Pottenstein in alten Ansichten

Pottenstein in alten Ansichten

Auteur
:   Peter Spätling
Gemeente
:   Pottenstein
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6144-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Pottenstein in alten Ansichten'

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69 Das Schloß Küh1enfels war Sitz eines bischöflichen Amtmannes und verdankt seine Entstehung wohl einem alten Verkehrsweg von Pottenstein nach Auerbach. Die älteste Urkunde dieses Ortes stammt aus dem [ahr 1 340, wobei ein Erhard zu Kulmelin erwähnt wird. Im Laufe seiner Geschichte wurde das Schloß zwar mehrfach geplündert, den Quellen nach aber nicht zerstört. Seine schlechte Bausubstanz zwang aber zu wiederholten Urnbauten, so daß heute der Charakter einer mittelalterlichen Burg nur schwer zu erkennen ist. Markant sind die beiden rechteckigen Ecktûrme, die nach außen fensterlos sind und zwischen denen sich

noch Reste einer alten Ringmauer befinden. Auch von dem im 19. Iahrhundert angelegten Landschaftsgarten, über den der Nürnberger Mundartdichter Grübel ein Gedicht verfaßte, ist kaum

mehr etwas vorhanden. Das Schloß befindet sich heute in Privatbesitz.

70 Natürlich waren Gastwirtschaften wichtige Gebäude und Treffpunkte in einem Dorf. Daß sie aber gegenüber der Kirche so dominierend sind wie auf dieser Ansichtskarte von Elbersberg, ist schon auffallend. Dabei ist die EIbersberger Kirche, die auf dem oberen Bild noch über die Bäume herausspitzt, aber durchaus bemerkenswert, denn sie hat eben eine für eine Dorfkirche ungewöhnliche spätklassizistische Chorturmanlage mit rechteckigem Grundriß. Es ist bereits die zweite Kirche auf diesem Platz, denn der Kirchenbau von 1545, der auf den Resten der 1430 in den Hussiten-

kriegen zerstörten Burg errichter worden war, mußte 1830 wegen Baufalligkeit abgerissen werden. Ebenfalls alteTradition haben die beiden Wirtschaften, deren Bierausstoß schon beträchtlich

gewesen sein muß, wenn man die davor lagernden Fässer betrachtet.

GruB aus EIbersberg,

Geumtansicht

Gasthaas von Joh. Brendl

71 Vielließe sich über dieses Bild einer Bauernhochzeit in der Pfarrgemeinde Elbersberg wohl kurz nach der [ahrhundertwende erzählen. Es zeigt neben dem Brautpaar Margarete und Josef Baier Elbersberger Bauern in ihren typischen fränkischen Festtagsgewändern. Die Braut heiratete keineswegs in Weiß, sondern derTradition gemäß mit einer Brautschürze aus schwarzgründigem Damast mit Seidenstickereien. Auf dem Kopf trug sie einen Kopfschmuck aus künstlichen weißen Blüten, grünen Blättchen und Wachsperlen. Ein festliches Halstuch und eine Kette rnit einem goldenen Kreuz rundeten den Schmuck ab. Mit weißen Schürzen und

Kopfschmuck waren die Brautjungfern gekleidet. Unter der Eingangstfue mit den Bierkrügen stehen die Brautführer. Die übrigen Frauen tragen einfache fränkische Tracht, die 'bunte War'.

72 Waidach, das urkundlich 1349 erstmals erwähnt wird, harte lange Zeit sogar eine Burg, die jedoch nach der völligen Zerstörung in den Bauernkriegen nicht wieder aufgebaut wurde. Stattdessen entstand auf den Trümmern 1533 ein Forsthaus, das auf dem oberen Bild neben der Kapelle noch zu sehen ist, allerdings nach einer umfangreichen Renovierung im 18. [ahrhundert durch den bischöflichen Hofbaumeister ].H. Dientzenhofer. Die Kapelle wurde 1 798 vom Forstamtsverweser Hans Hess neben dem Forsthaus errichtet. Auch die Wirtschaft von Johann Dümler (heute der GasthofZum Knopfloch' von G. Neubauer) dürfte als ehema-

lige Raststation an der alten Weinstraße eine schon circa dreihundert [ahre alte Traditionhaben.

? ~J'

"

Wirtschaft von Jobann Dfimler

Wirtschaft vo;l Johann Dfimler. Saalgebllude

73 Ein innerdörfliches Zentrum war früher sicher das heutige Haus Nr. 22 der Familie Bauernschmitt in Regenthal. Zum einen war es im unteren rechten Teil eine Schankwirtschaft, in der auch die Bewohner des Dorfes in Steinkrügen das Bier nach Hause holten, wie vorne auf dem Bild zu erkennen ist. Daneben waren im linken Teil des Erdgeschosses ein Lebensmittelladen und eine Bäckerei, in der die Bauern des Dorfes, die nicht selbst über einen Backofen verfügten, gegen Abgabe von Mehl Brot backen lassen konnten. Letztendlich war bis 1977 eine Poststelle dort untergebracht, von der heute nur noch der Postkasten übriggeblieben ist.

Der Schankbetrieb wurde 1961 beendet, die Bäckerei 1989 und die Lebensmittelhandlung 1992 aufgegeben. Damit starb wohl ein ganz wesentlicherTeil der dörflichen Eigenständigkeit.

Regental, Frank, Schweis, Wirtschaft, lbndlung u. Eäckere~ ven Bauernschmitt Ww.

74 Diese alte Ansichtskarte aus dem heutigen Ortsteil Hohenmirsberg enthalt in der unteren Reihe alle dörflichen Einrichtungen, die das Leben der Dorfgemeinschaft früher entscheidend prägten: Kirche, Pfarrhaus, Gasthäuser, Schule. Der Kirchenbau, eine ländliche Barockkirche, geht auf eine neuerrichtete Kirche im [ahr 17 19 zurück, wurde an verschiedenen Stellen aber inzwischen verandert und renoviert. So zum Beispiel nach einem Brand des Turmes im Iahr 1815. Der Pfarrhof ist fast genauso alt wie die Kirche und wurde nach deren Fertigstellung von einem Mitglied der Baumeisterfamilie

Schweßinger aus Waischenfeld gebaut. Der Ort selbst liegt landschaftlich gesehen neben einem der höchsten Punkte der Fränkischen Schweiz, der Hohenmirsberger Platte, von wo aus man ei-

nen umfassenden Weitblick bis ins Coburger und Nûrnberger Land hat.

75 Auch die Karte aus Weidenhüll bietet Erinnerungen. Das Schulhaus verlor im Zuge der Gebietsreform seine Bestimmung und gleiches passierte dem Forsthaus in den achtziger [ahren. Die kleinen Dörfer mußten so in den letzten beiden [ahrzehnten immer mehr kommunale Institutionen abgeben. Der Zentralismus der heutigen Zeit führt letztendlich oft zum Verlust einer echten dörflichen Gemeinschaft. So werden häufig kleinere Dörfer, nachdem auch manche Landwirtschaft aufgegeben wurde, zu Schlaforten für Pendler. Der Ortsname weist auf eine ehemalige Hüle hin, die eine Wasserstelle auf der sonst treekenen Albhochfläche darstellte. In

Trockenzeiten oder bei Hausbränden sind diese oft bis heute eine äußerst wichtige Wasserquelle.

Gruß aus Weidenhüll~3·3t,

76 Der Ortsname von Vorderkleebach dürfte slawischer Herkunft sein und somit weder mit Klee noch mit Bach etwas zu tun haben. Der heutige Ortsteilliegt im nördlichsten Zipfel des Pottenstelner Gebietes undhat in seiner Geschichte eine interessante Begebenheit: 1 541 verfügte der Bischof, daß Hinterkleebach dem Markgrafen und Vorderkleebach der Pfalz gehören solle. In den Wirren der Reformation wurde diese Gemeinde dann auch religiös getrennt, denn die Markgrafen wurden protestantisch, während Vorderkleebach pfälzisch-katholisch blieb. Heute sind diese Probleme aber ausgeräumt. Die Wirtschaft von ]ohann Richter, der mit seiner

Familie auf dem Bild zu sehen ist, wird weiterhin betrieben, ist aber baulich als Gastwirtschaft und Fremdenpension stark verändert.

Gruss aus VorderkIeebach

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