Radebeul in alten Ansichten Band 1

Radebeul in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Liselotte Schließer
Gemeente
:   Radebeul
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5418-5
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radebeul in alten Ansichten Band 1'

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59. Für die Wiederbelebung des Weinbaues waren neue Fachkenntnisse erforderlich. Man berief deshalb den in Oppenheim tätigen Weinbaulehrer Carl Pfeiffer, der Erfahrung und neue Methoden für den Anbau mitbrachte. Den wenigen Weinbergen, die nicht von der Reblaus befallen waren, entnahm man die zum Pfropfen benötigten Edelreiser. Die Anzucht erfolgte in Gewächshäusern. So entstanden unter Anleitung von Carl Pfeiffer versebiedene Neuanlagen. Doch es dauerte Jahre, bis die erste Lese gefeiert, und weitere, bis der erste Wein aus Lößnirzer Trauben getrunken werden konrite.

60. Das Gasthaus im Rietzschkegrund ist schon seit 1962 geschlossen. In dem Grund, der von Zitzschewig nach Lindenau führt, sicdelren sich entfernt vom Dorf zunächst Handwerker an. Der Tischlermeister Ernst Moritz Großmann baute 1885 sein Haus gleich mit zwei Räumen für beabsichtigten Schankbetrieb. Doch alle Gesuche um Erlaubnis blieben erfolglos. Da nutzte nichts, weder 92 Unterschriften Zitzschewiger und Naundorfer Einwohner, noch ein Rechtsanwalt. Erst als der ganze Gemeinderat an die Amtshauptmannschaft schrieb, erteilte sie 1892 die Erlaubnis für Bier- und Weinschank. Nun baute Großmann 1895 das neue Gasthaus mit Gesellschafts- und Fremdenzimmern, mit Kegelschub und Garten. Doch leicht war es nicht, Krieg und Nachkriegsjahre zu überstehen.

61. Auf der Hochebene über Kötzschenbroda ist schon im 13. Jahrhundert das Dorf Lindenau entstanden. Seine Bewohner waren zumeist Winzer auf den umliegenden herrschaftlichen Weinbergen. Als um 1886 in größeren Teilen die Reblaus festgestellt und die Rebstöcke vernichtet wurden, begarm man bald darauf zu bauen. Besonders auf dem Gebiet der Kottenberge und längs der Ringstraße entstanden neue Häuser. Sie bildeten 'Ober-Kötzschenbroda'. Aber Schwierigkeiten gab es beim Bau der Straße, da eine Seite zur Flur Lindenau, die andere zu Kötzschenbroda gehörte. Schließlich wurde alles der politischen Gemeinde Lindenau zugeschlagen, die dann um 1900 die Ringstraße ausbauen mußte. Das große Gebäude rechts im Bild ist die 'Lindenhöhe' , später 'Lößnitzburg' genannt.

62. Der Gasthof Lindenau hat schon im 17. Jahrhundert bestanden, ausgestattet mit dem Realrecht des vollen Gasthofsbetriebs. Es stand jedem zu, der den Gasthof erwarb. Nach 1875 kam die Erlaubnis für Tanzvergnügungen, Vortrage. Singspiele und theatralische Veranstaltungen dazu. Gcgen Ende des Jahrhunderts kaufte Max May den Gasthof. Er ließ 1912 den neuen Saal anbauen, um mehr Gäste heranzuziehen, da er sehr auf Ausflugsverkehr angewiesen war. Bis 1960 bewirtete die Familie May ihre Gäste. Dann wurde aus dem Gasthof ein Ferienheim der Bezirksschule 'Albert Funk' in Freiberg. Zum Schrecken vieler Lindenauer riß man das alte Haus kurz vor der 700-Jahrfeier des Dorfes Lindenau ab, baute es aber bald danach wieder auf. Auch die Tafel, die an die Vergangenheit erinnert, wurde wieder angebracht.

63. Es ist dem Haus nicht leicht anzusehen, daß daraus im Laufe der Jahrzehnte das spätere 'Haus der Werktätigen' entstand. Der Dresdner Schneidermeister Franz Josef Jahnel hatte 1899 die Parzelle an der Ringstraße von Consul Harlan erworben und baute darauf ein Wohnhaus. Wegen der 'herrlichen Höhenlage' errichtete er es gleich als Restaurant, mit hohen, hellen und komfortablen Räumen, und drei Terrassen. Nur die Konzession blieb ihrn bis 1902 versagt. Da er schließlich einsah, daß er Restaurant und Schneiderei nicht gleichzeitig betreiben könne , verkaufte er 1905 an Oswald Hänsel, der das Restaurant nun 'Lindenhöhc' nannte, bis daraus 'Lößnitzburg' wurde, wie es nun auch wieder heißt. 1991 wurde darin der 'Club Rendesvous' eröffnet.

64. Ende des vorigen Jahrhunderts breitete sich die Sportbewegung auch in den Lößnitzorten mehr und mehr aus. Für die Winterzeit entstanden Eis- und Rodelbahnen. Der Kiesgrubenbesitzer Jyrich errichtete 1910 auf seinen Waldparzellen oberhalb von Schwarzes Teich eine 'Rodelbahn für Sommer- und Winterbetrieb', Sonntag von 3-10 Uhr geöffnet. Auf Kufen oder Rädern konnte man nun auf der 215 Meter langen Bahn in die Tiefe sausen. Ein Schlittenaufzug erleichterte den Aufstieg, nur auf den Abfahrtsturm führte eine lange Treppe. Leider wurde der Betrieb bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wieder eingestellt.

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65. Wo der Kreyernweg in die Moritzburger Straße einmündet, entstand an der Stelle eines kleineren Gebäudes 1898 'Pfennigs Gaststätte (links im Bild). Später erhielt sie den Namen 'Zur Erholung'. Hier versammelten sich Vereine und Parteigruppen, aber auch Sommerfrischler und Wanderer kehrten gern hier ein, bis in unsere Zeit. Gegenüber ließ sich Anton Schönhals ebenfalls 1898 ein Wohnhaus mit Backstube und Laden bauen. 1925 erwarb er die Konzession für Kaffee-Ausschank, so entstand der Name 'Café Schönhals' , doch schon 1933 mußte er dieses wieder aufgeben. Nachdem 1979 auch die Bäckerei geschlossen wurde, war es nur noch Wohnhaus.

66. So empfing das 'Bilz-Licht- und Luftbad' um 1905 seine Gäste. Der Naturhei1kundler Eduard Bilz hatte dafür oberhalb des Lößnitzgrundes mehrere Waldparzellen erworben. Natürlich mußten Damen-, Herren- und Familienbad streng getrennt werden. Dennoch bewirkten Anzeigen wegen 'Gefährdung der Moral' zeitweilige Schließungen. Doch die Bilz-Anhänger setzten sich durch, und bis heute ist das Bilz-Bad, das inzwischen manche Veränderung erfahren hat, beliebt bei groß und klein.

67. Als auf der Hygiene-Ausstellung 1911 in Dresden ein Wellenbad unter dem Namen 'Undosa' vorgestellt wurde, erweckte es helle Begeisterung bei den Besuchern. Eduard Bilz erkannte den Wert dieses neuartigen Badevergnügens und kaufte es auf der Stelle. Nach Ausstellungsschluß ließ er es in seinem Luftbad installieren und das erforderliche Wasserbecken anlegen. 1912 wurde es in Betrieb genommen; seitdem läßt die damals erworbene Maschine in jeder Badesaison die Wellen hoch schlagen, zur Freude aller Badelustigen.

6K Hier irn Lößnitzgrund hatte die Firma Gebrüder Ziller das gesamte Grundstück der alten Schmiedchen-Mühle gekauft, die sie zur 'Meierei' umbauten. 1879 errichteten sie ein Dampfsägewerk. Dafür hatten sie sieben Parzellen der Wahnsdorfer Flur erworben. Bis 1901 war es in Betrieb, dann wurden sämtliche Maschinen verkauft, die einen Erlös von 4 500 Mark brachten. Holz und Steinmaterial erbrachten 500 Mark. Die Arbeitslöhne für den Abbruch aber kosteten 1946, 20 Mark. Einen Teil der Parzellen verkaufte man an das Elektrizitätswerk , andere an die Königliche Staatseisenbahn und an die Gemeinde Wahnsdorf.

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