Radevormwald damals und heute Band 1

Radevormwald damals und heute Band 1

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1933-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radevormwald damals und heute Band 1'

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Fragt man nach Veränderungen in Niedernfeld, so ist aus dem Foto von 1982 zu ersehen, daß linksseitig ein Neubau entstand. Dagegen ist durch Baufälligkeit ein altes bergisches Haus verschwunden in welchem die Familien Lippert und Wohlfahrt wohnten. Da Niedernfeld wohl seit dem Straßenbau von 1840 stets Ort an der Landstraße Radevorrnwald-Lennep war, hat es diesen Anliegercharakter durch die Planung der Wuppertalsperre verloren. Die alte Landstraße hat nur noch Zufahrtscharakter für Krebsöge, während die bisherige B 229 an Niedernfeld rechts vorbei auf die neue Wupperbrücke führt.

11. Im Bergischen Land, dem Land der singenden und klingenden Berge, war auch unsere Stadt reich an Gesangvereinen. Mögen einige von ihnen erloschen sein oder sich mit anderen Vereinen verschrnolzen haben, so blieben doch die meisten Gesangsgruppen bis 1982 bestehen. Dazu gehört auch der ländliche Gesangverein MGV 'Sängerheirn' Heide. Damals, als diese Aufnahme 1950 vor dem Vereinslokallbach, Heide entstand, dirigierte der Remscheider Musikdirektor Max Weber, dem man vom Rücken her mit erhobenen Händen sieht. Links sieht man den begeisterten Sänger Walter Lippert, der ein hervorragender Druckereifachmann war. Jährlich war ein Sommerfest in den Hofanlagen der Gaststätte Ibach fällig. Sowohl Walter Lippert wie die Sänger Rocholl und Emil Vorberg sind bereits verstorben.

Als die Sänger des MGV 'Sängerheim' Heide in den Gartenanlagen der Gaststätte 'Zum Wiebachtal' sangen, war Hermann Ibach Gastwirt und stadtbekannter Jager. Keinem Naturfreund wie ihm ist es bisher wieder gelungen, ein Reh so zu z ährnen, daß es wie ein Haustier gehalten wurde. Für Nachwuchs sorgte das Reh durch Ausflüge in den nahen Wald zum Wiebachtal. Aber das Tier kam stets zuriick und beglückte Hermann Ibach und seine Gäste Jahr um Jahr mit Nachwuchs. Bei einer Wildfütterung im Walde zwischen Ackermannsmühle und Hexentanzplatz stellte sich Hermann Ibach (rechts) zum Foto. Auch der ebenfalls inzwischen verstorbene Jagdhüter Fritz Schrnitz war (links zu sehen) dabei. Beide waren Sänger heimatverbundener bergischer Art.

12. Die alten ländlichen Gaststätten an den Landstraßen bei uns im Bergischen scheinen stets dort errichtet zu sein, wo sich gleichsam topografische Rastplätze für Fahrzeuge anboten. Das war natürlich auf die Zeit der Pferdefuhrwerke bezogen. Am Beginn der aufsteigenden S-Kurve von Niedernfeld stand die Gaststätte Otto Schmitz gerade richtig. Auf einem alten Foto war noch kein Schaufenster eingebaut wie es der Hausbesitzer benötigte als er neben seinem Hause eine Autoreparaturwerkstatt einrichtete. Die Lage des Hauses hatte von Herbeek her den Vorteil, daß man sein Auto im Leerlaufbis hierhin rollenlassen konnte. Und klappte der Start nicht, war auf Krebsöge zu Anschieben kein Problern, Gemütliche Einkehr war hier beliebt.

Am Ende der alten S-Kurve von Niedernfeld stand die altbergische Gaststätte, mit hoher Standuhr, von Otto Schmitz, der als Autofachmann beliebt war. Heute hat Familie Urbach das Haus modernisiert. Otto Schmitz schuf sich Strom aus der Wasserk.raft eines Baches, Links vorne, wo sich der Bauernhof Reehelsieper befand und wo im Kuhstall die Dreherei Hundel untergebracht war, ist nun ein zeitangepaßter Wohnbau vom Sohn von Frida Reehelsieper entstanden. So wurde das alte Niedernfeld hier modernisiert, wo die B 229 keine Streckenführung mit Bushaltestelle mehr hat.

13. Mochte ab 1890 die Eisenbahnlinie Radevormwald-Rittershausen eine gute Verkehrsverbindung nach der Postkutschenzeit bringen, so gingen doch noch viele Bürger zu Fuß zu den Wupperorten Krebsöge und Wilhelmstal. Besonders Wilhelmstal als Ausflugsort bot in der dortigen Restauration manches Fest, das hier gefeiert wurde. Auch umgekehrt zog es Bewohner von der Wupper zur Stadt. Nicht nur um Fahrgeld zu sparen wurde der schöne Fußgängerweg in beiden Richtungen benutzt. Auf halber Höhe bergwärts Richtung Herbeek war nichts willkommener als eine ländliche Gaststätte zur Einkehr. Wo der Wald von Krebsöge her noch heute endet, stand und steht noch das Gebäude der früheren Gaststätte Lorenzhaus.

Daß Lorenzhaus im alten schonen Fachwerk und weißen Kalkfeldern so steht wie vor Jahrzehnten. ist allein der Industrie zu danken. Nach Aufgabe des Gaststättengewerbes im Haus wäre es einem privaten Hausherrn zu schwer gefallen, solche kostspielige Restaurierung durchzuführen. Das Sintermetallwerk in Krebsöge hatte die heimatlich so begrüßenswerte Idee, aus dem alten Gaststättenbau Lorenzhaus ein firmeneigenes Gästehaus zu schaffen. Für viele Firmengäste aus dem Industriebereich ist es schöner in einem ganz auf altbergisch restaurierten Haus am Waldrande in Naturstille zu wohnen, als in einem modernen HoteL Bis zum Türklopfer ist hier noch alles so wie im vorigen Jahrhundert.

14. Es sind zwar erst einige Jahrzehnte her, daß das Gebäude der ehemaligen Feilenfabrik Stein & Jansen dort nicht mehr steht wo sich heute (1982) das Hallenbad befindet, doch schon ist die Ansicht der vor Gärten aufragenden Fabrik Geschichte. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Feilenproduktion eingestellt. Dann begann die erste örtliche Kunststoffirma Bisterfe1d & Stölting hier mit ersten Pressen ihre Produktion. Als der Raum nicht mehr reichte, versuchte in den Fabrikräumen der Sonderling Dr. Philipp Pothman, wandernde Gesellen in der Arbeitslosenzeit zu beschäftigen als therapeutische Maßnahme.

Wo einst die Steinsche Feilenfabrik stand, befindet sich 1982 schon seit Jahren das städtische Hallenbad. Seine Glaswände lassen stets erkennen, wie fleißig bei uns diese wichtige Einrichtung genutzt wird. Ein Saunabad ist mit vorhanden. Der nach Kotten hin vorgelagerte Nordpark ist bestens zum Sonnenbad im Sommer geeignet. Für Kinderspielplätze hat man gesorgt, denn einen stadtnäheren Erholungsort gibt es nicht, seitdem man den alten lutherischen Friedhof als Park freigab und das Gelande beim Hallenbad mit einbezog, Nach Schließung des Ülfebades 1950 wurde für unsere regenreiche und kalte Landschaft ein beheiztes Hallenbad für günstiger angesehen als ein neues Freibad,

15. Als die ersten Neubauten links auf der Höhe von Hölterhof schon standen, gab es die zweite Allee unserer Stadt noch: die Lindenallee der Hölterhofer Straße. Ein Umleitungsschild sperrte Kraftfahrern gerade die Durchfahrt. Man sieht aber an der alten schmalen Straße, daß diese nicht auf neuzeitlichen Verkehr hin angelegt war. Da landwirtschaftliche Bereiche hier Baugrund wurden, waren die Tage der Lindenreihen gezählt. Hier waren Kutschwagen gefahren, Königswagen der Schützen und waren sehr viele Spaziergänger im Baumschatten gewandelt, solange es die Restauration 'Hölterhof" in einer Parkanlage gab.

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