Pottenstein in alten Ansichten

Pottenstein in alten Ansichten

Auteur
:   Peter Spätling
Gemeente
:   Pottenstein
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6144-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Pottenstein in alten Ansichten'

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9 Auch am anderen Stadtausgang des Püttlachtales im Bereich der heutigen FranzWittmann-Gasse befand sich eine Scheunenzeile, die 'Bei den Städeln' genannt wurde. Während die Viehställe der bäuerlichen Anwesen bei diesen selbst in der Stadt untergebracht waren, lagen die Scheunen für die Futterbevorratung außerhalb des Ortes. Besonders mühsam war es dann im Winter, da man täglich mit Schlitten, kleinen Handleiterwagen oder mit Huckelkörben das Futter zu den Ställen bringen mußte. Bemerkenswert ist auch, daß selbst solch einfache Banten in unserer Gegend früher grundsätzlich mit Fachwerk gebaut wurden. Der Grund ist

auch darin zu sehen, daß der natürliche Baustoff, der Dolomit, nicht gerade ideal für den Hausbau ist und des Fachwerk zur Stabilität das Gebäudes nötig war. Der erkerähnliche Anbau zeigt, daß der Stadel zweistöckig genutzt war.

10 Fuhr man zu Beginn des [ahrhunderts in einem mit Pferden bespannten Postornnibus, wie er hier auf dem Bild auf der Straße zu sehen ist, von Pegnitz kommend in die Stadt, so passierte man die Lemdersmühle, die ihren Namen von einem Hans Lemderlein hat. Die MüWe, die zwei Mahlgänge und einen Schneidgang besaß, wurde 1599 in 'Neue Mühle' umbenannt. Im folgenden [ahrhundert betrieb sie dann der Mûller Wolf Reuß im Auftrag des Elisabethenspitals, da sie der verschuldete Besitzer Gabriel Unger an das Spital hatte abtreten müssen. Außerdem sieht man im Vordcrgrund eine der für unsere Gegend früher typischen Holziegen,

die inzwischen auch wegen Benutzung anderer Heizmaterialien weitgehend verschwunden sind.

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11 Diese Ansicht zeigt den Blick vom ehemaligen alten Rathaus zur Burg mit dem Häuserensemble der Freiherrvon-Redwitz-Gasse und der Püttlach im Vordergrund. Es ist unschwer nachvollziehbar, daß es früher eines der beliebtesten Motive für Maler in Pottenstem war, da dieser Bliekwinkel viele Reize des Städtchens vereint. Der Betrachter wird die Szenerie heute aber fast nicht wiedererkennen, da kaum eines der Häuser seine Farm behalten hat, Sie wurden entweder abgerissen oder in ihrer Bausubstanz doch ganz erheblich verändert. Im Fluß sieht man auch einen der Forellenkästen, in denen die ausgewachsenen, schlachtreifen Forellen

gehalten wurden, um sie so jederzeit frisch auf den Tisch bringen zu können.

121m Gegensatz zu heute zeigt sich zur Jahrhundertwende die Hauptstraße mit Blick vom Marktplatz gen Osten in ihrer ganzen Breite, da sie damals noch nicht von unzähligen Fahrzeugen zugeparkt war. Lediglich ein abgestellter Leiterwagen belebt die Straße. Vorne links steht der ehemalige Gasthof'Zum goldenen Anker' der Familie Spachtholz mit seinem markanten Vorbau, der ein wenig an ein italienisches Straßencafé erinnert. In diesem Gasthaus fand auch die Gründung des Pottensteiner Turnvereins statt. Auf der rechten Seite steht noch das am 1 3. August 1905 eingeweihte Kriegerdenkmal für die Gefallenen des deutsch-französischen

Krieges 1 87017 1 , das nach dem Zweiten Weltkrieg entfernt wurde und seitdem verschwunden ist. Die giebelständige Straßenzeile prägt aber heute noch das Stadtbild. Manches auf dem Bild nicht

zu erkennende Fachwerk wurde auch wieder freigelegt.

13 Aus demjahre 1919 ist diese Aufnahme vom alten Marktplatz. Der gußeiserne Brunnen mußte 1928 dem Eilisabethenbrunnen weichen. Im rechten Haus befand sich einst die Post. In der Mitte steht das Gasthaus 'Goldene Krone' der Familie Völcker.

Im Haus befindet sich noch heute ein Balken mit der [ahreszahl1736. Dies war das Iahr, das für viele Pottensteiner Häuser als Entstehungsjahr angegeben werden muß, weil damals am 1. September, am Vorabend des Schutzengelfestes, ein Stadtbrand wütete, der über 65 Häuser sowie die Stadtkirche in Schutt und Asche legte. Dies war nicht die erste Feuersbrunst.

Schon im 16. [ahrhundert und auch früher brannte die Stadt mehrmals ab. Es dauerte jeweils Iahre, bis sich die Bewohner von diesen Schicksalsschlägen erholten. Seit 1736 wurde deshalb am Tag

vor dem 'Schutzengelsonntag' eine Feuerbetstunde abgehalten.

14 Am Eingang zur Hauptstraße steht noch heute ein markantes Gasthaus. Es gehörte einst der angesehenen Familie Distler, die nicht nur diese Gastwirtschaft führte, sondern auch noch Landwirtschaft betrieb. Dazu errichtete joharm Distler noch ein Brauhaus, das auf dem Bild nicht zu sehen ist. Ein Schlußstein mit der [ahreszahl 1 787, der sich heute noch am Gebäude befindet, zeigt außerdem auch ein Streekeisen und zwei überkreuzte Schabeisen, das Handwerkszeug der Gerber, was somit ebenfalls auf die Tradition dieser Zunft hier hinweist. 1914 wurden der Gasthof und die Brauerei von Franziska und Leo Wagner erworben. Die auf diesem Bild

noch offene Veranda wurde zu einem geschlossenen Holzvorbau, der den Gasthof den inzwischen die Familie Bruckmayer führt, bis heute prägt.

15 Die Villa Distler auf der anderen Seite der Hauptstraße war eines der eindrucksvollsten Bürgerhäuser und gehörte dem Brauereibesitzer Johann Distler. Nach seinem Tod vermachte er sie seiner langjährigen Dienstmagd Maria Meyer, die das Haus dann Anfang der fünfziger [ahre dem Pfarramt Pottenstein vererbte. 1954 wurde durch die Erzdiözöse Bamberg darin eine Jugendbegegnungsstätte, das Don-Bosco-Heim, eingerichtet. Nach einer neuerlichen Renovierung soll die ehemalige Villa als Wohnung für pensionierte Priester dienen, die sicherlich mehr Bequemlichkeit als der einstige Besitzer [ohann Distler haben werden, der 1907 als besonderen

Komfort in einem Inserat für seine Fremdenzimmer mit 'Gelegenheit zu Fluß- und Wannenbädern' warb. Vielleicht handelte es sich bei den 'Flußbäderri' auch nur um einen Druckfehler.

POTTENSTEIN Villa Distier

16 Eine derart schneebedeckte, winterliche Szenerie rings um die katholische pfarrkirche St. Bartholomäus gibt es wohl seit etlichen [ahren nur noch selten, wird aber wohl zur Zeit der Aufnahme die Regel gewesen sein. Die etwas in erhöhter Hanglage zu Füßen der Burg gelegene, aus Bruchstein- und Sandsteinquadern errichtete Kirche dürfte auf den Resten einer Kirche aus dem 12. jahrhundert stehen, ein Gewölbeschlußstein trägt die Jahreszahl1493, als sicherlich größere Umbauten stattfanden. Beim letzten großen Stadtbrand 1736 wurde auch die Kirche stark beschadigt, und die Glocken schmolzen sogar. Das Gewölbe blieb im

wesentlichen erhalten, während derTurm 1798, der nach dem Brand viele Iahre nur ein behelfsmäßiges Zeltdach hatte, die jetzige Zwiebelhaube mit Spitzhelm erhielt.

1 7 Pottensteins zweite Kirche ist die katholische Spitalund Friedhofskirche St. Kunigund, die in dem ummauerten Friedhof am Talhang nördlich der Stadt steht. Sie ist sicherlich schon der dritte Kirchenbau an dieser Stelle. Auch sie fiel dem Stadtbrand zum Opfer. Der heutige Bau wurde nach Plänen des Pottensteiner Mauermeisters Ulrich Förtsch errichtet und 1780 geweiht. Die in den Formen ländlichen Spätbarocks gebaute Kirche gibt dem Stadtbild einen bernerkenswerten Akzent. Im Innern der Kirche befindet sich ein stilistisch interessanter Altar, der kunstgeschichtlich ein Beispiel für den Übergang vom Rokoko zum Klassizis-

mus darstellt. Der Friedhof mußte inzwischen natürlich erweitert werden.

18 Einen Höhepunkt im kirchlichen Leben der Pfarrgemeinde stellt alljährlich das Lichterfest dar, das am 6. Januar gefeiert wird und Tausende von Besuchern nach Pottenstem lockt. Bischof Adam Friedrich van Seinsheim hat 1 759 eine ewige Anbetung verfügt, die zunächst am 11./12. [anuar stattfand und seit der Iahrhundertwende vom 4. bis 6. [anuar erfolgt. Von dieser Zeit an wird auch am Ende der Anbetung in den Abendstunden des 6.Januar eine Lichterprozession abgehalten. Bei Glockengeläute ziehen die Gläubigen unter Absingen von religiösen Liedern durch die Stadt. Auf den Hügeln ringsum brennen Hunderte

von Feuern, in den Fenstern stehen Kerzen, beleuchtete Triumphbögen, die Pottensteiner Handwerker fertigten, schmücken die Straßen und auch der Elisabethenbrunnen wird - wie auf diesem Bild aus den zwanziger [ahren noch immer festlich herausgeputzt.

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