Pottenstein in alten Ansichten

Pottenstein in alten Ansichten

Auteur
:   Peter Spätling
Gemeente
:   Pottenstein
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6144-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Pottenstein in alten Ansichten'

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Einleitung

In einem kleinen Reiseführer aus demjahre 1865, nur etwa ein halbes [ahrhundert nach der Entdeckung der Fränkischen Schweiz durch die Romantiker, kann man über Pottenstem folgendes lesen: 'Kaum ein Ort in der Muggendorfer Gegend hat eine interessantere Lage als Pottenstein. Das Schloß liegt auf einem sehr hohen, isolirten Kalkfelsen, hat zwei Eingänge über eine Brücke und durch eine Treppe vom Orte hinauf, welche 365 Stufen hat. Das Städtchen selbst, in einen tiefen Felsenkessel eingezwängt, wird von der Püttlach durchschnitten. Im Kreuzungspunkte von 4 Thälern gelegen, bieten diese die gewiß seltene Gelegenheit, daß man - obgleich noch rnitten im Gebirge - 4 verschiedene Richtungen hin stundenlang durchwandern kann, ohne einen Berg besteigen zu müssen. Die Täler selbst bieten so viel Schönes und Malerisches, daß der Naturfreund gewiß sich völlig befriediget fühlet, wenn er einige Tage der Betrachtung derselben gewidmet hat.' (Gösweinstein und die fränkische Schweiz, Bamberg 1865.)

Diese Beschreibung trifft im Kern noch heute zu, und dem letzten Rat sind wohl in der Zwischenzeit Tausende von Touristen gefolgt, haben die Reize der Landschaft zur Entspannung gesucht und vor allem auch durch das fränkisch gastronomische Angebot eine Ablenkung vom Alltag hier in Pottenstem gefunden. Ein verstärkterTouristenzustrom setzte aber erst rnit der Massenmotorisierung Mitte dieses Iahrhunderts ein. Dadurch

wurde das Städtchen Pottenstein mehr als in den jahrhunderten davor verändert.

Dabei ist Pottenstem eine recht alte Ansiedlung in der Fränkischen Schweiz. Von vorgeschichtlicher Besiedlung einmal abgesehen, war die Geschichte der Stadt immer eng mit den Schicksalen der Burg verbunden, von der sie auch den Namen erhielt, Denn diese wurde vom Pfalzgrafen Botho von Kärnten gegründet. Zusammen mit der Burg kam dann die Stadt um 1108 zum Bistum Bamberg. Das Stadtrecht erhielt Pottenstein zu Beginn des 14. [ahrhunderts, als es auch Sitz eines Amtes wurde. Im Laufe seiner Geschichte wurde die Stadt mehrfach geplündert und auch von verheerenden Branden heimgesucht, letztmals im [ahre 1736. Nach der Säkularisation wurde Pattenstein Sitz eines Landgerichts und erhielt 1876 auch ein Rentamt. Das Bezirksamt hatte 1862 allerdings Pegnitz bekommen, weshalb man bis zur Gebietsreform in den siebziger [ahren zum Landkreis Pegnitz gehörte. Durch diese Gebietsreform wurde Pottenstein dem Landkreis Bayreuth zugeschlagen, bekam dafür aber eine ganze Reihe kleinerer Dörfer und Gemeinden zum Stadtgebiet eingemeindet. Die Veränderungen in diesen Iahren waren fundamental, auch was das Ortsbild anbetrifft. Die zunehmende Motorisierung der Menschen machte immer wieder einen weiteren Ausbau des Straßennetzes erforderlich. Aus einstigen Fuhrwegen wurden breite Bundesstraßen, auf denen sich an man-

chen Sonn- und Feiertagen Touristen und Naherholer in endlosen Blechkarawanen zu den Sehenswürdigkeiten der Fränkischen Schweiz drängen, von denen etliche der bekarmtesten um Pottenstein herurn liegen. Viele Menschen aus den nahegelegenen Großstädten suchen an den Wochenenden hier Erholung vom Streß des Alltags. Diesen neuen Anforderungen mußten sich auch die Dienstleistungsunternehmen, insbesondere die Gastronomie und Übernachtungsbranche, stellen und ihr Angebot entsprechend verbessern und erweitern.

Dies geschah mitunter in so rascher, geradezu umwälzender Weise, daß es in dieser schnellebigen Zeit erforderlich schien, Vertrautes, Liebgewonnenes und Historisches der vergangenen Zeiten dokumentarisch festzuhalten, bevor das Andenken daran völlig verschwindet. Einen kleinen Beitrag dazu soll dieses Büchlein aus unserer engeren Heimat dazu beitragen. Der Stadt Pottenstein fühle ich mich, Peter Spätling, in besonderer Weise verbunden, denn der Großvater war Schmied in Tüchersfeld und der Vater betrieb das erste Kino in der alten Schloßberghalle nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihnen, die mir bei der Erstellung dieser Dokumentation nicht mehr helfen konnten, soll dieses Büchlein in besondererWeise gewidmet sein. Bernhard Lang, gebürtiger Pottensteiner, der sich seit Jugendzeit mit Heimargeschichte und der heimisehen Pflanzenwelt befaßt, hat nicht nur Informationen geliefert, sondern auch etliche Bilder aus seiner

Heimatsammlung beigesteuert. Dank gebührt aber auch all jenen, die mit Auskünfien zu manchen Bildern zum Entstehen beigetragen haben.

Das Titelbild ist eine Lithographie-Postkarte aus dem [ahre 1898 und zeigt symbolisch vieles, was für den Fremdenverkehr auch heute noch wichtig ist: Die Tallage am Kreuzungspunkt mehrerer Flüßchen, das FelsendorfTüchersfeld mit dem Judenhof, der heute das zentrale Museum der Fränkischen Schweiz beherbergt, und ein Beispiel für die Gastronomie mitTradition ist, alles lieblich umrahmt mit romantischer Ornamentik.

Möge dieses Büchlein für die einen nette Erinnerung sein, den anderen Mahnung, historisch gewachseneTraditionen bewahren zu helfen.

Peter Spätling, Bernhord Lang

Zu Beginn des 19. Iahrhunderts war die Frankische Schweiz Inbegriff der Romantik. Als Entdeckungsjahr wird allgemein das Iahr 1793 betrachter, als die beiden Studenten LudwigTieck und Heinrich Wi1helm Wackenroder diese Gegend bereisten und in Briefen den Eltern berichteten, daß sie 'eine Gegend, die zu tausend Schwärmereien einladet' erlebten. Was die beiden mit Worten ausdrückten, hielt der Zeichner Ludwig Richter im Bild fest, als er 1837 aus Sachsen kommend das bayerische Franken besuchte. Diesen romantisierten Stahlstich fertigte Henry Winkles nach einer Zeichnung von Ludwig Richter um 1840 an.

Pottenstein In der fränkischen Schweiz

2 Ursprünglich zeichnete C. Käppel diese Pottensteiner Ansicht um 1830, die dann zu Bèginn dieses [ahrhunderts von der Firma Georg Henkelmann in Pottenstem alsAnsichtskarte gedruckt wurde. Auf die Entstehungszeit kann man auch aus der bürgerlichen Kleidung, die damals modern war und die diese Figurengruppe trägt, schließen. Der Künstler hat eine für Pottensteiner Ansichten ungewöhnliche Perspektive gewählt und stellt den Burgberg nahezu alpin überhöht dar. Damit wollte der Zeichner sicher seine persönlichen Eindrücke vermitteln. So bedrohlich wie sich die Felsenkulisse

auf diesem Bild für das kleine Städtchen hier präsentiert, ist sie allerdings nicht.

3 Keineswegs den Eindruck eines anheimelnden Touristenstädtchens macht diese Straßenszene der oberen Vorstadt, die der Weimarer Maler Max Merker im Iahre 1902 die Inschrift auf dem Bild ist nicht korrekt - anfertigte. Dennoch hat der Künstler den landwirtschaftlich geprägten Charakter des damaligen Städtchens gut getroffen, denn der Ort lebte zu dieser Zeit keineswegs vom Tourismus, sondern von bescheidenem Kleinhandwerk und den Einkünften aus bäuerlichen Kleinbetrieben. Symbolisch dafür steht die Ziegenhüterin auf der Straße vor der Kohlmühle und dem alten Schul-

haus im Hintergrund. Das Mädchen war übrigens eine reale Person mit Namen Lina Röhrig, die Tochter des Schmieds am Stadtgraben Gearg Gallus Zeilmann, die der Künstler als eines der schön-

sten Mädchen von Pottenstein betrachtete und auch auf anderen Bildern verewigte.

4 Friedrich Trost, ein landschaftsarchitekturmaler aus Nürnberg, hat zur jahrhundertwende eine ganze Reihe von aquarellierten Federzeichnungen mit Motiven aus der Fränkischen Schweiz für den Kunstverlag Hermann Martin in Nürnberg hergestellt, der daraus Postkarten fertigte. Aufgrund der landschaftlichen Dimension sind davon viele, wie auch dieses von Pottenstein, im Hochformat. Der Künstler hat sich zwar ebenfalls etliche Preiheiten erlaubt, doch zeigt der stärkere Bewuchs der steilen Felslandschaft gegenüber den Zeichnungen aus dem 19. [ahrhundert doch schon die eintretende Veränderung der landschaft in unserer Zeit.

Trotzdem bleibt ein Hauch von Romantik. der durch die belebte Szenerie auf der Brûkke unterstützt wird.

5 Die Luftaufnahme des Städtchens aus den dreißiger jahren zeigt deutlich die Lage des Ortes in einem Talkessel am Zusammenfluß von Püttlach, Haselbrunnbach und Weihersbach. Straßen- und Häuseranordnung, wie sie auf diesem Luftbild zu erkennen sind, entsprechen ziemlich genau dem Urkataster von 1850, das heißt, daß bauliche Maßnahmen erst nach dem Zweiten Weltkrieg den Ort wesentlich veränderten. Markante Punkte bildet die gerade Hauptstraße, die sich vom unteren Tor zum oberen Tor hinzog. Im Norden, auf diesem Bild links, befand sich dann noch das pfistertor in der Stadtbefestigung, die fast noch komplett erhalten ist

und deren älteste Teile wohl aus dem 14.Jahrhundert, als Pattenstein das Stadtrecht erhielt, stammen dürften.

6 Bei dieser Ansicht blickt man etwa von Westen aus dem Püttlachtal nach Pottenstein. Im Bildmittelpunkt liegt die ehemalige 'Póhelwiese', die einst als Kirchweihfestplatz und Turngelände für den Turnverein genutzt wurde. Heute ist dort der Kurpark zu finden. Auf der linken Seite der freien Fläche steht das ehemalige Kommunbrauhaus, das später zu den Postgaragen umgebaut wurde. Daneben lehnt sich dicht an die Felsen eine der Pottensteiner Mühlen, die in den meisten Stadtbeschreibungen bisher allerdings vergessen wurde. Es handelt sich um die Lohmühle, in der die Gerber Eichenrinde, die sie zum Gerben des Leders benötigten,

zerkleinerten. Beherrschend wie auf vielen Pottensteiner Ansichten thront über dem Städtchen auf einem Dolomitsockel die Burg.

7 Genau aus der entgegengesetzten Richtung, nämlich aus den Püttlachtal von Osten, blickt man hier auf die Stadt. Im Vordergrund links steht die 1 914 von der Brauerei Mager errichtete Fachwerkscheune, die im Dritten Reich als Unterkunft für einAußenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg diente. Die Häftlinge wurden vor allem zum Straßenbau rings um Pottenstein eingesetzt und zogen allmorgenlich in Häftlingskleidung, von einer SS-Einheit bewacht, durch die Stadt zu den Arbeitsstätten. Die freie Wiese im Vordergrund ist inzwischen längst durch ein Industriegebäude bebaut. Rechts davon sieht man noch das ehemalige Gefángnis,

auch Fronfeste genannt, die aus den Steinquadern des ehemaligen Bergfrieds der Burg gebaut wurde. Daneben steht das aus dem 18. [ahrhundert stammende Forsthaus der Stadt.

8 Von der Schüttersmühle kommend bot sich dem Besucher von Pottenstein zunächst der Anblick eines Scheunenviertels, das auch längst verschwunden ist. Da bei unsachgemäßer Lagerung von Heu immer Brandgefahr bestand, legte man früher hier VÎe auch in vielen anderen Orten Scheunenviertel außerhalb der Stadt an, um einen möglichen Brand nicht auf die Stadt übergreifen zu lassen. Von Bränden wurde die Stadt trotzdem mehrfach heimgesucht. Dem Betrachter bietet sich auch noch ein Bliek auf das ursprüngliche Weihersbachtal, das heute durch Straßenneubau, Großtankstelle und einen Großparkplatz völlig verändert er-

scheint. Erhalten ist noch das Haus der städtischen Beamten am rechten Bildrand, das in den zwanziger Iahren erbaut wurde. Doch der Aussichtspavillon am Ortseingang, den man am unteren Bildrand ge-

rade noch erkennen kann, ist längst nicht mehr vorhanden.

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