuern und auf Wasser und Dampfantrieb umzustellen. Die Eheleute Adolf Neu und Margareta, geborene Schmitz, die 1869-1899 Mühlenpächter waren, ließen sich mit ihren Kindern 1885 vor der Scheuermühle fotografieren. Im Zuge der Erweiterung des Schießplatzes auf der Wahner Heide erwarb der preußische Staat die Mühle 1914, deren Mahlbetrieb auf Anordnung der britischen Militärregierung 1949 eingestellt werden mußte.

84. Im Jahre 1817 fanden erstmals Übungen preußischer Truppen auf der Wahner Heide statt. Den ersten Übungsplatz, der rund 60 rheinische Morgen groß war, erwarb der preußische Staat im Jahre 1818. Der Platz mußte hernach immer wieder erweitert werden. Anfangs wurden die übenden Truppen in den umliegenden Orten einquartiert, die sich dadurch sehr belastet fühlten, und dann zum Teil in Zelten. Erst während des Deutsch-Französischen Krieges 1870-1871 wurden die Baracken in Mauerfachwerk errichtet. Das Barackenlager am Westrand der Wahner Heide hatte 1904 bereits eine große Ausdehnung erreicht, wie das Ballonluftbild beweist, Durch das Lager hindurch zog sich der alte Mauspfad. Im Südosten des Lagers lag die Scheuermühle, von der ein Weg nach Wahn fûhrte.

85. Die ganze Vielfalt des Schießplatzes auf der Wahner Heide macht diese Ansichtskarte von 1897 deutlich. Für die Truppentransporte von und nach der Wahner Heide, aber auch für Familienheimfahrten der einzelnen Soldaten war der 1859 eröffnete BahnhofWahn sehr wichtig. Als beachtenswert erschienen das gesamte Barackenlager, das Offizierskasino mit Brothütte, das Wohnhaus des Vorsitzenden der Schießplatzverwaltung, das Stabsgebäude mit Wasserturm, ein Fußartilleriegeschütz in Stellung und der dem Beobachten des Ubungsschießens dienende Turm am Grengel.

86. Die überörtliche Bedeutung des ständig gewachsenen Truppenübungsplatzes auf der Wahner Heide brachte es mit sich, daß nicht nur preußische Prinzen, sondern bald auch deutsche Fürsten und sogar Kaiser Wi1helm Il. die Truppen auf der Heide besichtigten und deren Übungen zusahen. Ein großer Tag für die Orte des Raumes Porz und für die Truppen auf der Heide war es, als Kaiser Wi1helm II. am 8. August 1906 persönlich erschien, um sich vom Ausbildungsstand der Soldaten zu überzeugen. Den Schluß des Besuches bildete eine große Parade in der Nähe des Militärlagers.

87. Vor dem Ersten Weltkrieg fanden auf der Wahner Heide vornehmlich die Schießübungen der Fußartillerie statt, aber auch Übungen anderer Waffengattungen wie Landwehr, Husaren, Dragoner, Kürassiere und Feldartillerie lassen sich hier nachweisen. Wenn die Heide nicht gerade wegen der Schießübungen gesperrt worden war, sammelten die Bewohner benachbarter Dörfer die Metallreste der Geschosse auf, ließen sich dafür von dem sogenannten Metallpachter bezahlen und verschafften sich somit eine gute Nebeneinnahme. Die Metallsammler nannte man Kugelsucher!

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88. Auf dieser Ansichtskarte, die etwa 1905 gefertigt sein mag, erblickt man wichtige Punkte des militärischen Bereichs auf der Wahner Heide. Seit 1901 sprach man nicht mehr vom Vorsitzenden der Schießplatzverwaltung, sondern vom Kommandanten, dessen Dienstwohnung an erster Stelle zu sehen ist. Eine Parkwache mit Schilderhaus für einen wachenden Soldaten und eine 'Badeanstalt' waren auch vorhanden. In Anbetracht der vielen übenden Truppen durften natürlich auch eine Generalsbaracke und eine Stabsbaracke nicht fehlen. Der Turm am Grengel diente nach wie vor für das Beobachten der Truppenübungen, und der Scheuerteich mit seiner Umgebung, heutzutage ein kleines Erholungsgebiet des Raumes Porz, mag damals schon die Soldaten in ihrer Freizeit etwas erfreut haben.

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