Pottenstein in alten Ansichten

Pottenstein in alten Ansichten

Auteur
:   Peter Spätling
Gemeente
:   Pottenstein
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6144-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Pottenstein in alten Ansichten'

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59 Schützenvereine spielten für den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaften neben der Feuerwehr eine wichtige Rolle. Der Schützenverein Tüchersfeld wurde 1906 gegründet und hatte hinter dem Felsendorf am Mittelberg und im Flurstück Kalkofen zwei Schießstände. Am ersten wurde mit Kleinkalibergewehren geschossen, am zweiten sogar mit größerkalibriger Munition auf 100 Meter. Im Dritten Reich wurde auch dieser Verein im Zuge der Gleichschaltung aufgelöst, aber 1957 neu gegründet. Das Bild dürfte um 1 92 6 entstanden sein. Vorne links neben der Schützenscheibe liegt der damalige 'Hauptmatador' (Vereinsvorstand) J. Schrüfer.

60 Winter-Ansichtskarten aus der Fränkischen Schweiz sind sehr selten. Was hätte im [ahre 1900. als diese Aufnahme von Tüchersfeld entstand - es ist damit auch die älteste bekannte Winterpostkarte der Fränkischen Schweiz - einen Erholungssuchenden bewogen, zu dieser [ahreszeit auf tiefverschneiten Wegen durch die Landschaft zu fahren, um in einem ebenso kalten Quartier einen Winterurlaub zu verbringen. Wintersport war damals hier noch völlig unbekannt und für die winterliche Romantik hatte die einheimische Bevölkerung sicher auch nicht viel übrig. Tief geduckt, als wollten sie sich gegenseitig wärmen, stehen die kleinen, schneebedeckten Häuser

da. Ein Kamin qualmt, und einige Männer in lange Mäntel, Stiefel und Pelzmützen gehüllt, beleben die Szenerie.

Tllchersfeld Im Wloter, Fräok. Sebwelz

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61 Wenn man der Fotoansicht auf der linken Seite diese aquarellierte Zeichnung des Künstlers Friedrich Trost gegenûberstellt, wird besonders augenfàllig. welche künstlerischen Freiheiten in dieses Bild gelegt wurden. Die Mühle im Vordergrund, ein stattlicher barocker Giebelbau aus dem 18. Iahrhundert, der auf einem Vorgängerbau aus dem 16. [ahrhundert errichtet wurde, steht zwar noch heute am Ortseingang von Tûchersfeld, wäre jedoch aus dieser Perspektive nicht sichtbar, wurde aber wegen seines Reizes für das Motiv passend ins Bild gerückt. Felsformationen und Judenhof wurden etwas

überhöht, wodurch sich der wildromantische Eindruck verstärkt.

frrJ!Jkische Schweiz, :r-;;;;;;;W ..

62 Verwunderlich ist, daß es von einem so kleinen Ort wie Rackersberg überhaupt Ansichtskarten gibt. Dies ist sicher auf die Privatinitiative des Amtsvorstehers Johann Deinhardt zurückzuführen, der damit auch Werbung für seine Bierwirtschaft betrieb. Dabei ist der Ort selbst relativ alt, denn er wurde bereits 1119 in der Gründungsurkunde des Klosters Michelfeld als 'Raikersberg' erstmals erwähnt. Nach der Säkularisation wurde das Dorf aufgeteilt. Einige Bauernhäuser gehörten zu Pottenstein, andere waren dem Groß von Trockau fronpflichtig. Im rechten Bild erkennt man die Dorfhüle, eine kleine Wasserstelle, die charakteristisch für

die Dörfer der Albhochfläche ist, die früher unter permanentem Wassermangellitten. Darin ist auch in der Regel die Ursache dafür zu sehen, daß sich diese Dörfer über Jahrhunderte hinweg nicht

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vergrößerten, denn das lebenswichtige Wasser war nur sehr begrenzt vorhanden.

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63 Im Iahre 1068 ist berelts der Ort Haßlach erwähnt, der früher mit wenigen Einwohnern eine selbständige Gemeinde war. Der Ortsname bedeutet soviel wie 'Bach, an dem Haselstauden stehen'. Im 19. Jahrhundert bestand der Ort nur aus sechs Häusern, wovon das Gasthaus von Georg Schmitt das zentrale Gebäude des Dorfes war. Noch heute trägt es den Hausnamen 'Kràmer', weil man früher auch Dinge des täglichen Bedarfs dort erwerben konnte. Außerdem war es 'Wohnung des Bürgermeisters und Standesbeamten', wie auf einem Schild am Haus zu lesen war. Auch Gemeindetafel und Briefkasten befanden sich daran. Völlig ungewöhnlich

für die Fränkische Schweiz ist der schieferverkleidete Giebel.

64 Wenn man von Pegnitz kommend in die zentrale Fränkische Schweiz fährt, ist Schüttersmühle der erste Ort in den Tallandschaften. die nach Westen entwässern. Die Mühle wurde wohl bereits um 1520 an dem Knickpunkt des Weihersbachtales, das sich kurz zuvor mit dem Klumpertal vereinigt, errichtet. Es war bereits die dritte Mûhle, die von den kurz zuvor entsprungenen Bächlein betrieben wurde, denn einige hundert Meter bachaufwärts befanden sich noch die Mittelmühle und die Klumpermûhle, die beide inzwischen verschwunden sind. Auf dem Bild sind die Mühlengebäude im Vordergrund zu sehen. Rechts ist am Gebäude zu dieser Zeit

noch der zum Schutz vor Frost verbaute Mühlenkasten erhalten, der das vom Weihersbach angetriebene Wasserrad enthielt.

65 Etwa ab 1870 wurde die Karriolpost Pegnitz-Pottenstein -Gößweinstein eingerichtet, und in dem 'Hotel und Restaurant mit Dependence Villa Ernst' in Schûttersmühle konnte eine Poststation eröffnet werden, die ab 1 891 sogar zweimal täglich angefahren wurde. In einem Reiseführer aus dem [ahre 1907 wirbt der damalige Besitzer Graser für das im 'Schweizerstile' erbaute Hotel mit 'Acetylenbeleuchtung, Bädern im Hause und eigener Jagd und Fischerei' . Die 'sich stundenweit hinziehenden 'Iannenwälder mit pittoresken Felsbildungen' boten für den 'klirnatischen Kurort' auch im Winter eine reizvolle Kulisse. Bis zum heutigen Tag ist

Schüttersmühle ein beliebter Ausgangspunkt und Einkehrort für Wanderungen in das romantische Klumpertal für Touristen geblieben.

66 Das 'Kühlenfelsertal', das sich bei der Mittelmühle mit dem Klumpertal vereinigt, wird bei Schüttersmühle zum Weihers bachtal. Landschaftlieh ist die Talenge mit den steil aufragenden Felsen, die von markanten Erosionslinien der erdgeschichtlichen Vergangenheit geprägt smd, eines der reizvollsten Fleckchen der Fränkischen Schweiz. Heute freilich wird der Talgrund von der Bundesstraße dominiert. Auf halber Höhe der Felsengruppe sieht man noch die ehemalige Aussichtskanzel, die aus Sicherheitsgründen entfernt wurde. Unten am Felsen befindet

sich heute eine Inschrift, die 1991 zur Erinnerung an die Gründung des Fränkische-

Schweiz-Vereins am 29. September 1901 durch Pfarrer Tremmel in der Schuttersmühle angebracht wurde.

Kühlerrielsertal bei Schüttersrnûhle F ränk, Sduie iz.

67 Das Forsthaus Altenhof, das 1989 abgerissen wurde und in der Waldabteilung Klumperleite stand, hat eine alte Tradition. Schon im 1 5. [ahrhundert ist hier ein Bauernhof erwähnt, der zur Pfarrei EIbersberg gehörte. Ab 1634 wurde der Hof von der Familie Schaffer bewirtschaftet, deren Nachfahren Ende des 19. [ahrhunderts nach Amerika auswanderten und den Hof an den Staatsforst verkauften. Von da an diente das Haus als Wohnung für den Revierförster und seine Familie, die Felder wurden aufgeforstet, die Wiesen blieben bestehen. Zeitweise betrieben die Förster hier nebenbei auch eine Waldgaststätte mit Kegelbahn. Der letz-

te Förster im Altenhof war Walter Franz. Heute befindet sich an der Stelle des Gebäudes ein Jugendzeltplatz, dessen Umzäunung in etwa mit dem alten Hofzaun auf dem Bild übereinstimmt.

68 Bis 1 972 bildete Kirchenbirkig zusammen mit Weidenloh, Trägweis und Kleinkirchenbirkig eine eigene Gemeinde. Heute ist es einer der größten Ortsteile von Pottenstein. Der jetzige Bürgermeister Dieter Bauernschmitt ist heutiger Besitzer des Gasthofes, allerdings eines Neubaues an gleicher Stelle, denn der Gasthof auf dem Bild wurde 1962 abgerissen. Georg Bauernschmitt war der Großvater des heutigen Besitzers. Die Aufnahme ist um das Iahr 1900 entstanden. Möglicherweise handelt es sich um die Allerweltskirchweih im Oktober, bei der sicherlich auch derTanzsaal, der sich im ersten Stock befand, genutzt wurde.

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