Pottenstein in alten Ansichten

Pottenstein in alten Ansichten

Auteur
:   Peter Spätling
Gemeente
:   Pottenstein
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6144-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Pottenstein in alten Ansichten'

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19 Zentraler Blickfàng auf dem Marktplatz ist der Elisabethenbrunnen. Das Bild zeigt die Einweihungsfeierlichkeiten am Sonntag, dem 22. Juli 192 8, bei herrlichem Sonnenschein, siebenhundert Iahre nach demAufenthalt Elisabeths von Thüringen auf der Burg Pottenstein. Die Weihe nahm Stadtpfarrer Zillig vor, begleitet wurde die Feierlichkeit vom Gesangverein Pottenstein, der das Brautlied aus 'Lohengriri' vortrug. Die achteckige Brunnenanlage, die auf einem Entwurf von Dr. Ing. Hans Brand basiert, ist 4,40 Meter hoch, zeigt das Rosenwunder der Elisabeth und wurde vom gebürtigen Pottensteiner Bildhauerrneister Nicklas in Dolomitstein

ausgeführt. Nicht nur zum Lichterfest, sondern auch [ährlich zu Ostern wird der Brunnen festlich geschmückt.

20 Das beherrschendste Bauwerk der Stadt, allein schon wegen seines Standortes hoch auf einem Jurafelssporn über den Tälern, ist sicherlich die Burg, die zu den ältesten Burgen im ehemaligen bambergischen Besitz zählt. Höchstwahrscheinlich war der Pfalzgraf Botho von Kärnten, der 1104 starb, der Erbauer der ersten Burganlage. Viele Iahrhunderte war sie dann Sitz der bischöflichen Dienstmannen und Amtsleu te. Sie hat mehrere Plünderungen überstanden und wurde, nachdem sie von 1803 bis 1878 leer stand, vom Nürnberger Apotheker Kleemann erworben, der sie

vor dem Abbruch rettete. Auf dem Bild sieht man im unteren Bereich die von einer Ringmauer umschlossene Vorburg. Über einen schindelgedeckten Aufgang an der Nordflanke des Felsens ge-

langt man zur Oberburg. Die Burg ist heute im Besitz der Familie van Wintzingerode.

21 Im Iahre 1228 wurde der heiligen Elisabeth von Thüringen nach dem Tode ihres Gemahls, des Landgrafen von Thüringen, von ihrem Onkel, dem Bischof von Bamberg, als damaligem Hausherrn, ein Zimmer auf der Burg als Zufluchtsort zur Verfügung gestellt. Hier soll auch Kaiser Friedrich Il. erfolglos um die Witwe geworben haben, ehe sie 1 22 9 ins Kloster nach Marburg ging. Heute ist ihr noch ein Zimmer gewidmet, das besichtigt werden kann. Das sogenannte Kneippzimmer mit seinen Gobelins und den criginellen geschnitzten Stühlen ist leider nicht mehr zu sehen. Vieles ist in der Zeit nach 1803, als die Burg praktisch herrenlos war,

bzw. der Staat kein Interesse daran hatte, verschwunden, anderes mußte später auch verkauft werden, urn die Anlage erhalten zu können.

22 Wenn man früher von Norden durch das pfistertor in die Stadt kam, bot sich dem Betrachter dieser Bliek durch die Fischergasse, die auch Pfistergasse, Fistergasse und Bayreuther Straße hieß, in Richtung der Burg. Rechts sieht man ein bemerkenswertes zweigeschossiges Giebelhaus, das wohl nach dem Brand von 1 736 erbaut wurde und auf den Grundmauern eines Hauses von 1507 steht, worauf die über einem Fenster aufgemahlte [ahreszahl hinweist. Das reiche Fachwerk zeigt die für die Fränkische Schweiz typischen geschweiften Andreaskreuze und schräge Streben. Der Balken, an dem sicher einmal ein Flaschenzug befestigt war und

der im zweiten Obergeschoß aus dem Fenster ragt, weist darauf hin, daß diese Etage als Speicher dierite.

23 Leider nicht mehr existent ist das ehemalige Geburtshaus des Pottensteiner Historienmalers Sebastian Förtsch (1751 bis 1803), der in barockem Stil malte. Mit dem Haus ist auch die für unsere Gegend nicht häufige Fassadenmalerei von Förtsch, die dieser an seinem Haus anbrachte, verschwunden. Sie zeigte zwischen den Giebelfenstern die heilige Dreifaltigkeit und seitlich anbetende Engel, in der Höhe des ersten Stockes Maria mit dem Iesuskind sowie Johannes den Täufer und einen Engel mit Märtyrerpalme. An der Ostseite des Hauses waren außerdem die vier Evangelisten dargestellt. Des weiteren waren die Fenster mit gemalten seitli-

ehen Pilastern und geschweiften Giebeln verziert. Auf dem Bild erkennt man auch die Tankstelle, die an das Haus angebaut worden war und die zusammen mit dem Haus Ende der fünfziger Iahre abgerissen wurde.

24 Im Bereich der ehemaligen Gastwirtschaft und Metzgerei Iosef Knall (heute Birner- Treiber) befand sich einst das obere Tor der Stadt, das am Anfang des 19.Jahrhunderts abgerissen wurde. Die Stadtmauer schloß hier das Städtchen ab und zog sich zur Burg hinauf, was der Zeichner im Bildhintergrund noch angedeutet hat, Die heutigen "Iucherstuben' haben allerdings auch nicht mehr das Aussehen des damaligen Gasthauses. Die umbaute Veranda, die man in Pattenstein öfter antreffen konnte, erinnert etwas an einen italienischen Stil und sollte den damaligen Touristen und Sornmerfrischlern eine weltoffene, moderne Atmosphäre bieten.

25 Schon vor 1920 mußte das "Iorhaus' weichen, das sich neben dem unteren Tor zur Vorstadt befand und ein Teil der Stadtbefestigung war. Das turmartige Gebäude, das einst den Eingang zur Stadt sicherte und das die nach Pottenstein fahrenden Händler passierten und dort Abgaben entrichten mußten, wurde auch 'Zehnt- oder Stadtknechthaus' genannt. Es enthielt die Wohnung des Gerichts- oder Ratsdieners. In dem Torhaus befand sich dann auch entsprechend seiner Aufgabe die 'Zollstätte' . Die beiden Damen auf dem Bild sind Elisabeth und Maria Löhr.

26 Das Gasthaus 'Zur Fränkischen Schweiz' stand einst in der Bayreuther Straße im Bereich des Tores. In den zwanziger [ahren befand sich darin auch der 'Schummsaal', benannt nach dem späteren Besitzer Schuhmann. Dort wurden auch häufigTanzveranstaltungen abgehalten. Später war in diesem Gebäude das Kaufhaus Bauer und zuletzt ein Kramerladen der Familie Rasch. Im Zuge der Hochwasserfreilegung der Stadt mußte das Gebäude im März 1995 weichen. Der einstige Besitzer A. Fürst wollte mit seinem Titel 'Kuchentraiteur' dem Haus wohl ein besonders vornehmes Image geben. Allerdings war das wohl etwas mißglückt, denn

im Französischen versteht man darunter ein Feinkostgeschäft, und dieserTitel wäre wohl arn ehesten mit 'Kûchen-Speiseverfeinerer' zu übersetzen.

'Gruss aus Pottenstein Gasthaus zar fränkischen Schweiz Inh. A. Fürst, Küchentraiteur

27 Auf dieser Aufnahme, die um das [ahr 1910 entstand, ist die Gastwirtschaft Mager zu sehen. Ein Schlußstein über der Eingangstüre weist auf das [ahr 1845 hin. Leider hatte man zu dieser Zeit wenigWert auf das charakteristische fränkische Fachwerk gelegt, das unter Putz verschwunden war, aber heute wieder freigelegt wurde. Die dazugehörige Brauerei ist im Hof des Anwesens. Die Hausfront wird eigentlich durch ein altes Zunftschild geschmückt, das den heiligen [osef und die Jungfrau Maria zeigt. Dieses sollte daraufhinweisen, daß hier das Stammlokal der Zimmermannszunft war. Vielleicht wurden mit der Kutsche vor dem Gasthof

auch Sommerfrischler von den Bahnhöfen in Forchheim und Pegnitz abgeholt, denn der Gasthofverfügte auch damals schon über Frerndenzimmer.

28 Die ehemalige Reußenmühle, auch Stadtmühle genannt, ist die älteste der Pottensteiner Mühlen und bereits im [ahre 1348 erwähnt. Die ersten Besitzer der mit drei Mahlgängen ausgestatteten Mühle hießen auch einfach nur Müller. Diese mußten die Mühle aber 1 613 an Georg Reuß verkaufen, von dem sie dann den neuen Namen erhielt. Später wurde das Haus zu einem Fremdenheim mit lauschigem Vorgarten umgebaut und das Heimatmuseum darin untergebracht. Wer genau hinsieht, erkennt über den Fenstern zwischen den Voluten ein stilisiertes Mühlrad. Im Fenster selbst liegen

einige große fossileAmmoniten, die man hier auch käuflich erwerben konnte.

Frerndenheim Reussermühle, Pottenstein, Fränk. Schweiz

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