Radevormwald damals und heute Band 2

Radevormwald damals und heute Band 2

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2429-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Radevormwald damals und heute Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

19. Nichts ist bezeichnender für die Wandlung eines früheren Fabrikviertels als das Foto des heutigen Zustandes an der Poststraße. Statt Werkstraße mit zweckentsprechenden Bauten zur Schloßherstellung, wirken die heutigen Warenhäuserfronten wie Bunkerfassaden. Die Architektur ist ganz auf Warenumschlagplätze abgestellt in klobigen Betonstrukturen, Was allein an vergangene Zeiten erinnert ist der neue Name für die Bahnhofstraße, Schloßstraße. Die Poststraße wurde südlich verlegt, großes Gelande für Parkplätze zu bekommen, wie man sie für den innerstädtisch gebliebenen Einzelhandel bisher nicht hat. Schon aus diesem Grunde leidet das gewerbliche Leben der historischen Innenstadt rund um den Marktplatz. Wo einst Schloßmacher zu Fuß zu ihren Arbeitsstätten eilten, ist motorisierter Verkehr zum Wareneinkauf konzentriert und bestimmt das vollkommen gewandelte Bild an der Poststraße.

20. Um 1930 herum traten Radevormwa1der Sportler zu einem Schwimm-Vergleichskampf in Düsseldorf an. Sie hatten wie viele andere Rader Schwimmer auch, erst ab 1927 den Trainingsort Ülfebad bekommen. Zuvor mußte im Teich von Kleinsiepen gebadet werden oder in Schlachten (Stauwehre) der Wupper. Als nun der Ruf auf Düsseldorf kam, einmal zum Leistungsvergleich den Rhein zu durchschwimmen, da schreckten unsere bergischen Sportler nicht zurück. Da unsere Wupper in den Rhein fließt, wollte man einmal ausprobieren wie das ist, den mächtigsten deutschen Strom zu durchschwimmen. Aber da Düsseldorfer täglich den Rhein als Trainingsort hatten, kamen unsere Schwimmer nicht mit. Es waren dabei: Otto Weber, Erich Steinberg, Eugen Betz, Paul Mühl und Hermann Fischer.

21. Die Radevormwalder Sportler die in Düsseldorf zu einem Vergleichskamp antraten, ob sie dem Durchschwimmen des Rheinstromes gewachsen seien, dürften im schönen Bereich des Tales der Wupper sich als Schwimmer so ausgebildet haben, den kühnen Versuch zu wagen. Unsere bergische Wupper, die im Rhein mündet, wirkt bescheiden gegenüber dem mächtigen Rhein. Das einmalige Landschaftsfoto der Wupper bei Kräwinklerbrücke ist bis auf die inzwischen verschwundenen Patrizierhäuser und Hotel Sieper noch erhalten. Die alte Wupperbrücke darf nicht mehr von Fahrzeugen befahren werden. Da es mit dem Bau der Wuppertalsperre langsam vorangeht, wird es noch Monate dauern, bis die Flußlandschaft zur Seelandschaft wird. Mit der Stauung des Flusses zur Talsperre gehen viele Erinnerungen dahin. Schwimmer von heute haben dann aber ganz andere Trainingsmöglichkeiten unter freiem Himmel, nochmal den Rhein anzugehen von Ufer zu Ufer.

22. Wie alt eine Postkarte 'Hammerstein Totalansicht' Ist, findet man nicht angegeben. Es handelt sich um einen Fernblick von Kräwinkel aus. Zum Ursprung des Ortsnamens ist zu sagen, daß man links vorn Gaststättenbau Haus Hammerstein zwischen Bäurnen den Giebel des Wehrhofes Hammerstein sieht. Der wurde geschaffen durch den verarmten Christoffel von Hammerstein bei Vohwinkel und seine angetraute Frau Margarete von Wrede als beide heirateten. Als Text für das heute noch bestehende Ausflugslokal Hammerstein hieß es bei Herausgabe der Postkarte werbend: 'Pensionat, Gartenwirtschaft, Wochenend, Saal für 300 Personen. Bes. Alfred Grafer. Eigenes Naturstrandbad.' Trotz neuzeitlicher Renovierungen hat sich an der Bauform des alten Schieferhauses mit seinem höheren Mitteltrakt nichts geändert. Es steht auf dem Höhenkamm der Halbinsel-Wupperschleife, Umrauscht von Wäldern nach dem Heimatlied 'Wo die Wälder noch rauschen'.

23. Als die Postkarte angefertigt wurde die Haus Hammerstein von Kräwinkel her zeigt, war der Wald noch nicht so hoch wie heute, Jetzt könnte man fragen: 'Wo ist Haus Hammerstein geblieben? ' Der exklusive Restauratiens- und Hotelbetrieb mit überörtlicher Fremdenverkehrsbedeutung ist keineswegs verschwunden wie andere Bauten die der Anlage der Wuppertalsperre weichen mußten. Er besteht nach wie vor. Ja er hat sogar die Chance, bei Füllung der neuen Talsperre auf der Hammersteiner Halbinsel so vom Wasser umschlossen zu sein, daß man ihn sogar mit einem Boot ansteuern könnte. Einzige Landzufahrt wird die Straße Hückeswagen-Hammerstein sein, wenn die Zufahrt nach Kräwinklerbrücke entfallen sollte. Bis dort wo Haus Hammerstein steht, wird kein Talsperrenwasser reichen. Von Kräwinkel aus werden sich mal gute Ausblicke auf die das Tal füllende Wuppersperre ergeben.

24. Nach dem Brande der Eisengießerei Walther Meskendahl 1960 blieb der im Foto zu sehende Trümmerhaufen zurück. Die damals bestens schon ausgerüstete Feuerwehr vermochte den Brand der Gießerei so zu begrenzen, daß das Feuer nicht auf die angrenzenden Fabrikbereiche Meskendahl & Ambrock wie auch Ludwig Brücher & Co. übergreifen konnte. Voraufgegangene Fabrikbrände im Stadtbereich waren: Himmelfahrt 1912 das Schadenfeuer der Elektrotechnischen Fabrik mit Holzlager Gebrüder Giersiepen an der Weststraße. Aus der Brandstelle wurde Gartenbereich der bis heute besteht. Als im März 1924 die Schloßfabrik Ludwig Rocholl & Co. brannte, waren die Hydranten zugefroren und so mußte Wasser aus Brunnen entnommen werden. Die gleiche Fabrik brannte durch Kriegseinwirkung in der Nacht zum 13. April 1945 wieder. Die Wehrmänner setzten ihr Leben ein, das Werk zu retten, da unsere Stadt unter amerikanischem und deutschen Beschuß stand.

25. Als 1960 die Eisengießerei Meskendahl durch Schadenfeuer zum Trümmerhaufen wurde, da stand noch nicht wie nun 1983 zur Debatte, auch diesen Fabrikbereich an der Ecke Wiesenstraße/An der Lohmühle aus dem Stadtbereich auszulagern. Sonst hätte man beim Wiederaufbau wohl einen neuen Standort in neuen Industriebereichen gewählt, Was einmal Stadtrand war wie die Fabriken Meskendahl & Ambrock und Gießerei Walther Meskendahl, ist durch bauliche Ausweitungstendenzen zum Herrnannshagen hin, Wohnbezirk geworden. Die Firma Elektrotechnische Industrie an der Weststraße hat dort schon ihren alten Standort verloren. Und nun ist die Schlittschuhindustrie an der Ülfestraße durch Wohnbauprojekte bedroht. Was ein Luftbild noch festhält von dem neu wieder eingegliederten Bau Walther Meskendahl links vom Fabrikhofzugang und hinter dem Schieferhaus Wiesenstraße, soll einmal einen neuen Standort bekommen.

26. Keine Ortschaft im Gemeindegebiet ist so heimatlich kulturbewußt wie Önkfeld, das aus zwei Ortschaften besteht, Oberönkfeld und Önkfeld. Aber da in Oberönkfeld noch heute der Schulbau steht, den Önkfeld als Kulturhaus übernahm durch Kauf von der Stadt, ist hier das Zentrum von Heimatpflege und Landkultur. Dem Schulbau schräg gegenüber an der Straße nach Ümminghausen, blieb Haus Kind erhalten. Auf dem Foto von 1910 sieht man links das Original Friedrich Enneper, der als Veteran mit militaristischen Aufschneidereien stadtbekannt wurde. OHo Kind, der von Schwenke kam, wurde in Oberönkfeld Bäcker. Seine Bäckerei befand sich rechts vom Haus. Er hat später seinen Beruf gewechselt und wurde Beschäftigter an der Gasanstalt. Radio Biesenbach hat mal in dem Bau gewerbliche Unterkunft gefunden.

27. Haus Kind, heute Ungermann, in Önkfeld wurde zwar renoviert, doch am alten Fachwerk an der Straßenseite ist noch zu erkennen, daß man in Önkfeld alte Häuser zu schätzen weiß. Keine Ortschaft im Gemeindebereich ist so heimatbewußt wie gerade Önkfeld. Im Schulgebäude das von der früheren Schulpflegschaft erworben wurde, finden Mundartnachmittage mit bergischem Kaffeetrinken statt. Und beide Ortschaften Oberönkfeld und Önkfeld feiern jährlich ein Erntefest mit der Umfahrt von Erntewagen, wie man es sonst nirgendwo im Bergischen in diesem Maße findet. Getragen von volkhaften Humor. Ob Gottesdienste, politische Frühschoppen oder andere Veranstaltungen, Önkfeld weiß nahe beim Haus Kind Tradition und Zusammenhalt der Einwohner zu wahren. Da der Bürgermeister von Radevormwald mit seiner Familie dem Ort seiner Lehrertätigkeit treu blieb, hat man das vertraute alte Ortsbild gut erhalten können.

28. Wo sich Hohenfuhr- und Kottenstraße kreuzen, stand das alte Doppelhaus Drecker. Im Vergleich zur Baufluchtlinie der anderen rechtsseitigen Häuser der Hohenfuhrstraße, Haus Flüs und frühere evangelische Volksschule, ist zu ersehen, daß das Haus Drecker zu weit vorgebaut stand. Hier war sowohl die Milchhandlung Karl Drecker, wie auch der Lastwagenfahrbetrieb Drecker als gewerbliche Unternehmungen untergebracht. Rechts im Vordergrund begann der stillgelegte reformierte Friedhof zur Steinschen Feilenfabrik hinab. Von links her ragte eine alte Buche aus dem Pfarrgarten in die kaum befahrene Straße. Die Hohenfuhrstraße ist Teil des alten Stadtgrabens der Festungszeit. Er wurde wie auch die anschließende Grabenstraße nach dem Stadtbrand von 1802 zugeschüttet.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek