Preetz in alten Ansichten

Preetz in alten Ansichten

Auteur
:   Peter Pauselius
Gemeente
:   Preetz
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5222-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Preetz in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Der Ort Preetz wird zuerst in einer Urkunde des Bischofs Bertold von Lübeck am 4. April 1220 erwähnt. Anfangs zählt Preetz 11 Hufen und 39 Hausstätten. Es handelt sich um ein reines Bauerndorf mit einem Bauernvogt an der Spitze. 1550 gibt es 4 Hufner und 44 Kätner, hinzu kommt eine größere Anzahl von Insten, d.h. Leute, die bei den Hufnern oder Kätnern zur Miete wohnen. Sie sind landwirtschaftliche Arbeiter oder Handwerker. Da ihre Zahl wächst, bauen sie sich kleine Häuser, die als Buden bezeichnet werden. Es entstehen mit der Zeit hausbesetzte Straßenzeilen.

Da Preetz an der einzigen, verkehrsreichen Verbindungsstraße Kiel-Lübeck liegt, floriert der Ort, und es kommen auch mehr Krüge und Herbergen hinzu (1621 sind es 28 Gasthäuser). 1677 wird der erste ansässige Arzt erwähnt, 1691 gibt es zwei Apotheken und einen königlichen Postmeister. 1703 wird die erste Feuerspritze angeschafft, nachdem 1694 das Decken der Dächer mit Stroh verboten wordenwar.

Der Flecken Preetz untersteht dem adeligen Kloster Preetz, das sich in dieser Zeit genötigt sieht, den aufstrebenden Flecken verwaltungsmäßig zu teilen. Der Klosterprobst, unter dessen Herrschaft Preetz steht, teilt den Ort in Quartiere, also Viertel (Ouart = Viertel). Jedem Quartier steht ein Quartiersherr vor. Bei der Volkszählung 1803 zählte man irn Kloster 34 Familien mit 198 Menschen und im Flekken Preetz 650 Familien mit 2 862 Menschen. 1856 verzeichnet Biernatzki in seiner Topographie, daß der Fabrikant Mosbach sowie Carl Flor & Comp. aus Preetz fast alle Orte in Schleswig-Holstein mit ihren baumwollenen und halbseidenen Erzeugnissen versorgen. Es gibt eine Seifensiederei, eine Essigbrauerei, eine Waggonfabrik, zwei Tabakfabri-

ken, zwei Lichtfabriken und mehrere Lohgerbereien. Die Lohwindmühle gehört der über die Grenzen bekannten Schusterzunft in Preetz.

Es haben hier 1860 drei praktizierende Ärzte ihren Sitz, nur noch ein Apotheker, ein Rechtsanwalt, eine Druckerei und eine Imkerschule. Der Ort hat eine Gasanstalt (gegründet 1865) und eine freiwillige Feuerwehr. 1870 erhält Preetz die Stadtrechte und löst sich damit vom Kloster.

1890 hat Preetz schon 4 742 Seelen, davon 2 417 männliche und 2325 weibliche. Man zählt 1019 Haushaltungen und 489 Wohnhäuser.

1908 gibt es 10 Schlachtermeister mit SO Gehilfen, die pro Jahr 8 000 Schweine schlachten . Es befinden sich hier weiterhin eine Bierbrauerei mit 20 Arbeitern, eine Malzfabrik, eine Färberei und Spinnerei mit 36 Arbeitern, eine Kistenfabrik, eine Essig- und Hefefabrik, eine Sparkasse von 1822, die 1871 gegründete Kreditbank und eine Geschäftsstelle der Holstenbank aus Neumünster.

Der Stadtbezirk mißt 721 ha, nach Abzug von Bauplätzen, Hofräumen und Straßen bleiben 634 ha für den Landbetrieb. Davon sind 517 ha Acker, 92 ha Wiesen, 25 ha Hölzung. Die Bevölkerungszahl beträgt um 1900 5 060 Bürger mit 547 Wohngrundstücken. Der Viehbestand beläuft sich auf 180 Pferde, 301 Rindcr, 8 Schafe und 1 206 Schweine.

Dies ist in ganz wenigen Zeilen ein Abriß der Geschichte in reinen Daten und Fakten. Wie man sich Preetz zu Anfang des 20. Jahrhunderts als kleines Städtchen vorzustellen hat, vermag der geneigte Leser unter anderem einem Gedicht zu entnehmen, vorgetragen in der Landsmannschaft der Schleswig-Holsteiner zu Berlin:

Mien lewe Fründ, wenn in de Stadt

du gründlich häst dat Leben satt,

Wenn Du dat ganze Jahr hest schuft

Un sehnst Di mol na frische Luft,

Häst Du de Lung voll Stov un Dreck, Denn hätt dat Doktern gorkeen Zweck. Dor helpt keen Dokter undApotheker. Een Middel giw't bloß, dat is seker.

Dit Middel is, Frûnd, lat di raden,

Een kräftig Kost, frisch Luft un Baden. Un denn natürlich hört dortau,

Nich dat alleen, ne ock de Rauh.

Du seggst woll: dat kann möglich sien!

Doch sowat giw't nich bi Berlin.

Föhrt man tein Miel hier ock na buten,

Hört man noch ümmer Auto tuten,

de ganze Gegend, wo man kümmt,

Is van Berlinern owerswümmt.

Du deist grad, mien lewe Fründ,

As wenn dar sünst keen Orte sûnd,

wo man kann gaut un prieswert leben,

Wollt Du din Urlaub froh geneten,

Schall Di keen Wal, keen Haifisch freten, Denn föhr na Preetz - knippt ock bi't Baden Di dor een Krebs mal in de Waden,

Dat's doch sa slimm nich, wenntpasseert, As wenn een Haifisch Di vertehrt.

Sünst sünd die Post- und Kirchsee free Van Waterslangen unsonArt Veeh.

Un denn de Luft in Wald un Hain

So wunderbar, so mild, so rein,

De Lüd in Preetz sa tru un friedlich, So eenfach, grad, un so gemütlich. Un denn de lütten Deerns so nüdlich. Dat, lewe Frûnd, dat mark di stets, So nüdliche giw't bloß in Preetz.

Un frogst Du: wie is dor de Kost? Du weeß, ick et gern gode Wust, Dorin bin ick keen Kostverachter. Na, all näslang wahnt een Slachter. Un Preetzer Würst, in't ganze Land Sûnd de as delikat bekannt.

Un föhrst Du hin, so lat Di raden:

Eet mol in Preetz een Ossenbraden So knusprig, saftig un so fien

Kriegst Du em nich in ganz Berlin. Ock sünst, worup Du hest Aptit, Kriegst Du in Preetz to jeder Tied. Mehlbüdel jonich to vergeten.

Ock rode Grûtt muß Du mol eten. Een godes Beer giwt dat dor ock, Hel nördlich is in Preetz de Grog. Schampanjer, Seckt un unterdem, Den echten Lüttenborger Köm. Wennsöß dorvan Du hiist in't Liew, Min lewe Fründ, denn büst Du stiew. Frags Du minu, ob dat ock stimmt, Ob dat ock wohr is, wie dat kömmt, Dat alles sa genau ick weet,

Na, ick weet doch in Preetz Bescheed! Mien lewe Frûnd, dat is keen Schmus, lek bünnich wietvonPreetz toHus. (I)

Zusammen mit den im Hauptteil folgenden Fotos aus der alten Zeit können die nachstehenden Texte einen Einblick in das Leben und Treiben einer liebenswürdigen Kleinstadt vermitteln.

Es ist mir eine angenehme Pflicht, denen von Herzen zu danken, die mir leihweise Ansichten zum Abdruck für das vorliegende Werk überlassen haben. Nur durch ihre Mithilfe konnte das Buch in dieser Form entstehen.

Mit den besten Grüßen aus Preetz Ihr Peter Pauselius

Bildnachweis:

Frau E. Kersting, Bad Vilbell , 11 Frau A. Thöwe, Preetz 3

Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek, Kie14, 5 Herr A. Steiner, Norderstedt 33

Stadtarchiv Preetz 6, 16, 18,25,30,34,39,47,48,49,50,52 FrauM. Latendorf, Preetz7, 9, 31, 65

Herr J. Wätjen, Preetz 12

Frau H. Peters, Preetz 13

HerrE. Duve, Preetz 17

Herr G. Schnell, Preetz 19

Herr W. Prien-Petersen, Preetz22 Frau G. Braasch, Preetz 24

Herr H.A. Delfs, Preetz 26

Frau Möbitz, Schellhorn 32

Landesamt für Denkmalpflege, Kie136, 44 Herr H. Bichel, Preetz 38

Herr G. Rohwedder, Preetz 53

Herr A. Sommer, Preetz 54

HerrH. Lepthien, Preetz55, 57, 67, 71 Herr F. Koch, Lübeck 56

Farn. J. Schuster, Kiel58

Herr Schreiber, Kiel Kronshagen 59 Herr D. Hoffmann, Preetz 60

Evangelische Kirchengemeinde, Preetz 62 oben, 63 Frau I. Schenk, Preetz 64

FrauA. Voß, Preetz66

HerrDr. D. Drenckhahn, Preetz68 Herr H. Bloese, Preetz 69

Frau A. und M. Lepthien, Preetz 70 Herr H. Hingst, Preetz 72

Herr M. Lucht, Preetz 75

Textquellen:

I Stadtarchiv Preetz

II Preetzer Zeitung vom 22.5 .1929

III Preetzer Zeitung Anzeige 1910 IV Preetzer Zeitung vom 16.1.1907 V Preetzer Zeitung vom 16.1.1907 VI Preetzer Zeitung vom 16.1.1907 VII Preetzer Zeitung vom 22.3.1903

VIII 'Erinnerungen an einen Heimgegangenen', Briefe des Major von Jena an seine Familie, Berlin, Königs Verlag 1864.

IX 'Schleswig-Holstein Meerumschlungen' Kriegs- und Friedensbilder , von Graf Adelbert Baudissin, 1864.

X 'Die Imkerschule in Preetz' von Pastor J. Koek, Medelby 1908. In: Kreis-Kalender für Plön 1907/11, s.a.:

Manuskript der Einweihungsrede von J. Koek am 15.7.1908.

XI Strophe aus 'Im Klostergarten zu Preetz' von Wilhelm Lobsien, in: 'Die Heimat' Nr. 10, 14. Jahrgang, Oktober 1904.

1. Kommt man von Kiel nach Preetz, muß man am damals beliebtesten Ausflugsziel der Preetzer Bevölkerung vorbei, dem 'Etablissement Weinberg', Dieses Foto, aufgenommen 1908, zeigt eine fröhliche Gesellschaft, wahrscheinlich den Gesangsverein, vor dem Lokal. Im Garten des Weinbergs gab es sogar eine Freiluft-Kegelbahn.

2. Der Hochtzeitszug über den Kirchsee. Nicht in Venedig und nicht im Spreewald wohnen wir, sondern in Preetz. Durch die Bodenreformer werden gegenwärtig in der Kirchenstraße die Hausanschlüsse an das städtische Wasserrohrnetz hergestellt, eine Auffahrt zur Kirche ist daher auf dem Landweg unmöglich. Aber die Liebe macht erfinderisch, und so fuhr man in reich geschmückten Booten, das junge Paar unter einem Laubbaldachin, durch die Schwentine und den Kirchsee zur Kirche. Es stimmt wieder einmal: Die Liebe überwindet alles, auch die Buddelei in den Straßen von Preetz. (Il)

3. Um 1860 reiste der später berühmt gewordene Fotograf Friedrich Brandt aus Flensburg durch seine nähere Heimat und fertigte Fotos für Bildbände und zum freien Verkauf an. Dabei entstand auch dieses vom Preetzer Marktplatz. Das vierte Haus von links ist das Hotel 'Stadt Hamburg', der große Bau im Hintergrund ist das Krukenberg'sche Haus.

4. Dieses Krukenberg'sche Haus war seit Anbeginn das landwirtschaftliche Anwesen eines Akkerbürgers. Ende des 18. Jahrhunderts war es das Wohnhaus und wohl auch die Werkstatt des Goldschmiedes Peter Gerhard Johannsen. Seit 1892 beherbergte es eine Niederlage der Preetzer Berg-Brauerei und wurde 1896 abgerissen, da der Vorstand der Stadtsparkasse den Bau eigener Räumlichkeiten beschlossen und dieses Grundstück dafür gekauft hatte.

5. Die Aufnahme der Rückseite des Krukenberg'schen Hauses ist eine der ganz wenigen, die Preetz einmal von hinten zeigen: das Anheimelnde der Fachwerkkonstruktion mit dem riesigen Dach, andererseits aber auch die Baufälligkeit und die geringe Lebensqualität hinter den ungedämmten Wänden und den kleinen Fenstern. Der Hofplatz wird, wie in Preetz üblich, statt eines Zaunes mit einer Holzplanke umgeben. Man konnte darauf die gegerbten Felle zur Schuhherstellung trocknen lassen. Schuhmacher mieteten solche Planken sogar an.

6. Gegenüber dem Anwesen Krukenberg in der Mühlenstraße lag das Haus des Weinhändlers Johann Christian Martin Cramer. Seine Firma - 1831 gegründet - bot ein Lager aller Weine und Spirituosen an. Im Haus links daneben hatte Dr. Eduard Apel seine Praxis.

7. Aus Anlaß des 19. Kreis-Feuerwehr-Tages 1911 entstand diese Aufnahme des Marktplatzes. Die Freiwillige Feuerwehr Preetz feierte gleichzeitig ihr 36jähriges Stiftungsfest. Groß und Klein waren auf den Beinen. Wir verdanken dieser Tatsache einen Eindruck der damals von Preetzern getragenen Mode.

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