Quierschied-Saar, Fischbach und Göttelborn in alten Ansichten Band 1

Quierschied-Saar, Fischbach und Göttelborn in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Rainer W. Müller
Gemeente
:   Quierschied-Saar, Fischbach und Göttelborn
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3069-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Quierschied-Saar, Fischbach und Göttelborn in alten Ansichten Band 1'

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29. Man schrieb den 7. Juli 1779, als die fürstliche Rentkammer zu Saarbrücken dem Gemeindemann Johannes Franz zu Quierschied einen 18jährigen Temporalbestand zum Betrieb einer Fensterglashütte erteilte. Während es bei Mühlen üblich war, den Bestand für Lebenszeit oder als Erbbestand zu genehmigen, so wurde die Erlaubnis bei Hütten und Schmelzen nur für eine bestimmte Zeit gegeben. Unser Bild zeigt die Quierschieder Glashütte um das Jahr 1820.

30. Dem Glashüttengründer Johannes Franz fehlte es an dem erforderlichen Betriebskapital, und so schloß er am 17. Dezember 1779 einen Vertrag mit den Gebrüdern Köhl aus Saarbrücken, die ihm das Geld zum weiteren Betrieb der Glashütte vorstreckten. Die Konditionen waren für Franz allerdings nicht zu halten, so daß er die Hütte 1784 an Hermann Köhl verkaufen mußte. Der neue Glashüttenbesitzer, auf unserem Foto als vierter von links - vorne mit einem Plan in der Hand - in den Reihen seiner Arbeiter.

31. Daß wir von Hoch-Fiirstlichem Oberamt St. Johann, eine Summe von Zwey Taußend Sieben Hundert Neun und Dreißig Gulden - Drey und Zwanzig Mark, vier P]: I wovon Fünf und Zwanzig Hundert Gulden, in der erstelgten Quierschieder Glaß-Hütte, und der Rest in barem Geld, bestehen richtig empfangen zu haben; bescheinen hiermit.

St. Johann, den 25ten August 1784

Gebrilder Köhl

Dies ist ein Original-Auszug aus dem Schuldwesen des Johannes Franz.

32. Das Alter dieser Aufnahme von Glashüttenarbeitern ist nicht zu datieren. Auszumachen waren folgende Quierschieder Bürger. Erster Reihe: Bernhard Weis (zweiter), Alois Schlicker (dritter) und Heinrich Stenger (vierter von links). Zweite Reihe: Peter Schlicker (erster), Arnbrosius Schlicker (vierter) und Artur Stenger (fünfter von links). Dritte Reihe: Alois Schlicker (vierter) und (Vorname unbekannt) Stenger (achter von links). Vierte Reihe: fünfter von links Peter Stenger und fünfte Reihe, zweiter von links, Wilhelm Müller.

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33. Der industrielle Aufschwung nach dem Kriege machte auch vor den saarländischen Glashutten nicht halt. In den achtziger Jahren waren wirtschaftliche Höhepunkte zu verzeichnen, die aber mit schleppenden Geschäftsgängen abwechselten. Viele Hütten erlagen dem Konkurrenzkampf, andere schlossen sich zusammen. Auch in Quierschied bahnte sich eine Änderung, und sogar das baldige Ende an. Diese Zeichnung der Glashütte vom Jahre 1925 stammt aus der Feder des Quierschieders Nikolaus Stenger.

34. Oft gemalt worden ist dieses Motiv der Quierschieder Glashütte etwa um das Jahr 1910. Es läßt bereits das heutige Aussehen mit der Brücke über den Fischbach und die scharfe Kurve an der unteren Glashütte erkennen. Um diese Zeit, also 1910, gehörte die Quierschieder Hütte zu den 'Vereinigten Vopeliusschen Glaßhütten' und wurde als 'Abteilung Quierschied' geführt. Als dieses Bild entstand, ruhte die Arbeit; sie wurde erst 1912 wieder aufgenommen.

35. Im Jahre 1909 war das Ende der Quierschieder Glashütte gekommen, nachdem sie 130 Jahre lang in Betrieb war. 1907 war die Hütte an Dr. Max von Vopelius verkauft worden; man beschäftigte damals 88 Personen. Der Betrieb wurde bis 1909 weitergeführt und dann endgültig geschlossen. Der Glasmacher-Nachwuchs wandte sich dem Bergmannsberuf zu. Die Hütte wurde abgerissen und für Quierschied ging eine Ära zu Ende.

36. Ein großes Ereignis war auch in Quierschied die Saarabstimmung. Auf unserem Bild stellte sich die- Wahlkommission am Rathaus dem Fotografen. Auf der Treppe oben stehend (von rechts) H. Rixecker, Engelbert Jung und August Lillig. Unten (von links nach rechts): Otto Jochurn (Leiter der Polizeiverwaltung), Paul Priem und Karl Ratzenburg, Johann Nikolaus Müller (Mahlches Johann), dann Maria Jung, Leo Loth, der holländische Wahlkommissar, Alois Götzinger, Polizeihauptwachtmeister Stenger, Otto Amend, Robert Schneider, Otto Haas und Hanni Kessler.

37. An die Kram- und Viehmärkte können sich noch viele Quierschieder erinnern; sie fanden bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 'in der Sandkaul' , dem heutigen Marktplatz statt. Vornehmlich Großvieh, aber auch Vögel und anderes Kleintier wurde auf diesen Märkten angeboten. Interessant sind Zahlen von 1923: damals gab es hier 68 Pferde, 263 Kühe, aber nur ein Schaf, 397 Schweine, 918 Ziegen, 36 Kaninchen und 6 249 Stück Federvieh. Die Viehhaltung ist also nicht in allen Bereichen zurückgegangen:

Schafe und Kaninchen gibt es heute mehr.

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38. Der Ërste Weltkrieg kündigte sich an: Militär reitet am Käsborn vorbei. Auch für Quierschied hatte dieser Krieg einschneidende Folgen. 814 wehrpflichtige Männer wurden zum Heeresdienst eingezogen. Trotzdem konnte die öffentliche Ordnung aufrechterhalten werden. Zum Unterhalt der Bevölkerung wurden 200 Zentner Weizenmehl und ebensoviel Roggenmehl gekauft und eine Kommission zum Einkauf von Lebensmitteln und Kohlen gewählt. Aus Quierschied fielen im Ersten Weltkrieg 212 Männer; 21 wurden als vermißt gemeldet.

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