Radevormwald damals und heute Band 1

Radevormwald damals und heute Band 1

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1933-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radevormwald damals und heute Band 1'

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Die unsere alte Stadt in zwei Hälften teilende Kaiserstraße als die Verkehrsschlagader die Jahr um Jahr den Festzug zum Schützenfest noch aufnehmen kann, verdankt den vorwiegend historischen Charakter dem Denkmalschutz. Lediglich der rechtsseitige Bau, in dem sich die Deutsche Bank befindet, durfte nach Abriß von Haus Dörper erneuert werden, was Bauherrn Scheuer! nicht gestattet wurde, sondern nur innere Erneuerung. So blieben in alter äußeren bergischer Bauform die Häuser Brüninghaus, Mühl, Hölter, Oberlies und Hock. Gewerbliches Leben hat hier einen schweren Stand, da inzwischen neue Gewerbeviertel am früheren Bahnhofsbereich und irn Industriegebiet geschaffen wurden. Man bezeichnet hier die Altstadt als 'mitten drin',

21. Seit Jahrzehnten dient die Kaiserstraße zur Repräsentation für Vereine und Gewerkschaften bei öffentlichen Festen und Kundgebungen. Demonstrationszüge zum 1. Mai dürften 1919 begonnen haben. Sie führten stets von Westen nach Osten in die Stadt hinein zum Marktplatz oder in den Saal des Union-Theaters, Der Deutsche Gewerkschaftsbund übernahm es am 1. Mai für Lohn- und andere Forderungen zu demonstrieren. Als es nach 1945 wieder möglich war den 1. Mai als Tag der Arbeit in hergebrachter Weise zu feiern, zogen die Mitglieder der im DGB organisierten Gewerkschaften von Bergerhof aus über die B 229 in die Stadt. Das Foto vom wohl letzten Maiumzug läßt noch rege Beteiligung erkennen. Der städtische Musikverein spielte den Demonstranten, die Transparente mitführten auf. Seit Jahren gibt es nur noch Saalveranstaltungen.

Die Zeiten, als demonstrierende Arbeiter von Bergerhof her über die Kaiserstraße marktwärts zogen, scheint vorbei zu sein. Selbst der Deutsche Gewerkschaftsbund schätzt zum 1. Mai Saalkundgebungen. Blickt man heute westwärts so hat sich an der Straßenkulisse von links nach rechts das Modehaus Ruckebier durch Modernisierung geändert. Auch wurde die Gasse zwischen den Häusern Werner und Steinhaus zugebaut. Am Beginn der abzweigenden Grabenstraße fällt die Verkleinerung des Hauses Clever auf, die aus Gründen der Straßeneinfahrt notwendig wurde. Auch Haus Klinker ist durch Renovierung in der Straßenansicht verändert. Neu ist die farbliche Betonung von Häusern mit Stuckarbeiten. Die Ampel an der alten Post ist zu erwähnen.

22. Am 2. Juni 1956 endete für die Radevorrnwalder Post der zweite Abschnitt ihrer Beförderungsweise. Ab 1890 war alles Postgut in Richtung Rittershausen der Reichsbahn zur Beförderung anvertraut worden. Nun aber an jenem Sommertag des postalischen Zuges zum Bahnhof, galt es das letzte Postgut in einen Wagon auf Schienen zu verladen. Voran auf einern Pferd von Fritz Schröder ritt Erich Fischer. An dem mit Postgut beladenen handgezogenen Wagen stand 'Letzte Bahnhofsfahrt'. Es ging von der Kaiserstraße in die Bahnhofstraße hinein, vorbei arn Büro- und Fabrikgebäude der Firma Ludwig Rocholl & Co. Die Bevölkerung nahm regen Anteil am Zug, um diesen Beförderungsabschied nicht zu versäumen. Oft war private Post noch an den Postzug gebracht worden.

Wo einmal die Bahnhofstraße war, auf der die letzte Post zum Bahnhof gebracht wurde, entstand ein erstes reines Gewerbeviertel dort, wo die alte Schloßfabrik Ludwig Rocholl & Co. abgetragen wurde. Im Zuge der Verlegung der Industrie aus der Stadt wurde der Baugrund der frei wurde, bis zu engsten Baukörperbegegnungen ausgenutzt, um höchste Mieterträge zu erzielen. Auch nahm man hier architektonisch keinen Bezug auf überlieferte bergische Bauformen, sondern suchte bei all den neuen Zweckbauten durch abgewinkelte Fassaden und kurze Dachschrägen so etwas wie moderne Anlehung an verkümmertes Barock zu erreichen. Rechts wurde ein Bürgerhaus angegliedert, um ein Viertel zu beleben, in dem Preisvorteile gesucht werden.

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23. Der Bahnsteig 1 unseres seit Jahren verschwundenen Bahnhofsgebäudes, der seit Jahrzehnten wohl der bedeutsamste Treffpunkt der Bevölkerung war, hatte bei der letzten Bahnhofsfahrt der Post am 2. Juni 1956 noch die altvertraute Schiefer-Fassade des Bahngebäudes als Hintergrund: den Wartesaal aus dem man vor dem Erker zum Schalterraum Getränke reichen konnte. Die Bahnuhr befand sich unter dem Stationsnamen 'Radevorrnwald'. Die Postbeamten Frese, Siegfried Flüs, Friedhart Brüggendieck, Horst Braselmann, Max Bethke, Peterhansel, Nikolaus und Richard Piontek, Otto Lüdorf, Hans Spiritus, Otto Rath, Albert Humburg, Richard Scharwächter, Paul Voss, Walt er Blasberg und Erich Fischer zu Pferd verabschiedeten zwar die letzte Bahnpost mit 'Auf Wiedersehn', doch es gab von da ab nur noch Postbeförderung mit Kraftverkehr.

Als 1956 die Postbeförderung durch die Bundesbahn eingestellt worden war, konnte man bereits ahnen, daß das Zeitalter des Schienenverkehrs bei uns bald vorüber sein werde. Dennoch hat es noch 26 Jahre bis 1982 gedauert, bis die Bahngeleise demontiert wurden. Mochte die Post durch ihren Neubau angrenzend ans Baulager Lange auch so nahe an den Bahnhof gekommen sein, für sie gab und gibt es nur noch Postbeförderung durch Kraftverkehr vom Hof des Postamtes am südlichen Stadtende aus. Mag auch der auf dem Foto hintergründig zu sehende Fabrikbau Schlittschuh & Baubeschlag an der Bahnstraße noch stehen, der Jahrzehnte die Firma Bisterfeld & Stölting beherbergte, so produziert dort heute die amerikanische Firma Ralbeston Manhattan GmbH & Co.

24. In den sechziger Jahren, als an der Oststraße für Apotheker GeissIer ein Wohnhaus gebaut wurde, war gerade ein Schaustellunternehmen auf dem Hohenfuhrplatz. Es wurden dort auch Tiere in die Vorstellungen einbezogen, die man sonst nur im Zoo findet. Darunter war auch ein Affe, dem es in Gefangenschaft nicht gefiel. Zwar kannte man noch nicht das Karnevalslied 'Auf die Bäume ihr Affen der Wald wird gefegt', doch der Affe des Schaustellunternehmens suchte wohl einen Baum als er plötzlich ausriß und an der Oststraße mit Hausdächern vorlieb nahm in der Annahme, man würde ihn dort nicht wieder einfangen. Hanns Frangenberg hat im Foto die Szene festgehalten, wie schwindelfreie Radevormwalder Handwerker den eingekreisten Ausreißer wieder einfingen.

Das Hausdach des Hauses Geissler an der Oststraße, auf dem vor Jahren ein entflohener Affe gefangen werden mußte, hat sich nicht verändert. Von der Schützenstraße aus sieht man es im Fotobliek. Erstmalig ftir unsere Stadt wurde neben dem Haus Geissler eine öffentliche Toilettenanlage geschaffen. Rechts an der Schützenstraße wurde ein Altbau entfernt bessere Ein- und Ausfahrten zu ermöglichen. Im Hause Bechte links an der Ecke Ost- Schützenstraße befindet sich ein italienisches Geschaft für Lebensmittel und Früchte. Wo der Bauwagen steht war lange Zeit der Verkaufswagen von 'KäseGenster', der nun am Hohenfuhrplatz steht.

25. Die Zentralisierung der Volksschulen in unserer Stadtgemeinde brachte es mit sich, daß von den vielen ländlichen Schulen auch die von Herbeek aufgelöst wurde. Mögen andere alte Schulgebäude unter neuer Nutzung noch bestehen, so wurde aber das Gebäude der Schule Herbeek abgetragen. Es befand sich auf einer baumbestandenen Anhöhe an der EIberfelder Straße in Höhe der Gaststätte Sondermann, dieser schräg gegenüber, Die Schule war Einzugsbereich der Kinder von Bergerhof, Herbeek und Niedernfeld. Es handelte sich um einen Steinbau, der zweistöckig zwei Klassenräume beherbergte für je vier Schuljahre der unteren und oberen Jahrgänge. In den zwanziger Jahren war an dieser Schule der Radevormwalder Lehrer Knipping tätig, der mit den Schülern seiner Klasse fotografiert wurde. Auch Lehrer Speckbötel war dabei.

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