Radebeul in alten Ansichten Band 2

Radebeul in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Liselotte Schließer
Gemeente
:   Radebeul
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6693-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Radebeul in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

l(adebeu/

çartenstrasse

9. Die Gartenstraße ist um 1890 auf dem RadebeuIer Flurstück 'Hinter den Gärten' angelegt worden. Sie verläuft parallel zur Bahnlinie. In das Haus Nr. 30 zog im Mai 1901 der Artist und Clown Hans Stosch ein. Das Mietshaus gehörte dem Besitzer der RadebeuIer Feigenkaffee-Fabrik Bernhardt Schwenke, dem Schwager Hans Stoschs. Seine Hundemeute konnte er in der Waschküche der Frau Deckert im Haus Cal. 1 1 3 c (später Nr. S4) unterbringen. Hier war sein Winterquartier, hier bereitete er seinen großen Start vor. Der Stellmachermeister Paul Thalheim und der Klempnermeister Max Kümmelberger sorgten mit für die Erstausstattung. Stosch -Sarrasani wohnte hier bis zum Einzug in sein Dresdner Zirkusgebäude im [ahre 1912.

10. Vom 'KarlMayHain' sieht man hinüber zur Villa Shatterhand. Ausgehend von der Idee, ein Denkmal für Karl May zu schaffen, bemühte sich der damals in Radebeul ansässige KarlMay- Verlag von der Stadt ein Grundstück zur Anlage eines Ehrenhaines käuflich zu erwerben. Der Bau- u. Finanzausschuss beschloss, das Landstück gegenüber der Villa 'Shatterhand' kostenlos zur Verfügung zu stellen. Als Gegenleistung errichtete der Verlag die 'Klara - May -Stiftung' . Den Auftrag zur Anlage des Parks erhielt der Gartengestalter Walter Sasse aus Kötzschenbroda in Zusammenarbeit mit einheimischen Handwerkern. Als Denkmal wählte der RadebeuIer Denkmalausschuss einen Findling aus Schmölln bei Bischofswerda aus. Die Einweihung des Hains fand am 2. Juli 1932 in feierlicher Form statt. Anlässlich des 1 SO. Geburtstages Karl May's wurde die Anlage neu gestaltet zu einem Platz der Ruhe und Besinnung.

1 1. Wie viele Leser wissen, steht das Blockhaus im Garten hinter der Villa Shatterhand und wurde zum 'KarlMayMuseum'. Es war 1925, als Frau Klara May beabsichtigte, die große Sammlung Patty Franks zu erwerben und sie zusammen mit Karl Mays Sammlung zu einer Schau zu vereinen. Patty Frank willigte nach längeren Verhandlungen ein. Natürlich musste es ein Blockhaus sein für die in seinem 35-jährigen Artistenleben gesammeltenAndenken an die nordamerikanischen Indianer. Er wollte auch gern die Besucher durch das Museum führen und ihnen von den Indianern erzählen. Und den Namen für das Haus? Den nahmen sie aus Karl Mays Buch 'Unter Geiern'. 1926 war die 'Villa Bärenfett' fertig. Die Sammlungen wurden zusammengeführt und 1928 die erste Ausstellung eröffnet. Patty Frank, der ins Blockhaus eingezogen war, erlebte hier viele Besucher, die von überall her kamen und noch kommen, aber heute ist das Museum um vieles erweitert und wissenschaftlich neu gestaltet.

,,'8illa '8ärcnfrtt" ~us in ~all ?!lau', 4iorlm)

12. Mit dieser Karte stellte sich die Gemeinde Serkowitz um 1900 vor: zunächst seine Lage zwischen Elbe und den Lößnitzbergen, und zeigt, dass der Ort mit Schiff und Straßenbahn zu erreichen ist. Da ist das 1788 erbaute Gasthaus 'Weißes Roß', das auch Haltepunkt der 1884 eröffneten Schmalspurbahn nach Moritzburg und Radeburg wurde. Schon in der ältesten Urkunde von 1337 ist der Gasthof genannt, der an der alten Poststraße über Jahrhunderte große Bedeutung hatte. 1863 erwarb ihn Fr. August Huhle und erbaute an Stelle des alten den neuen Gasthof. 1877 folgte der Anbau des Saales, der - weil zu klein - von Ernst Huhle nach Abriss größer wieder aufgebaut wurde. Auch die 'Thalmühle' ist als Mühlengut schon 1337 urkundlich erwähnt. Sie war eine der sieben vom Lößnitzbach angetriebenen Mühlen. Nach Einstellung des Betriebes errichtete man an ihrer Stelle eine Villa, in der 1895 das Restaurant 'Thalmühlc' eröffnet wurde. Das 'Merkers Restaurant' ist im Laufe der Zeit zum Gasthaus 'Zur guten Quelle' geworden.

.,

:._ .. ~~-

13. Der Name 'Otro Ziller - Kolonialwaren und Samenhandlung' war noch lange an dem Haus zu lesen. Otto gehörte zu der Familie Ziller, die in den Lößnitzgemeinden viele Villen und andere Bauten errichtete und so das Stadtbild Radebeuls mit prägte. 1865 hatten Zillers das Haus mit dem 'Kaufladen' gebaut. 1867 wurde der vom 'Weißen Roß' zum Grundstück führende Communicationsweg aufVeranlassung des Serkowitzer Gemeindevorstandes zur Straße, dem heutigen Augustusweg, ausgebaut. Erstaunlich war das Warenangebot, das außer Tabakwaren, Landesprodukten und Südfrüchten zum Beispiel auch Porzellan, Kochgeschirr, Farben, Bauartikel und Schreibmaschinen enthielt. Mit Recht konnte man es als die größte Kolonialwarenhandlung in Oberlößnitz und Umgebung bezeichnen. Otto Zillers Nachfolger wurde Frau Marianne [acob, zuletzt der Konsum. Doch nun ist der Laden schon lange geschlossen.

14. Seit 1884 dampft die Schmalspuhrbahn von Radebeul nach Radeburg. Gewerbetreibende und Handwerker - besonders die Radeburger - hatten gedrängt, einen Anschluss an das Eisenbahnnetz zu erhalten. Die Strecke durch den engen Lößnitzgrund erlaubte jedoch nur eine Schmalspurbahn. Im Herbst 1883 wurde der Bau in zwei Abschnitten gleichzeitig begonnen. Nach einer Bauzeit von 14 Monaten war die 16,5 km lange Strecke betriebsfertig, und konnte am 16. September 1884 feierlich eröffnet werden. Man erwartete vorallem starken Gütertransport, aber auch viele Ausflügler und Sommerfrischler zur Fahrt vom Bahnhof durch einige Straßen RadebeuIs, vorbei an Weinbergen, durch den malerischen Lößnitzgrund, auf dem Damm über den DippelsdorferTeich nach Moritzburg, und weiter um den Großteich herum nach Radeburg, der Geburtsstadt Heinrich Zilles. Heute erhält und pflegt der Verein 'Traditionsbahn Radebeul e.v.' die alten Loks und Wagen, und lädt regelmäßig zu Fahrten mit dem 'Traditionszug' ein.

- .!Jootstation

15. Einst gab es sechs Mühlen im Lößnitzgrund, alle betrieben vom Lößnitzbach, der die Niederschläge von der Höhe sammelte. Zwar entzog der um 1528 angelegte DippelsdorferTeich den Mühlen teilweise das Wasser, aber es reichte noch zum Mahlen. Sperrte aber der Teichpächter vor demAbfischen den Wasserablauf, so mussten die Müller in Notfällen das Wasser von ihm kaufen. Als 1880 ein Wolkenbruch niederging und etwas oberhalb ein Damm brach, richtete das Wasser große Schäden an. Der Mühlteich versandete, sein Abfluss - ein drei Meter hoher Wassersturz, von einem hübschen Wehrhäuschen überdacht - wurde zerstört. So wurde der Mühlteich zum beliebten Gondelteich. Doch nach der Schließung der 'Meierei ' verschlammte derTeich, die Mauer verfiel und weitere Hochwasser zerstörten die alte Anlage. Erst 1998 begann man mit der Wiederherstellung.

Ball- und Ausflugslokal "Meierei" Lößnitzgrund

16. Wo der Dorfgrund von Wahnsdorf her in den Lößnitzgrund einmündet, stand einst eine Mahl- und Schneidmühle. Schon der Markscheider Oeder trug sie um 1570 auf einer Karte ein. 1835 war sie im Besitz van [ohann Christian Schmiedchen, von dem sie die Baufirma Gebr. Ziller erwarb und nach Umbau am 1. April 1882 die 'Meierei' als Mahlmühle mit Bäckerei, Milchwirtschaft, ländlichem Restaurant, Sommerwohnungen und mehreren Bädern eröffnete. Der ehemalige Mühlteich wurde zum Fisch- und Gondelteich. In kurzer Zeit wurde daraus das beliebte 'Ball- und Ausflugslokal' das mit Konzerten und Tanz im Freien Jung und Alt anzog. Kriegs- und Nachkriegszeit hinterließen ihre Spuren. 1960 wurden die Räume mit hohen Kosten noch einmal restauriert. Dann aber mussten sie aus hygienischen Gründen geschlossen werden. So blieb die 'Meierei' sich überlassen, bis die Stadt Radebeul das ganze Grundstück 1995 von der Gemeinde Reichenberg erwarb und die dringendsten Reparaturen ausführen ließ. Doch ihre Zukunft ist unbestimmt.

17. Diese Bankgruppe steht am Promenadenweg im Lößnitzgrund. Auf der Tafel ist -leider nur noch schwer -lesbar: 'Zurn Gedenken an den Baumeister Moritz Ziller, Begründer des Verschönerungsvereins, erbaut 1898.' Moritz Ziller hatte 1864 das Baugeschäft seines Vaters übernommen und es dann mit seinem Bruder Gustav weitergeführt. Als 1880 der Gedanke aufkam, einen Verein zur Verschönerung der Lößnitz zu gründen, der für alle Lößnitzorte wirksam sein sollte, da vieles getan werden könnte, um den Touristen etwas zu bieten, da wählte man den Mann zum Vorsitzenden, der aus eigener Initiative schon vieles geschaffen hatte: Moritz Ziller. Zwölf [ahre setzte er sich erfolgreich für diese Aufgabe ein, bis er 1892 sein Amt niederlegte. Am 11. Oktober 1895 starb Moritz Ziller. Die Vereinsleitung beschloss ihm ein Denkmal zu setzen. Familie Ziller wählte den Platz dafür selbst aus, und der Besitzer des Grundhofes, Ing. Dehne, stellte ihn gern zur Verfügung. So konnte das Denkmal im [ahre 1898 eingeweiht werden.

18. Auf der Rückseite der Postkarte gibt ein Stempel Auskunft: Telix Hauptmann, Neu-Reichenberg, Alleiniger Erbauer dieser Anlage "Ober-Piependorf" bei Oberlößnitz bei Radebeul.' Leider fehlt ein Datum, doch es entstand in der Zeit der großen Arbeitslosigkeit, und bereitete nicht nur Kindern Freude. Es lag im Fiedlergrund am Abzweig nach Wahnsdorf, und hatte Ähnlichkeit mit Anlagen des 'Klein Erzgebirge' in Oederan. Es gab Wasserräder und Wassermühlen, Hammerwerk und sich bewegende Figuren, eine Eisenbahn, eine Ritterburg, alles in Spielzeuggröße fein säuberlich aufgebaut. Die Antriebskraft lieferte der Bach. Am Anfang des Zweiten Weltkrieges baute Herr Hauptmann die Anlage ab, weil sie unter mutwilliger Zerstörung zu leiden begann. Nach 1956 stellte er ein Wasserrad und einige Figurengruppen neu auf. Das hatte nicht lange Bestand. Die Unwetterkatastrophe von 1958 zerstörte alles. Die Dämme im oberen Fiedlergrund waren gebrochen. Eine große Wasserf1ut wälzte sich durch das enge Tal.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek