Radebeul in alten Ansichten Band 2

Radebeul in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Liselotte Schließer
Gemeente
:   Radebeul
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6693-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radebeul in alten Ansichten Band 2'

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59. Viele Menschen erwarten die 1. Straßenbahn. Als 1907 der Zitzschewiger Gemeinderat sich für die Verlängerung der Straßenbahn von Kötzschenbroda entschied, waren alle dafür. Aber bürokratische Vorschriften verzögerten die Ausführung. So vergingen die [ahre. Endlich traf am 23. Dezember 1920 um 14 Uhr 33 die erste Straßenbahn an der Endstation 'GasthofZitzschewig' ein, begrüßtvon dem Jubel der wartenden Menge. Kränze, Fahnen und Girlanden schmückten die Häuser. Kaum ein Dorfbewohner wird das Fahrzeug nicht ausprobiert haben. Aber schon im November 1922 musste der Betrieb wieder eingestellt werden: die Inflation zwang zur Einsparung. Aktive Bürger erreichten dann, dass am 17. Dezember 1924 die Bahn wieder in Betrieb genommen wurde. Als dann 1931 die Strecke bis Coswig verlängert wurde, verlegte man sie auf die heutige Trasse, und damit entfiel die Haltestelle am Gasthof.

60. Seit 1839 furhren die Eisenbahnen auf der Strecke Dresden-Leipzig an Zitzschewig vorüber, aber einen Bahnhof gab es bis zum Ende des 19. Jahrhunderts nicht. Zwar teilte die Zeitung am 1. Juni 1881 mit, dass die von Dresden über Friedrichstadt nach Weinböhla fahrenden 'Omnibuszüge' (Spezialwagen 3. Klasse) bei Bedarf auch in Zitzschewig halten würden, aber wann fuhr schon einer. Und wer nach Dresden oder Coswig wollte, der musste eben zu Fuß nach Kötzschenbroda gehen. Deshalb setzte sich der Gemeindevorstand Berge für eine Haltestelle ein. 'Nachdern nun das Areal, das dem Fiskus zur Verfügung gestellt und seit Dezember 1898 abgeräumt wurde, ist die Erbauung der Haltestelle in nahe Aussicht gerückt, und wird der gesamten Einwohnerschaft große Bequemlichkeit und Verkehrserleichterung bringen' schrieb die Zeitung am 8. [anuar 1899. Aber erst mit der Einführung des Sommerfahrplanes Anfang Mai 1901, fand die Einweihung statt.

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61. Wer heute am Bahnübergang bei Naundorf vor der geschlossenen Schranke warten muss, wird in dem einfachen kleinen Haus an der Nordseite der Straße kaum die Gaststätte erkennen, die Emil Döring um 1904 einrichtete. In einem Gastraum und einem Vereinszimmer konnte er seine Gäste bewirten. Die gegenüber liegende Haltestelle Naundorf und das freundliche Aussehen haben sicher manchen Reisenden hier einkehren lassen. Die Einwohner der Umgebung kamen zu Schlachtfesten und anderen Veranstaltungen ebenso gern hierher. Nach mehrfachem Wechsel der Besitzer hatte es nach dem Zweiten Weltkrieg die Familie Müller im Besitz. Er war Dreher im Druckmaschinenwerk Planeta, seine Frau versorgte die Gastwirtschaft. Auch jetzt war sie besonders abends besucht, wenn die Arbeiter der in der Nähe angesiedelten Industriebetriebe nach Feierabend hier noch ein Bierchen genossen, ehe sie per Rad oder mit dem Zug nach Hause fuhren. Nach 22 [ahren folgten Müllers andere Wirte, sie blieben meist nur kurze Zeit. Heute ist das kleine Haus zu einer Wohnung umgebaut.

62. Dieser 'Cruß aus Naundorfin der Lößnitz' kam aus der Weinstube von FriedrichAugust Benedix. Das 'Vergläsern' (Ausschenken) des selbst erbauten und gekelterten Weines war ein altes Recht in allen Lößnitzgemeinden. Die Naundorfer Bauern machten über lange Zeit den Weinbau zu ihrer Haupterwerbsquelle, 31 Weinpressen sollen damals in ihrem Dorf gestanden haben. Aber Wetterschäden und Misswachs bereiteten ihnen große Verluste und Steuerrrückstände. Familie Benedix besaß das Gut Nr. 21 und einen Weinberg über mehrere Generationen. Um 1833 erwarben sie das Gut Nr. 20 dazu. 1882 ließ Friedrich August Benedix das Pressgebäude erbauen und eröffnete wohl auch die Weinstube. Da mit der Eisenbahn fremde Weine ins Land kamen, ging der heimische Weinbau stark zurück. So wurde Benedix Weinhändler. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm Max Klotzsche das alte Weingut, das dann 'Altdeutsche Weinstube' hieß.

63. Der seltsame Name 'Haus Fliegenwedel' geht auf den gleichen alten Weinbergsnamen am Steilhang der Naundarfer Flur zurück. Aber es ist nicht zu erklären, wie es zu dem Namen kam. Urkundlich nachgewiesen ist, dass er bis 1671 in kurfürstlichem Besitz war und zu dieser Zeit von ihm verkauft wurde. 1738 erwarb der Hof-Böttchermeister [acob Krause den Berg samt Haus, das durch Umbau seine dem Zeitgeschmack entsprechende äußere Farm erhielt. Im Erdgeschoss war neben Stube, Kammer und Küche ein Raum für die Hobelbank und sein Werkzeug. In der Etage lagen die sogenannte Sommerstube und zwei Kammern. Oben auf dem Berg ließ Krause den 'Iacobstciu' errichten. Nach Reblauszeit und mehrmaligem Besitzerwechsel kaufte ein Architekt das stark beschädigte Gebäude und gab ihm in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege seine alte Schönheit wieder.

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64. Die Gaststätte 'Zur Börse' war einst das Haus des Seilers, der zur Ausübung seines Handwerks elne 'Sellerbahn ' am Weg zum Elbhufer (hinter der Sporthalle) betrieb. Als 1829 in Kötzschenbroda eine Viehseuche ausbrach, und der ganze Ort zusammen mit Fürstenhain von Militär abgesperrt wurde, war nur hier beim Seilerhaus der einzige Zugang. Eine Bauernwacht musste die Übergabe gespendeter Lebensmittel, Beförderung von Briefen usw. überwachen. Zehn Tage lang konnte kein Einwohner das Dorf verlassen. 1865 erhielt der Seilermeister Weißbach das Reihschankrecht, später wurde daraus die Gaststätte mit Fleischerei und Gästegarten. So hat sich 'Die Börse' bis in unsere Zeit erhalten.

65. Das Haus Horst- Vieth-Straße 11 steht mit seiner Front an der Winzerstraße. Es trägt zwei Jahreszahlen: 1623 und 1784, die darauf hinweisen, dass zunächst nur der linke Teil bestand, in dem die Presse und die Winzerwohnung waren. Später ist der rechte Teil angebaut worden. Als eine junge Familie das Haus übernahm und es zu restaurieren begann, entdeckten sie auf dem Boden, der nur durch eine Falltür zu erreichen war, an einer Wand die Angabe, dass der Amtsmaurermeister [ohann Christian Große aus Kötzschenbroda 1715 den Anbau ausführte. An anderer Stelle fanden sie den folgenden Text: 'Wer da lobt den fernen Rhein, ich lobe guten Kötzschberwein. Wenn da ein Mensch ist lahm und krumm, macht schnell der stark ihn wie Simsun M.L. 1715.' Erhalten waren auch einige Dachziegel, sogenannte 'Feierabendziegel' , die als letzte am Tag gefertigte mit einem Spruch versehen wurden. In jahrelanger Arbeit konnte dem unter Denkmalschutz stehenden Bau sein einstiges Aussehen wiedergegeben werden.

66. Die Meißner Straße zwischen Bahnhofstraße und dem Postamt. Am Giebel des damaligen 'Bahnhorels' ist der Name 'Carl Pirrius' zu lesen. Nachdem 1882 hier schon die erste 'Buchhandlung der Lößnitz' entstanden war, gründete 1886 Carl Gottlob Pittius seine Firma, die 'Buch-, Papier- und Galanteriewaren Handlung', richtete eine Leihbücherei und einen Journallesezirkel ein, und nahm Annoncen für die Zeitung an. Später kamen noch Leder- und Spielwaren dazu. Bald konnte er auch seine reiche Auswahl in 'Photographien, Postkarten und Geschenkartikeln mitAnsichten von hiesiger Gegend zu billigsten Preisen' seiner Kundschaft anbieten. Daneben unterstützte der Firmengründer den Gemeinnützigen Verein für Kötzschenbroda und Niederlößnitz, förderte das Handwerk und Kultur. Später erbte Hans-Joachim Reichert das traditionsreiche Unternehmen und führte es unter dem alten N

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