Querfurt damals und heute

Querfurt damals und heute

Auteur
:   Ute Müller
Gemeente
:   Die Presse in alten Ansichten
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6577-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Querfurt damals und heute'

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341mjahr 1998 wurde die Sanierung des Schlafhauses fertiggestellt. Früher befand sich östlich neben dem Schlafhaus ein weiteres Gebäude. Der neugeschaffene Anbau erinnert an diesen Zustand. Dadurch wird der Eindruck, den die Torgasse vor dem äußeren NebraerTor einmal gemacht haben muß, nachempfindbar. Am Entenplan hat man jetzt das Gefühl in die Stadt hineingekommen, von ihr aufgenommen worden zu sein. Die neben dem Tor angebrachte Tafel erinnert an seinen bekannten Bewohner.

3S Links: Vam Entenplan gelang man durch eine kleine Straße zum Freimarkt. Auch hier siedelten sich im 13. Jahrhundert viele Bauern aus der Umgebung in der Nähe der Stadt an. Da ihre Zahl sehr hoch war, durften sie jeden Montag einen freien Wochenmarkt abhalten. Daher der Name Freimarkt. Erst 1609 wurde dieser Markt in die Stadt hinein verlegt.

Das Bild zeigt das Hotel 'Zur Sonne'. Es gibt keine zuverlässigen Angaben über das Alter dieses alten Querfurter Ausspanngasthofes.

Rechts: Ebenfalls am Freimark zu finden ist der schön gestaltete Brunnen. Die hübsche Anlage wurde im [ahr 1986 errichtet. Im Hintergrund ist ein schönes gründerzeitliches Geschäftshaus zu sehen.

36 Das linke Bild zeigt das Querfurter Postgebäude am Freimarkt. Einen geregelten Postbetrieb bekam Querfurt erst als es im [ahr 1635 zu Sachsen kam. Das Postregal nahm Kursachsen auch noch in Anspruch, als SachsenQuerfurt reichsunmittelbares Fürstentum geworden war. Die Herzöge von SachsenWeißenfels kämpften vergebens. Kursachsen hielt seinen Anspruch aufrecht. Der Streit führte sogar so weit, daß Kursachsen den Postillionen in Sachsen-Querfurt die Posthörner wegnehmen ließ.

Der Postdienst bestand in der Beförderung von Briefen, Paketen und Personen. Die Gebühren fielen an den Postmeister, der wiederum eine Gebühr an die kursächsische Postbehörde zu zahlen hatte. Dem Haus des Postmeisters folgend befand sich die Post an verschiedenen Stellen der

Stadt bis am 1. Oktober 1895 das Postgebäude am Freimarkt bezogen wurde. 1 876 wurde die erste Telegrafenbetriebsstelle eingerichtet. Vier [ahre später erhielt Querfurt einen Fernsprechapparat zur Übermittlung von Telegrammen nach Ladersleben und Steigra. Erst 1895 konnte eine Stadtfernsprecheinrichtung aufgebaut werden. In der Stadt fanden sich nur neun Teilnehmer. Den für die Inbe-

triebnahme erforderlichen zehnten Teilnehmer verdankte die Stadt der Gemeinde Gatterstädt. Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Querfurt - Vitzenburg 1904 verschwand die letzte Personenpost aus Querfurt - die nach Nebra.

Rechts: Die 'Weintraube' in der Merseburger Straße

ist ein alter Querfurter Ausspanngasthof. Genaue Angaben fehlen aller-

dings, was nicht viel sagt, denn Querfurt war voller Gasthöfe und nur die bekanntesten wurden von den alten Chronisten erwähnt.

37 Nachdem 1816 der Kreis Querfurt gebildet worden war, machte es sich 1874 erforderlich ein Verwaltungsgebäude eigens für die Kreisbelange zu errichten. Am Burgring wurde mit dem Bau des sogenannten Kreisständehauses 1 876 begonnen. In dem späteren Landratsamt gab es Büroräume für 18 Beamte und im Obergeschoß eine Wohnung für den Landrat. Der Sitz der Kreisverwaltung blieb in all den [ahren des Bestehens des Kreises Querfurt in diesem Gebäude, das durch Nebengebäude ergänzt wurde. Heute befindet es sich in privater Hand und wird von verschiedenen Querfurter Firmen und Institutionen als Bürogebäude genutzt.

38 Im]ahre 1922 erbaute man in der ]ohannes-SchlafStraße das Querfurter Finanzamt. Das Gebäude erhielt nach dem Zweiten Weltkrieg eine neue Bestimmung. Nach einem Umbau wurde es 1955 als 'Inneres Krankenhaus' eingeweiht. Es war neben dem Chirurgischen Krankenhaus in der Eislebener Straße das Zweite in Querfurt.

39 Das Wahrzeichen der Stadt liegt am südlichenAbhang der Querfurter Platte. Hier war das Grenzgebiet der Thüringer, Sachsen und Slawen. So entwickelte sich aus einem karolingischen Militärstützpunkt eine Volks- und Fluchtburg und schließlich die mittelalterliche Burg. Im 10. Jahrhundert wurde sie Sitz der Edlen Herren von Querfurt. Deren erster Burgherr war Brun 1., Vater des Heiligen Brun, des Apostels der Preußen. Die Burg war selbst im Dreißigjährigen Krieg uneinnehmbar. Sie konnte nur bezwungen werden, weil zu wenige Soldaten sie verteidigten, der Brunnen verschüttet oder Verrat geübt wurde. Sie blieb bis 1650 als Unterpfand für Strafzahlungen in schwedischer Hand. So konnten die Querfurter erst mit zwei [ahren Verspätung das Kriegsende feiern. Nach

den napoleonischen Kriegen wurde die Burg preußischer Verwaltungssitz und Pachtvorwerk. Am 27. März 191 1 wurde im Dachgeschoß des Fürstenhauses das Heimatmuseum eröffnet. Den Grund-

stein hatte der Buchhändler und Verleger Richard Jaeckel gelegt. Durch den Fleiß seiner Mitarbeiter wurde das Dachgeschoßstübchen bald zu klein. Nach mehrfachen Umzügen hat das Museum heute

das gesamte Kornhaus zur Verfügung. 1936 wurde die Domäne Querfurt aufgelöst. Das Land erhielten Siedler (Erbhofbauern) aus Schwaben und anderen Teilen Deutschlands. Sie bildeten die

Querfurter Bauernsiedlung. Die Gebäude der Burg wurden weiter als Wohn- und Verwaltungsgebäude genutzt. Das Fürstenhaus diente von 1952 bis 1983 als Poliklinik.

Im Dezember 1964 fand auf der Burg das erste Burgkonzert und im September 1965 das 1. Burgfest statt. Beide sind inzwischen Querfurter Traditionen geworden. Voral-

lem das Burgfest zieht jedes [ahr viele Besucher an. 1973 erhielt der Burgbrunnen ein neues Dach. Nachdem das Fürstenhaus im Dezember 1983 baupolizeilich gesperrt

werden mußte, wurde es 1987 als Gästehaus der AgrarIndustrie- Vereinigung neu eröffnet.

40 Die Burgkirche - hier eine Ansicht von Osten mit dem Fürstenhaus im Hintergrund - ist einer der schönsten und interessantesten Bauten der Burganlage. Der erste Kirchenbau, eine kleine Saalkirche, stammt aus der zweiten Hälfte des 10. [ahrhunderts. Nach der Stiftung eines Priesterkollegiums durch den Heiligen Brun (1004) erweiterte man die Kirche nach Osten durch einen Chor. Der heutige Sakralbau stammt aus der zweiten Hälfte des 12. [ahrhunderts. Von 1698 bis 1716 baute man die Kirche barock aus. Restaurationen in den [ahren 1845-1850 und 19031906 veränderten die barocke Gestaltung der Kirche stark. In

der Burgkirche wurden von 1980 bis 1983 verschiedene Grabungen durchgeführt. In den [ahren 1990-1992 wurde ihr Dach erneuert und die Kirche restauriert. Nach diesen Arbeiten wurde sie am 2.

Pfingstfeiertag 1992 wieder eröffnet. Eine Fußbodenheizung wurde eingebaut und 1993 fand die Orgeleinweihung statt.

41 Die Grabtumba Gebhards XlV. ist ein besonderes Kunstwerk. Es stammt aus der Schule des Bildhauers Peter Paler (Prager Schule) und stellt auf der Deckplatte den Verstorbenen in voller Gestalt dar. Er starb 1383. Obwohl ein friedliebender und auf Ausgleich bedachter Fürst wurde er, seinem Rang entsprechend, in voller Rüstung, in der rechten Hand den Helm, die linke den Dolch umfassend, dargestellt. Die Grabtumba, auch Klagetumba genannt, zeigt auf den Langseiten Trauergefolge in zeitgenössischen Gewändern und auf den Stirnseiten Bischöfe. Die gotische Grabkapelle wurde extra für den Verstorbenen angebaut.

42 Diese alte, gemalte Postkarte zeigt den heiligen Brun. In allen bildlichen Darstellungen wird Bruno von Querfurt, wie hier, als Reiter auf einem Esel dargestellt. Aus dem Geschlecht der Edlen Herren von Querfurt stammend, lebte er um 974-1 009. Er war Domschüler in Magdeburg. 996 begleitete er OUo lIl. als Hofkaplan nach Rom. Zwei [ahre später zog er sich dort ins Kloster zurück, weilte sogar einige Zeit in einer Einsiedelei bei Ravenna. Doch sein ruheloser Geist trieb ihn zu neuen Aufgaben. Die fand er in der Missionierungsarbeit im Osten Europas, besonders Rußlands. 1004 wurde

er zum 'Erzbischof der Heiden' geweiht. 1008 begann

seine letzte Reise. Sie führte ihn in das heutige Ostpreußen. Dort wurde er mit seinen 1 8 Gefährten schon ein [ahr später von heidnischen Pruzzen erschlagen. Die Lebensbeschreibung des Adal-

bert von Prag, die Fünf-Brüder-Biografie und sein Briefwechsel mit Heinrich lI. machen ihn neben Thietmar von Merseburg zu einem der bedeutendsten Chronisten seiner Zeit.

E$Alswiose

Auszug des heil. 6run.

Brunkapelle.

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