Radebeul in alten Ansichten Band 2

Radebeul in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Liselotte Schließer
Gemeente
:   Radebeul
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6693-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radebeul in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Die lößnitz ist ein gewisser Landstrich ...

zwischen dem Elbstrom und dem Höhenzug aus Syenitgestein, ein Landstrich, der die ehemaligen Gemeinden Kötzschenbroda, Nieder- und Oberlößnitz, Radebeul, Serkowitz, Naundorf und Zitzschewig, sowie die auf der Höhe liegenden Orte lindenau und Wahnsdorf umfasst. Hinter dem Höhenzug schließt sich das ausgedehnte Waldgebiet des Friedewalds und der Dresdner Heide an. Diese malerische Lage, durch die Berge vor scharfen Nordwinden geschützt, und die gesunde Waldluft brachten der lößnitz im 19. [ahrhundert den Ruf eines klimatischen Kurortes und den Beinamen 'Sàchsisches Nizza' ein. So wurden die lößnitzorte alljährlich zum Ziel vieler Erholungsuchender, Sommerfrischler und Touristen. Aber was konnte ihnen die lößnitz bieten? Die durch die Nähe der Residenzstadt begünstigten sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse erhielten nach dem Bau der Eisenbahn Dresden-Leipzig entscheidende Veränderungen. Jetzt fuhr man mit dem 'Dampfwagen' aus der Stadt hinaus zum Vogelschießen, Wein- und Erntefesten, oder um die Natur zur Zeit der Baumblüte zu genießen. Die Gemeinden vergrößerten sich, neue Schulen wurden gebaut, eine Postexpedition und ein erster Industriebetrieb entstanden. Nach 1871 begann bald das große Bauen durch die Firmen Gebrüder Ziller, Eisold und andere. Sie kauften große Flurstücke, bauten Villen und legten Straßen an. Handwerksbetriebe und Geschäfte wurden eröffnet. Der Fremdenverkehr nahm schnell zu. Aber es gab noch keine Straßenbeleuchtung, Beschleusung fehlte und andere Missstände waren zu beklagen. Das zu ändern, und da die Ortsbehörden wohl kaum das Schöne mit dem Notwendigen verbinden würden, bildete

sich 1880 ein Verein, dessen Zweck die 'Verschönerung der ganzen lößnitz' sein sollte, da durch Erschließung schöner Partien, Anlegen vonAlleen, Wegen undAussichtspunk-ten viel getan werden könnte. Besonders der Gestaltung des lößnitzgrundes nahm man sich an. Der Verein fand Zustimmung, hatte bald zweihundert Mitglieder und wurde mit Spenden unterstützt. Er trug in den folgenden [ahren viel zur Gestaltung der Kulturlandschaft bei. 1883 gründete sich ein weiterer Verein zur 'Förderung örtlicher Interessen der Gemeinden Kötzschenbroda und Niederlößnitz'. DieAnregung dazu hatte die Redaktion der seit 1865 bestehenden Kötzschenbrodaer Zeitung gegeben. Um den Zuzug zu fördern, wurden Anzeigen und Publikationen in den meistgelesenen Tagesblättern veröffentlicht und ein Büro zum Nachweis verkäuflichen Grundbesitzes und freier Mietwohnungen eingerichtet. Die Geschäftsstelle übernahm Carl Pittius. Man plante sogar, die beiden Orte bildlich aufzunehmen und durch Vervielfältigung in einer illustrierten Zeitschrift dem großen Publikum der Umgebung vorzustellen. Es kam nicht zur Ausführung - die Kosten waren zu hoch. Doch es sind in dieser Zeit viele Postkarten hergestellt worden, in der Druckerei Ziegner, beim Buchbinder läzer und Carl Pittius, der später ein großes Postkartenlager besaß. Dieser 'Gemeinnützige Verein' setzte sich bei höheren Dienststellen im Interesse der Einwohner für Bau der Straßenbahn, Abwasserleitung und Errichtung einer Bismarcksäule ein. Er ließ Plakatsäulen errichten und die Plakate in der Druckerei Ziegner drucken. Besonders beliebt wurden die Promenadenkonzerte auf dem Königsplatz (heute Rosa-luxemburg-Platz) und im Garten des Bahnhofshotels (lößnitzperle).

Diese vielfältigen Bemühungen interessierter Einwohner trugen dazu bei, dass vorallem die Orte Ober- und Niederlößnitz immer reizvoller für Gäste und Touristen und nicht zuletzt für die Bewohner wurden. Die günstigen Verkehrsbedingungen nach Dresden veranlassten viele, die in Dresden ihrer Arbeit nachgingen, sich in der Lößnitz niederzulassen. Künstler fanden hier ihre Motive und Ruhe zur Arbeit. Der 1907 gegründete 'Kunstvercin' veranstaltete für sie Ausstellungen, aber auch Konzerte und literarische Abende. Zahlreiche Vereine und Gesellschaften gestalteten ein vielseitiges geselliges Leben in allen Lößnitzgemeinden, in ihren gemütlichen Weinstuben oder großen Ballsälen. Tiefgreifende Veränderungen brachte jedoch das Auftreten der Reblaus. In kurzer Zeit wurden weite Rebflächen vernichtet und verödeten, bis andere pflanzen kultiviert werden konnten. Dazu gehörten die Erdbeeren, die in großen Mengen, verpackt in Holzschachteln, in andere Städte verschickt wurden. Die Bodenspekulation griff um sich. Von [ahr zu [ahr entstanden Landhäuser im schweizer und italienischen Stil, und große Villen im Jugendstil, umgeben von Blumen- und Parkanlagen.Aber auch die bäuerlichen Altgemeinden strebten nach städtischem Aussehen. Zwar konnte der Abriss der Güter verhindert werden, doch anschließend an diese entstanden große Geschäftshäuser in geschlossener Bauweise. Bei Radebeul und Naundorf siedelten sich Industriebetriebe an, dagegen erhielten Zitzschewig, Lindenau und Wahnsdorf ihren dörflichen Charakter. In weniger als hundert [ahren hatte sich die 'Lößnitzlandschaft' völlig verändert, und mit ihr das Leben ihrer Bewohner, wie uns die alten Ansichten zeigen.

Die meisten der Abbildungen stellte mir das Stadtarchiv Radebeul zur Verfügung. Dafür und allen, die mich mit Leihgaben, Schenkungen und Hinweisen unterstützten, danke ich sehr herzlich.

Liselotte Schließer

1. Dieses kleine Buch, das Frau Ziegner 1896 herausgab, versehen mit Originalaufnahmen und einer Karte, ist sicher gern gekauft worden. Hier fand der Leser neben kurzen Angaben zur Geschichte der einzelnen Gemeinden Hinweise über Eisenbahn- und Schiffsverkehr sowie deren Fahrpreise, auch Gaststätten, Hotels, Weinrestaurants und Cafés wurden genannt. Ausführlich sind zehn Wanderungen beschrieben, und dabei geschichtliche Begebenheiten, Bauwerke undAnlagen erklärt. Fast könnte man heute noch danach gehen. Bestimmt aber sollte man Ziegners Rat befolgen: 'Man richte seine Partie stets so ein, daß man einen Höhepunkt erreicht, um den Genuß des herrlichen Talpanoramas nicht zu versäumen.'

OBERLCESSNITZ.R1DEBEUL.

2. Von den Terrassen am 'Bismarckturm' sieht man hinunter auf die Gebäude des Weingutes 'Hollóßnitz', sowie der Oberlößnitz und im Tal die Dörfer Serkowitz und Radebeul, beide einst bischöflich meißnisches Lehn. Zusammen mit der Gemeinde Oberlößnitz bildeten sie 1890 ein Kirchspiel und ließen 1891/92 die heutige Lutherkirche (Bild Mitte) erbauen. Ab 1. [anuar 1905 schlossen sich Radebeul und Serkowitz zusammen. Die Zeitung berichtet: 'An der zur Feier der Vereinigung der Gemeinden am Nachmittag des 3 1. 12. im Hotel Lechla veranstalteten Festtafel hatten etwa 50 Personen teilgenommen. Bei den Klängen der Musik herrschte unter den Anwesenden eine fröhliche Stimmung, und die während der Tafel gehaltenen Trinksprüche schienen kein Ende nehmen zu wollen. Der Silvesterabend erinnerte jedoch so manchen Festteilnehmer an früheres Heimgehen, was an einem anderen Tag vielleicht nicht geschehen wäre.' (0 berlößnitz kam erst 1934 zu Radebeul. )

3. Der Gemeinnützige Verein für Radebeul und Oberlößnitz hatte 1920 zu einem Preisausschreiben aufgerufen. 1921 lagen die Aufnahmen vor, von denen die besten als Postkarten im Verlag des Gemeinnützigen Vereins herausgegeben wurden. Dazu gehörte unter anderem dieses von einem Amateur aufgenommenen Foto. Es zeigt die Leipziger Straße (heute Meißner Straße) nahe der Gaststätte 'Zu den Linden' im Ostteil Radebeuls. Die Straßenbahn, scherzhaft 'Lóß nitzschaukel' genannt, fuhr seit dem 12. Oktober 1899 von DresdenMickten bis zur Bahnhofstraße Kötzschenbroda und ab Dezember 1920 bis nach Zitzschewig.

4. Richtfest für den ersten Bau der heutigen 'Schillcrschulc' . Nach der 1805 eingeführten Schulpflicht wurden Mitte des 19. [ahrhunderts in den Lößnitzorten Schulen errichtet, nur in der Gemeinde Radebeul nicht. Ihre Kinder besuchten die Kaditzer Schule. Und 'da es bisher so war (meinte man), werde es auch weiter so gehen'. Doch am 5. Mai 1877 wurde an der Bahnhofstraße der Grundstein zur 1. Schule gelegt und diese ein [ahr später eingeweiht. Sie hatte vier Klassenzimmer im Erdgeschoss, und oben eine Lehrerwohnung. Diese musste aber 1890 in Klassenzimmer umgewandelt werden. Um der Forderung nach besserer Schulbildung nachzukommen, wurde die Schule zur Höheren Volksschule. Gleichzeitig errichtete man die 2. Schule (ab 1919 Pestalozzischule) und konnte danach 1902 die 1. Schule durchAufsetzen eines zweiten Stockwerkes um fünfKlassenzimmer erweitern. 1904/05 besuchten dann 477 Schüler, davon 107 aus anderen Gemeinden, diese Schule.

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S. Die Forderung nach einer höheren Schule kam von Oberlößnitz. So bildeten die Gemeinden Radebeul, Kötzschenbroda und Oberlößnitz einen Schulverband. Niederlößnitz lehnte ab. Ostern 1906 begann der Unterricht zunächst mit der 6. und S. Klasse in der alten Serkowitzer Schule. Auf dem von Herrn RudolfSteinbach geschenkten Bauplatz fand am 29. August 1906 die Grundsteinlegung für die 'Realschule mit Progymnasiumsklassen' statt. Die Leitung hatte Baumeister W Eisald. Für die Bauarbeiten beschäftigte man weitgehend Handwerker aus den Verbandsgemeinden. Die Bevölkerung nahm regen Anteil. Nach knapp 14 Monaten war das hohe Gebäude mit dem Uhrturm fertiggestellt und konnte am 7. Oktober 1907 festlich geweiht werden. Am Tag darauf begann darin der Unterricht. Die Entwicklung zum 'Realgymnasium mit Realschulklassen' wurde 1909 erreicht, bedingte aber die Erweiterung durch Anbau des Ostf1ügels in den [ahren 1915 und 1927. Seit 1993 trägt es den Namen 'Lößnitzgymnasium'.

6. 'Der König kommt!' Darauf warteten am 4. Mai 1908 dicht gedrängt auf reich geschmückten Straßen die RadebeuIer Einwohner. An der Pestalozzistraße bildete die Schuljugend Spalier, während vor dem Rathaus der Gemeinderat, die Geistlichkeit und der Kirchenvorstand, das Lehrerkollegium und Vertreter vieler Vereine Aufstellung genommen hatten. Unter Glockengeläut und Hochrufen traf der König ein. Die Tochter des Gemeindevorstandes Werner trug ein Gedicht vor und überreichte Blumen zur Begrüßung. In seiner Ansprache bat der Gemeindevorstand: 'Majestät, möge im Iubel der Menschen die Freude erkennen, daß Majestät der Lößnitz einen offiziellen Besuch mache, die so oft das Ziel seiner Ausflüge sei.' Nach einem längerenAufenthalt verabschiedete sich der König mit Worten des Dankes und der Anerkennung.

7. Am gleichen Tag war der König zu einem Besuch des RadebeuIer Waldparkes angemeldet. Am Parkeingang wurde er vom Vorsitzenden des Verschönerungsvereins der Lößnitz, Rechnungsrat Eggers, Willkommen geheißen. Er verband damit den Dank, dass er den Park besuche, der zum Wohl der gesamten Bevölkerung geschaffen wurde, und bat, den Park zur Erinnerung an seinen Besuch 'König-Friedrich-August-Park' nennen zu dürfen. Nachdem der König die Genehmigung erteilt hatte, begann der Gang durch den Park zur Schutzhütte, vorbei an Spielplätzen, auf denen sich Kinder tummelten, weiter zu den Tennisplätzen, der Bismarckquelle und dem Springbrunnen zumAusgang, wo sich der König verabschiedete, um unter demjubel der zahlreich versammelten Bevölkerung seine Fahrt fortzusetzen.

8. In feierlicher Weise wurde am 23. Mai 1927 das Kriegerehrenmal 'Trauernde Heimat' durch die Kirchgemeinde Radebeul eingeweiht. Hunderte Teilnehmer hatten sich dazu eingefunden. Der Gedanke dazu war schon zehn [ahre zuvor gefasst worden. Dass Radebeul ein so schönes und wertvolles Denkmal erhalten konnte, war in erster Linie den freiwilligen Spenden der Einwohner zu danken. Schöpfer des Denkmals war Geheimrat Prof. Wrba, während Prof. Dr. Ing. Högg als RadebeuIer Bürger mit Rat und Tat zur Gestaltung der Denkmalsanlage beitrug. Ptarrer Schmidt hielt die Weiherede und weihte das unterTrommelwirbel enthüllte Denkmal den Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Am Sockel sind die etwa 400 Namen eingeschlagen. In einer Schweigeminute wurde ihrer von allen Anwesenden gedacht und abschließend das Denkmal mit herrlichen Kränzen und einer Fülle von Blumen geschmückt. Es steht noch heute in dem kleinen Ehrenhain, der an den Vorplatz der Lutherkirche grenzt.

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