Radebeul in alten Ansichten Band 2

Radebeul in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Liselotte Schließer
Gemeente
:   Radebeul
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6693-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radebeul in alten Ansichten Band 2'

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39. Das Blumenfest im sächsischen Nizza sollte neben dem Erntefest, Vogelschießen usw, ein besonderes Fest werden, bei dem es nicht um die Blumen ging, es sollte die schlimmste Volkskrankheit - die Tuberkulose - bekämpfen helfen. Es begann am Vorabend mit einem zwanglosen Beisammensein, flotter Musik und einem guten Tropfen. Von Jugendlichen angebotene Blumen, Programme, Lose und Postkarten fanden reißenden Absatz. Ein Höhepunkt war natürlich der Festzug, der in vier Gruppen die Jahreszeiten darstellte: Blumenmädchen, Schulkinder mit Zuckertüten (der Schulanfang war damals Ostern) kündeten den Frühling an, der auf einem prächtigen Wagen folgte.

40. 'Dr. Oeders Diätische Kuranstalt - früher Dr. Kadens Sanatorium' so nannte Dr. med. Gustav Oeder sein Unternehmen, nachdem er 1899 von Dr. Kaden dessen 1883 gegründete Heilanstalt gekauft hatte. Begonnen hatte Dr. Kaden in dem von ihm erbauten Haus mit sechs Kranken. Zehn [ahre später schloss er sich mit Dr. med. Greif zusammen, der jedoch bald wieder ausschied. Das Sanatorium wurde durch Einbeziehung des Hausgrundstücks SchweizerstraBe 3 für 18 Patienten erweitert. 191 1 lieB Dr. Oeder die Dachgeschosse durch Mansardenaufbau einrichten, um vierzig Patienten aufnehmen zu können. Nach Dr. OedersTod im Iahre 1923, führten die Erben den Betrieb weiter. Die ärztliche Leitung übernahm Dr. med Lange. 1961 bis 1992 befand sich in den Gebäuden das 'Herderinstitut zur sprachlichen Vorbereitung ausländischer Bürger in der DDR'. Nach Umbau ist es nun zur Seniorenresidenz 'Herderpark' geworden.

41. ImApril 1884 machte Herr Konrad Hoffmann bekannt, dass er in Niederlößnitz, Grünestraße 4 eine Privatschule für Knaben eröffne, deren Ziel die Reife für den Eintritt in die Untertertia einer höheren Lehranstalt sei. Die steigende Schülerzahl machte 1893 einen Anbau nötig, der durch Pastor Große eingeweiht wurde. [ahre später nahm man auch Mädchen auf. 1921 starb Herr Hoffmann. Im gleichen [ahr beschlossen die Schulvorstände der Lößnitzgemeinden die Gründung einer Förderschule mit sechs Klassen, sowie einer Hilfsschule, und brachte diese im ehemaligen Hoffmannschen Institut unter, das die Gemeinde Niederlößnitz gekauft hatte. 1950 wurde das Gebäude zur 'Zentralhilfsschule' umgewandelt, konnte aber auf die Dauer den Anforderungen nicht genügen. Man zog 1992 in die Schule an der Wasastraße um. Das alte Haus wurde zum RadebeuIer 'Vereinshaus', in dem zahlreiche Vereine ihren Interessen nachgehen.

42. Weit schweift der Blick über die Berghänge, die die Spuren der Reblauszeit zeigen. Am Fuß der Berge verläuft die heutige obere Bergstraße, die bei Oeder um 1600 'Hohe Gass', um 1715 Obere Bergstraße, ab 1905 Hohenzollernstraße und nach 1945 RolfHelm-Straße genannt wurde. Links im Vordergrund mündet die Humboldstraße ein und führt direkt auf die große Villa zu. Neben dieser das Portierhaus zu der am Hang stehenden Villa, die ehemals dem Bankier Kunze gehörte. Die Villa in Klinkerbau war wiederholt Motiv für den Maler Prof. Paul Wilhelm als 'das rote Haus'. Dahinter erhebt sich der v. Minckwitzsche Weinberg, gekrönt vom Weinberghaus, und links davon auf der nächsten Bergkuppe die 'Friedensburg' . Besonders reizvoll war der Blick zur Blütezeit der Birnen-, Kirschen- und pfirsichbäume. Da die geplante Aufrebung durch den Kriegsausbruch nur teilweise erfolgte, veränderten bald Sträucher und Bäume das Bild.

43. Als der Dresdner Advokat C. C. Kober 1712 den großen Weinberg nach dem Tod seiner Frau erbte, standen vermutlich keine Gebäude darauf. Kober ließ ihn mit einer Mauer umgeben und zunächst 1 7 1 3 einen kleinen Pavillon am Hang errichten. Nach dem Bau des Wohnhauses und der Nebengebäude, entstand 1729 als Krönung des Berges der große Pavillon. Der zweigeschossige Bau mit quadratischem Grundriss hat einen kleinen Saal und darunter einen Gewölbekeller. Hier feierte man im Freundeskreis und genoss die herrliche Fernsicht. Seit 1853 ist es im Besitz der Familie v. Minckwitz. 1934 richtete sich der Maler Paul Wilhelm darin sein Atelier ein. Zur Rettung des Gebäudes wurde 1988 das Dach erneuert und mit Sanierungsarbeiten begonnen, die dann 1993 fortgesetzt werden konnten. Seitdem wird das Haus zu Weinverkostungen, Vorträgen und Familienfeiern genutzt.

44. Dieses mehr als zweihundertjahre alte Haus an der oberen Bergstraße erinnert an die Geschichte des einstigen St.-Materni-Hospitals in Dresden. Im Volksmund hieß es 'der Spittelberg' . Die zugehörigen zwei Weinberge hatte der Burggraf Otto v. Dohnyn 1286 dem Hospital geschenkt. 1770 ließ die Spitalverwaltung an Stelle eines alten, baufälligen Hauses das schöne Weinberghaus mit Winzerwohnung, Raum für die Presse und Keller, dazu ein Stallgebäude und eine Pumpe mit Wassertrog, errichten. Bis 1833 blieb es Besitz des Hospitals, dann wurden die Weinberge getrennt versteigert. Da jedoch der Taxwert nicht erreicht wurde, musste ein Käufer gesucht werden. So erwarb Benno v. Römer aufNeumark den ganzen Besitz für 4 1 OOThaler. Ihm folgte sein Sohn, von dem ihn 1897 [ohann Reinhardt kaufte, dessen Namen das unter Denkmalschutz stehende Haus heute trägt.

45. Wir schauen über die Winzerstraße nach Westen zu den Lößnitzbergen. In der Ferne ist das Mohrenhaus zu erkennen. Die Winzerstraße ist ein uralter Weg, der die Weinberge auf den sanften Hängen verband. Der Markscheider Oeder bezeichnet ihn Ende des 16. Jahrhunderts als 'Hausgasse' , da bereits eine Anzahl kleiner Winzerhäuser daran stand. Einige sind noch heute nachweisbar. Jahreszahlen belegen es. 1715 hieß sie 'Obere Bergstraße' und 1883 bis 1899 'Mittlere Bergstraße' , um mit der Straße auf den Fluren von Naundorf und Zitzschewig einen einheitlichen Straßenzug zu bilden. Nach einer Besichtigung der ganzen Straße im April 1899 fasste die Niederlößnitzer Gemeinde den Beschluss zur Umbenennung in 'Winzerstraße' . Darauf ersuchten 70 von den inzwischen 80 Anwohnern um Rückbenennung in Mittlere Bergstraße. Doch das lehnte der Gemeinderat ab, da der neue Name ja sehr zutreffe. So ist es bis heute geblieben. Das Haus im Vordergrund steht schon lange nicht mehr.

46. Die 1870/71 von Ernst Louis Gießmann durch die Baufirma Ziller an der Stelle eines kleinen Weinberghauses errichtete 'Friedensburg' wurde bald zum schönstgelegenen Restaurant und Café, denn sie bot ihren Gästen eine herrliche Fernsicht über das ganze Elbtal. Dicht am Strom liegen die alten Ortschaften Kötzschenbroda und Naundorf, auf deren Fluren schon einige Industriebetriebe entstanden sind. In der Ferne überspannt die Niederwarthaer Brücke den Fluss. Seit 1875 führt darüber die Eisenbahnstrecke Dresden-Berlin. An den Hängen der anderen Elbseite geht die Straße steil hinauf nach Weißtropp, dessen Kirche weithin sichtbar ist.

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47. Westlich der 'Friedens burg' geht der Blick über Gärten und Villen der Niederlößnitz hin zum Hang, auf dessen Höhe das 'Berghaus Neufriedstein' steht. Wo einst auf den Weinbergen der herrschaftlichen Besitzungen 'Alt- und Neufriedstein' vorzügliche Trauben reiften, wurden nach 1900 Straßen angelegt und Villen errichtet. In Bildmitte ist das Gebäude der 1836 gegründeten 'Sektkellerei' zu sehen, und am Fuß des Gießmann gehörenden Weinberges unterhalb der 'Friedensburg' (im Bild links unten) das 'Bad-Hotel'. Es entstand aus zwei Winzerhäusern, die durch Um- und Anbau miteinander verbunden einen Innenhof umschließen. Nach dem Ersten Weltkrieg schloss man es und richtete darin Wohnungen ein. Doch noch lange stand über dem Eingang: 'Stehbierhallc'.

Niederlößnitz,

Wackerbarlhs Ruhe,

48. Das 'Belvedere' - im Auftrag des Grafen v. Wackerbarth von Knöffel als 'Lustháuschen' errichtet - war mit einem Glockentürmchen und einer Uhr versehen, deren Schlag weithin zu hören war. Es steht auf einer durch Dockenbrüstung begrenzten Terrasse und trug das Wappen der Familie Gregory, in deren Besitz es ab 1798 war. Eine muschelförmige Blumenschale und ein Wasserbecken schmückten den Sockel. Der Spruch an der Mauer hatte ursprünglich folgenden Text: 'Der Weinberg, den Du siehst, heißt Wackerbarthens Ruh. Kein Fluch drückt diesen Ort, tritt Leser nur herzu. Hier widmet er sich selbst dem Rest von seinen [ahren, entbürdet von den Hof-, Welt -, Staats- und Kriegsgefahren. Hier ist es, wo von Neid und Anlauf er befreit, zwar seinen Tod nicht sucht, jedoch ihn auch nicht scheut.' Diesen Spruch ließ der sogenannte Raugraf v. Wackerbarth später entfernen und durch den heutigen ersetzen.

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