Quakenbrück auf alten Ansichten Band 1

Quakenbrück auf alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Theodor Thoben
Gemeente
:   Quakenbrück
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2402-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Quakenbrück auf alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

In jüngster Zeit wird die kulturhistorische Bedeutung von alten Ansichtskarten mehr und mehr erkannt. Schon in ihrem Marktwert drückt sich diese Tendenz aus. Sicher handelt es sich dabei um mehr als Nostalgie, mit der man eine jahrzehntelange Geschichtsblindheit überwinden will. Auch die kleinen Utensilien einer vergangenen Epoche wirft man nicht mehr fort, denn sie sprechen uns unmittelbar an. Nicht nur das Gebäude, auch der Mensch wurde vieltausendfach eingefangen auf diesem so beliebten Nachrichtenmittel, das gerade seinen hundertsten Geburtstag gefeiert hat.

Die Wiege der Bildpostkarte stand gar nicht so weit von Quakenbrück entfernt. Hofbuchdrucker August Schwarz in Oldenburg produzierte 1870 seine ersten Exemplare, die dann nach wenigen Jahrzehnten die Welt eroberten und selbst Ansichten des kleinsten und unbedeutendsten Dorfes in alle Welt hinaustrugen.

In Quakenbrück kann man wie in allen Orten der weiteren Umgebung Karten mit Ortsansichten erst seit 1895 nachweisen. Und weil sie dazu dienten, Grüße nach außerhalb zu versenden, sind die am Ort verbliebenen oder zurückgekommenen Exemplare sehr rar.

Dieser Band soll nun wieder jedem die Möglichkeit geben, beschränkt auf einen ganz bestimmten Ort, nämlich die Stadt Quakenbrück, die Melancholie der Vergänglichkeit alles Irdischen zu erleben. Die reiche

Auswahl machte es möglich eine richtige kleine Stadtbiographie zusammenzustellen, sei es auch nur aus der aufstrebenden Wilhelminischen Ära und aus der aufregenden Zeit der Weimarer Republik. Selbst sehr nüchtern denkende Menschen können an der Ansichtskarte als oft einzig vorhandenes Bilddokument eines Stadtteiles, Straßenzuges oder Gebäudes nicht vorbeigehen. Oft kann man bei der Betrachtung dieser Bilder feststellen, daß wir viel ärmer geworden sind; am Beispiel Quakenbrück jedoch nicht uneingeschränkt: die traditionsreiche Stadt an der Nordgrenze des alten Fürstbistums Osnabrück hat immerhin noch gewisse Inseln, auf denen die Vergangenheit lebt und die harmonisch in das lebendige Gefüge der aufgeweckten Kleinstad t eingegliedert sind. Trotzdem ist es auch hier interessant, den Wandel in der Gestaltung der Straßenzüge zu verfolgen.

Im Jahre 1235 wird die Stadt erstmals in einer Urkunde des Osnabrücker Bischofs Konrad II. von Velber erwähnt, der hier eine Kapelle errichtet, dieser ein Stiftskapitel angliedert und schließlich eine Burg baut um seine Nordgrenze zu sichern. Mitten zwischen diesen beiden Gründungszellen entwiekelt sich die bürgerliche Ansiedlung mit dem ausgedehnten Marktplatz, der bis heute seine Form gewahrt hat. Jahrhundertelang bestimmten die Burgmänner, die zur Verteidigung eingesetzt waren, Bild und Leben der Stadt.

Was anderswo mächtige Stadtmauern erreichten, über-

nahmen hier die Wasser der vielarmigen Hase; sie diente mit ihren künstlich geschaffenen Verbindungsgräben und Wällen der Abwehr feindlicher Eroberer. Lediglich an den Brücken gab es Stadttore, von denen die Hohe Pforte als einziges erhalten blieb; verständlicherweise wurde sie oft als Motiv der Ansichtskarten gewählt, Die ersten Panoramaaufnahmen von der Galerie des Turms der gotischen Sylvesterkirche zeigen, wie klein und beschaulich die heute 10 000 Einwohner zählende Stadt um die Jahrhundertwende war.

Schon damals zeigte man gern seine schmucken Häuserzeilen, die vielfach einen sanften Bogen beschreiben und so in ihren vielgestaltigen, meist der Straße zugewandten Giebeln recht malerisch wirken. Die Ackerbürgerhäuser des 17. Jahrhunderts haben noch viel Ähnlichkeit mit den mächtigen Höfen des umgebenden Artlandes, während die nicht mehr vorkragenden Gesimshäuser des 18. Jahrhunderts von der aufblühenden Kaufmannstadt künden, vielfach noch mit Kran und Warenluken versehen. Auch die Umgebung des parkähnlichen Artlandes ist vielfach auf die Postkarte gebannt worden und die Gewässer der Hase spiegeln sich immer wieder auf diesen noch vor kurzem so wenig beachteten Bildern. Natürlich dürfen die Errungenschaften der Jahrhundertwende nicht fehlen: bescheidene Ansätze einer Industrie, die Schulen und an erster Stelle der 'Hauptbahnhof'. Immer wieder beleben Menschen die Straßenzüge,

und so sind die Karten zusätzlich ein Spiegelbild der Mode jener Zeit. Sicher trägt auch diese Tatsache dazu bei, daß Sie Freude haben an einem historischen 'Gruß aus Quakenbrück'.

Weitere Informationen zur Geschichte der Stadt geben folgende Schriften:

H. Böning, Quakenbrück - Geschichte einer norddeutschen Kleinstadt , Quakenbrück 1972.

H. Böning, Kunstfiihrer Altkreis Bersenbrück, Quakenbrück 1976.

H. Rothert, Geschichte der Stadt Quakenbrück in älterer Zeit , Band 43 der Osnabrücker Mitteilungen, Osnabrück 1920.

H. Rothert, Heimatbuch des Kreises Bersenbrück, dritte Auflage, Quakenbrück 1975.

H. Rothert, Quakenbrück im Dreißigjàhrigen Kriege, Quakenbrück 1923.

Festschrift: 700 Jahre Quakenbrück (1935), Festschrift: 725 Jahre Quakenbrück (1960).

Die Abbildungen dieses Buches stammen aus den Sammlungen Thoben, Böning, Thöle (1) und Lotz (1).

1. 'Ein Ausflug nach Quakenbrück.' Das war im Jahre 1917, als die Ansichtskarte ihre Hochblüte hatte. Eine Familie mit den modischen Utensilien jener Zeit 'fliegt' nach Quakenbrück, dessen Marktplatz die Karte zeigt - vom Turm der Sylvesterkirche aufgenommen.

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2. Die Froschfüße aufdem Quakenbrücker Altstadtpflaster sind gar nicht eine Erfindung unserer Zeit: bereits 1904 kündeten Frösche von 'Des Artland's Perle'. Die im Jugendstil gehaltene Karte zeigt eine Ansicht des Schiphorst, rechts vorn Haus Krumland (später Honnef), dahinter das Gebäude der Kleinen Mühle aus dem 18. Jahrhundert, und vor den Türmen die Häuser des Ellerbrok.

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3. Im Jahre 1912 wurde diese Aufnahme vom Turm der Sylvesterkirche aufgenommen. Noch ist das Gebiet 'Am Deich' fast unbebaut. In der Mitte wird die 1899 eröffnete Flußbadeanstalt in der Hase sichtbar. Im Hintergrund sieht man die Häuser der Badberger Straße. Am Marktplatz zwischen Marienkirche und alter Schule steht das ehemalige Rekterats- und Schulhaus, das 1966 dem katholischen Jugendheim wich.

4. Die gleiche Aufnahme als Winterlandschaft; das war damals möglich, Nur Mondlicht erleuchtet die schlafende Kleinstadt.

5. 'Original-Fliegeraufnahme' des Stadtzentrums aus dem Jahre 1938. Im Vordergrund (Mirte) ist die 1964 abgebrochene Anlage des Loxter Hofes (Burgmannshof) zu erkennen. Die alte 1945 zerstörte Marienkirche zeigt noch die Verbindung zum ehemaligen Klostergebäude. Ein Auto belebt den Marktplatz.

6. Diese älteste bisher bekannte Quakenbrücker Ansichtskarte stammt aus dem Jahre 1896. Neben der noch ganz von Häusern umschlossenen Hohen Pforte und der Marienkirche sowie dem 'Siegesdenkmal' zeigt die farbige Karte Quakenbrücker Ausflugsstätten:

P1angemanns Kaffeehaus (später Globisch in Grothe), Haus New Vork an der Straße nach Bevern und den Schützenhof.

7. Auch dieses Exernplar stammt aus der 'Pionierzeit' der Ansichtskarte. Das Amtsgericht aus dem Jahre 1897 war gerade fertiggestellt. Die 'vornehmen' Quakenbrücker geben sich ein Stelldichein am Schützenhof, und das erste Hotel am Platze, das 'Rothe Haus', durfte nicht fehlen. Die hauseigene Kutsche hat soeben Gäste von der Bahn abgeholt, auch der Mann mit dem Gepäckkarren ist schon eingetroffen. Das Hotel, 1859 gegründet, ging 1923 an den Lebensmittelgroßhändler Racer über, der es mit einer Fassade im Stil des Historismus versah. Heute gehört das Haus der Firma Möbel-Rump.

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8. Dieses Panorama wurde von der heutigen Gartenstraße aus aufgenommen, die Häuser gehören zum Schiphorst. Im Jahre 1900 existierte noch die Seifenfabrik Husmann & Niemann (Schornstein in der Mitte), links die Gebäude der Kleinen Mühle und das Holz der dazugehörenden Sägemühle. Vor dem Turm der Sylvesterkirche das Hotel 'Zur Post', später städtische Mittelschule.

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