Radebeul in alten Ansichten Band 1

Radebeul in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Liselotte Schließer
Gemeente
:   Radebeul
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5418-5
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radebeul in alten Ansichten Band 1'

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49. Die Ortsteile Naundorf und Zitzschewig gehörten seit frühester Zeit zur Kirche Kötzschenbroda. Erst 19ü71egte man am Kapellenweg (er bildet die Grenze ihrer Fluren) einen neuen Friedhof an und errichtete die Johanneskapelle. Man schmückte sie im Inneren mit farbiger Ausmalung, die leider durch mehrfache Erneuerung des Anstrichs ver/orenging. Auf dem Friedhof befinden sich die Gräber des Weinbaulehrers Carl Pfeiffer (i" 1946) und des Malers Prof. Paul Wilhelm (t 1965).

50. Nahe beim Wasserturm ist der Aussichtspunkt, von dem aus man weit über das Elbtal nach Westen sieht. Natürlich ist heute durch Bebauung vieles verändert. Die Aufnahme entstand etwa um 1898. Sie zeigt im Vordergrund die Hänge oberhalb der oberen Bergstraße (Irüher Hohenzollernstraße), die Gebäude der Sektkellerei und die Weinberge von Altfriedstein. Auf der Kuppe steht das Berghaus Neufriedstein, und im Hintergrund liegt Naundorf.

51. Kar! August Mitzschke war als Weinbauer bekannt. Er betrieb in seinem vom Großvater 1853 an der Kottenleite erbauten Häuschen nach altem Recht das Vergläsern des selbst gekelterten Weines. also ohne Genehmigung der hohen Behörde. Diese drohte mit Strafe, als der Gendarm im Februar 1900 meldete 'er preßt selbst, verkauft Wein in Flaschen, den Weißen zu 70 Pfg., den Roten zu 80 Pfg., und auch Erdbeeren ... ? Also stellte Mitzschke ein Gesuch um Konzession. Er mußte es mehrmals wiederholen, und erhielt sie erst, naehdem er ein Gästezimmer angebaut hatte. Die gern besuchte Wirtschaft schloß 1973. Daneben ist ein neues Haus errichtet worden. dem alten droht der Abriß.

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A-rieger- Denkmal

52. Der älteste Teil von Zitzschewig ist der Rundling 'Alt-Zitzschewig', der wahrscheinlich auf eine sorbische Vorsiedlung hinweist. Es gab und gibt auch heute nur eine Zufahrt von der Meißner Straße, neben dem alten Gasthof. Mit zunehmender Bevölkerung dehnte sich das Dorf längs der alten Poststraße und nach Norden aus. Doch die alte Dorfanlage blieb weitgehend erhalten und steht unter Denkmalschutz. Das Ehrenmal wurde für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs errichtet.

Koteschenbroda - Zitzschewig

I Me(ßner Straûe

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53. Hier am Ortseingang von Zitzschewig mußten bis 1885 Fuhrleute und Reisende das Chausseegeld zahlen. Dazu diente zunächst das Nachbarhaus, bis 1835 das 'Königliche Chausseegeld-EinnehrnerHaus' errichtet wurde (rechts im Bild). Die Straße sperrte ein Schlagbaum , der erst am 31. Dezember 1885 wegfiel, als die Erhebung von Brücken- und Chausseegeld eingestellt wurde. Das danach nur noch zu Wohnzwecken genutzte Haus erhielt durch Umbau einen Laden, in dem zuletzt Herr Eichler mit 'Waren aller Art' bis 1985 sein Geschäft betrieb. Das die Straße einengende Haus rnußte nun den Anforderungen des Verkehrs weichen, Die Straßenbahn hatte ab 1924 hier ihre Endstation; beim Bau der Verlängerung bis Coswig wurde die Strecke umgelegt.

Zitzschewig

Gasthof ?? Drei Linden"

54. Der Gasthof 'Drei Linden' an der Mittleren Bergstraße 87 bestand schon um 1620, wie Kaufverträge beurkunden. Damals die 'Bergschänkc' benannt, besaß sie die volle Gasthofsgerechtigkeit. Um sie herum hatte sich bereits eine kleine Berggemeinde gebildet. 1895 wurden ein größerer Saal, zwei Veranden im Garten und ein Eiskellergebäude errichtet. Im gleichen Jahr gründete sich hier der Zitzschewiger Turnverein, der den Saal lange Zeit als Turnhalle nutzte. Mehr als 100 Jahre war die Familie Müller im Besitz der Gaststätte, die 1923 schloß; der Saal wurde abgerissen und das Haus zum Wohnhaus umgebaut.

55. Der Zitzschewiger Gasthof ist schon in einer Urkunde von 1525 genannt. Schon damals führte der Verkehr von Dresden über Serkowitz nach Coswig und Meißen an ihm vorüber. Seit Einrichtung der fahrenden Post Ende des 15. Jahrhunderts befand sich hier die erste Poststation auf der Strecke nach Leipzig. Streit gab es mitunter um Bierbrau- und -schankrechte. Mit einem Schiedsspruch bestätigte Kurfürst Georg der Bärtige (1471-1539) 'der Kretzschmar (d.h. der Wirt) sei befugt, jährlich 50 Scheffel Gerste in seiner eigenen Pfanne zu brauen' und auch 'Freybergisch Bier zu schenken von Donati bis Michaelis' (7. August bis 28. September). Doch letztlich ging auch hier das Brau- und Schankgewerbe ein.

56. 'Hohes Haus' nannte es der Kaufmann Theodor Thienernann, der den alten, einst bischöflichen Weinbergbesitz um 1832 erwarb. Franz Bertho1d Thienernann schuf auf einem Teil des Weinbergs eine Parkanlage mit wertvollen Bäumen, Grotten und Figuren. In Thienemanns Töchtern fanden die Brüder Georg, Carl und Gerhard Hauptmann ihre Frauen. Erst DL Walter Stechow, Besitzer seit 1885, ließ durch Umbau das prächtige Gebäude entstehen. das nach umfangreicher Rekonstruktion als 'Puppentheatermuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden' für die Öffentlichkeit zugängig ist.

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57. Hoch auf einer Bergkuppe, die einst 'Landeskrone genannt wurde, steht das 'Schloß Wettinshöhe' , zu erreichen ûber die Barkengasse. Den Weinberg besaß Anfang des 19. Jahrhunderts Magister Flernrning, Pfarrer zu Kötzschenbroda. Zur Schankstätte wurde es 1859 durch Carl Gottlob Wackwitz. Zehn Jahre später baute Carl Heinrich Berger das Restaurationsgebäude aus und ließ als bequemen Aufgang vom Fuß des Berges eine Treppe anlegen. Bei gutem Essen und süffigem Wein konnten die Gäste die herrliche Aussicht genießen. Nach einem Brand und Wiederaufbau erwarb die Ortskrankenkasse Dresden noch vor der Jahrhundertwende das große Gelände für ein Genesungsheim. Heute gehört es zum Pflegeheim 'Lößnitzhöhe'.

58. In weitem Bogen schließen die Lößnitzberge das Tal gegen Norden ab. In früheren Zeiten wuchsen Weinstöcke nicht nur an den stellen, sondern auch an den sanften Hängen. Selbst gegen Ende des vorigen Jahrhunderts war die Anbaufläche größer als heute, bis die Reblaus sie zerstörte. Die meisten Rebstöcke wurden ausgerodet und verbrannt. Doch die Weinbergbesitzer kämpften mit großer Zähigkeit um die Erhaltung der Weinkulturen und fanden Unterstützung. 1908 begarmen sie auf einer Fläche von 300 rrr' die Anzucht neuer Reben.

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