Radebeul in alten Ansichten Band 2

Radebeul in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Liselotte Schließer
Gemeente
:   Radebeul
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6693-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radebeul in alten Ansichten Band 2'

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49. Das Bild zeigt nur einen kleinen Ausschnitt vom einst großen Weinbergsgelände des' Altfriedstein', das um 1742 zusammengekauft wurde. 1829 erwarb es der Kaufmann Schwarz aus St. Petersburg, und schließlich kaufte es 1878 Carl Lamsbach. Dieser richtete hier seine 'Pension Alt-Friedstein' ein, die durch das milde Klima der Lößnitz ihren Gästen einen wohltuenden Aufenthalt bot. Sie war mit zwanzig gut eingerichteten Zimmern, Speisesaal und Lese- und Billardzimmer ausgestattet. Bäder befanden sich im Nebengebäude. Im romantisch angelegten Gartengelände gab es Spielplätze für Rasentennis und Croquet, sowie eine Kegelbahn, und viele Ruhebänke im zugehörigen Waldpark mit dem Teich, der heute noch als 'Schwarzes Teich' bekannt ist. Die Pension blieb noch bestehen, als die Firma Schilling und Gräbner 1899 das Gelände zur Villenbebauung kaufte. Dann als Alters- und Pflegeheim der Stadt genutzt, wurde es 1987 geschlossen und zum Verkauf ausgeschrieben.

SO. Wer würde auf dem Bild die Straße erkennen, wenn nicht die Gebäude der 'Sektkellerei' und des 'Marienhofes' zu sehen wären. Es erinnert aber an den alten Kommunikationsweg von Kötzschenbroda nach Lindenau. Nachdem die Gemeinde Kötzschenbroda 1463 vom Kurfürsten ein Stück der Lindenauer Büsche zu einer Viehweide gekauft hatte, trieb der Gemeindehirte die Tiere nun auf diesem 'neuen Viehwege' den Berg hinauf. Nach der 1839 erfolgten Gründung der Gemeinde Niederlößnitz wurde die Viehtriebe oberhalb der Meißner Straße zur 'Moritzburger Straße'. Zwar war der links im Bild zu erkennende Straßengraben noch bis 1884 offen, dennoch nahm die Bebauung zu. Und so leuchtete die erste elektrische Straßenlaterne in Niederlößnitz vor dem Haus des Mechanikus Albert Peter, der damals den heutigen 'Marienhof' bewohnte. Über den Ausbau der Straße berichtete die Zeitung erst ab 1899.

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SI. Der herrschaftliche Besitz 'Neufriedstein' entstand im 18. [ahrhundert aus drei Weinbergen, die der Kaufmann und Ratsherr [ohann Georg Ehrlich 1727 und später sein Sohn erwarben. Zu dem bereits vorhandenen Wohn- und Preßgebäude, Winzer- und Stallhaus ist etwa 1770 das barocke Wohnhaus (heute der Mittelbau) errichtet worden, und dazu auf der Höhe das 'Berghaus' , in dem man sich gern 'rnit Freunden lustig machte'. [ohann Gottlieb Ehrlich mußte 1776 den Besitz verkaufen, da sich seine Hoffnung, im Berg Silber zu finden, nicht erfüllte. Spätere Nutzungen als Restaurant und zur Sektproduktion bestanden nur kurze Zeit. Dann zerstörte die Reblaus die Weinberge. Man zergliederte das Gelände, von dem der 'Landesverein zur Unterstützung unvorsorgter pfarrtöchter' 1886 einen Teil erwarb, und am 6. Dezember 1888 das Gebäude einweihte. 1893 wurden auf der westlichen Terrasse 10 Zimmer angebaut. 1904 kam das 'Mathlldenhaus' dazu. 1998 zogen die letzten Bewohner des 'pfarrtöchterheimes' aus. Der Besitz ging in Privathand über.

52. An Stelle dieses stattlichen Gebäudes stand schon 1706 ein Weinberghaus. Als 1786 der Advokat David Jünger den Weinbergbesitz kaufte, gehörten dazu mehrere Gebäude, Presse, Berggeräte und die 'Buschleitc' ( ein Waldstück). Er verkaufte ihn 1 795 an den Reichsgrafen Friedrich Magnus zu Salms mit allem was dazu gehörte für 3 000 Thaler. 1812 war noch die Gräfin von Salms die Besitzerin. Danach wechselten die Besitzer, ohne große Veränderungen vorzunehmen. Erst Heinrich Friedrich Laßius ließ das alte Haus 1852 abreißen und das Wohnhaus mit zwei Stockwerken und zwei Essen neu errichten. Der zugehörige umfangreiche Weinberg zog sich vom Zechsteinweg abwärts an der Barkengasse entlang bis zur Mittleren Bergstraße und gehörte um 1812 der Familie des Dr. Eltz, Besitzers der 'Bischofspresse' . Er war Stadtchirurg und Pächter der Baderei in Dresden. Leider sind die Gebäude des 'Zechsteins' längere Zeit unbewohnt und dem Verfall überlassen.

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53. Im Iahre 1893 hatte der Buchdruckerei-Besitzer Otto Lehmann für die Dresdner Ortskrankenkasse das in 208 m Höhe gelegene große Berggrundstück 'Alt-Wettinshöhe' gekauft und für 29 Erholungsbedürftige in alten Gebäuden Unterkunft geschaffen. 1894 konnte sie bezogen werden. Durch mehrfacheAn- und Umbauten wurde es zuletzt 1926 für die Aufnahme von 1 SO Pfleglingen vergrößert. 1898/99 ließ die Krankenkasse am Krapenbergweg 3 ein Genesungsheim für Frauen (Abb.) errichten, das im April 1899 mit sechzig Betten eröffnet wurde. In den folgenden zehn [ahren verdoppelte sich die Zahl. Die schöne Lage in waldreicher Umgebung bot allen für 4 bis 8 Wochen erholsamen Aufenthalt. Während des Ersten Weltkrieges dienten beide Heime als Lazarett. Nach der Zerstörung Dresdens nahmen sie Krankenhaus-Patienten auf. Ab 1967 wurde daraus TBC-Heilstätte und schließlich das Altersund Pflegeheim 'Lóßnitzhóhc'.

54. Weit überschaut man das Gebiet, durch das der Rietzschkegrund von Zitzschewig nach Lindenau führt. Vermutlich haben schon im 17. Jahrhundert vereinzeltWohnstätten armer Leute bestanden, denn er hieß zu dieser Zeit der Bettelgrund. Zwar war 1828 der Bau von Wohnstätten verboten worden, aber der Chronist Schubert nennt 14 Häuser, die um 1838 gebaut wurden und eines, das als Winzerhaus in einem Weinberg stand. Es waren meist Handwerker hier sesshaft. Der Tischlermeister Ernst Moritz Großmann errichtete 1885 sein Haus gleich mit Räumen für Schankbetrieb. Die Genehmigung für Bier- und Weinschank erhielt er jedoch erst 1892. Danach baute er das neue Gasthaus. Die Stille und Schönheit der Natur zog den Kunstmaler prof Emergildo Donadini in die 'Rietzschke", und später hatte auch der Kunstmaler Erhard Zwar bis 1977 hier seinen Wohnsitz.

SS. Der Erdbeeranbau kam in der Lößnitz erst durch den Rückgang desWeinbaues immer mehr zu Bedeutung: man pflanzte sie als Nebenprodukt zwischen die Weinstöcke und brachte die Ernte auf den Markt nach Dresden. Für die angebotene Menge fehlte aber bald der Absatz. Da tauchte ein Händler auf, der die Beeren kaufte, in Spanschachteln verpackte und per Bahn nach Leipzig brachte. Immer mehr Händler kamen, suchten sich Lieferanten und schlossen mit ihnen Vereinbarungen ab. Die Preise legten die Händler gemeinsam fest, und alle mussten sich daran halten. So entstand die Erdbeerbörse. Die Spanschachteln wurden in große Weidenkörbe verpackt und als Eilgut per Bahn versandt. So waren die am Morgen gepflückten Erdbeeren schon mittags in Berlin und Leipzig auf dem Markt. Es sollen in manchenjahren schon bis zu SO 000 kg gewesen sein.

Gruß vom Weinbauer

56. Als Gottlieb Leberecht Mitzschke 1856 den sogenannten 'Kühleberg' erwarb, hat er wohl noch nicht an Weinschank gedacht. Erst dreißig [ahre später stellte sein Sohn ein Gesuch, in den Sommermonaten einen Schank selbstgekelterten Weines eröffnen zu dürfen. Es wurde aber wegen 'ungenügender Lokalität' abgewiesen. Er wiederholte sein Gesuch ein zweites und drittes Mal, ohne Erfolg. Doch Vater und Sohn verkauften dennoch Wein in Flaschen, wie der Gendarm im Februar 1900 feststellte und zwar die Flasche Weißen für 70 Pfennig, den Roten für 80 Pfennig. Das verbot man ihm nun, und so stellte er ein viertes Gesuch, und nachdem er sein Lokal durch Anbau vergrößert hatte ein fünftes. Nun endlich erteilte man im November die Erlaubnis zum Weinschank, der dann in der dritten Generation der Mitzschkes weitergeführt wurde. 1929 ging der Besitz in andere Hände über. 1973 schloss diese kleine, aber sehr beliebte Gaststätte, der Name 'Mitzschkes Weinschank' blieb erhalten.

57. Weinlese auf dem von Carl Pfeiffer im Iahre 1935 für seineAssistentin Frau Schlegel (Bild Mitte) angelegten Weinberg. Unter den Helfern der Maler Rosenhauer (rechts). Nach den [ahren des Reblausbefalls und seiner Bekämpfung waren nur Reste der alten Anlagen erhalten. Sie bildeten den Grundstock für den Neuanfang. In den [ahren 1913 -1915 entstanden unter Leitung des Weinbaulehrers Carl Pfeiffer bedeutende Neuanpf1anzungen, die in Kriegsjahren zu verkommen drohten. Das Eingreifen Pfeiffers und unermüdliche Arbeit gemeinsam mit seiner Frau und der im Haus tätigen Schlegel konnte das verhindern. In den Nachkriegsjahren entstand ein eigener Kellereibetrieb zur Kelterung der in Versuchsweinbergen geernteten Trauben.

58. Der Gasthof in Zitzschewig hat eine lange Geschichte. 1479 erstmals genannt, erlebte er die Gerichtstage der Altgemeinde, und die Vergnügungen der Dorfbevölkerung. 1528 wurde ihm das Recht zugesprochen, außer selbstgebrautem Bier im Herbst auch Freibergisches Bier auszuschenken. Auch das Recht des Backens und Schlachtens stand ihm zu. Denn auf der Landstraße nach Meißen zogen mancherlei Reisende und fahrendes Volk vorüber. Als 1683 die Fahrpost Dresden-Meißen-Leipzig eingerichtet wurde, war hier die erste Rast für die pferde und die Reisenden. Sie brachten Geld ins Haus. Von Kriegsschäden blieb der Ort wohl verschont, doch ein Brand am 7. August 1859 machte einen Neubau notwendig, obwohl der Gasthofnach 1839 durch den Bau der Eisenbahn seine Bedeutung als Raststätte verloren hatte.

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