Radevormwald damals und heute Band 1

Radevormwald damals und heute Band 1

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1933-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radevormwald damals und heute Band 1'

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Wenn die Volksschule Herbeek 1931 zur Hager Mühle im Dörpetal wanderte, die auf Hückeswagener Gebiet lag, so wollte Lehrer Neveling seinen Schülern wohl eine noch in Betrieb befindliche Getreidemühle zeigen. Zwar existierte auf Rader Gebiet noch Ackermannsmühle, doch war es von Herbeek aus günstiger über Honsberg-Kräwinklerbrücke Hagermühle zu erreichen, Die Kinder erlebten durch das vom Mühlgraben in die Schaufeln des Mühlrades einlaufende Wasser, wie solch eine Mühle funktioniert. Das Dörpetal, das einrnal reich an Mühlen war, wird demnächst Bucht der künftigen Wuppertalsperre.

26. Als man vor Jahren in Kleinsiepen begann, rechts der zur Stadt aufsteigenden kurvigen Straße die Kläranlage anzulegen, geschah ein einmaliger Unglücksfall, In der Gaststätte Kleinsiepen war eine Silberhochzeit gefeiert worden. Als zwei auswärtige Ehepaare in einem Auto zur Heimfahrt bei Nacht starteten, blieb ihr Wagen vor der Linkskurve oberhalb des Teiches stehen. Der Fahrer ließ das Auto zurückrollen, das in dem zur Straße hin ungesicherten Teich versankte. Obwohl Gastwirt Georg Reinhard gleich ins Wasser sprang, konnten die vier Personen nur noch tot geborgen werden. Der Teich war unserer Stadt erste Badeanstalt, die von vielen Schulklassen besucht wurde, bevor es das Ülfebad gab. Das Unglück passierte in der Nacht vom 12. auf den 13. April 1958.

Als das Unglück in Kleinsiepen geschah, sah es am Teich dort anders aus als heute. Man hat inzwischen den früheren Badeteich verkleinert, die Siepenstraße verändert und am Teich vcrbei verbreitert, Außerdem sind Leitplanken angebracht worden. Der Teil der Siepenstraße den man früher vom Teich aus einsehen konnte, ist bebaut worden. Die Dietrich-Bonhoeffer-Straße ist Zufahrt nach Kleinsiepen. Es ist aber nach dem Foto von 1982 zu sagen, daß das nach kurzer Bergfahrt zurückrollende Auto dort den Zaun durchbrach, wo Ufersträucher zu sehen sind. Eine Gefahrenstelle ist so entschärft worden, daß sich hier ein Unfall wie vor Jahren nicht wiederholen dürfte.

27. Als am 24. März 1929 nach zweijährigem Besuch der Kinderlehre der refcrmierten Gemeinde im Pfarrhaus von Pastor Pollmann in der Lindenstraße 28 Konfirmanden eingesegnet wurden, da wurden Jugend- und Schulzeit auch mit einem Erinnerungsfoto abgeschlossen. Mochte Pastor Pollmann auch ein strenger Religionslehrer gewesen sein, der als Pfarrer die Kraftworte benutzte 'Potzdausend Allerwelt nochmal', so hatte es doch manchen Spaß gegeben. Stand der Pultdeckel maloffen, wurden Knallkörper darunter gelegt, so, daß wenn der Pastor den Deckel schloß, es knallte. Im Winter war beliebt, mit Schnee den Ofen zu löschen, da es dann wegen der Kälte im Raum frei gab. Das Konfirmandenbild wurde irn Atelier Krauskopf gemacht.

Die bei den Kirchengemeinden Brauch gewordene Goldkonfirmation ermöglicht Mitbürgern nach 50 Jahren ein Wiedersehen zur Jubelfeier. Von den 1929 konfirmierten zehn Jungen waren noch vier bei der Goldkonfirmation am 8. und 9. September 1979 und von den 18 Mädchen waren noch zwölf da. Jubiläumskonfirmator war für den längst verstorbenen Pastor Pollmann, Pastor Motte. Die Gruppe der Goldkonfirmanden wurde vor dem Eingang zum CVJM-Heim fotografiert. Man sieht unter anderen vereint: Otto Morge, Ernst Finkensieper, Kurt Rastätter, Hilde Ahlefeld, Hedwig vom Berg, Herta Deus, Anni Ruppert, Hermine Hageböcker, Hilde Hummeltenberg, Helga Eickelkamp und Heinz Lorenz, der später verstarb.

28. Besässen wir 1982, noch soleh eine blühende Feilenindustrie wie sie 1935 noch bestand, gäbe es weniger Arbeitslose. Als Hugo Stoffel aus Dahlhausen, den sie Major nannten, mit den Feilenhauern der Firma G. Mundorf & Co. sein 40jähriges Arbeitsjubiläum feierte, da war soleh festliche Arbeitspause mehr als betriebliches Ereignis. Da nahm der ganze Betrieb und da nahm auch die Nachbarschaft Anteil. Es waren nach dem Foto dabei: Eugen Dornbach, Karl Markus, Erich Bornewasser, Wilhelm Höller, Hugo Wilke, Hermann Grafe, Artur Wohlfahrt, Paul Klüting, Emil Wiebusch, Hermann Weissbenner, Walter Wolf, Willi Ruckebier, Walter Brocksieper, Hermann Hoffmann, Fritz Stossberg, Richard Fischer sen. und jr., Walter Otto, Artur Weber, Paul Röhrig, Gustav Ziess, Emil Gliot sen. und jr., Fritz Böhlefeld und Walter Lausberg.

Während in der Stadt die Industriebetriebe ausgelagert werden, was bedeutet, daß außerhalb der Stadt Fabrikneubauten entstehen, sind noch die Gebäude der längst erloschenen Feilenfabrik G. Mundorf & Co. 1982 erhalten. Sie dienen anderen Industriezweigen. Das Foto zeigt den alten Werkszugang durch den, die im Gegenfoto zu sehenden Feilenhauer zu ihren Arbeitsplätzen schritten. Man blickt frontal auf die Packstube. Rechts war das Bürogebäude, Dann folgte die Abteilung für gehauene und gefräste Feilen. Im Hintergrund war die Schleiferei, Von dieser Fabrik aus begarm Fabrikant Gustav Mundorf mit einem von einem Bernhardiner Hund gezogenen Handwagen die ersten Feilen auszuliefern.

29. Abgesehen von der Tuchindustrie an der Wupper waren im Stadt- und Vorortbereich die ältesten Industrien die der Schloss- und Feilenherstellung. Mag auch die Feilenfabrik G. Mundorf & Co., Bergerhof erloschen sein, so lebt sie doch in persönlichen Erinnerungen und Bildern fort. Wesentlich war vor allen Dingen die Arbeit der Feilenhauer, Blankmacher und Raspenhauer. Fotos von alten, meist schon verstorbenen Feilenhausern lassen erkennen, daß es sich um kernige Mitbürger handelte, deren Bliek auf den Grat gehauener Feilen gerichtet scheint. Nach Stahlschnitt, Stanzen, Angeln, Schmieden, Glühen, Schleifen und Scheuern forderte das Behauen der Feilen mit Unterhieb und Oberhieb schon Augenmaß und Fingerspitzengefühl, ob nun Bastert, Halbschlicht oder Schlicht zu hauen waren. Wer von uns Zeitgenossen kannte sie nicht, diese Senioren von Mundorf: Hugo Klug, Ewald Wiebusch, Wilhelm Höller, Richard Fischer, EmiJ Braselmann sen., Hugo Wilke und Eugen Dornbach?

Verschwanden in der Stadt die bodenständigen Schlossfabriken und auf Herbeek die Feilenfabrik Bremicker & Co., so wurden die Mauern der Feilenfabrik G. Mundorf & Co. in Herbeek bisher nicht durch Neubau ersetzt. Die heute die alten Werksanlagen nutzenden neuen Industrien kommen mit den Gebäuden aus. Im Foto sei der Raum festgehalten, in welchem die Feilenhauer als tüchtige Fachleute oft 40 Jahre lang und mehr ihren Arbeitsplatz hatten und manches Arbeitsjubiläum feierten. Linksseitig wurde geglüht, gehärtet, Angeln angeschmiedet und gepackt. Verbunden mit der Feilenherstellung war für die Firma bis zum Konkurs ein einträglicher Werkzeughandel.

30. Als im Vorort Bergerhof noch die Fahrradwerke Bismarck existierten, waren sie der große Impuls für den Fahrradsport. Es gab örtlich den Radsportverein 'Bismarck'. Das Werk mit den international geschätzten Fahrrädern, sorgte für die Austragung von Fahrradrennen unter der Streckenftihrung 'Rund um die Bisrnarckwerke', Es wurde also gefahren ab Start- und Zielort Bergerhof über die Kaiserstraße, die Ülfe- Wuppertalstraße, ab Dahlhausen hinauf nach Herbeek bis zum Ziel. Damals war unter den bergischen Rennsportlern der Wuppertaler Kar! Heinz Trott. Er wurde Polizeibeamter bei uns und avanzierte zum Polizeikommissar. Gleichzeitig gründete er den örtlichen Radsportklub 'Sprinter', der Veranstalter der internationalen Radsporttreffen 'Tour der Jugend' wurde. Mit einem Foto von 1954 ist ein Rennen um die Bismarckwerke festgehalten in der Kurve Gaststätte Sondermann-B 229 aufwärts.

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