Radebeul in alten Ansichten Band 1

Radebeul in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Liselotte Schließer
Gemeente
:   Radebeul
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5418-5
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radebeul in alten Ansichten Band 1'

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39. Als das Justizministerium beabsichtigte, die Lößnitzorte mit einigen anderen zu einem neuen Gerichtsbezirk zusammenzuschließen, stellte Kötzschenbroda das Gesuch, das Amtsgerichr auf eigene Kosten hier zu errichten. 1908 konnte der Grundstein an der damaligen Schützenstraße gelegt werden, die Bauausführung übertrug man dcm Maurerrneister Moritz Große in Kötzschenbroda. Es entstanden das Gerichts- und das Gefängnisgebäude, von dem ein unterirdischer Gang zum Gerichtssaal führte. Die Baukosten betrugen 420000 Mark. Die feierliche Einweihung fand am 1. Juli 1910 durch den sächsischen Justizrninister Dr. von Otto statt, der sich besonders für den Bau eingesetzt hatte. Ihm zu Ehren wurde die Straße Von Ouo-Straße genannt. Schon am 4. Juli fand die erste Schöffengerichtssitzung statt.

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40. Die Gewerbeausstellung der Lößnitzortschaften fand vom 22. Mai bis 28. Juni 1909 statt, veranstaltet von den Gewerbevereinen Kötzschenbroda, Radebeul und Coswig. Sie sollte die Leistungen der Einwohner zeigen. aber auch Anregungen vermitteln. In vier großen Hallen, die von einheimischen Architekten entworfen wurden, stellten dreihundert Aussteller aus. Alle Gewerbezweige für Lebensmittel , Haus und Garten, sowie Bekleidung bis zur Reklame waren vertreten. Sogar ein 'KinernatographenTheater', ein Naturtheater und Konzertplatz wurden geschaffen. Bier, Wein und Waffeln bot man im Vergnügungseck. Als Höhepunkt fand am 22. Juni ein Winzerfest statt. Und natürlich besuchte König Friedrich August als Schirmherr die Ausstellung persönlich.

41. Die Kötzschenbrodaer Vogelwiese fand seit 1900 hier auf der sogenannten Hornwiese an der Eibe statt. Doch das erste Vogelschießen hatte der Wundarzt Wilhelm Ziegner als privates Unternehmen veranstaltet, auf Feldern der Bauern. Bald fand das Volksfest größeren Zulauf, Schaubuden und Verkaufszelte kamen hinzu. Die 1857 gegründete Bogenschützengesellschaft wurde zum Veranstalter und kaufte nahe der heutigen Fabrikstraße Gelände für den Bau eines Schützenheims mit Saal und Wirtschaftsräumen. Von 1888 bis 1899 fand die Vogelwiese nun hier statt. Mit Kutsche, Schiff und Eisenbahn kamen die Festteilnehmer in großer Zahl. Da reichte auch dieser Platz bald nicht mehr, und so wurde die Hornwiese zum ständigen Festplatz bis in unsere Zeit.

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42. Das Dörfchen Fürstenhain wurde Mitte des 16. Jahrhunderts nach Auflösung des Vorwerks auf vier Hufen Land gegründet. Um diese Zeit haben die Bewohner erstmals Landsteuer zu zahlen. 23 Familien siedelten sich hier an und erbauten auf engstem Raum ihre kleinen Höfe. Es waren meist Handwerker und Gewerbetreibende, die nur wenig Land zur eigenen Versorgung bewirtschafteten. Sie bildeten aber eine selbständige Gcmeinde. die sich erst 1876 aus finanziellen Gründen an Kötzschenbroda anschloß, aber mit der Bedingung, daß die Umschrift des Gemeindesiegels künftig 'Kötzschenbroda mit Fürstenhain' heißen sollte. In der heutigen Fürstenhainer Straße ist das Dorf noch gut zu erkennen.

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43. Naundorf dürfte als 'neues Dorf' deutscher Siedler um 1140 entstanden sein. Die typische Anlage, d.h. die Stellung der Hausgiebel zum Anger, die Rundbogentore und die Kräutergärtchen der Bauern neben dem Dorfteich, hat sich bis heute erhalten. Sie steht als geschlossenes Ensemble unter Denkmalschutz. Die bis 1787 übliche Reihschule wurde durch den Bau des ersten kleinen Schulhauses am Ende des Dorfteiches abgelöst. 100 Jahre danach baute man ein neues am Schützenweg (Bertheltstraße), das dann von 1905 bis 1923 Gemeindeamt war. Schon 1905 hatte die rasch ansteigende Einwohnerzahl den Bau eines dritten Schulgebäudes erforderlich gemacht. Es steht auch an der Bertheltstraße und erfüllt seinen Zweck bis heute.

Gruß .all,; aundorf bei Kötzschenbroda

44. Der Naundorfer Gasthof wird schon 1349 im Lehnbuch des Meißner Markgrafen Friedrich des Strengen genannt. Auf dem Hof haftete das Real-, Brau- und Schankrecht mit unbeschränktem Gästesetzen, Kalt- und Warmspeisen, Ausspanne und Tanzmusikhalten. Es gehörten auch große Teile der Naundorfer Flur dazu. Besitzer und Pächter wechselten oft. Nach einem Brand im Jahre 1883 führte der Wirt bis zur Fertigstellung des Neubaues den Ausschank in einer Bretterbude weiter. Als Louis Herklotz den Gasthof übernahrn, pachtete er ein Stückchen vom Dorfplatz und schuf mit Efeuwänden und vom großen Kastanienbaum beschattet eine 'freie Veranda', Gebraut wurde schon nach dern Brand nicht mehr, doch auch als Gasthof verlor er an Bedeutung. Seit Jahrzehnten wurde er nur noch für gewerbliche Zwecke genutzt.

G u13 aus dem Ratskeller in Naundorf b. Kötzschenbrcda

45. Zunächst war es nur ein kleines Haus mit dem Kramladen von Sahro. Sein Nachfolger Kar! Kaden erhielt die Erlaubnis zum Handel mit Branntwein und Spirituosen. Zur Schankwirtschaft wurde das Haus 1873 durch Bernhard Kirchhof, der sein Gesuch mit dem Bau der Bahnstrecke Ber!in-Dresden begründete und es mit einer von 47 Einwohnern unterschriebenen Liste bekräftigte. Er setzte an das Wohnhaus einen Neubau an und nannte es 'Kirchhofs Restaurant'. Ab 1896 durfte er es 'Zum Ratskeller' nennen, denn seit Jahren hielt hier der Gemeinderat seine Sitzungen ab. Den Kolonialwarenladen links am Haus ließ OHo Spillner 1904 anbauen. Seit langem werden auch die ehemaligen Gasträume als Verkaufsstelle genutzt.

46. Das Haus an der Meißner Straße Ecke Friedsteinstraße war einmal eine Gaststätte. Seit 1878 wurde darin Bier- und Weinschank betrieben, man durfte Gäste beherbergen und Krippensetzen. Damals trug es den Namen 'Zum goldenen Strauß', Doch später gab es öfter Beschwerden der Nachbarn bei der Amtshauptmannschaft wegen 'wiederholter Skandale'. Als nächster Wirt öffnete Adolf Weise die Restauration um 1900 wieder und nannte sie 'Stadt Freiberg'. Aber er hatte wenig Glück , so zwangen ihn Schulden 1907 zur Schließung. Und wieder wechselte der Name zum 'Café Friedstein', das bis 1954 bestand. Jetzt befindet sich darin eine Möbelverkaufsstelle.

47. Der Braumeister Victor Viehhäuser ließ 1878 vom Architekten Böhland an der Meißner Straße das große Brauereigebäude bauen, in dem rechts das Wohnhaus, in der Mitte das Malzhaus und links das Sudhaus untergebracht waren. Noch im gleichen Jahr erhielt er die Konzession für Bier- und Branntweinschank. Nach seinem Tod führten die Witwe und der Sohn den Betrieb weiter. Allerdings wurde der Braubetrieb als nicht mehr lohnend um 1910 eingestellt, aber der Restaurationsbetrieb wurde erweitert und eine Kegelbahn angebaut. Nach dem Ersten Weltkrieg nutzte man die Räume als Lager und Kantine für eine Glasschleiferei, die Kegelbahn wurde 1926 zur Herberge für Reisende und Wanderer , die billige Quartiere suchten. Längst wurden Wohnungen und Werkstätten daraus.

48. Zu den bischöflichen Weinbergen in Zitzschewig gehörte ein Preßhaus mit tiefem Weinkeller, das 1585 an den Naundorfer Bauern Simon Claus verkauft worden war. Zeitweise nutzten mehrere Weinbergsbesitzer die Presse gemeinsam. 1672 gehörte die 'Bischofspresse' dem Sekretär Findekeller, der das Wohnhaus errichten und alles mit einer großen Mauer umgeben ließ. Durch Erbe kam 1794 der Stadtchirurgus Michael Eltz in ihren Besitz. Er ließ nach dem frühen Tod seiner Frau das kleine Denkmal 'als Zeichen der Liebe und der Dankbarkeit' im Garten errichten. Drei Generationen der Familie Eltz lebten hier, dann ging das Grundstück an die Stadt über und wäre wohl abgerissen worden, wenn sich nicht Denkmalpfleger, Bauleute und Mieter 1953 um seine Erhaltung bemüht hätten.

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