Querfurt damals und heute

Querfurt damals und heute

Auteur
:   Ute Müller
Gemeente
:   Die Presse in alten Ansichten
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6577-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Querfurt damals und heute'

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Querfurt in alten Ansichten

von Ute Müller

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REIHE

15BNIO: 90 288 6577 2 15BN13: 978 90 288 6577 8

© 1999 Europäische Bibliothek - ZaltbommeliNiederlande © 2011 Reproduktion des ursprünglichen Druckes aus 1999

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m Rand der Querfurter Platte, einer sich bis Freyburg ziehenden Muschelkalkhochebene, umgeben von weiten Feldern die sich über sanfte Hügel erstrecken, liegt die kleine Stadt Querfurt mit ihrem großen, schönen Wahrzeichen der Querfurter Burg. Untrennbar sind Stadt und Burg miteinander verbunden. Wer zuerst da war - ob Stadt oder Burg - ist nicht mit Gewißheit zu sagen. Die ältesten Funde, die auf eine Besiedlung des Querfurter Gebietes hinweisen, gehen auf die Steinzeit zurück. Einer der ältesten Nachweise menschlicher Kultur in Sachsen-Anhalt überhaupt stammt von einer Fundstelle bei Klein-Wangen unweit von Querfurt.

Im Hersfelder Zehntverzeichnis, das in spätkarolingischer Zeit erstellt wurde, um alle dem Kloster Hersfeld zehntpflichtigen Orte und Burgen zu erfassen, wurde Querfurt Ende des 9. [ahrhunderts erstmals als Siedlung 'Curnfurde' und die Burg als 'Curnfurdeburg' schrifilich genannt. Der Name ist vermutlich auf das althochdeutsche Wort 'querna' für Mühle zurückzuführen.

Die Burg wurde im 10. [ahrhundert Stammsitz der Edlen Herren von Querfurt. Aus ihrem Geschlecht gingen, um nur die bedeutendsten zu nennen, der später als Heiliger Brun von Querfurt bekannt gewordene Mönch und Kirchenpolitiker (um 973-1009), Kaiser Lothar lIl. von Supplinburg (1075-1137) und Bischof Konrad III. kaiserlicher Kanzler unter Heinrich VI. und Erzieher des Sohnes von Kaiser Friedrich I. Barbarossa hervor.

Im 12. [ahrhundert entwickelte sich Querfurt, begünstigt durch seine Lage an der Kupfer- und Salzstraße, im Schutz der Burg zum Marktfleck und schließlich zur Stadt. Die innere Stadtmauer wurde errichtet. Abgesehen von den Stadttoren ist sie heute noch nahezu vollständig erhalten geblieben. Im [ahr 1198 sind städtische Privilegien und 1200 das Münzrecht für Querfurt nachweisbar. Die 'Vororte' Lederberg, Klosterstraße, Steinweg (Merseburger Straße), Neuendorf und Neuenmarkt (Freimarkt) erhielten im 14. Jahrhundert durch eine zweite, äußere Stadtmauer städtischen Schutz.

Die Edlen Herren von Querfurt regierten, wie es hieß zum Wohle der Stadt bis zumAussterben der männlichen Linie 1496. Das erledigte Lehen übernahm der Erzbischhof von Magdeburg. Er setzte zur Verwaltung einen Amtshauptmann und einen Amtsschreiber ein.

Im Dreißigjährigen Krieg, 1635, endete die Herrschaft des Erzbischofs. Querfurt kam zum Kurfürstentum Sachsen.

Kurfürst [ohann Georg I. teilte sein Land 1650 unter seinen vier Söhnen auf.

1663 errichtet Herzog August aus den Ämtern Querfurt, [ûtcr bogk, Dahme und Burg das Fürstentum Querfurt. August war damit reichsunmittelbarer Fürst von Sachsen-Querfurt, abhängiger Herzog von Sachsen -Weißenfels und Administrator des Erzstifts Magdeburg.

Mit dem Erlöschen der männlichen Linie der Herzöge von Sachsen-Querfurt 1746 fiel das Fürstentum an Sachsen zurück. Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses verlor Sachsen 181 5 die Herrschaft Querfurt an Preußen. 181 6 wurde der Kreis Querfurt aus den Ämtern Freyburg, WendeIstein, Sittichenbach und Querfurt gebildet. Die Stadt wurde Kreisstadt im Regierungsbezirk Merseburg, in der Provinz Sachsen, im Königreich Preußen. Die Burg mit ihren Ländereien wurde preußische Domäne. Nach der Beendigung des Zweiten Weltkrieges und derTeilung Deutschlands fand Querfurt 1949 einen Platz unter den Kreisstädten des Landes Sachsen-Anhalt. Im [ahre 1952 erfolgte eine territoriale Neuaufteilung. Querfurt wurde Kreisstadt im Bezirk Halle. Große Teile des Territoriums mußten an den neugebildeten Kreis Nebra abgegeben werden.

Querfurt blieb nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1989 vorerst Kreisstadt, nun wieder im Land Sachsen-Anhalt, schloß sich aber 1994 mit dem Nachbarkreis zum Kreis MerseburgQuerfurt zusammen.

Auf fruchtbaren Lößböden siedelten die Menschen hier in all den Jahrtausenden.

Rüben und Getreide trägt das Querfurter Land in guter Ernte und Wein gedeiht an den Abhängen der Querfurter Platte im nördlichsten Weinbaugebiet Deutschlands. Landwirtschaftlich geprägt

sind Stadt und Umgebung bis heute. Die wunderschönen Innenhöfe der Querfurter Ackerbürgerhäuser haben Scheunen und Wirtschaftsgebäude wie es einem guten Bauernhof ansteht. Auch das Mischfutterwerk, genauso weit ins Land ragend wie die Burg, zeugt von der traditionelllandwirtschaftlichen Nutzung. Die Querfurter Platte wird rein ackerbaulich genutzt und ist nahezu waldfrei. Aber nur wenige Kilometer entfernt erstreckt sich der Ziegelrodaer Forst. Holzwirschaftlich genutzt enthält er doch immer noch reichlich Eichen und Hainbuchen die natürliche Waldgesellschaft des Gebietes.

Nach dieser kurzen Exkursion in die Geschichte der kleinen, freundlichen Stadt möchte ich all denen danken, die mir die Arbeit an diesem Buch ermöglichten. Mein herzlicher Dank gilt den Mitarbeitern des Burgmuseums und der Stadt Querfurt, insbesondere Frau Rudolph und Herrn Meukow für die fachli-che Unterstützung, und Frau Kaulfuß für die wunderbaren Bilder.

1 Dieser Stich aus dem [ahr

1 740 zeigt Stadt und Burg Querfurt. Ganz rechts die Burg mit ihren drei charakteristischen Türmen. Der 'Dicke Heinrich' wurde hier noch mit Bedachung dargestellt. Unterhalb der Burg befindet sich die Stadtkirche und in der Mitte des Bildes ist der Rathausturm zu erkennen. Im Bildhintergrund wurde die Lage einiger Querfurt umgebender Dörfer bezeichnet.

In dem Tal unterhalb der Burg schlängelte sich der Quernebach. Dort klapperten die Räder der Kloster-, Brauns-, Schloß-, Herrn- oder Ratsund der Wiesen- oderTeufelsmühle und machten dem Namen Querfurt (quernaMühle) alle Ehre.

2/3 Der Markt wird von schönen Ackerbürgerhäusern gesäumt. Die Meisten sind nach dem großen Brand von 1678 erbaut worden.

Zwei Häuser bilden, von Süden die Nebraer Straße entlang kommend, einen regelrechten Eingang zum Markt. DieApotheke und ihr gegenüber der ehemalige Gasthof 'Zurn Goldenen Löwen'.

In dem nördlichen Eckhaus am Zugang zur Burgstraße wohnte Gustav Adolf von Schweden während seines kurzenAufenthaltes in Querfurt. Nach seinem Sieg über Tilly in der Schlacht bei Breitenfeld quartierte er sich am

1 7. September 1625 mit der gesamten schwedischen Armee in Querfurt ein. Der König nahm Wohnung im Haus des damaligen Bürgermeisters Schobis. Er war herzlich bewirtet worden und schenkte der Familie eine sil-

berne Münze zum Dank, die noch lange im Besitz der Nachfahren des Bürgermeisters war.

Im]ahr 1800 am 2S.]uli fand auf dem Markt die letzte öffentliche Hinrichtung statt.

Der Uhrmacherlehrling Heinrich Ferdinand Bury war wegen eines in Leipzig verübten Raubmordes zum Tode durch das Rad verurteilt worden. Ein Gnadengesuch milderte das Urteil. Es wurde mit

dem Schwert vollzogen. 532 Soldaten, 33 Unteroffiziere und sechs Offiziere der Bürgerwehr mußten zum Schutz der Vollstreckung aufgeboten werden.

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4 Das Marktbild wird von dem Rathaus beherrscht. Das schlichte, aus Kalkbruchsteinen errichtete Gebäude mit dem hohem Satteldach und den Treppengiebeln wurde 1455 erstmals als 'geheyte' Bank oder 'Dingebank' erwähnt. Nach dem großen Querfurter Brand van 1678 der es bis auf die Außenmauern zerstörte, wurde es umfassend instandgesetzt und konnte 1699 eingeweiht werden. DerTurm, der vor dem Rathaus zu stehen scheint, wurdeam 23.Juli 1702 seiner Bestimmung übergeben. An der Südseite des Turmes befindet sich eine rundbogige Bläserstube. 1 710 wurde der nördliche Treppenhausturm angebaut. Der gründerzeitliche Anbau im Nordosten machte sich durch den gestiegenen Verwaltungsaufwand erforderlich. Der West giebel wird durch eine Kaminhaube

gekrönt unter der sich der Flaschenzug befand. An der Westseite war auch der Rathausbrunnen. Im Laufe der Iahre wurden am Turm, wie am Rathaus selbst, immer wieder kleinere Reparaturen und Veränderungen vorgenommen.

Früher beherbergte das Rathaus in den Gewölben einen Ratskeller. Dort schenkte man den Wein aus, der rund um die Stadt angebaut wurde. Zur Verzierung des Rathausturmes ließ man 1727 über dem ersten Turmfenster eine Kartu-

sche anbringen. Von Ornamenten schmückend umgeben enthält sie das Querfurter Stadtwappen, darüber ist eine Sonnenuhr, die wiederum von den beiden sächsischen Wappen gekrönt wird. Sie wurde im Iahr 1986 restauriert.

5 Bild oben: Das Haus Nummer 14 am Markt - Fuhrmanns Hof - ist ein typisches Ackerbürgergehöft mit Wohnhaus und Nebengelassen. Früher beherbergte es eine bekannte Wein- und Spirituosenhandlung mit einer Likörfabrik. Von 1913 bis 1960 wurde hier der von Hugo Fuhrmann kreierte 'Dicke Heinrich' - ein Magenbitter - produziert und verkauft. Seit 1993 ist er nach dem Originalrezept wieder erhältlich.

Heute befindet sich die Stadtinformation in dem ehemaligen Geschäft. In dem schönen Hof, dessen romantischer Garten an der Stadtmauer endet, finden im Sommer künstlerische Veranstaltungen statt.

6 Der 'Goldene Löwe' gegenüber der Apotheke am Markt ist heute ein Wohnhaus, aber die Figur des goldenen Löwen an seiner Fassade erinnert noch immer an seine Vergangenheit.

Einst war hier einer der angesehensten Gasthöfe Querfurts. In seinem Keller fand Anna Regina Lasse, die 'Brandjungfrau von Querfurt', am 29. August 1678 mit drei anderen Frauen den Tod.

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