Pottenstein in alten Ansichten

Pottenstein in alten Ansichten

Auteur
:   Peter Spätling
Gemeente
:   Pottenstein
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6144-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Pottenstein in alten Ansichten'

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39 Die zweitälteste Pottensteiner Mühle, die Hammermühle, wurde im 15. Jahrhundert umgebaut, um das bei Willenreuth gefundene Alberz verhütten und verarbeiten zu können. Schon

1 58 1 waren aber die geringen und minderwertigen Eisenerzvorkommen ausgebeutet, und die Mühle wurde wieder zu ihrer ursprünglichen Bestimmung als Getreidemühle umgewandelt. Der Müller Fritz Unger erhielt sie dann 1627 als bischöfliches Lehen, nachdem ein längerer Erbenstreit geschlichtet worden war. Auch dieses Postkartenmotiv wûrde ganz in das Klischee von der Landschaft der Fränkischen Schweiz im Sinne der Romantik passen.

40 Besonders für jugendliche Ausflugs- und Wandergruppen bot die Fränkische Schweiz mit ihren Kletterfelsen und Höhlen, in denen man so manches Abenteuer erleben konnte, eine ideale Freizeitlandschaft. Um auch den mit geringen Geldmitteln ausgestatteten jungen Menschen gerecht zu werden, wurde aufVeranlassung des Prànkische-Schweiz- Vereins am 31. Juli 192 7 die Jugendherberge in diesem romantischen Talabschnitt eingeweiht, nachdem vorher bereits eine Notunterkunft in dem alten Postgebäude am Marktplatz bestanden harte. Die Herberge war von Anfang an mit fließendem Wasser, elektrischem Licht, getrenn-

ten Schlafräumen für Jungen und Mädchen sowie im ersten Stock mit einem Massenlager für sechzig Personen ausgestattet. Die Landschaft rings um die Herberge war damals aufgrund der Schafbe-

weidung noch fast baumfrei und bot ein ideales Abenteuergelände.

41 Die Teufelshöhle ist zweifelsohne die größteAttraktion Pottensteins für Fremde, die diese Landschaft besuchen. Schon 1829, als praktisch nur das Eingangsloch bekannt war, beschrieb sie Heller als 'die größte Höhle dieser Gegend, in welche man mit einer Fuhre Heu fahren kann'. 192 2 trieb Dr. Ing. Hans Brand dann die Erschließung durch Sprengarbeiten voran, und sofort setzte ein Massenansturm ein, denn jeder wollte die riesigen Tropfsteingebilde sehen. 1931 war dann die Erschließung in den heutigen Ausmaßen beendet. Dann mußte auch der große Forellenweiher vor der Höhle weichen. Er wurde aufgefüllt und zu einem Parkplatz pla-

niert, der im Sommer oft nicht die Massen an Autos von Besuchern aufnehmen kann. Natürlich wurde auch der anfangs noch bescheidene Restaurationsbetrieb erheblich vergrößert.

42 In der Karstlandschaft der Fränkischen Schweiz gibt es von Natur aus eigentlich keine größeren Wasserfläehen. Zur Zeit des Dritten Reiches wurde unter der Leitung van Dr. Ing. Hans Brand durch die Arbeit von KZ- Häftlingen in Pottenstein, einer Außenstelle des Konzentrationslagers Flossenbürg, der Weihersbachstausee, im Volksmund auch Schongrundsee genannt, errichtet. Der Talgrund bestand früher aus Wiesen, auf denen Heu eingebracht wurde. Während er heute neben der Fischzucht auch durch Ruder- und Tretboote friedlich genutzt wird, fand er in Kriegszeiten auch als Trainingsgelände der SSKarstwehr, einer Spezialein-

heit für Partisanenkampf in Jugoslawien, die direkt Heinrich Himmler unterstand, Verwendung. Auch beim Ausbau derTalstraße wurden Häftlinge eingesetzt.

43 Das 1926 im Weihersbachtal im Jugendstil erbaute Felsenschwirnmbad war einst eine der gröBtenAttraktionen von Pottenstein. In einer damaligen Zeitung hieB es: 'Schwimm- und Luftbad mit Wald und Felsen; im sonnigen, wildromantischen Weihersbachtal gelegen; 1 300 Quadratmeter Wasserfläche und 15 000 Quadratmeter Terrassen - Luftbad mit Wald und Felsen; groBe Wirtschaftsterrasse für 500 Zuschauer.' Tatsächlich kamen auch nach dem Zweiten Weltkrieg, als Freibäder noch eine Seltenheit waren, Besucher bis aus Nürnberg, um hier zu baden, denn das Felsenbad galt als eine der schönsten Anlagen Deutschlands. Wäh-

rend man 1991 noch hoffte, die Anlage erhalten zu können, ist sie inzwischen zur Ruine verfallen.

44 Am 8. Februar 1931 wurde aufVeranlassung des Bezirksarztes Dr. Kalb aus Pegnitz eine Ortskolonne des Roten Kreuzes im Gasthof Wagner gegründet. Kolennenführer wurde der Apotheker Strehlin, sein Stellvertreter der Kaufmann Hans Krieg, der Kolonnenarzt Dr. Max Brommer. Dieses Bild wurde anläßlich des Rotkreuztages 1933 aufgenommen, wo auch ein Festzug und Übungen stattfanden. Die fahrbare Trage war im gleichen [ahr gebraucht für 45 Reichsmark gekauft worden. Allerdings mußte man noch 75 Reichsmark für die Überholung zahlen. Auf dem Bild sieht man von links folgende acht Personen: Otto Buhl, Lorenz

Dütsch, Hans Bauer, Hans Hess, JosefRöhrer, Josef Schriefer, Hans Deinlein und Georg Donhardt.

45 Zur Zeit des Nationalsozialismus fanden, wie in allen anderen Orten auch, von der Partei organisierte Maifeiern statt. Neben den Parteigenossen war die gesamte Bevölkerung aufgerufen, sich an den Maifeierlichkeiten zu beteiligen. Behörden, wie hier auf diesem Bild die Post, waren dienstverpflichtet, Gebäude und Fahrzeuge mit dem Hakenkreuz zu schmücken. Anläßlich einer solchen Feier stellte sich die Postmannschaft vor dem Postamt auf dem Marktplatz neben dem geschmückten Postauto zum Erinnerungsfoto auf. Rechts neben dem Fahrzeug steht Pottensteins erster Postschaffner Ludwig Ries.

46 Dieses Bild zeigt eine gemütliche Runde vor dem Gasthaus 'Zur goldenen Krone', das ebenfalls nach dem letzten Stadtbrand 1736 erbaut wurde. Charakteristisch für den Gasthof war die Rautenfelderung der Holztüre, die man im Hintergrund noch erkennen kann. Davor haben sich in einer Brotzeitpause uniformierte Bierfahrer der Brauerei Maisei mit den Besitzern des Gasthofes zusammengefunden. In den dreißiger [ahren waren dies Konrad Völker (in der Haustüre mit seinem Bruder Hans) und Kunigunde Völker (im weißen Kleid). In einem zeitgenössischen Führer heißt es, daß das Gasthaus eine ' emp-

fehlenswerte Verpflegungsstation' mit 'billigen Preisen' sei.

47 Der Turnverein wurde am 4. Dezember 1909 im Gasthof'Zum goldenen Anker' am Marktplatz gegründet, Der Apotheker Braun war die treibende Kraft gewesen. Es wurde jedoch nicht nur geturnt, sondern nach einern Beschluß im Iahre 1913 sollten an allen Freitagen im Sommer auch Kegelabende wie auch beim Schützenverein in den Kellerwirtschaften abgehalten werden. Die erste derartige Veranstaltung am

23. Mai 1913 in der Kegelbahn Mager im Löhrgäßchen wurde hier im Bild festgehalten. Der Sportverein bestimmte aber nicht nur das sportliche Treiben, sondern

prägte auch das kulturelle Leben der Stadt bis zu seiner Auflösung durch die Nationalsozialisten. Max und Else Näbe zum Beispielleiteten eine sehr aktive Theatergruppe, die ab 1920 viele Stücke

aufführte. Etliche der Stücke waren von Else Näbe selbst verfaßt.

48 Lange Zeit war die 'Mooshäuschen-Kurve' eine der unfallträchtigsten Stellen in der Fränkischen Schweiz, insbesondere für Motorradfahrer. Einige Leben fanden dort ihr abruptes Ende. Sicherlich aber noch nicht zur Zeit dieser Aufnahme zur [ahrhundertwende, Die schlecht ausgebaute und Ul1befestigte Straße hätte schon hohe Geschwindigkeiten nicht zugelassen. Es wird auch von einem Besuch des bayerischen Königs Maxirnilian berichtet, der es vorzog, wegen der schlechten Straße lieber zu Fuß von Gößweinstein nach Pottenstein zu gehen. Man erkennt auf der Ansicht noch deutlich, woher diese Straßenstelle ihren Na-

men hat. Neben der Straße befand sich nämlich ein pavillonähnlicher Rastplatz für Wanderer, eben das Mooshäuschen. Im Zuge eines weiteren Ausbaus der Straße nach Behringersmühle wurde der kleine Pavillon dann abgerissen.

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