Radebeul in alten Ansichten Band 1

Radebeul in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Liselotte Schließer
Gemeente
:   Radebeul
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5418-5
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radebeul in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Das gewachsene Interesse an der Geschichte und Entwicklung unserer Stadt gab den Anlaß zu diesem Buch. Die alten Ansichten werden manche Erinnerung wachrufen. Doch zunächst soll in einem kurzen geschichtlichen Rückblick das Entstehen RadebeuIs geschildert werden.

Unsere Stadt besteht eigentlich erst seit 1935, und doch geht ihr eine Geschichte von mehreren Jahrhunderten voraus. Nach Gründung der Mark und des Bistums Meißen waren aus Franken, Thüringen und Niedersachsen Kolonisten hierher gekommen, hatten Wald gerodet und Dörfer errichtet, zum Teil auch slawische Vorsiedlungen genutzt. Wann das geschah, ist unbekannt, früheste Nachweise liegen von 1144 für Naundorf, 1271 für Kötzschenbroda und 1287 für Lindenau vor. Ebenso wurden Serkowitz 1315, Radebeul 1349, Wahnsdorf 1350 und 1366 Zitzschewig genannt. Die meisten der Dokumente stehen in Zusammenhang mit dem Weinbau, der neben der Landwirtschaft bereits weit verbreitet war. Auch die fischreiche Eibe bot eine Erwerbsquelle. Von Bedeutung für die Entwicklung der Gemeinden war wohl auch, daß die Post- und Handelsstraße von Dresden nach Leipzig die Ortschaften berührte.

Von den genarmten Gemeinden gehörten Radebeul und Serkowitz zur Pfarre Kaditz, dagegen besaß Kötzschenbroda schon sehr früh eine eigene Kirche, in die die westlichen Gemeinden gepfarrt waren. Mit der Verleihung von Markttagen wurde Kötzschenbroda zum 'Marktflecken, dem verschiedene Stadtrechte zustanden. Es gab bereits im 15. Jahrhundert einen Kirchenlehrer und ein Schulhaus, während die anderen Gemeinden erst viel später Kinderlehrer anstellen konnten. Durch die von Kurfürst Moritz verfügte Auflösung eines Vorwerkes entstand um 1550 auf vier Hufen Land das kleine Dörfchen Fürstenhain. Die fol-

genden friedvollen Jahrzehnte brachten auch für die Landbevölkerung einen gewissen Wohlstand. Dann brach der Dreißigjährige Krieg mit Not und Seuchen über sie herein. Er endete für Sachsen mit dem Waffenstillstandsvertrag zwischen sächsischen und schwedischen Unterhändlern, der 1645 im Pfarrhaus von Kötzschenbroda unterzeichnet wurde.

Bald danach begann mit der Errichtung des 'Berg- und Lusthauses Hoflößnitz' auf dem Weinberg des Kurfürsten Johann Georg I. eine Bauperiode , in deren Verlauf am Fuße der Berghänge herrschaftliche Sommersitze entstanden. Dazu gehörten auch Häuser für die Winzer, die die schwere Weinbergsarbeit verrichteten. Einige der Gebäude sind bis heute erhalten geblieben und stehen unter Denkmalschutz.

Mißernten, Kriegc und Seuchen hatten wiederholt verheerende Folgen für die Bewohner der Lößnitzortschaften. Mitte des 18. Jahrhunderts ging durch die Einfuhr fremder Genußmittel das Interesse am Weinbau stark zurück. Zwar konnte diese Entwicklung durch die Gründung der 'Fabrik für moussierende Weine' im Jahre 1836 etwas aufgehalten werden, da sie vorwiegend heimische Trauben verarbeitete , doch Jahrzehnte später vernichtete die Reblaus die Existenz vieler Weinbauer und Winzer. Tiefgreifende Veränderungen traten nach 1830 durch die Ablösung der Dienste und die Bildung politischer Gemeinden ein. Die seit Jahrhunderten bestehende Ordnung wurde abgelöst, die Enge des Dorfes gesprengt. Die Ferne und die Stadt Dresden loekten manchen vom heimatlichen Boden fort, andererseits fanden Künstler und Städter in der freien Natur Ruhe und Erholung. In diesen Jahrzehnten wurde das Landschaftsbild wesentlich verändert.

Auf der Eibe fuhr 1837 das erste maschinengetriebene Schiff, und die 1838/39 erbaute erste deutsche Ferneisenbahn von Dresden nach Leipzig berührte die Ortschaften Serkowitz und Kötzschenbroda. In den folgenden Jahren machten sich Gewerbetreibende und Handwerker, aber auch kleine Betriebe hier ansässig. In den 1839 gegründcten neuen Gemeinden Ober- und Niederlößnitz entstanden zunehmend mehr Villen begüterter Bürger, Kuranstalten und Privatschulen. Schnell entwickelte sich auch das Vereinswesen, und mit ihm das kulturelle und gesellige Leben. Neben den Naturschönheiten bildete die Kötzschenbrodaer Vogelwiese einen besonderen Anziehungspunkt. Der Strom der Ausflügler regte die Gründung vieler Gaststätten, Weinstuben und Cafés an. Zu Notjahren für die Bevölkerung wurden die Kriegsjahre 1870171, doch ihr günstiger Ausgang hatte bald einen wirtschaftlichen Aufschwung zur Folge, besonders im Bauwesen. Villen und Geschäftshäuser, neue Gaststätten an der Stelle der alten, Tanzsäle und Sportstätten errichtete man in großer Zahl. Alles mußte jetzt größer, schöner, eleganter sein. Die 'Verschönerung der Lößnitz' stellte sich ein Verein zur Aufgabe, der von vielen Einwohnern unterstützt wurde. Doch auch die Industrie griff auf die Lößnitzorte über. Sie konzentrierte sich besonders in der Gemeinde Radebeul, nachdem diese eine größere Fläche ihrer Flur dafür freigegeben hatte. Betriebe wie die Farbenfabrik Bär, die Chemische Fabrik von Heyden, eine Eisengießerei und andere entstanden. Die damit ständig steigende Einwohnerzahl erhöhte die Anforderungen an Wohnungen, Wasser-, Gasund Stromversorgung, ebenso an das Schulwesen. Die Verkehrsverbindung mit Dresden konnte durch die 1899 bis Kötzschenbroda geführte elektrische Straßenbahn erwei-

tert werden. Später wurde sie bis Zitzschewig und schließlich bis Weinböhla verlängert. Die Ortschaften wuchsen räumlich und wirtschaftlich zusammen und das hatte zur Folge, daß man in den neunziger Jahren über die Vereinigung aller Lößnitzorte beriet. Fürstenhain gehörte schon seit 1876 zu Kötzschenbroda. 1905 kam es zum Zusammenschluß von Radebeul und Serkowitz. Die westlichen Gemeinden sind 1923 in der Großgemeinde Kötzschenbroda vereinigt worden.

Diese und Radebeul wurden 1924 zu Städten erhoben. Die ländliche Gemeinde Wahnsdorf und der Kurort Oberlößnitz schlossen sich 1934 an Radebeul an. Wirtschaftliche und verwaltungstechnische Gründe, aber nicht zuletzt auch das Bernühen, den Einverleibungsbestrebungen Dresdens besser widerstehen zu können, führten 1935 zur Gründung unserer Stadt. Mehr als zuvor rechnete man mit Touristen. Neben anderen Werbemitteln waren es die Ansichtskarten, die nach allen Himmelsrichtungen aus der schönen Lößnitz, dem 'Sächsischen Nizza' Grüße brachten.

An diese Zeit, an das Leben in den ersten Jahrzehnten unseres Jahrhunderts, möchte das Buch durch Bild und Text erinnern. Dazu konnte aus der großen Zahl der Postkarten und Fotos nur ein kleiner Teil ausgewählt werden. Die meisten stellte Herr Manfred Richter aus seiner Sammlung zur Verfügung. Ihm und allen, die uns mit Leihgaben und Schenkungen unterstützten, sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Liselotte Schließer

1. Das Rathaus. Nachdem man sich im Gemeinderat mehrere Jahre mit der Frage eines Rathauses beschäftigt hatte, entschied man sich für den Platz an der Pestalozzistraße und für die Ausführung des Baus unter der Leitung des Architekten Hähnichen, der auch die Zeichnungcn dazu geliefert hatte. Die Gemeinde war nun stark daran interessiert, daß der Bau im Jahre 1900 fertiggestellt werde. Es wurde deshalb mit allen Kräften daran gearbeitet, und so konnte die Einweihung am 24. September 1900 startfinden. Die Weiherede hielt Pfarrer Hingst. Nach Schlüsselübergabe und Ansprache des Gemeindevorstartdes Werner konnte die Bevölkerung ihr neues Rathaus besichtigen, während auf dem Platz davor musiziert wurde. Zum Abschluß fand am Abend im Hotel Lechla eine große Festtafel statt.

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2. Dorfplatz mit 'Scharfe Eckc' um 1900. Die Gemeinde Radebeul besaß, da es keinen Gasthof gab, seit alter Zeit das Wein- und Bierschankrecht. Als sie es 1860 verkaufte, erhielten die Hausbesitzer Kar! Gottfried Fleischer das Recht auf Weinschank, Ferdinand Hermann Mitzschke das des Bier- und Branntweinschankes als Realrecht auf ihre Grundstücke übertragen. Dreißig Jahre später kaufte Gustav Hermann Hantsche die Gastwirtschaft 'Zur scharfen Eckc'. 1880 wurde ein Stockwerk aufgesetzt. In den neuen Räumen trafen sich schon bald Frauen, Arbeiterjugend und proletarische Freidenker zu rnonatlichen Treffpunkten. Auch einc Arbeiter-Bibliothek war hier bis 1933 untergebracht. Heute noch ist es eine gern besuchte Gaststätte.

3. Der Rundling 'Am Kreis' bildete einst mit neun Höfen die kleine Gemeinde Radebeul, die sich nur langsam entwickelte. Der karge Boden der Dorfflur zwang viele Einwohner neben ihrer bescheidenen Land- und Fischwirtschaft im Forst des Landesfürsten zu arbeiten. Urn 1880 hatte die Gemeinde erst 174 bebaute Grundstücke. Danach stieg die Einwohnerzahl im Zuge der Industrialisierung sprunghaft an. Nach dem Zusammenschluß mit Serkowitz wurde sie 1924 zur Stadt erhoben und gab 1935 auch der heutigen Stadt den Namen.

4. In den Jahren 1909/10 ließ sich die Gemeinde Radebeul das große Postgebäude an der Pestalozzistraße neben dem 1900 fertiggestellten Rathaus errichten. Seit 1874 hatte sie zusammen mit Ober!ößnitz eine Postagentur, danach hatte man sich ein Postamt im Grundstück Bahnhofstraße 14 eingerichtet, und 1890 dieses in die Sidonienstraße 1 (heute das Kino) verlegt. Seit 1878 war auch Telegraphendienst eingeführt worden, und um 1900 gab es im Postbezirk Radebeul und Oberlößnitz bereits neunzig Fernsprechstellen. Industrie und Gewerbe breiteten sich rasch aus, und so war schließlich der Bau zur Notwendigkeit geworden. Heute ist hier das Hauptpostamt für Radebeul.

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5. Die erste Schule der Gemeinde Radebeul entstand 1878. Sie hatte vier Klassenzimmer und in der Etage die Lehrerwohnung; diese mußte aber 1890 in Klassenzimmer verwandelt werden. 1896 errichtete man die Turnhalle und bereitete gleichzeitig einen neuen Schulbau vor, der 1897 mit neun Zimmern und Zeichensaal eingeweiht wurde. Daraus wurde nach der Fertigstellung des westlichen Teils die heutige 'Pestalozzischule'. Danach konnte die erste - später 'Schillerschule' genannt - durch Aufsetzen eines Stockwerkes mit fünf Klassenzimmern erweitert und als 'Höhere Volksschule' genutzt werden.

6. Im Juli 1890 hatten die Gemeinden Oberlößnitz, Radebeul und Serkowitz eine Kirchgemeinde gegründet, und sich damit von der Kaditzer Kirche gelöst, zu der sie seit Jahrhunderten gehörten. Zuerst wurde der Friedhof angelegt, die Friedhofskapelle errichtet und dann im Mai 1891 der Grundstein für die Kirche gelegt. Das neue Gotteshaus, nach Planen der Firma Schilling und Gräbner im neogotischen Stil ausgeführt, konnte schon am 30. November 1892 feierlich eingeweiht werden. Den Namen 'Lutherkirche' erhielt es aber erst im Jahre 1934. Auf dem Vorplatz errichteten die Gemeinden ein Ehrenmal für die Gefallenen von 1870/71.

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7. Im Jahre 1891, als der Grundstein für die Kirche gelegt wurde, erwarb die Baufirma Gebrüder Ziller eine Anzahl von Parzellen an der geplanten Straße XI (spätere Kirchstraße und heute Karl-MayStraße). Mit den meisten der Verkäufer schlossen die Zillers erst Pachtverträge ab, da sie ja das Gelände nicht sofort voll bebauen konnten. Drei Jahre später wurde die erste Villa verkauft, und 1895 im November wurde laut Bilanzbuch der Firma die Parzelle 570 mit der darauf erbauten Villa für 37 300 Mark an Herrn Karl May verkauft. Er nannte sie 'Villa Shatterhand'. Zwei Jahre danach kaufte er von Zillers das seinem Haus gegenüberliegende Bauland, legte einen Obstgarten an und ließ darin eine Laube und Schuppen banen, wofür rund 50000 Mark erforderlich waren. 1932 wurde daraus der Karl-May-Park.

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8. Der Banmeister Eduard Schließer begann 1876 auf seinem Grundstück den Bau eines Gasthauses mit Billardzimmer, vielen Fremdenzimmern, Stallungen und großem Vorfahrplatz, obwohl ihm die Konzessiongesuche wegen mangelnden Bedürfnisses mehrmals abgelehnt wurden. Der Tanzsaal, in dem auch Theatervorstellungen stattfanden, kam erst später dazu. Tanz durfte um 1900 nur im Sommer startfinden, und unter der Bedingung, daß abends 10 Uhr die Fenster geschlossen und die große Trommel nicht betätigt werde. Das Haus entwickelte sich zum Hotel mit guter Ausstattung, nur der Saal wurde nach 1950 zum Lagerraurn. Heute ist die 'Vier Jahreszeiten' ein gern besuchtes Lokal.

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