Radebeul in alten Ansichten Band 2

Radebeul in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Liselotte Schließer
Gemeente
:   Radebeul
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6693-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radebeul in alten Ansichten Band 2'

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19. Das kleine 'Breltighaus' an der Ecke Waldstraße/ August-Bebel-Straße mit dem hohen Satteldach und der Holzverschalung kennen ältere Einwohner sicher noch. Vermutlich gehörte es ehemals als Winzerhaus zu einem größeren Weinbergsbesitz, den der Kaditzer Kantor [ohann Gottfried Ziller besaß. Etwa seit 1850 lebte hier die Familie des Weinbergbesitzers Carl Gottlieb Breitig, dessen Nachkommen es bis in unsere Zeit in Besitz hatten. Da aber in der Nähe des Gasthauses 'Zum Russen' seit 1897 ebenfalls eine Familie Breitig wohnte, nannte man sie zur besseren Unterscheidung 'Russen-Breitig' und 'Ecken-Breitig'. Längst steht an seiner Stelle ein modernes Wohnhaus.

20. 'Wir gehen zum Russen' hieß es bald nachdem der Besitzer 1814 die Genehmigung zumAusschank von Wein, Branntwein und Kaffee erhalten hatte. Besitzer war Demian Zarenkow, ein russischer Soldat. Er war zuvor Kammerdiener eines Grafen und hatte 1805 mit Erlaubnis des russischen Gouverneurs in Dresden die Tochter des Rechtskonsulenten Wilhelm Reinhardt geheiratet. Sie erbte 1806 das Weinbergsgrundstück mit einem Winzerhaus, Stallgebäude und dem mit Statuen und bunten Zwergen geschmückten Garten. Nach ihrem frühen Tod war der Ehemann alleiniger Erbe. Doch seinen Sohn interessierte die Pianoforte-Herstellung mehr als die Gastwirtschaft. Nachfolgende Besitzer eröffneten eine Krämerei; dann kam eine Kegelbahn, ein Billardzimmer, 1841 auch die Genehmigung für Ausspanne und Tanzmusik hinzu. So wurde der 'Russe' zum beliebten Ausflugsziel für Schüler, Vereine und Gesellschaften. Es gab Vogelschießen, Rasentennis und jeden SonnntagTanz, weshalb Mütter mit heiratsfähigenTöchtern gern hier einkehrten. 1965 schloß das Lokal.

21. Das Gasthaus 'Zum Römer' ließ der Weinbergbesitzer Joh. Daniel Hübler 1834 errichten, das dann lange Zeit 'Hûblers Gaststätte' hieß. Als es der Nachfolger Willy Lubwitz übernahm, bestand neben dem Gast-und Vereinszimmer eine Tanzdiele. Sonntags fanden hier vornehmerTanz und täglich Unterhaltungsmusik statt. Nach einem Umbau gab er seinem Lokal den Namen 'Zum Römer'. Als er zum Kriegsdienst musste, führte seine Frau zunächst den Betrieb weiter, musste dann aber doch schließen. 1945 wurde das Lokal von Heinrich Kirchner wieder eröffnet und als 'Die behagliche Gaststätte und das Haus der Hochzeiten' empfohlen. Doch die Besitzer wechselten, bis die einst gern besuchte Gaststätte 1992 endgültig geschlossen wurde. Haus und Grundstück blieben dem Verfall überlassen, und noch immer ist ein gemütlicher Plausch unter den hohen Bäumen des Gartens nicht möglich.

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22. Die Weinbergstraße ist eine alte Berggasse gewesen, die der Zufahrt zu den am Hang liegenden Weinbergen diente. An der Südseite grenzen große Weinbergsmauern die darunterliegenden Weinanlagen ab. Typisch für die Lößnitz sind die noch erhaltenen Tore! An der Bergseite entstanden am Fuß des Hanges zunächst Winzerhäuser, die später für die Herrschaften um- und ausgebaut wurden. So zum Beispiel das Meinholdsche Turmhaus, Haus Barth um 1650 und das Retzschhaus (1649). An den historischen Gebäuden geben Tafeln Auskunft über ihre Geschichte. Zur Zeit der Weinlese kann man hier auch heute noch ein wenig von der Arbeit der Winzer miterleben.

23. Das 'Berg- und Lusthaus Hoflößnitz' diente den sächsischen Kurfürsten zur Repräsentation und Festlichkeiten der Hofgesellschaft besonders zur Zeit der Weinlese. Das Presshaus, in dem einst eine Baumpresse stand, hatte eine Galerie, die vielen Gästen Platz bot. Nach einem Brand imApril1824 wurden als Ersatz für die verbrannten Betriebsutensilien zwei Spindelpressen und zwei große Bottiche auf'vorteilhafte Weise' käuflich erworben. Das neue Gebäude wurde noch vor der Weinlese fertiggestellt. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Pressen in Gebrauch. Eine davon wurde danach im Freien aufgestellt (Abb.). Doch 1954 musste sie wegen zu großer Wetterschäden abgebaut werden. Die heute unter einem Schutzdach stehende 2,60 Meter hohe Spindelpresse stammt aus Wahnsdorf und gleicht ihrer Vorgängerin fast genau.

24. Auf vielen der jahrelang kahlen Rebflächen waren bis 1924 an den Hängen des Elbtales von Pillnitz bis Sörnewitz wieder Reben angepflanzt worden. Das machte Mut, wieder ein Winzerfest zu veranstalten. Erste Anregung, nach 84-jähriger Pause die alte Tradition wieder aufleben zu lassen, hatte Herr Ewald Bilz, Mitinhaber der Naturheilanstalt in Oberlößnitz, gegeben. Man wollte damit den neuen sächsischen Weinbau in breiten Kreisen bekannt machen. Mit einem großen Winzerzug von der Hoflößnitz zum Schützenplatz in Kötzschenbroda, vielfältigen Veranstaltungen, Tanz, Musik und einem Winzerabend wurde das 'Winzerfest der Lößnitz' ein Volksfest, trotz wirtschaftlicher und politischer Not, die auf allen lastete. In späteren [ahren fanden dann ähnliche Feste statt.

2 S. Schumanns Festwagen mit dem 1800- Liter-Faß vor der Abfahrt zum Stellplatz des Festzuges. Auch in späteren [ahren gab es Winzerfeste und Festzüge. Zum Beispiel 1956 unter dem Motto 'Zur Wiederbelebung der Traditionellen Winzerzüge in der Lößnitz'. Mit viel Ideen wurden die Festwagen liebevoll gestaltet. Sie zeigten Bilder aus der Zeit der Klöster, die den Weinanbau mitbrachten, und die Entwicklung in den [ahrhunderten bis in unsere Zeit. Danach aber beeinflussten die Jahrestage der DDR mehr und mehr die Gestaltung. Als 1984 '635 [ahre Radebeul' gefeiert wurde, war der Weinbau nur noch mit einer kleinen Gruppe vertreten. Nun aber haben die 'Weinfeste und Winzerzüge der Hoflößnitz' dem Fest seinen eigentlichen Sinn wiedergegeben: ein fröhliches Fest zur Zeit der Weinlese zu sein.

26. Das 'Haus Thieme' ist in seiner Bauweise wohl einmalig in Radebeul. Es wurde deshalb schon 1953 in die Liste der zu sanierenden Denkmale aufgenommen. In einer Urkunde von 1779 ist das Grundstück wie folgt beschrieben: 'Ein Herrenhaus mit gebrochenem Dach, dazu ein Winzerhaus mit angebautem pferde- und Kuhstall, Wagen und Holzschuppen samt 34 Pfahlhaufen Weinberg.' Erbaut wurde das Hauptgebäude vermutlich um 1 740, und in den [ahren 1760 und 1779 umgebaut.Außer dem zurückgesetzten Obergeschoss ist es ohne schmückenden Zierrat. Früherwar es das Eckgrundstück Nizzastraße/Sophienstraße (heute EduardBilz-Straße) und rings von Weinstöcken umgeben. 1926 erbten es die GeschwisterThieme. In jüngster Zeit sind auf dem ehemaligen Weinberg einige Wohnhäuser errichtet worden.

27. Im [ahre 1851 erhielt der Böttchermeister und Weinhändler Münch die Konzession zum Weinschank und zur Ausgabe kalter Speisen. Daraus wurde der beliebte 'Mûnchs Gasthof'. Spätere Besitzer erhielten die Erlaubnis, Tanz für geschlossene Veranstaltungen, sowie im Sommer unter Leitung eines Ballettmeisters Kinderfeste zu veranstalten. Im Laufe von [ahren mussten die Räume erweitert werden. 1921 konnten 'die neueingerichteten Gasträume, der in vornehmen Stil hergerichtete Festsaal und die Gesell-schaftszimmer, sowie eine Jägerstube und der erneuerte Lindengarten eröffnet werden'. Doch die Inflationsjahre brachten den 'Jägerhof' in Konkurs. Zwangsversteigerungen folgten, Erwerber mussten nach kurzem Betrieb wieder aufgeben. 1931 erwarb der 'Gebrüder Arnold'sche Pensionsverein' den Besitz. Aber die Konzession erteilte die Amtshauptmannschaft erst nach Klärung der Bedürfnisfrage. Nun durfte wieder getanzt werden, jedoch nur nach Streichmusik, und auch nur bis abends 11 Uhr. 1942 wurde das Lokal geschlossen.

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28. Anfang 1899 hatte der Deutsche Studentenbund aufgerufen, zum Gedenken überall im Lande Bismarcksäulen zu errichten. Der Gemeinnützige Verein Kötzschenbrodas und der Reformverein Radebeuls gingen sofort an die Arbeit. Man entschied sich für ein wuchtiges Bauwerk, auf dem an jedem 1. April ein weithin sichtbares Feuer brennen sollte. Als Bauplatz wählte man das Gelände neben dem 'Spitzhaus' , das die derzeitigen Besitzer der 'Hoflößnitz' schenkungsweise überließen. Der Gärtnereibesitzer Gustav Pietzsch, der 1 000 qm Land zur Verfügung stellte, griff den Gedanken des 'Feuertnrrnes' auf seiner Postkarte auf. Doch der Feuerturm wurde nicht gebaut: der Architekt Prof. Kreis konnte den Ausschuss vom unzweckmäßigen Ausbau eines solchen Turms überzeugen.

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