Quierschied-Saar, Fischbach und Göttelborn in alten Ansichten Band 1

Quierschied-Saar, Fischbach und Göttelborn in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Rainer W. Müller
Gemeente
:   Quierschied-Saar, Fischbach und Göttelborn
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3069-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Quierschied-Saar, Fischbach und Göttelborn in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Man nimmt an, daß Quierschied schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt war, denn im Wald wurden Werkzeuge ans Feuerstein mit scharf geschliffener Spitze gefunden, die man benutzte, ehe die Eisenbearbeitung bekannt war. Der Name Quierschied wird urkundlich zum ersten Mal im Jahre 999 erwähnt (siehe Urkunde Seite 5), als Kaiser Otto III. dem Bischof Adalbert von Metz die Burg Saarbrücken mit dem Hofe Völklingen, Quierschied und dem Warndt schenkte.

Da der Metzer Bischof das Gut nicht selbst bewirtschaften konnte, belehnte er damit die Grafen des Saargaues, die auf der Burg Saarbrücken wohnten. Diese wiederum belehnten ihre Mannen mit Teilen des Gutes. Als Namen tauchten hierbei auf: Reiner der Freie, Graf SimonIII., die Herren von Dagstuhl, der Burgmann Heinrich von Fleckenstein und die Herren von Helmstätt.

Vor allem im dreißigjährigen Krieg hatte das kleine Dorf Quierschied viel zu leiden. Ein Teil der berühmten kratzischen Regimenter hauste hier und erpresste Geld und Vieh. Im 18. Jahrhundert stand Quierschied unter nassauischer Herrschaft, es gehörte von 1797 bis 1815 zu Frankreich und wurde erst durch den zweiten Pariser Frieden mit Preußen vereinigt. Für die Entwicklung der Gemeinde von großer Bedeutung waren der Betrieb der Glashütte (1779 bis 1919) und der Kohleabbau, der - laut einer Eintragung ins J ahrgeding - bereits 1466 erfolgt sein soll.

Fischbach, heute zu Quierschied gehörend, wurde erstmals 1728 urkundlich erwähnt. In diesem Jahr wurde die Fischbacher Eisenschmelze errichtet; sie arbeitete bis 1866. Am 1. Juni 1728 wurde das erste im Ort geborene Kind getauft. Es war 'Konrad, der eheliche Sohn der Eheleute Konrad Geimmel und Mar-

garetha, von der Fischbacher Schmelz'. Wie Herbert Schuler berichtete, wohnten bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts in Fischbach nur der Hüttenverwalter, die Schmelzarbeiter, ein Köhler und ein Viehhirte, insgesamt etwa 10 Familien. Einen großen Aufschwung erlebte der Ort, als 1871 die Grube Camphausen angehauen wurde. Im Schatten von Bergehalden und Fördertürmen entstand ein typisches Bergmannsdorf, in dem erst nach dem Zweiten Weltkrieg damit begonnen wurde, den Charakter der Wohngemeinde mit hohem Freizeitwert herauszuarbeiten.

In der früher selbständigen Gemeinde Göttelborn und heutigen Ort steil gibt es keine Beweise für eine sehr frühe Besiedlung. Der Namen des Ortes, der sich im Laufe der Zeit mehrmals geändert hat, gibt einen möglichen Hinweis. Er dürfte aus 'Wuodanesborn' entstanden sein. Aus dem Namen des germanischen

Gottes Wuodan wurde Wodan, später Godan, was sich in Godesborn, später Godel- und Gödelborn umwandelte. Die Schreibweise Gödelborn ist in einer Urkunde aus dem Jahre 1735 ersichtlich.

In Göttelborn hörte man nachweislich erst 1802 etwas von einer festen Ansiedlung, nämlich von einer Grundstücksverschenkung des Fürsten Wilhelm Heinrich an den Waldhüter Mathias Bauer. Eine kontinierliche geschichtliche Entwicklung ist erst in der Neuzeit zu verfolgen. Seinen Aufschwung nahm der Ort mit dem Abteufen des ersten Schachtes der Grube Göttelborn am 8. Mai 1887. Am 1. Januar 1925 wurde die selbständige Gemeinde Göttelborn gebildet, nachdem man vorher zu Merchweiler, Quierschied, Wahlschied und Illingen gehört hatte.

1. Die erste urkundliche Erwähn~mg Quierschieds datiert aus dem Jahre 999. Das Original der Schenkungsurkunde des Kaisers Otto lIl. an den Bischof von Metz ist nicht mehr erhalten. Allerdings gibt es, und unsere Aufnahme zeigt sie, die älteste Abschrift etwa aus dem Jahre 1065.

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2. Im Jahre 1907 entstand diese Aufnahme am Alten Markt mit der 'K1ickerwasserbud' im Hintergrund, als dieser Platz von seiner heutigen Form noch weit entfernt war. Die ältere Frau im Vordergrund war unter dem Namen 'Dorfer Marie' bekannt; ganz rechts steht Frau Maria Hewer, in der Mitte ein Hausmädchen des ehemaligen Schuhhauses Löwenstein mit Löwensteins Tochter Irma auf dem Arm.

3. Oben: Im Volksmund war dieses Gebäude (irn Vordergrund) als die 'alte Kaserne' bekannt. Früher beherbergte sie in der Glashüttenstraße 25 die angesehene Gaststätte F. Stenger mit einer Gastwirtschaft und dem schönen 'Bayernsaal' (links unten im Ausschnitt) der als Speise- und Tanzsaal Verwendung fand und durch schöne Stuckarbelten an der Decke bestach. Später kaufté die Gemeinde das Gebäude und quartierte dort 20 Mietparreien ein; deshalb der Name 'Kaserne'.

Unten: Der Käsborn in Quierschied um die Jahrhundertwende. Das Wort 'Käs' leitete man vom keltisohen 'Kasne' ab, was 'Eiche' bedeutete. Das mittelhochdeutsche 'kes' bedeutete 'sumpfig', 'bruchig'. Man nimmt wohl eher an, daß es sich um einen 'Sumpfborn' handelte. Vorn rechts das ehemalige Gasthaus Jochurn, links das alte Haus Martin, daneben eine Ecke des Wohnhauses Grotzfeld/Woll noch ohne Anbau.

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4. Auch am Mühlenberg hat sich gegenüber dem Jahr 1920 einiges verändert. Die Wirtschaft Strauß allerdings steht heute noch. Eine historische Lesart besagt, daß der Müh1enberg offensichtlich von einer alten Mühle seinen Namen hat. Sie stand neben der Wirtschaft Strauß im Tal.

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5. Im Laufe der Geschichte hat Quierschieds Hauptstraße, die Marienstraße, ihr Gesicht immer wieder verändert; gerade jetzt wird sie wieder durch die Ortsmittesanierung verändert. Das Gasthaus Bast (links) gibt es schon einige Jahre nicht mehr. Die neuen Besitzer Didion führten eine grundlegende Veränderung bei Metzgerei und Gasthaus herbei.

6. Nach dem Beginn des Ersten Weltkrieges arbeiteten viele Quierschieder Frauen auf der nahegelegenen Grube Camphausen. Sie waren am Sieb beschäftigt, teilweise aber auch am Schacht über Tage. 1,20 Reichsmark pro Tag zahlte man ihnen für ihre achtstündige Arbeit, die morgens um 6 Uhr begann. Hier ein Foto aus dem Jahre 1916: Holzböcke werden zum Schacht gefahren. Vierte von links Gertrud Ziegler aus Quierschied.

7. Früher war die 'Hopfenblüte' Treffpunkt vieler fröhlicher Zecher. An einer Kirmes entstand vor 48 Jahren dieses Foto einer lustigen Gesellschaft. Links vorne erkennt man die Gaststättenbesitzer, die Familie Hartung (Herr Hartung in weißer Jacke). Dieses Bild weckt auch Erinnerungen an den 'Krachekneppchesklub'. Mehreren Jungens kauften der Mädchen im Geschäft wegen ein einziges Kragenknöpfchen. Später entwickelte sich ein geselliger Verein, der in Quierschied manche Ehe 'gestiftet' haben soll.

8. In Quierschied wurden immer schon gern frohe Feste gefeiert. So war es auch 1931, als ein Heimatfest in größerem Rahmen veranstaltet wurde. Die Schulklassen beteiligten sich ebenfalls daran. Das Bild zeigt die Klasse des Lehrers Josef Schmidt (Jahrgang 1924); rechts daneben Johann Müller ('Mahlches Johann'). Er war bei der Feuerwehr und sorgte hier für Ordnung.

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