Radevormwald damals und heute Band 2

Radevormwald damals und heute Band 2

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2429-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radevormwald damals und heute Band 2'

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49. In unserer waldreichen Landschaft sind gegebene Ausblicke auf Fotoobjekte nicht bleibend. Die Natur entfaltet sich so, daß man nach Jahren nicht mehr den gleichen Ausblick hat. Das zeigt sich in Dahlhausen von der Höhe auf KeiIbeck zu. Man sieht noch rechts von der ülfestraße-Wuppertalstraße die Bauten der früheren Firma Hardt, Pocorny & Co. Links nach Keilbeek hoch war links die Gaststätte Linge!. Rechts hinter den Fabrikbauten am Hang sieht man noch das frühere Schulgebäude. Doch die Stelle an der sich das längst abgerissene Mädchenheim befand, ist durch gewachsene Bäume nicht mehr zu sehen. Durch die Schaffung der Ulfestraße-Wuppertalstraße zur Arbeitslosenzeit 1927 sind die Wupperorte Dahlhausen und anschließend Dahlerau wichtige Stationen für die Buslinie Radevormwald-Wuppertal durchs schöne Flußtal, zumal der Bahnbetrieb eingestellt wurde.

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50. Einen besonderen Theaterverein hat es in unserer Stadt nicht gegeben. Träger örtlichen Laienspiels waren vor allen Dingen die Turner. Doch auch kirchliche Kreise nahmen sich des Laienspiels vor Jahrzehnten an. Hatte der Turnverein 'Eintracht' im Kaisersaal der Burg sich mehrmals der Romantik von Webers 'Freischütz' verschrieben, so war die Turnerjugend des Radevormwalder Turnvereins auf patriotische Spiele aus. Der Tod des Sandwirts Andreas Hofer aus dem Passeiertal, den die Franzosen in Mantua erschossen, wurde mit großer Anteilnahme auf der Bühne des Mönnichschen Saales dargestellt. Im Spiel vom Freiheitskampf in Tirolließen die jungen Laienspieler europäische Geschichte aufleben. Walter Ziess stellte den Andreas Hofer dar, wie er verraten und gefangen wird. Sein Bruder Gustav ist links von dem einen Mönch darstellenden Karl Sondermann zu erkennen.

51. In den Zeiten der großen Laienspiele als 'Wilhelm Tell' und wie im Foto festgehalten 'Andreas Hofer' aufgeführt wurden, war von Künstlern gebotenes Theater nur zu erleben, wenn Radevormwalder mit der Eisenbahn nach Wuppertal oder nach Remscheid fuhren. Das war mit besonderen Kosten verbunden. Daher hatten die Bemühungen örtlicher Vereine stets ein großes Echo, wenn sie sich an Spiele geschichtlicher Inhalte wagten. Dem Radevormwalder Turnverein war der Saal Mönich am Lindenbaum der bestgeeignete Platz, da es hier durch die angegliederte Gaststätte Mönich Ausschank gab, was im Saal des CVJM nicht der Fall war. Die politischen Auseinandersetzungen vor 1933 fanden auch im Saal Mönich statt. Nach 1945 war es aus mit der Nutzung des Saales durch Vereine. Der viele Jahre Ort des gesellschaftlichen Lebens gewesene Saalbau wurde Warenlager. Im Foto ist zu erkennen, daß das Gebäude im Zustand jener Jahre blieb, die soviel Laienaktivität entfalteten. Die heutigen Gastspiele des Rheinischen Landestheaters Neuß in unserer Stadt haben das Laienspiel überflüssig gemacht, da die Ansprüche an Bühnenleistungen gestiegen sin d.

52. Nach dem Bau der Sparkasse 1950 auf dem früheren Grundstück Ambrock, sah es an der Ecke Bischef-BornewasserStraße/Kaiserstraße-Hohenfuhrstraße so aus, wie das Foto erkennen läßt. Der Fotobliek ist so gewählt, daß man linksseitig die Hoffront der Sparkasse sieht. Noch stand neben Haus Keim der gewerbliche Raum der früheren Bergischen Landeszeitung. Auch das katholische Pfarrhaus war von Kriegsschäden verschont geblieben. Die Verlegung der Hohenfuhrstraße zur Ecke Ülfestraße bahnte sich an. Über Haus Keirn ist der Turm der reformierten und über dem katholischen Pfarrhaus der Turm der lutherischen Kirche zu erkennen.

53. Nach dem Fotobliek um 1950 auf die Ecke Hohenfuhrstraße/Bischof-Bornewasser-Straße hat sich das trümmerhafte Bild durch Bebauung gewandelt, Der 1950 entstandene erste Eigenbau der Sparkasse ist als Hofwinkel zu sehen. Dann auch die neue Kaiserstraßenbebauung bis zur Ecke Hohenfuhrstraße/Kaiserstraße. Die Sparkasse hat inzwischen ihren repräsentativen zweiten Bau an der Ecke Hohenfuhrstraße/Ülfestraße errichtet und ihr erstes Gebäude für das Möbelhaus Schaub freigegeben, da sie räumlich mit dem alten Bau nicht mehr auskam. Die Hohenfuhrstraße wurde wichtige innerstädtische Umgehungsstraße. Rechtsseitig blieb der Raum der früheren Druckerei Keim erhalten. Dächer von Bauten an der Bischof-Bornewasser-Straße überragen den Bildausschnitt.

54. Noch waren nach den Kriegseinwirkungen 1945 die abgebrannten Häuser ab Ecke Bahnhofstraße bis Poststraße nicht wieder aufgebaut, als die Sparkasse auf dem Grundstück Ambrock um 1950 zu ihrem ersten Eigenbau die Erde ausheben ließ. Die Entwicklung des Sparinstitutes in fremden Räumen, Schulklassenraum und zuletzt im Rathaus am Bahnhofsvorplatz, war so verlaufen daß ein eigenes Gebäude für die Sparkasse erforderlich wurde. Vor allen Dingen sah man einen Tresorraum mit dieken Betonmauern im Keller vor. Einzelhändler Albert Ambrock bekam sein Grundstück nicht zurück und erhielt neuen Baugrund ein Stück weiter an der Kaiserstraße. Wie man aus dem Foto ersieht, war das Haus Rocholl an der Ecke Bahnhofstraße/Grabenstraße, in welchem mal die Stadtkasse untergebracht war, ebenso stehengeblieben wie das Bürohaus von Ludwig Rocholl & Co. links an der Bahnhofstraße.

55. Als die Sparkasse 1950 Erde für ihren ersten Eigenbau ausheben ließ, konnte man die große wirtschaftliche Entfaltung unserer Stadt im Geldwesen nicht ahnen. Man glaubte damals für Jahrzehnte gebaut zu haben mit all den für solch ein Haus erforderlichen Räumen der Geldsicherung in betoniertem Tresorbereich. Im Jahre 1983 da die Sparkasse ihr 100jähriges Bestehen feiert ist nach viel größerer Raumentfaltung, aus ihrem ersten Bau längst Gewerbehaus für Möbel Schaub geworden. Eine bauliche Umgestaltung wurde vorgenommen durch reine Zweckgliederung ganz anderer Art wie sie für eine Sparkasse erforderlich war. Wo sich gleich auf der anderen Seite der Bischof-Bornewasser-Straße die Volksbank eingliedert, war auf alte heimatliche Bauformen keine Rücksicht zu nehmen. Modeme Baukonstruktionen bestimmen hier neue Akzente.

56. Im Jahre 1860 war in unserer Stadt eine höhere Privatschule aufgekommen. Ab 1895, als Rektor Spratte Schulleiter geworden war, wurde eine höhere Töchterschule angegliedert, die Fräulein Anna Dansmann betreute. Der heute zwar geänderte aber noch vorhandene Schulbau, entstand 1907. Die Schule hatte getrennte Eingänge für Rektorat- und Töchterschule. Ab 1. April 1933 mußte die Töchterschule in die Rektoratschule umziehen. Ihre Leiterin Anna Dansmann ging am 1. April19 35 in den Ruhestand. Von ihr reimte die Bevölkerung 'Hosianna - Dansmanns Anna', so volkstümlich waren früher Lehrer. In der letzten Abschluß· klasse der Töchterschule befanden sich nach dem Foto die vier Schülerinnen: Erika Brücher, Leni Emde, Inge Hauseur und Herta Seifert. Ab 1897 waren die Schulkosten vom städtischen Etat getragen worden.

57. Das Schulgebäude der Rekterat- und Töchterschule an der Blumenstraße hatte an seiner Frontseite zwei Eingänge.Für Jungen und Mädchen getrennt. Sie waren durch Rundbogen mit kleinem Spitzdach neben den Klasseräumen dem Baukörper angeglichen. Die Fenster waren in kleine Vierecke unterteilt und hatten nach oben Rundungen. Das gab der Schule eine besondere Note der Kaiserzeit. Mit dem Wandel der verbliebenen Rekterat- in eine Realschule, war solch eine Architektur als zeitfremd nicht mehr gefragt. Man glich den Bau den neuen Schulbauten an. Die Realschule fand ihr neues Domizil an der Hermannstraße. Das Gebäude der Rektoratschule wurde zunächst von der katholischen Grundschule genutzt und dann, zur Zeit, von der evangelischen Grundschule. Da es längst keine eigene Mädchenschule mehr gibt, dürfte wohl kaum wieder eine Abschlußklasse vier Schülerinnen haben.

58. Der Volkschor Radevormwald als Gemischter Chor unter den örtlichen Gesangvereinen entstand 1907 aus dem Arbeitergesangverein 'Eintracht', 1931 erfolgte dann der Zusammenschluß mit dem Frauen- und Mädchenchor 'Blüh auf' zum Volkschor. Beide Chöre, die weltanschaulich sozialistisch ausgerichtet waren, hatten stets Schwierigkeiten, geeignete Räumlichkeiten zu fmden. 1932 hatte der Chor berelts einen solchen Leistungsstand, daß er das 25jährige Bestehen mit 21 gastlichen Vereinen gemeinsam feiern konnte. Durch die Ereignisse von 1933 wurde auch der Volkschor als kulturelle Einrichtung betroffen. Der Konzertflügel und der Chorbesitz wurden beschlagnahmt. Für zwölf Jahre ruhte jede Tätigkeit des Volkschores. Doch wie Phönix aus der Asche war der Volkschor 1957 am 13. und 14. September wieder da als es galt, 50 Jahre Arbeitergesang zu feiern. Städtische Turnhalle und Saal Ülfer waren Stätten der gesanglichen Veranstaltungen, an denen 18 befreundete Chöre teilnahmen. Ein Foto zeigt den Umfang an Stimmaterial.

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