Radevormwald damals und heute Band 2

Radevormwald damals und heute Band 2

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2429-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radevormwald damals und heute Band 2'

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9. Die Bühne des Union-Theaters als Ort Rader Filmgeschichte und des kulturellen Lebens läßt sich nicht mehr zeigen. Das Union-Theater wurde durch das Corso-Theater am Hohenfuhrfeld abgelöst. Dort wird inzwischen in zwei Räumen unter zeitgemäßen Gegebenheiten Filmkultur fortgesetzt. Aus dem alten Umbau der Restauration Stracke zum Kino ist das Lebensmittelwarenhaus Prix geworden. Das heutige Foto läßt erkennen, daß von der Burgstraße her jener alte Bauteil verblieb, in welchem sich im Bauteil mit Flachdach der Kaisersaal befand. Zur Zeit ist das linksseitige Wohnhaus abgerissen worden und soll als Neubau Gaststätte werden. Die als Bauruine noch vorhandene alte Gaststätte Wild soll restauriert werden.

10. Ein ganz markanter Bau war das Pastorat der Michaelisgemeinde am Ende der früheren Hohenfuhrstraße, das sich an der Kaiserstraße zweigeschossig Richtung Ülfestraße gliederte. Es stand also vor dem Wipperfürther Stadttor zwischen den heutigen Häusern Schwanz und Henn, Das Besondere an diesem Bau waren zwei Hauseingangstreppen, von beiden Straßenseiten her. Dann sieht man im Parterre sechs und im zweiten Stock sieben Fenster. Viele Jahre hatten hier die örtlichen Ärzte Dr. Schlechtendahl, Dr. Kohl und zuletzt Dr. Heek ihre Praxis. Das Haus fiel den Kriegseinwirkungen in der Nacht zum 13. April 1945 zum Opfer, Im rechts ans Haus angrenzenden Garten hat zur Zeit der Michaelisgemeinde die Frau von Pastor Madaus mit Heilpflanzen die Naturheilkunde der späteren Firma Madaus begründet. Örtlich fand man damit wenig Anklang. Das Gartengrundstück ist bebaut worden.

11. Dort wo das alte Arzthaus gestanden hatte, bekam nach 1945 Einzelhändler Albert Ambrock Bauerlaubnis, da sein Ruinengrundstück für den Sparkassenbau freigegeben wurde. Aus dem neuerbauten Geschäftshaus Ambrock ist inzwischen die 'Schlemmerstube' geworden. Es schließt sich zur Ecke Ülfestraße der Gewerbe- und Wohnbau der Martinigemeinde an. Dann sieht man die Häuser Hasenburg und Osenberg. Sie standen schon vor 1945. Die rechte Ecke der Bergisohen Apotheke erscheint an der heutigen Schloßmacherstraße, die an ihrem Beginn Fußgängerbereich ist. Die Begegnung von neuem Gewerbegebiet und Kaiserstraße hat platzartigen Charakter bekommen.

12. Daß Kegeln 1923 Sport prominenter Bürger war, läßt das Foto von einem örtlichen Kegelklub erkennen. Mögen die Männer die sich zum Gruppenfoto stellten verstorben sein, so bleibt doch die Erinnerung, dajeder Kegler von damals eine Persönlichkeit war. So sieht man in der oberen Reihe Emil Köhler, der Drogeriebesitzer war, dann Walter Studtberg. Am bekarmtesten war, mit Vollbart, Hugo Fischer als Inhaber eines Porzellan- und Galanteriewarengeschäftes. Sein Lebensideal war das Rote Kreuz. Auch als Kommunalpolitiker setzte er sich ein. Sein Ausspruch vom 'klätschnaten kollen Kloren' ist allgemein bekannt. Mitinhaber Ernst Meskendahl von der Firma Meskendahl & Ambrock als Taubenfreund und Walter Jansen beenden die rechte obere Reihe. In der unteren Reihe sichtbar schufen die beiden Fabrikanten Karl Niggeloh und Wilhelm Kürbi die örtliche Fotoindustrie Bilora. Wilhelm Göckel, den man 'Schnurrbarts Fritz' nannte, war verdienter Direktor der Fahrradwerke Bismarck. Gekegelt wurde im Bahnhofshotel, wo Gustav Ziess Kegelpinne aufsetzte.

13. Wohl keine gesellschaftliche Gruppierung hat in unserer alten Stadt eine so reiche Tradition erfahren wie die Kegelklubs. Aus dem Gegenbild von 1923 ergibt sich, daß damals meistens gutsituierte Herren im Kegeln einen sportlichen Ausgleich zum beruflichen Alltag suchten. Wenn in einem heutigen Foto die Mitglieder des Kegelklubs 'Erholung' zu sehen sind, so kann man diesen wohl zur Zeit ältesten Klub als Fortsetzung von 1924 ansehen. Es gibt etwa 100 bestehende Klubs. Ehrenvorsitzender Ewald Kleinschmidt, der frühere Gastwirt des Lokals am Kreuz, kegelt bereits seit mehr als 50 Jahren jeden Dienstag. Der Klub hat bisher die Kegelbahn am Kreuz nicht gewechselt, was auch einmalig sein dürfte. Der Klubname 'Erholung' macht deutlich, daß Männer verschiedener Altersstufen ihre Erholung beim Kegeln finden. Ein alljährlicher Wettstreit unter den örtlichen Klubs regt den sportlichen Ehrgeiz an. Schriftführer Kurt Scharwächter als Altersturner sorgt für fröhliches Klubleben bis ins hohe Alter.

14. Wohl eines der eindrucksvollsten balkenwerkgeschmückten Häuser befand sich dort, wo die Bahnstraße in die Kreuzstraße übergeht. Also parallel der B 229 am Kreuz. Aber tiefer an einem Hohlweg, der einmal Fahrstraße zur Zeit der Pferdefuhren war. Leider mußte der Bau der vorgesehenen Führung der B 229 weichen, da diese als Umgehungsstraße über den nicht mehr benötigen Bahndamm geführt werden soll. Das Haus, das in napoleonischer Zeit gebaut wurde, soll Gaststätte gewesen sein, an deren Theke Kosaken geritten wären, um ohne abzusteigen trinken zu können, Zuletzt wohnten Ausländer in dem alten Haus das wert gewesen wäre, unter Denkmalschutz gestellt zu werden.

15. Das schöne alte Fachwerkhaus an der früheren Allee, da wo die Bahnstraße in die Kreuzstraße mündet, hat dem Plan weichen müssen, die vorgesehene Stadtumgehungsstraße hier von der B 229 abzweigen zu lassen. Hinter dem freigelegten Straßenbaugelände erhebt sich als Bauschöpfung unserer Tage die Wohnungsfront der Südstadt, die vielen Familien Wohnraum hochgeschossig bietet. Noch trennt der verbliebene Bahnkörper die Südstadt von der Innenstadt. Aber die Führung der Umgehungsstraße wird das Gelände des Bahnkörpers benötigen, erforderliche Straßenbreite zu erreichen. Erst mit festem Straßenbau im vorigen Jahrhundert wurde die Landstraße auf heutiges Niveau erhöht.

16. Im sogenannten Wiebachtal, weil der Wiebach in der Nähe der Himmelswiese in die Wupper fließt, ist die Flußlandschaft geheimnisvoll. Dicke Steinbrocken, jahrtausendealt, liegen im Flußbett. Das schuf der Heimatfluß als er vor einer Million Jahren sich ab Hückeswagen ein neues Bett, die Hammersteiner Schleife, schuf. Legenden ranken sich um die Steine. Sie sollen sich in der Neujahrsnacht drehen. Ein altes Foto läßt erkennen, daß schon verstorbene bekannte Rader Bürger wie Albert Ambrock oder Josua Schöneberg jenen Stein in der Wupper besuchten, den man noch heute 'Mondstein' nennt. Wahrscheinlich wegen einer Kerbe in Mondsichelform. Hüte und Westen mit Uhrketten waren damals noch Zierde junger Männer.

17. Jahrhundertelang hat das Wasser der Wupper die dieken Steine bei der Himmelswiese umspült, so daß man nicht weiß, wieviel vom harten Gestein abgetragen wurde. Auch ist nicht geklärt, ob die Steine einmal vom Waldhang auf Heide zu, herab in den Fluß gerollt sind. Die Härte des Remscheid-Altenaer Sattels, unseres Schiefersteingebirges hat die Wupper zur Umkehr gezwungen. Daran läßt sich nichts ändern. Aber nun steht der größte Einbruch in die Flußlandschaft bevor. Sie wird Grund der künftigen Wuppertalsperre sein. Schon sind die Bäume der Waldhöhen abgetragen, was bedeuten kann, daß der Mondstein wie Vineta im Wasser versinkt. Ein künstlerischer Wettbewerb, einen Brunnen in der Stadt zu schaffen, blieb bisher ohne Auswirkung. Schade um alle vertanene Mühe.

18. Die Struktur unserer alten Stadt war die, daß um unsere vier Kirchen herum sich örtliche Industrie angesiedelt hatte. Bereits im ersten Pflichteintragungsjahr der Handelskammer 1864 löste die Schloßfabrik Ludwig Rocholl & Co., zwischen Bahnhof- und Poststraße, die voraufgegangene häusliche Schloßanfertigung ab. Also waren Wohn- und Arbeitsbereich zu den Kultureinrichtungen eine geschlossene Stadteinheit. Da man in den letzten Jahren begonnen hat die Industrie aus der Stadt zu verlagern, weckt das Foto von der Eingangs-Werkstraße Poststraße aus, Erinnerungen an Jahrzehnte, da viele örtliche Schloßmacher bei der Firma Ludwig Rocholl & Co. ihren Broterwerb fanden. Durch Konkurs endete der so stadtgebundene Betrieb. Der Baugrund wurde Gewerbegebiet für Warenhäuser.

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