Potsdam in alten Ansichten Band 1

Potsdam in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Gustav Sichelschmidt
Gemeente
:   Potsdam
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4977-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Potsdam in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Die Berliner teilen ihre auffallende Vorliebe für das benachbarte Potsdam mit vielen Freunden der verhaltenen Schönheit der märkischen Landschaft. Sie genossen über lange Jahre hin sehr bewußt den Vorzug, dieses Juwel von einer Residenz zuletzt in einer nur halbstündigen S-Bahn-Fahrt erreichen zu können, und es gehörte zu ihren sicher nur ungern preisgegebenen Usancen, wenigstens einige Male im Jahr ihre sonntäglichen Exkursionen in dieses 'märkische Versailles' zu unternehrnen, dessen Attraktionen recht eigentlich nie ganz auszuschöpfen waren. Potsdam nahm unter den norddeutschen Städten in der Tat eine exzeptionelle Stellung ein. Eine von der Natur sichtlich bevorzugte Landschaft. eine Respekt gebietende Geschichte und ein hoher Kunstverstand der Regierenden haben sich auf diesem kulturträchtigen Boden, der in harter Arbeit dem märkischen Sand und Sumpf abgerungen wurde, zusammengefunden, um einen städtischen Organismus hervorzubringen, dessen Zauber die Besucher unwiderstehlich erlagen.

Den Hohenzollern ist das Verdienst nicht abzusprechen, im Laufe von zwei Jahrhunderten in weitem Bogen einen Kranz von Parks und Schlössern um diese Stadt gelegt zu haben, die dann nicht ohne Grund veritable Touristenströme aus aller Welt magnetisch anzog. Schließlich bot Pots dam dem Betrachter bis zum verheerenden Bombenangriff vom 14. April 1945 architektonische Kostbarkeiten, die bei aller Polyphonie im einzelnen doch harmonisch auf einen immer noch nachklingenden Akkord abgestimmt waren. Dieses Zentrum preußischer Geschichte , von einem durchaus musischen Stadtgeist geprägt, hat in der Tat zahlreichen genialen Baumeistern die Chance gebeten, ihre Imaginationen großzügig zu realisieren.

Das Ergebnis dieser exorbitanten Gestaltungskräfte war ein Stadtbild von distinguierten Kultiviertheit , das jedes Vorurteil von einem ominösen 'Geist von Potsdam' schlagend widerlegte. Das Gerede davon ist wie jede globale Schematisierung schlechterdings fahrlässig. Jedenfalls wird man in den Straßen Potsdams

vergeblich nach einem solchen Phantom suchen; man begegnet in ihnen viel eher einer altväterlichen Idyllik und einer oft bewunderten, von Holland geprägten Wohnkultur. Der subtile Kunstverstand und die unverbrauchte Energie dieser Kolonialbevölkerung haben einiges dazu beigetragen, dem Gesamtkunstwerk Potsdam einen Stellenwert zu verleihen, wie er ihn in unserer Kunstgeschichte kaum seinesgleichen hat. Potsdam ist nämlich entschieden mehr als eine havelländische Idylle oder ein Dorado touristischer Gourmands, die zu differenzieren verstehen. Es ist schlechthin ein Stück deutschen Schicksals, das mehr als nur nostalgische Empfindungen weckt.

Jean Paul zeigte sich von einem Besuch Potsdams dann auch so begeistert, daß er diese Siedlung vor den Toren der preußischen Metropole als 'die schönste Vorstadt Berlins' apostrophierte. Wenn heute auch Glanz und Glorie dieser Stadt nur noch Geschichte sind, so ist Potsdam für die Berliner dennoch ihre schönste Vorstadt geblieben. In ihrer verklärenden Erinnerung lebt das vornehme, nüchterne und sach-

liche Potsdam. in dem sich märkischer Geist so überzeugend inkarnierte, unvergeßlich weiter.

Diese Erinnerung entzündet sich immer wieder an Darstellungen der alten Stadt. Vor allem bieten Ansichtskarten des noch unzerstörten Potsdam, in dem sich vor dem Zweiten Weltkrieg immerhin noch sechshundert Häuser aus der friderizianischen Ära dem entzückten Auge des Besuchers präsentierten, authentisches Bildrnaterial, das es verdient, einer nur musealen Existenz entrissen zu werden. Sie sind unverfälschte Dokumente einer Zeit, der sich die Sympathie von Zeitgenossen, die in der Monotonie ihrer einfallslosen Reißbrettstädte zu verkümmern drohen, immer wieder zuwendet. Sie atmen förmlich Kunst und Geschichte und vermitteln noch etwas vom Hauch einer legendären Welt, der wir mit einem Teil unseres Herzens immer noch verfallen sind.

1. In Wälder und Parks eingebettet und von weiten Wasserflächen umgeben, bot das alte Potsdam mit seinen zahlreichen Kuppeln und Türmen, Zeugen einer künstlerisch hochkarätigen Architektur, in harrnonischern Zusammenklang von Natur und Kultur ein besonders attraktives Stadtbild ,

613 L. SaaUeld, Bcrlin S W Zij.

2. Die Lange Brücke überquerte die südwestliche Spitze der sechs Hektar großen Freundschaftsinsel, die aus neun kleinen Flußinseln der Havel entstand. Ihren Namen erhielt sie irn 19. Jahrhundert von einer auf ihr gelegenen Gaststätte 'Insel der Freundschaft'. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf der Insel von Karl Förster ein Scha u- und Lehrgarten angelegt.

3. Die 1886-1888 errichtete und bei Kriegsende gesprengte Lange Brücke, die Potsdam mit der Teltower Vorstadt verband, war die fünfte Brücke an dieser Stelle, die eine unter Schinkels Oberleitung in den Jahren 1823-1825 gebaute eiserne Brücke ersetzte. Auf der Brücke ließ Wilhelm 11. 1896 Soldatenfiguren aus Sandstein von Herter anbringen. Die Brücke wurde 1958-1961 durch eine neue ersetzt.

Potsdam

Kaiser Wilbelm-DenkmaJ

4. Auf der Freundschaftsinsel wurde im Jahre 1901 ein von der Provinz Brandenburg gestiftetes bronzenes Reiterdenkmal Kaiser Wilhelms 1. mit zahlreichen Reliefs, die Szenen aus dem Leben des Kaisers darstellen, von Herter errichtet.

5. Das Stadtschloß wurde in den Jahren von 1660 bis 1666 von de Chièze, Memhard und Nering in der Hufeisenform eines französischen Adelshotels erbaut, unter Friedrich 1. erweitert und erhielt durch Knobelsdorff 1744-1751 seine endgültige Gestalt. Kunsthistorisch bemerkenswert war das Fortunaportal, das de Bodt im Jahre 1701 in Anlehnung an englische Vorlagen schuf. Die Innenräume waren zum Teil prachtvoll ausgestaltet. Beim Bombenangriff vom 14. April 1945 schwer beschädigt, wurde das Schloß 1960 abgetragen.

Petsdam

j3ilischriflenlinde

6. Die Bittschriftenlinde stand vor dem Schloß mitten auf dem Fahrdamm. Hier vor dem Eekfenster des Königs stellten sich vormittags alle diejenigen an, die dem König Bittgesuche überreichen wollten, welche ein Lakai einzusammeln pflegte,

7. Der Lustgarten wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Art holländischer Gärten mit zahlreichen Statuen angelegt. Friedrich Wilhelm 1., der Soldatenkönig, ließ ihn zum Exerzierplatz für seine Riesengarde herrichten. Die südlichen Kolonnaden bestanden aus korinthischen Säulen, deren Zwischenfelder mit Flußgötter-Gruppen und Vasen ausgefüllt wurden.

Potsdam

Parade im Lustgarten Vorbeimarsch der Leib-Garde-Husaren

8. Im Lustgarten fand als glanzvollste Parade des Jahres die sogenannte Frühjahrsparade statt, bei der der Kaiser unter den Klängen des Präsentiermarsches die Front abritt. Trotz der relativ kleinen Fläche des Lustgartens brachten die Truppen es fertig, sich exerziermäßig zu bewegen.

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