Prüm in alten Ansichten Band 1

Prüm in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Josef Faas
Gemeente
:   Prüm
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3068-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Prüm in alten Ansichten Band 1'

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nach den neuesten Grundsätzen eingerichtete Kanalisation geschaffen worden. Der Haupterwerbszweig ist die Lederindustrie. Als Beweis für die Güte des Leders möge die Tatsache dienen, daß die Militärverwaltung nur diese Art Leder Benutzt, Soweit der 'Führer durch Prüm', der dann noch darauf hinweist, daß in fünfzig Minuten mit der Bahn Gerolstein zu erreichen sei, gegenwärtig der bedeutendste Knotenpunkt der Eifelbahnen. In einern Reisetip einer bekannten Zeitung war kürzlich zu lesen, daß Prüm kaum mehr aufzuweisen habe an Sehenswürdigkeiten als die prachtvolle Salvator-Basilika, Hier muß man den Reiseführern wohl voll zustimmen, wenn sie weit mehr als dies dem Fremden anbieten, obgleich sie mit Kaiser Wilhelm 11., der Prüm 1911 besuchte, einer Meinung waren, daß der neue gotische Bau des Knabenkonvikts ins Auge falle, eine Zierde des Ortes in baulicher wie landschaftlicher Beziehung, und daß der Neubau des 18. Jahrhunderts (gemeint ist die Abtei), wie er heute noch erhalten ist, keineswegs glücklich gelungen sei mit einer zopfigen Giebelfront und ebensolchen Türmen. Es sollte halt noch einige Jahre dauern, bis Wilhelm Pinder sich durchsetzen und klarmachen konnte, daß Barock auch sehr schön sein kann. Damit haben wir schon mehrmals die Geschichte gestreift. Im Eifelführer heißt es: Prüm verdankt Entstehen und Entwicklung seinem Benediktinerkloster. Seine Geschichte ist daher mit der Geschichte der ehemaligen gefiirsteten Abtei unzertrennlich. Womit der Verfasser vollauf recht hat, man kommt in Prüm nicht ohne die Geschichte aus, immer wieder stößt man auf Zeugnisse der Vergangenheit. Deshalb wird auch der 'geneigte Leser' nicht gleich unwillig sein, wenn ihm hier in kürzester Form die Geschichte der Stadt präsentiert wird. Der Stadtplan rnöge ihm bei der Lektüre weiterhelfen.

Mittelpunkt der Stadt Prüm war bis zu ihrer Auflösung im Jahre 1802 und auch noch nach ihrer Auflösung bis in unsere Zeit hinein die Abtei St.Salvator, heute Basilika und ReginoGymnasium. 721 gründete eine fränkische Edle auf dem nach Osten abfallenden Schuttkegel des Tettenbachs, nicht allzu weit von der Prüm entfernt, ein Männerkloster, in dem für die Familie der Gründerin immerfort gebetet werden sollte. Der Bereich des Klosters umfaßte Kirche, Kloster- und Ökonomiegebäude, Höfe und Gärten, Werkstätten und alles das, was zu einem mittelalterlichen Großbetrieb gehörte. 1016 gründete einer der Äbte ein Chorherrenstift, dessen Kirche und Stiftsbauten sich westlich an den Abteibering anschlossen. Um das Stift herum entwickelte sich dann die bürgerliche Siedlung, vor allem nachdem Kaiser Heinrich 1I. dem Stift das Martkrecht verliehen hatte, Handwerker ließen sich hier nieder, die zum Teil im Dienste des Klosters standen, Händler und Gastwirte zur Betreuung der Pilger, die bei den mittelalterlichen Pflichtprozessionen nach Prüm kamen. Zudem besaß die Abtei seit 762 eine kostbare Herrenreliquie, ein Stück von den Sandalen Christi.

Der Besitz der Abtei wuchs bis etwa 1200 stetig, man errichtete zu dessen Verwaltung Außenstellen in Frankreich, in den Niederlanden, in der Eifel und am Rhein, Der dichte Besitz um Prüm herum wurde um 1232 zu einem selbständigen Fürstentum zusammengefaßt, das auf den Reichstagen die 65. Einzelstimme führte. Dieses Fürstentum loekte schon bald einige Neider, zunächst war es das benachbarte Luxemburg, dann das Kurfürstentum Trier, dem es nach langen Kämpfen gelang, 1576 das Fürstentum in den Kurstaat Trier einzuverleiben. Der Kurfürst von Trier wurde Abtsvertreter und damit auch Bauherr in Prüm. Von 1721 bis 1730

ließ er durch den Hofarchitekten Judas die Abteikirche erneuern. 1730 kam Franz Georg von Schönborn auf den Kurfürstenstuhl, er ließ Balthasar Neumann einen Plan für den Neubau der Abtei anfertigen, den dessen Meisterschüler Johannes Seiz mit einigen Abänderungen ausführte, Der Bau wurde allerdings 1768 eingestellt, als sich die Prümer Mönche nach dem Tod des Kurfürsten von Walderdorf weigerten, dem Domkapitel, das die Zwischenregierung führte, den Treueid zu leisten. So blieb der Bau bis 1912 unvollendet.

Das 18. Jahrhundert gab der Stadt in etwa ein barockes Aussehen mit der Abtei selbst, der Dechanei des Stiftes, dem Haus Steinheuer am Johannismarkt und auch, wenn man etwas weiter ausgreifen will, mit der 1198 gegründeten und im 18. Jahrhundert neuerbauten Benediktinerinnenabtei Niederprüm.

1794 rückten die Franzosen in Prüm ein, 1802 wurden die Klöster aufgehoben, die Stiftskirche auf Abbruch verkauft. Aus der Oberamtsstadt des Kurfürstentums wurde die Hauptstadt eines französischen Arrondissements, die Klosterkirche wurde Pfarrkirche, die Abtei, auf Wunsch Napoleons, Schulgebäude und auf diese Weise vor der Zerstörung bewahrt. Allerdings kam die geplante höhere Schule erst 1852 zum Zug. Das Kloster Niederprüm nahm nach über hundert Jahren ein Progymnasium auf.

Die Lederindustrie des 18. Jahrhundert rettete sich ebenso wie die Textilindustrie in das 19. Jahrhundert hinein, erstere sogar bis in die Mitte unseres Jahrhunderts, während die Textilindustrie in der Stadt bereits 1850 eingestellt wurde. In den Dörfern der nächsten Nachbarschaft blühte sie noch bis zum Zweiten Weltkrieg.

Prüm blieb bis in unsere Zeit wichtiger Marktort, verloren hat

es allerdings die Funktion einer Kreisstadt, die es von 1816 bis 1971 innehatte. Lange Zeit nannte man es Behördenstadt, heute kann man es Schulstadt, Einkaufszentrum und kulturellen Mittelpunkt der Westeifel nennen.

1m 19. Jahrhundert geriet die Stadt ins Gerede, als Revolutienäre aus Trier, Wittlich und Bernkastel 1849 das Prümer Zeughaus der Landwehr stürmten, ein Ereignis, das sich den preußischen Monarchen bis 1914 fest eingeprägt hat,

Der Erste Weltkrieg verschonte Prüm, der zweite zerstörte es bis zu achtzig Prozent. Heute erinnert nichts mehr an diese Zeit, auch nicht an die Explosion eines Munitionsdepots, die die Stadt 1949 wieder zu dreißig Prozent zerstörte.

Prüm wurde wieder aufgebaut, es gibt nur noch wenige Baulücken. Vergleicht man die alten Postkarten, von denen die älteste aus dem Jahre 1897 stammt - sie ist nur zwei Jahre jünger als die ältesten Ansichtskarten überhaupt - mit dem heutigen Stadtbild, so kann man feststellen, daß sich die Straßenführung so gut wie gar nicht verändert hat und daß die meisten amtlichen Gebäude auch heute wieder am alten Platz stehen. So ist das Prüm des 19. Jahrhunderts wiedererstanden, wenn auch vielleicht nicht mehr in allen Teilen so romantisch, dafür aber im großen und ganzen weit freundlicher. Man hat, gleichzeitig, so könnte man fast sagen, zum Teil die kleine Residenz des 18. Jahrhunderts ungewollt wieder hergestellt, nur daß es sich heute weit besser in Prüm leben läßt.

Die Ansichten mögen Erinnerungen wachwerden lassen, sie werden aber auch im Vergleich mit unserer Gegenwart zu einem Kompliment für unsere Gegenwart.

Alt-Prum.

1. In der bekarmten 'Topographia' vom M. Zeiler aus dem 17. Jahrhundert wird Prüm zwar genannt, jedoch hat M. Merian, der sonst die Bilder zu diesem Werk lieferte, keine Zeichnung von Prüm angefertigt. Das älteste Bild der Eifelstadt stammt aus dem Jahre 1783, und zwar bildet es den Kopf eines Meisterbriefes. Die Zeichnung zeigt die zentrale Lage der Abtei und ihrer Wirtschaftsgebäude. Nach Westen schließt sich das Stift und die Bürgersiedlung an. Zum Gipfel des Kalvarienberges führt ein Kreuzweg, in halber Höhe steht eine Windmühle, die 1783-1789 arbeitete. Im Vordergrund liegen zwei Weiher, die das Eis für die Brauereien lieferten; davor die Gruben der Gerbereien.

Gruss aus "prüm Î. Eifel

2. Auf dieser Karte des Katasteramtes aus dem Jahre 1826 läßt sich das Stadtbild des Meisterbriefes leicht verfolgen: die Abteigebäude, davor das Oberamt und Wirtschaftsgebäude. Allerdings steht die Stiftskirche nicht mehr, die 1824, zweiundzwanzig Jahre nach der Aufhebung des Stiftes endgültig dem Erdboden gleichgemacht wurde. Der Verkehr, der bis dahin über den Altenmarkt ging, wurde jetzt durch die Mitte der Stadt über den 'Hahnplatz' geleitet. Rechts und links dieser neuen Straße sind noch Dechanei und Scholasterei zu erkennen. Der 'Hopgarten' könnte an die Prümer Brauereien erinnern, obgleich nicht bekannt ist, ob hier wirklich Hopfen angebaut wurde.

Gruss aus Prüm (¤ifel).

$Oll! Verlag P. Pdaum Nachfolger (H. Jo ?? Goergen), Pril ????

3. Bliek aus dem Prümtal in Richtung Süden auf die Abtei und die Stadt. Wo der kleine Tettenbach seinen Schuttkegel in das Prümtal ergoß, gründete 721 eine fränkische Edle ein Männerkloster. Dieses blieb auch nach der Säkularisation in seinen Bauten stehen, es liegt am Fuße der Held. Nach links schließensich die Bauten mehrerer Gerbereien an. Die Stiftskirche ist längst verschwunden, dafür erhebt sich rechts hinten seit 1889 der neugotische Bau des bischöflichen Konvikts (Jungeninternat).

Totclcnsicht von Prüm

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4. Prüm ist von Trier und Bitburg aus über die Held zu erreichen, von der man einen recht guten Überblick über die Stadt gewinnen kann. Die Aufnahme täuscht ein wenig, die Abtei nimmt zwar eine beherrschende Stellung ein, ist aber doch nicht so gewaltig, wie sie hier erscheint. Nun mag auch heute die Bebauung der Umgebung diesen Eindruck gemildert haben. Im Vordergrund liegt mit ihrem Schornstein die Färberei J.J. Fabry, die 1876 eine Dampf-Woll-Spinnerei einrichtete und Wolle zum Spinnen und Färben übernahm. Sie stellte 1912 ihre Tätigkeit ein.

5. Die gedruckte Ansichtskarte ist so alt wie der Film, beide entstanden um 1895. Die Ansichtskarte paßte sich wie vieles andere stets dem Zeigeschmack an. Beliebt waren gegen Ende des 19. Jahrhunderts Karten dieser Art, sie wurden vielfach von Cafés oder Hotels herausgegeben, so auch diese Karte des Hotels 'Kaiserhof" , die die wichtigsten Bauten zeigt: die evangelische Kirche, Stadtmitte mit Abtei, die ehemalige Klosterkirche und natürlich das Hotel. Dazu ein blumenreiches Rankenwerk, ein Vorspiel zur Kunst des Jugendstils.

6. Beliebt war auch diese Kartenart. Die Vignetten konnte man überall kaufen, man brauchte nur das eigene Amateurfoto hineinzusetzen. Der Bildausschnitt ist übrigens geschickt gewählt, da man die Baulücke an der Abtei nicht entdecken kann.

7. Die Nordfront der Abtei, wie sie bis 1908 zu sehen war. Balthasar Neumann hat den Plan zum Neubau der Abtei gemacht, Johannes Seiz hat ihn mit einigen Veränderungen ausgeführt, allerdings beendete der Aufstand der Prümer Mönche im Jahre 1768 vorzeitig die Bauarbeiten. Die Mönche hatten sich geweigert, nach dem Tod des Kurfürsten von Walderdorf dem Domkapitel während der Zwischenregierung den Treueid zu leisten; der neue Kurfürst Clemenz Wenzeslaus ließ daher die Bauarbeiten einstellen.

PRGM (ElFEL).

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- An der alten Aotei

8. Die Nordwestecke der Abteigebäude nach der Fertigstellung im Jahre 1912. Nach der Klosteraufhebung waren die Abteigebäude in den Besitz der Stadt gekommen, die 1852 hier ein Gymnasium einrichtete, das 1908 an den Staat Preußen überging. Dieser ließ bis 1912 die Nordwestecke durch den Regierungsbaumeister Eggeling nach den Plänen Neumanns vervollständigen. Das Wappen des Kurfürsten Franz Georg von Schönborn wurde vom Innenhof an die Westfront verlegt.

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