Pottenstein in alten Ansichten

Pottenstein in alten Ansichten

Auteur
:   Peter Spätling
Gemeente
:   Pottenstein
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6144-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Pottenstein in alten Ansichten'

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49 Um die Wasserkraft konstant nutzen zu können und nicht zu sehr von Wasserstandsschwankungen abhängig zu sein, waren auch Ausbaurnaßnahmen der Püttlach zugunsten der Mühlen notwendig. Im [ahre 193 1 ließ der Besitzer der Hamrnermûhle, Eichenmüller, das Flußbett tieferlegen und einen Turbinenkanal bauen, um so Gefälle und Fließgeschwindigkeit zu erhöhen und regelmäßigen elektrischen Strom, den man bereits seit 1905 gewann, erzeugen zu können. Auch heute speist das Kleinkraftwerk noch Strom in das äffentlichte Netz. Schon damals äußerten sich Naturfreunde kritisch über die Baumaßnahmen,

weil sie es als Beeinträchtigung des Landschaftsbildes empfanden.

50 Neben den Maßnahmen beim Ausbau der Püttlach fand die Bevölkerung, die ja in der Mehrzahl auf die Einkünfte einer kargen Landwirtschaft angewiesen war, auch immer wieder einen zusätzlichen Gelderwerb beim Straßenbau, wie hier 1920 in der Hauptstraße in Pottenstem im Bereich der Stadtpfarrkirche. Zusätzliche Einkünfte erwarb sich auch derTotengräber Lades, der in der Bildmitte die Schaufel hält. Die Straße wurde zu diesem Zeitpunkt noch nicht gepf1astert, sondern nur mit gestampftem Schotter aus den heimisehen Dolomitbrüehen befestigt. Dazu mußten die großen Broeken, die

rechts noch am Straßenrand liegen, erst zerschlagen werden.

51 Eine weitere umfangreiche Baumaßnahme war in den zwanziger [ahren die Errichtung des Elektrizitätswerkes RingIer im unteren Püttlachtal durch die Wasserversorgungsgenossenschaft, der die Orte Waidmannsgesees, Rackersberg, Haselbrunn, Haßlach und Arnleithen angehörten. Die Bauaufsicht hatte der Pottensteiner Hans Löhr, der bei den Arbeiten leider verunglückte. Fûr heutige Zeiten mag es erstaunlich scheinen, wie viele Männer mit einfachstem Arbeitsgerät damals eingesetzt waren,

ganz zu schweigen von den körperlichen Strapazen, denen die Arbeiter ausgesetzt waren. Bei einem ähnlichen Bauvorhaben würde man

heute wohl kaum mehr als vier Arbeiter aber umso mehr Maschinen sehen. Trotzdem wurde eine für die damalige Zeit hochmoderne Anlage erstellt.

52 Wasser bedeutete früher für die Pottensteiner aber nicht immer nur sprudelnden Lebensquell, klare Forellenbäche und Lieferant von elektrischer Energie, sondern zu gewissen Zeiten auch lebensbedrohendes Element. Die größte Hochwasserkatastrophe, die Pottenstem je erlebt hat, ereignete sich am 4. Februar 1909. Nach längerer Frostperiode und ausgiebigen Schneefällen setzte plötzlich Tauwetter mit Regen ein. Das Wasser konnte nicht versikkern und schoß in Sturzbächen durch die Täler. Die in Pottenstem zusammentreffenden Fluten richteten enormen Schaden an und rissen alles mit, was nicht schnellstens gesichert werden konnte. Das

Bild zeigt den Bereich der Kohlmühle mit Bliek auf das Amtsgerichtsgebäude an diesemTag.

53 Auch in der unteren Vorstadt in der Pegnitzer Straße erreichte das Hochwasser eine nie gekannte Höhe. Hilflos standen die Menschen am Straßenrand und mußten zusehen, wie Wasser mit Eisschollen in die Häuser drang. Über Stege mußten die Bewohner evakuiert werden. Auch das Vieh versuchte man in letzter Minute mit Ketten und Stricken aus dem Wasser zu ziehen. Der Schreiber der Postkarte hat mit einem Strich den höchsten Wasserstand an den Häusern markiert. In zwei großen Maßnahmen 1938 und 1993 erreichte man inzwischen eine weitgehende Hochwasserfreilegung der Stadt.

54 Eine der landschaftlich reizvollsten Talzonen ist die 'Breit' zwischen Pottenstein undTüchersfeld an der Püttlach. Die mächtigen, in den Glazialzeiten unterspülten Felsen boten schon sehr früh seit der Mittelsteinzeit (etwa

8 000 bis 5 000 v. Chr.) menschlichen Sammlern und Jägern Schutz und Unterkunft. Möglicherweise trieben die Urzeitjäger das Wild auch in diesen Talbereich, da er damals hier talaufwärts klammartig verengt war, so daß die Tiere eine leichte Beute wurden. Der Pottensteiner Heimatforseher Max Näbe erkundete die Höhlen nach vorzeitlichen Funden Ende der zwanziger Iahre, leider noch nicht rnit der heute üblichen

wissenschaftlichen Sorgfalt. In der Jungsteinzeit, als die Menschen bereits Ackerbau betrieben, wurde dann bevorzugt die Hochfläche besiedelt. Heute sind die Menschen in die Breit zurückge-

kehrt, denn es befindet sich ein großer Zeltplatz in der Talaue, und die Felsen sind zum Nachteil der Natur zum Kletterparadies geworden.

55 Die Breit diente 1954 auch als Kulisse für einen in der damaligen Zeit sehr beliebten Heimatfilm, 'Die Schöne Mûllerin'. Pottenstein und Tüchersfeld wurden filmisch zum Ort Erlenbach vereinigt. Das Bild zeigt einen Ausschnitt von den Filmaufnahmen zu den festlichkeiten der Süü-Jahrfeier des Ortes Erlenbach, die auf einem Platz vor der Felsenkulisse startfanden. Unter der Regie von Wolfgang Liebeneiner spielten die beliebten Schauspieler Paul Hörbiger, Willy Rósner (im Bild mit Schützenkette) , Sepp Rist (Polizist links), Hertha Feiler und Waltraud Haas (im Bild mit fränkischer Brauttracht) sowie Gerhard Riedmann. Die Uraufführung

des Films fand dann in Gößweinstein in den 'Wanderlichtspielen Frankische Schweiz' von Christian Spätling statt.

56 Auch um das Felsendörfchen Tüchersfeld hatte die Landschaft im 19. Iahrhundert einen anderen Charakter als heute. Das genaue Iahr dieses Stiches läßt sich leider nicht feststellen, da der Steeher unbekannt ist. Der Stich ist aber einem anderen Stich von Eustachius Friedrich von 1819 nachempfunden und zeigt große Ähnlichkeit. Deutlich sieht man hier, daß man zu dieser Zeit noch Reste beider Tüchersfelder Burgen auf den Felsformationen links und rechts des Häuschens in der Bildmitte erkennen konnte. Heute sind nur noch Mauerreste unterhalb des Fahnensteins - auf dem Bild der

Felsen mit dem Baum - erhalten. Der Sage nach soll eine Lederbrücke zwischen den beiden Burgen bestanden haben. Interessant ist auch, daß die heutige Bundesstraße im Tal damals noch nicht einmal

einen Vorläufer harte, Nur auf der Höhe konnte man zu anderen Dörfern gelangen.

57 DieseAnsichtTücherfelds ist aus einer ungewöhnlichen Perspektive aufgenommen. Das Syrnboldörfchen der Fränkischen Schweiz, das inzwischen für diese Landschaft sogar auf einer Briefmarke wirbt, wird sonst meist von derTalseite her fotografiert. Hier sieht man aber deutlich, daß die Dolomitstöcke im Zentrum des malerischen Dorfes stehen. 1243 wird erstmals ein 'Priedrich de Thuchersfeldt' erwähnt, der wohl als der Gründer des Dorfes betrachtet werden muß. Im 14. [ahrhundert standen darm bereits zwei Burgen, die unter bambergischer Herrschaft errichtet worden waren. Sie hatten jedoch keinen langen Bestand

und verfielen bereits wieder im 15. Iahrhundert. Ein Wiederaufbau erfolgte nicht. Dafür wurde um 1763 der 'Iudenhof" mit insgesamt dreizehn Wohnungen dort eingerichtet.

58 Juden lebten erwa seit

1 736 in Tüchersfeld, zunächst in den Resten der Wirtschaftsgebäude der unteren Burg, weshalb das Ensemble an diesem Felsen bis heute den Namen 'Iudenhof" trägt, obwohl diese jüdische Gemeinde sich bereits 1871 aufgelöst hat. Der gesamte [udenhof wurde 1979 vom Zweckverband Fränkische-Schweiz -Museum erworben und zum zentralen Museum der Fränkischen Schweiz umgestaltet. Diese Ansicht zeigt ein Innenmotiv in den dreißiger [ahren. Der Scheunenkomplex wurde 1983 bei den Sanierungsarbeiten abgerissen, da er angeblich nicht zum Ensemble gehörte. Erhalten geblieben

ist der für die Fränkische

Schweiz charakteristische Backofen, in dem die [uden ihre Mazzen gebacken haben sollen. Der Eingang daneben führt zu einem Keller, der möglicherweise einst eine Mikwe (jüdisches Badehaus) war.

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