Radebeul in alten Ansichten Band 2

Radebeul in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Liselotte Schließer
Gemeente
:   Radebeul
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6693-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radebeul in alten Ansichten Band 2'

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29. Diese Karten wurden anlässlich eines Gesangskonzertes verkauft, das der Männergesangsverein 'Eintrach!' im Februar 1901 in den 'Vierjahreszeiten' veranstaltete. Der im gleichen [ahr gebildete Ausschuss für den Bau desTurms hatte zuerst die erforderlichen Finanzmittel zu beschaffen und tat das auf die vielfältigste Weise: Haussammlungen, Tombola usw. Eine Porzellan-Lotterie brachte 7 329 Mark Gewinn. Aber auch ein Sommerfest und freiwillige Spenden der Gemeinden trugen dazu bei. So standen 1907 beim Beginn des Baues 16 062 Mark zur Verfügung. Baumeister Große führte die Arbeiten nach den Vorgaben des Architekten Prof. Kreis gewissenhaft aus, sodass der Turm am 2. September 1907 unter großer Beteiligung der Bevölkerung feierlich eingeweiht werden konnte.

Zur Erinnerung an das Gesangs-Konzer zum Beste'n der Errichtung eines

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30. Als Nachbargemeinde Dresdens hatte Radebeul schon früh gute Beziehungen zu Kunstschaffenden entwickelt. So bot unsere Stadt nach der Zerstörung Dresdens verschiedenen Kunstinstitutionen die Möglichkeit zu künstlerischer Arbeit. Das im 19. [ahrhundert dem Grafen von Hohenthal-Dölkau gehörende ausgedehnte Grundstück mit seinen schönen Gebäuden eignete sich gut als 'Haus der Kunst'. Hier konnte schon im Sommer 1945 die erste Kunstausstellung gezeigt werden. Im Park fanden Konzerte und FreiluftTheateraufführungen statt. Als Interims- Theatersaal wurde der Schulsaal der Berufsschule umgebaut. DerTheaterwagen der Straßenbahn brachte die Requisiten, volle Züge das kunstbegeisterte Publikum. Nachdem in Dresden das Schauspielhaus wieder eröffnet war, verlor Radebeul durch eine unverständliche Verfügung leider das 'Haus der Kunst' und damit den würdigen Ausstellungsraum. Seitdem dient es als Gewerkschaftsschule.

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31. Neben Villen als Sommersitze und Privatschulen für höhere Bildung entstanden Kur- und Badeanstalten. Die Förderung des Gesundheitswesens durch 'Wort, Schrift und Tat' war der Zweck des 'Vereins für Heilwesen und Naturkunde'. Seine Mitglieder waren Ärzte, Apotheker und andere interessierte Persönlichkeiten. 1863 eröffnete Traugott Gießmann sein 'Badhotel'. In der 'Meierei' und anderen Pensionen richtete man für die Sommerfrischler Bäder ein. Das wachsende Bedürfnis war Anlass, größere Badeanstalten zu errichten. So entstanden das 'Wilhelmsbad' des Herrn Thimmers an der Lößnitzstraße und das 'NizzaBad' Hermann Schrapels an der Kronprinzen-Straße (jetzt MaximGorki-Straße). Beide waren 'der Neuzeit entsprechend besteingerichtete Badeanstalten'. Als Thimmers sein neuerbautes Haus öffnete, bot er neben sämtlichen Kur- und Medizinischen Bädern auch irisch-römische und russische Baderäume an. Leider ist von der Ausstattung des 'NizzaBadcs' nichts bekannt.

32. Wahnsdorf - seit 1934 ein Stadtteil Radebeuls. Doch seine Geschichte beginnt 13 SO, mit der ersten urkundlichen Erwähnung. Zu dieser Zeit gehörte es als Markgräf1iches Lehn den Burggrafen von Dohna, zusammen mit dem Rittergut Hermsdorf Diesem hatten die Bauern und Auszügler vielfältige Dienste zu leisten. Zur Kirche gingen sie nach Reichenberg. Da es auch keine direkte Straße vom Hochland zum Elbtal gab, waren die Kontakte zu den Lößnitzorten sehr gering. Das beeinflusste die Entwicklung der Gemeinde bis zur Ablösung der Dienste in den [ahren 1836 bis 1839 und der Wahl eines Gemeinderates. Die endgültige Selbständigkeit erreichte sie erst 1856. Doch mit demAnschluss an Radebeul musste sie diese nach wenigen Jahrzehnten wieder aufgeben. Aber seinen ländlichen Charakter hat sich Wahnsdorf bis heute bewahrt.

33. Wahnsdorf hatte lange Zeit eine sogenannte Reihschule. Der Unterricht fand im Wechsel in den Höfen statt. Als der dafür von der Gemeinde verpflichtete Lehrer wegging, war kein Nachfolger zu finden. So mussten die Kinder nach Reichenberg in die Schule gehen. Anfangs war das als Übergangslösung gedacht, doch 1835 wurden die Wahnsdorfer dort eingeschult. 1858 konnte das erste Schulhaus, das nur ein Klassenzimmer hatte, eingeweiht werden. Dann errichtete man 1897 die neue Schule am östlichen Ende des Ortes, nahm zunächst einen Teil in Benutzung und 1903 den anderen. Damit hatte Wahnsdorf nun eine 4- Klassen-Schule. Doch nach der am 1. April 1934 erfolgten Vereinigung mit Radebeul wurden die Schulbezirke zusammengelegt und die Kinder der Klassen 5 bis 8 künftig in der Schule Oberlößnitz unterrichtet.

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Grundmühle.

34. Von den Mühlen im LöBnitzgrund gehörten zwei zur Gemeinde Wahnsdorf. Der Markscheider Oeder trug sie im 16. [ahrhundert als 'Car1owitzmühle' und als 'Mûhle im Grunde unter Wahnsdorf ein. Sie liegt am Eingang zum LöBnitzgrund, und war um 1870 im Besitz des Baumeisters Eisold aus Serkowitz. Dieser verpachtete sie an August Schneider, der die Mahlmühle mit Bäckerei wieder in Betrieb nahm. Er erhielt auch die Konzession für Wein- und Kaffeeausschank, aber für Bier wurde sie ihm nicht genehmigt, obwohl in den nahen Steinbrüchen etwa 20 Mann arbeiteten und (dank der freiwilligen Duldung durch den Mühlenbesitzer) täglich an die 20 Fuder Steine durch den Mühlhof fuhren. 1905 lieB Eisold die Mühle aufTurbinenantrieb umbauen. Im Nebengebäude war eine Siebdruckerei untergebracht. Von der alten Mühlenromantik blieb nichts erhalten, mutwillige Zerstörung nach dem Zweiten Weltkrieg machte sie unbewohnbar. Mit viel Eigeninitiative neuer Besitzer wurde das alte Haus wieder hergestellt und im Nebengebäude eine gemütliche Gaststätte eingerichtet.

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3 S. Die 'Sennhûuc' wurde 1878 auf dem Weinberggrundstück 'der kleine Welzig' errichtet. Da sie nicht am öffentlichen Weg der Finsteren Gasse lag, sondern etwas oberhalb am Berg, hatte man von hier aus einen schönen Ausblick ins Tal. Die Hütte war aus Holz gebaut und mit Dachpappe gedeckt. Die Wirtin - Frau Heinze - bediente ihre Gäste auf dem 2,S bis 3,0 qm großen Vorplatz. Die Hütte diente ihr als Küche und bei Regen als Unterkunft. Es durften aber nur Wein, Kaffee und alkoholfreie Getränke, keine Speisen, verabreicht werden, und auch das nur in der Zeit vom 1. April bis zum 31. Oktober. Ab 1908 führte Frau Heinzes Schwiegersohn die Schankstätte weiter, bis er sie 1913 schließen musste.

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36. Die Zeit der Erbauung der 'Wilhelmshöhe' ist unbekannt, doch 1866 erhielt der Restaurateur Carl Friedrich Gommlich die Konzession für Bier, Wein und Branntweinschank. 1879 verkaufte er an Hermann Schwan, der das Restaurant durch einen SommersaIon erweiterte. Er starb 1887 und hinterließ die Witwe mit sechs unversorgten Kindern, doch sie durfte die Gaststätte weiterführen. [ahre später beantragte sie - den Wünschen der Touristen und Besucher der Bilz-Kuranstalt entsprechend - die Übernachtungs Genehmigung und 1898 auch fürTanz und kleine Gesellschaften im neugebauten Saal. Aber dagegen erhob der Wahnsdorfer Gastwirt Einspruch. Erst durch Vermittlung 'einer Dame aus der Gesellschaft' erfolgte die Genehmigung. 1907 verkaufte die Tochter Frau Schwans an Herrn v. Alvsleben in Berlin. Später nutzte die Fleischwarenfabrik Leipzig die Raume als Ferienheim. Seit [ahren ist die Gaststätte geschlossen und das Grundstück in Privatbesitz.

37. 'Von steiler Felswand auf der Wahnsdorfer Höhe schaut das Haus des Stadtrates Simon in das Tal herunter, das bisher wegen des stark pfeifenden Windes "die Pfeiffe" genannt wird,' beschrieb K.]. Hofmann um 1845 das Weinberghaus. 1825 hatte es Bäckermeister Haubold an Stelle eines alten Fachwerkbaues neu errichten lassen. Doch erst 1885 ersuchte Carl Rüdiger um Weinschank in seinem Hausgrundstück, 'da man den Ort der schönenAussicht wegen gern besuche' .Als man um 1900 durch Anbau einer Veranda den Gastraum erweiterte, wurde die 'BergWeinschänke zum Pfeiffer' daraus. Die Genehmigung für Tanzveranstaltungen machte den Bau einer Tanzdiele erforderlich, und außer Wein durften nun auch Bier und Liköre ausgeschänkt werden. Nach 1959 nutzten verschiedene Betriebe die ganze Anlage als Ferienheim. Nach sorgsamer Renovierung konnte am 1. April 1995 das Hotel 'Zum Pfeiffer' eröffnet werden.

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Gruss aus dem Paradles - Restaurant Niederlössnitz. M. Giessmann

38. Die Chronik berichtet, dass zu den schon früher entstandenen Nebengebäuden 1827 das Herrenhaus im Auftrag der Gräfin Flemming geb. Hohenthal im toskanischen Stil erbaut wurde. Nach ihrem Tode fiel es 1845 dem Grafen von Hohenthal-Dölkau erblich zu. Um es erhalten zu können, beantragte er das Schankrecht für das Haus, gab ihm den Namen 'Paradics', und übertrug die Bewirtschaftung dem Weinbergpächter Georg Schimank, ehemals Leibjäger der Gräfin. Es bot einen einmaligen Ausblick von den Welzigbergen und war deshalb stets vielbesucht. Zu den Gästen soll auch König FriedrichAugust Il. (1836-1854) gehört haben. 1899 wurde es völlig renoviert und 1900 die Glasveranda angebaut. Man nannte es nun 'Paradies' - Berggasthof der Lößnitz' und' der älteste und schönste am romantischsten gelegene Aussichtspunkt'. Bis 1945 blieb es im Besitz des Grafen, wurde im Zug der Bodenreform enteignet, und später von der Stadt verkauft.

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