Radebeul in alten Ansichten Band 1

Radebeul in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Liselotte Schließer
Gemeente
:   Radebeul
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5418-5
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radebeul in alten Ansichten Band 1'

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19. Die Kirche von Kötzschenbroda ist schon 1373 in einer Urkunde erwähnt. Sie wurde zerstört, als die Hussiten 1429 das Dorf niederbrannten. Auch 1598 und 1637 erlitt sie schwere Schäden. In ihrem Pfarrhaus unterschrieben am 27. August 1645 Unterhändler Sachsens und Schwedens einen Waffenstillstandsvertrag, der die Kriegsdrangsale in Sachsen beendete. 1882 plante die Parochie, zu der Naundorf, Zitzschewig, Lindenau und Niederlößnitz gehörten, eine Kirchenerweiterung. Da jedoch die nötige zweite Empore nicht genehmigt wurde, entschied man sich für den Neubau. Nach einern letzten Gottesdienst begann im Mai 1884 der Abbruch des Kirchenschiffes. Den Umbau des Turmes entschied man erst im August, ein Jahr darauf fand am 9. August die Einweihung statt. Seit 1934 heißt sie Friedenskirche.

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20. Bliek in die Bahnhofstraße mit den Eckgebäuden an der damaligen Hauptstraße. Das Haus von Theodor Ulbricht wurde im März 1912 abgebrochen und an seiner Stelle das mit einem Eekturm versehene große Gebäude errichtet. Es sollte 'zur Hebung des historischen Marktplatzes beitragen. berichtet der Kötzschenbrodaer Generalanzeiger. Daneben wurde im gleichen Jahr das Schließersche Gut abgerissen, das in den Besitz der Gemeinde gekommen war. Dabei fand man 30 Taler, die aus den Jahren 1814 bis 1828 stammten. Auf dem Grundstück wurde im Jahr danach das 'Elefant' genannte Haus errichtet.

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21. Der erst 1877 mit Bäumen bepflanzte Anger des Marktfleckens Kötzschenbroda war über Jahrhunderte ein Kommunikationszentrum für die Einwohner der umliegenden Dörfer. So gab es schon im 15. Jahrhundert zwei Brauschenken. Im Niederdorf die sogenannte Niederschänke, die 1860 als 'Goldener Anker' neu aufgebaut wurde. Später vergrößerte man den Saal, baute eine Kegelbahn, legte den Garten zur Eibe hin an. Nach 1872 wurde hier nicht mehr gebraut, aber urnsornehr an kulturellen Verantstaltungen geboten. Hochbetrieb herrschte natürlich zur Vogelwiesc, an Markttagen und anderen Großverantstaltungen. Den Anbau am Saal richtete der Wirt als Stehbierhalle ein, um 'die Trunkenbolde von den Gasträumen abzuhalten'. Weltwirtschaftskrise und der Zweite Weltkrieg trugen schließlich zum Niedergang bei.

22. Schon in alter Zeit war den Böttchermeistcrn, die selbst Weinbau berrieben. das Ausschenken von Wein gestattet. Meister Julius Große kaufte 1892 vom Korbmacher Pietzsch das Grundstück Hauptstraße 64 (jetzt Alt-Kötzschenbroda) und betrieb nun hier neben der Böttcherei seinen Weinschank und auch Weinhandel, den er schon 1883 im Nachbargrundstück begründet hatte. Auf dem Platz vor seinem Haus wurde zweimal jährlich der Kötzschenbrodaer Ferkelmarkt abgehalten; der nach der Eibe zu gelegene große Gästegarten war besonders während der Vogelwiese beliebt. Auch heute ist 'Großes Weinstubc' eine gern besuchte , urgemütliche Weingaststätte.

23. Das 'Kleine Kuffenhaus' , Alt-Kötzschenbroda 68, war ebenfalls eine gemütlich eingerichtete Gaststätte. Zunächst hatte der Obsthändler Gottfried Schumann um 1839 zwei als sogenannte Gartennahrungen bestehende Wirtschaften gekauft und darin seinen Handel betrieben. Erst 1864 gründete Wilhelm Schumann seine Weinhandlung mit Weinschank und nannte sie 'Schurnanns Weinstube'. Dazu gehörte ein Gästegarten, der auch einen Zugang von der Festwiese hatte. Der letzte Gastwirt Rumpelt verkaufte das Grundstück 1960 an die Stadt. Vorschläge zur kulturellen Nutzung blieben unberücksichtigt. Man übergab es an den VEB Herrenrnode, der durch Umbauten das schöne Anwesen völlig veränderte.

24. Der Blick vom Kirchturm zeigt uns den Marktplatz um 1900. Rechts angeschnitten die 'Oberschänke', die wohl die ältere der beiden Brauschenken war. Ihr gegenüber stand das Cornrnunschlachthaus, und natürlich lag auch das Pfarrhaus am Markt. Links ist gerade noch ein Stück vom Pfarrgarten zu sehen. Die Höfe an der Nordseite hatten zu dieser Zeit noch die schönen Toreinfahrten, wie sie nach dem großen Brand von 1805 neu errichtet worden waren. Auf dem Markt versammelten sich in alten Zeiten die Einwohner zu Gerichtstagen. an Markttagen hatten die Töpfer hier ihre Stände. Über den Schennendächern der Höfe schauen die Giebel der Häuser auf der Vorwerkstraße hervor.

25. Markt abzuhalten war ein altes verbrieftes Recht der Gemeinde Kötzschenbroda. Zunächst gab es alle Sonntage nach dem Kirchgang einen Wochenmarkt und zu Palmarum einen Jahrmarkt. Ab 1687 gewährte der Kurfürst einen zweiten Jahrmarkt und zwei Viehmärkte; diese wurden aber 1858 zu einern dritten Jahrmarktstag vereinigt. An diesen Tagen kamen Handwerker und Krämer aus den umliegenden Dörfern sowie aus Pulsnitz, Radeburg. Meißen, Lornrnatzsch, Dresden usw., und boten in dichten Budenreihen auf dem Anger ihre Waren an. Natürlich fehlten auch marktschreierische Grossisten nicht, ebenso wie Harfen- und Harmonikaspieler, Kasperle-Theater und andere Volksbelustigungen. Das bunte , lärmende Gewimmel hatte meist erst bei eintretender Dunkelheit ein Ende. Ab 1940 wurde das Abhalten des Marktes wegen des Krieges untersagt. Erst jetzt lebt diese Tradition wieder auf.

26. Beim Bau der Eisenbahnlinie Dresden-Leipzig waren nicht nur Fluren der Bauern zu durchschneiden, sondern auch Straßen zu überqueren. Auch auf der Bahnhofstraße von Kötzschenbroda lagen die Schienen ebenerdig und waren durch eine Schranke zu sichern. Erst als in Dresden in den letzten Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Eisenbahnanlage völlig umgestaltet wurde, mußte die ganze Strekkenführung bis Zitzschewig hochgelegt werden. Damit verschwand dann auch die Schranke.

27. Einer, der den Bau der Eisenbahn Dresden-Leipzig auf seine Weise nutzte, war der Wirt der 'Niederschänke' (Goldener Anker) Ernst Müller. Er kaufte auf den sogenannten Hofestücken zwischen der Meißner Chaussee und der Bahnlinie Land und errichtete darauf eine 'Bahnhofs-Restauration'. Dazu gehörte ein großer Gästegarten, in dem auch einmal das Vogelschießen stattfand. Um 1900 hieß es dann 'Bahnhotel Victoria', und 1926 wurde der Saal zum 'Capitol-Lichtspieltheater' umgebaut, später 'Filmtheater Freundschaft' genannt. Aus der Gaststätte wurde die 'Lößnitzperle', die 1991 geschlossen wurde.

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28. Der 'Culrnbacher Hof an der Bahnhofstraße war einst ein 'Hotel ersten Ranges'. Seine drei Säle boten je 500, 150 und 100 Personen Platz, geeignet für Gesellschaften, Hochzeiten und andere Veranstaltungen. Eine prachtvolle Veranda, drei Billards und zwei Kegelbahnen standen nicht nur den zahlreich hier logierenden auswärtigen Gästen zur Verfügung. 1895/96 hatte der Schankwirt Döbler das große Gebäude errichten lassen, nachdem er die von Ockert gegründete Restauration im Nachbargrundstück (später Goldschmied Chmel) seit 1883 besessen hatte. 1919 schloß die Gaststätte. Nach dem Urnbau waren darin Steuer- und Zollamt, Sparkasse und Bank untergebracht. Der Saal wurde zum Kino 'Palast- Theater', das 1985 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde.

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