Radevormwald damals und heute Band 1

Radevormwald damals und heute Band 1

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1933-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radevormwald damals und heute Band 1'

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Mag es längst die neue Straßenführung Herbeck-Dahlhausen geben, die alte Straßenecke um die wie im Gegenfoto die Radrennfahrer des Kurses 'Rund um die Bismarckwerke' kamen, blieb erhalten. Verkehrsschilder betonen nun, daß nur Fahrzeuge bis zu 3.5 t hier einbiegen dürfen und der Verkehr für Anlieger frei ist. Es entstand durch die Initiative von Rektor Ernst Luckhaus die Siedlung Oberdahlhausen, zu der nun die Straße führt. Mag die linksseitige alte Gaststätte Sondermann zeitgemäß renoviert worden sein, es hat sich nicht viel geändert heimatliche Erinnerungen zu wecken. Das alte steile Straßenstück hinauf würde man keinen Sportkurs mehr führen, sondern die neue Straße hinauf.

31. Unsere jahrhundertealte Kirrnes, nach der septemberlichen Pflaumenzeit 'Pflaumenkirmes' genannt, hatte als Festort für Schaustellunternehmen nach 1945 den Hohenfuhrplatz, den bäuerlichen Gerichtsort früherer Zeiten. Zuvor war die Kirmes im September auf dem Marktplatz und in Stadtstrafsen gefeiert worden. Noch waren Geschwister-Scholl-Schule und Rathaus am Hohenfuhrfeld nicht errichtet, so, daß Raum genug vorhanden war, viele Vergnügungsunternehmen aufzubauen. Beliebt war stets ein Stühlchenkarussel, wie es meistens im Mittelpunkt des Festplatzes stand.

Das Hohenfuhrfeld als der historische Platz des örtlichen Bauerngerichtes war viele Jahre lang nur Ausbildungsort für die Feuerwehr und Festort für Schützenfest und Kirmes. Nicht nur die Bebauung das rechtsseitige Hochhaus des Rathauses, mit Gesundheitsamt und DRK-Haus und der auf dem Foto nicht erfaßten Geschwister-Scholl-Schule, wie auch das noch eben erkennbare Corso-Theater - machte die Verlegung der Volksfeste zum Gelände Dornseif am Hermannshagen notwendig, sondern auch fehlender Parkraum für die Innenstadt. Heinz Genster, bekannt als 'Käse-Genster', hat seinen Verkaufswagen auf dem Platz, auf den Bäume gepflanzt wurden, um an den Stadtnamen der Rodung vor dem Walde zu erinnern.

32. Mag auch der Abriß des alten barocken Rathauses am Bahnhofsvorplatz von der Bevölkerung nicht gern gesehen worden sein, so hat uns das Verschwinden des Bahnhofgebäudes besonders stark berührt. Es gab einfach in unserer Stadt keinen Platz der so wie der Ort abfahrender und ankommender Eisenbahnzüge Syrnbol von Verkehr, Leben und Menschenbegegnung war. Mochten auch alle Bahnbauten auf Gemeindeboden in gleichem Baustil errichtet sein, so war doch der dreistöckige, beschieferte Bau des Bahnhofgebäudes in seiner Sachbezogenheit mit dreifach gestaffelter Dachkonstruktion uns vertraut. Die Bahnhofsgaststätte hatte zum Bahnsteig hin einen Erker aus dem sich Getränke reichen ließen. Angegliedert waren Stellwerk und Güterabfertigung. Im Bahnhofsbau zu wohnen, bedeutete am Puls weltoffenen Verkehrs zu sein.

Es waren nicht nur die Bahnpensionäre und noch Bediensteten die es schmerzlich traf, daß der Bahnhofsbau abgerissen wurde, der seit 1890 bestanden hatte. Zwar fuhr längst kein Zug mehr, doch blieb der Bahnhof Treffpunkt der Bevölkerung. Wer mit der Bahn dort ankam, wo er noch das alte vertraute Stadtbild vor sich hatte, war zuhause. Statt auf den Bahnhofsbau blickt man nun auf eine Reihe eingetroffener Linienautobusse. Wo sich die Mauern der Schloßfabrik Ludwig Rocholl & Co. erhoben, verschachteln sich Warenhauskomplexe mit dem ersten Bürgerhaus. Wie ein Rudiment des 19. Jahrhunderts ragt nur der barocke Kirchturm der reformierten Kirche über das burgartige moderne Gewerbeviertel als Wächter der Innenstadt.

33. Was Tradition ist, wissen die Mitglieder des 1897 gegründeten Turnvereins 'Gut Heil' Herbeek zu schatzen. Schon seit der Vereinsgründung war die Wiese vor dem Hause des Mitgründers und Gastwirtos August Ülfer Ubungsplatz. Auf der landschaftsoffenen Herbecker Höhe waltete stets der Geist des Turnvaters Jahn, Daher blieb der Verein dem Vorort Bergerhof bis heute treu. Als aus der Übungswiese vor Jahren ein fester Sportplatz geworden war, wurde auch mit einem Ehrenmal der gefallenen Turner gedacht, Kreisturnwart DL Bergmann aus Remscheid hielt die Festrede. Unter den sirzenden Ehrengästen waren die Vereinsmitgründer Heinrich Hager und Ewald Klug. Das war am 3. Juni 1956.

Der heutige Bliek auf die Ehrenmalecke des Sportplatzes Herbeek ist unverändert geblieben, da dieser Sportbereich baulich nicht angetastet wird, um den Sport im Vorort Herbeek zu erhalten, der hier seit 1897 getrieben wird. Blickt man durchs Fußballtor auf die Baumgruppe hin, so ist zur Elberfelder Straße hin lediglich ein Neubau zu erkennen. Es ist topografisch interessant festzustellen, daß sich alle Sportplätze des Gemeindebereiches, mit Ausnahme des Platzes von Dahlerau, auf Höhen befinden, die Sturm und Regen stark ausgesetzt sind. Das hat unsere Sportvereine nicht abgeschreckt, denn bergische Sportler sind naturverbunden. Auch vom Herbecker Sportplatz her hört man weithin den Jubel über Erfolge.

34. Heißt es nicht im Turnerlied 'Was ziehet dort unten im Tale entlang? Eine Schar im weißen Gewand'? Diese Schar ist bei uns der Radevormwalder Turnverein, der Jahr um Jahr zum Kinderturnfest durchs Tal der Ülfe nach Önkfeld marschiert. So ist es lange gewesen und so dürfte es bleiben. Schönster heimiseher Ort an dem die Turnerfamilie vorbeikommt ist dabei Ackermannsmühle, urnrauscht vom bergischen Mischwald. Das Motiv findet sich auf vielen künstlerischen Darstellungen, da Ackermannsmühle von vielen Mühlen die es gab, den Mühlenhauscharakter behielt durch das Mühlrad, das erst im Zweiten Weltkrieg geliefert wurde.

Daß die zerfallende Oberste Mühle, vom Volksmund nach der Müllerfamilie Ackermann benannt, wieder ersteht, ist Privatinitiative zu verdanken. Es wird seit Monaten feste daran gearbeitet die drei Bauten die zum alten bäuerlichen Betrieb der Getreidemühle gehörten, wieder instand zu setzen. Rechtsseitig wurde die alte Scheune abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, der künftigem gastronomischen Gewerbe dienen wird. Der linksseitige frühere Kuhstall aus Bruchsteinen ist wieder hergestellt. Nur das alte Mühlhaus in der Mitte bedarf noch mancher Renovierungsmaßnahme, damit wie geplant ein Caféhaus reit Mühlenerinnerungen entsteht. Lage und Mühlenplatz an der Ülfe verspreehen Anziehungsort zu werden.

35. Die erste bedeutsame Veränderung alter Stadtstruktur begann mit dem Abriß des Hauses Finke an der Ecke Kaiserstraße-Ülfestraße. Dieses Haus mit Friseurgeschäft war Jahrzehnte Treffpunkt der Nachbarschaft gewesen. Mit der Verlegung der Hohenfuhrstraße zu dieser Ecke unter Einbeziehung der bestehenden Ülfestraße bedurfte es an der Kaiserstraße des Sichtwinkels für den Verkehr in beiden Richtungen. Der Abriß des Hauses Finke legte den Bliek frei auf das Haus der Schnapsbrennerei Julius Hasenburg mit der Restauration Hasenburg. Gegenüber von Haus Finke war auch Haus Kemmerich verschwunden, um Platz zu schaffen für den neuen Ausbau der Ülfestraße.

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