Radevormwald damals und heute Band 1

Radevormwald damals und heute Band 1

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1933-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radevormwald damals und heute Band 1'

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War es vor Jahrzehnten möglich die beiden Bergerhofer Fabriken, die Bismarckwerke und die Firma Titan Elektrizitäts AG auf einer Postkarte zu vereinen, so ist das durch Bebauung langst nicht mehr so. Die Räume der Fahrradwerke Bismarck konnten unverändert bleiben. Die Rollenfirma Schulte übernahm sie. Was von der Firma Titan blieb, ist lediglich rechts die Maschinenhalle. (Heutiges Möbellager Höbler.) Das Bürogebäude wurde abgetragen. Dort steht die Kunststoffpresserei Erlemann & Huckenbeck. Über das alte Fabrikgelände führt die Zufahrt zur Tankstelle rnit Heizöl- und Reifenhandel Krämer GmbH & Co.

6. Radevormwalder Bürger die vor 1914 in der Garde gedient hatten, schlossen sich zum Gardeverein Radevormwald zusammen. Es waren alle stramme Kerls für die galt: Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Bei einem örtlichen Waldfest war die 'dulle Juffer', also Erlenbach, Ziel. Mit einem Handwagen galt es Verpflegung mitzutransportieren. Die wurde beim Bäckermeister Eduard Osenberg aufgeladen: Schwarzbrot, Berliner Ballen und vor allen Dingen Bier. Als Spediteur mußte FeuerwehrHornist Wilhelm Leitzbach dienen. Doch die begehrte Pracht traf im Waldbereich der 'dullen Juffer' nicht ein. Die Gardisten begaben sich auf die Suche und fanden stark betrunken unterm Prachtwagen liegend Wilhelm Leitzbach. Es wurde aber ein recht lustiges Waldfest, das erlebten: die Mitglieder Robert Stoffel, Trompeter, Schreck, Heinrich Lorenz, Edi Osenberg, vom Heede, Ernst Pohlig, Eugen Meskendahl, Paul Feldhoff, Willi Söhnchen, Ernst Gottman und Borner. (Wilhelm Leitzbach kann noch nicht stehen.)

Es ist schwer zu sagen, woher die volkstümliche Bezeichnung 'dulle Juffer' für die Waldbereiche zwischen Rädereichen und Erlenbach kommt. Jedenfalls zur Zeit als es noch den Gardeverein gab, sprach man schon von der 'dullen Juffer'. Mundartlich ist das Wort 'dulle' Ausdruck für das Tolle dieses Gebietes, Wer sich nicht auskennt und nicht die nun ausgebaute Straße Radcreichen-ErlenbachWipperfürth benutzt, kann sich verlaufen. Wenn eine Waldlandschaft bisher unverändert blieb, dann ist es eben dieser Schauplatz des Waldfestes des Gardevereins. Lediglich im nahen Erlenbach gab es Veränderungen, indem ein neues Haus hier gebaut und Fischteiche angelegt wurden,

7. Was vielen Mitbürgern wohl kaum bekannt ist die Tatsache, daß es außer dem Radfahrverein 'Bismarck', den Arbeiter Radfahrverein gab, der sein Vereinslokal im Hause Ülfer in Herbeek hatte, also im dortigen Saal trainieren konnte. Mitglieder waren unter anderen: Albert und Otto Eicker, OHo Marge jr. und sr., Walter Lips, H. Rininsland und Ernst vom Berg. Die Sportkleidung mit Bauchbinde im Turner-Weiß läßt erkennen, daß die Aufnahme vor langer Zeit gemacht wurde. Wie alle sozialistisch gesolmenen Vereine 1933 verboten wurden, so holte die NSDAP auch den Radsportlern ihre Radsportmaschinen fort. Man konnte dann weder kunstfahren noch ein Blütenfest in Leichlingen als Vereinsausflug besuchen.

Wo gibt es in unserer Stadtgemeinde schon eine Gaststätte mit Saalanbau die soviel Vereinstradition birgt wie die Gaststätte Ülfer in Herbeck? Mag die Gaststätte nicht mehr von der Familie Ülfer geführt werden, so besteht sie schon ab 1897 als der Turnverein 'Gut Heil' Herbeek gegründet wurde, dem der Vereinswirt August Ülfer angehörte. Das vier F-Zeiehen der deutschen Turnerschaft hält den Hinweis auf Turnertradition wach. Die Arbeiter Radsportier hatten bis 1933, als ihre Zusammenkünfte verboten wurden, hier ihren Übungsraurn, Solange es bei uns einen Boxklub gab, gab es bei Ülfer manchen Boxkampf, wobei die Rader Boxer oft gut abschnitten. Viele Feste wurden bei Ülfers gefeiert am Sportplatz der Turner.

8. Weil zur Spannagelsenen Ziegelei zwischen Bahndamm Im Springel und Allee ein Teich gehörte, war das winterliche Dorado der Schlittschuhläufer dieser Teich, den man meistens von der Hufschrniede Hasenburg aus erreichte. In den Jahren des Ersten Weltkrieges und nach 1918 gab es Eislaufsport bis in die Nachtstunden hinein. Der Teich hatte noch eine solche Größe, daß Hunderte von Mitbürgern Platz fanden zur sporttichen Betätigung. Mit dem Bau des Baulagers Kreckel wurde das anders. Immer mehr Teichfläche mußte zugeschüttet werden, so, daß nur noch wenige Schlittschuhläufer Platz fanden. Inzwischen war das Ülfebad als Eislauffläche beliebt, Hintergründig auf der Höhe stand noch das Werk der Firma Elektrotechnische Industrie Giersiepen & Co.

Aus dem vor Jahrzehnten so großen Teich auf dem im Winter hunderte von Schlittschuhläufern Platz fanden und der noch vor Jahren wenigen Schlittschuhläufern Platz bot, ist ein kleiner Teich geworden. Mit der Aufgabe des Ziegeleibetriebes nach 1918 benötigte der neue Teichbesitzer Richard Ambrock das Teichwasser nicht. Zur Bebauung der Teichfläche wurden Erdanschüttungen notwendig die immer mehr Stauraum eingrenzen. Vom Bahndamm aus sieht es am vereinsamten Teichgelände recht romantisch aus. In den zwanziger Jahren wurde einrnal eine Frauenleiche aus dem Teich geborgen. Der Fall konnte nie aufgeklärt werden ob Freitod oder Mord vorlag.

9. Während des Ersten Weltkrieges wohnten bergische Menschen in den ländlichen Ortschaften noch recht bescheiden. Ein altes Fachwerkhaus in Obernfeld hatte jenes aus statischen Gründen typische Fachwerk, bei dem die tragenden Balken durch seitlich abgewinkelte Stützen verstärkt sind. Dazu waren die Fenster klein, damit man viel Wärme im Haus behielt. Die Hausbewohner die sich zum Foto stellten: Opa und Oma Fischer mit Schwiegertochter Frida und Enkel Riohard und Hilde sowie Elfriede Brocksieper, tragen die für die damalige Mode typischen Schürzen und schlichte Jacken und Schirmmützen.

Sieht man Obernfcld 1982, meint man hier sei nach Jahrzehnten nichts geschehen. Das trifft auf den Bauernhof Rüssmann zu, der gewinkelt am Berghang oberhalb Niedernfeld liegt. Die alten wohnlichen Bauernstuben blieben renoviert bestehen. Nur moderne Landmaschinen müssen aus wirtschaftlichen Gründen eingesetzt werden. Jahr um Jahr helfen Kinder bei der Kartoffelernte. Sie besuchen aber nicht mehr die Volksschule Hensberg. da diese nicht mehr existiert. Der beginnende Bau des Staudammes der Wuppertalsperre im nahen Krebsöge wird wohl Veränderungen bringen durch wachsenden Ausflugsverkehr.

10. Die alte Ortschaft Niedernfeld sah nach 1945 so aus: in der Mitte sieht man das wohl400jährige Haus Lippert in welchem der Radevormwalder Mundartdichter Rudi Wohlfahrt geboren wurde. Davor Haus Tacke steht noch. Links an der B 229 hatte Walter Lippert, früher seine Druckerei bevor er seinen Betrieb in die Stadt verlagerte. Hintergründig auf dem Höhenrücken tauchen die ersten Häuser der Ortschaft Herbeek auf mit der Gaststätte Sondermann. Niedernfeld führt seinen Namen nach den topografischen Gegebenheiten, denn höhergelegen am Hang nach rechts befindet sich Obernfeld.

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