Radevormwald in alten Ansichten Band 1

Radevormwald in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1278-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radevormwald in alten Ansichten Band 1'

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39. Im Jahre 1901 schuf die Lithographische Anstalt Witte in Köln eine Totalansicht unserer Stadt, die wohl mehr zeichnerischer Phantasie als Wirklichkeitsnähe entspricht, da die Türme der lutherischen und der altlutherischen Kirche fehlen. Standort für den Zeichner scheint die südliche Höhe Wiedenhofkamp oder Wasserturm gewesen zu sein. Damals, vor 1902, als die katholische Kirche gotisch umgebaut wurde, dürfte sie einen barocken Turm gehabt haben. Die nach links führende Baumgruppe könnte die Lindenallee zum Hölterhof gewesen sein. Welcher Radevormwalder weiß noch, daß sich 1901 der Gasthof Albert Mönich an der Ecke Kaiser-Nordstraße befand, wo heute die 'Süße Ecke' ist? Das Gastzimmer und der optische Telegraf sind auch zu sehen.

40. Als die gesetzlich geschützte Postkarte des Schreibwarenhändler Bemhard Bomewasser von der Weststraße, in der er linksseitig zur Kaiserstraße hin seinen Laden hatte, 1905 erschien, gab es noch 'Gartenlauben'. Solch ein Haudereigefáhrt sieht man vor dem Hause Drecker stehen. Noch war das in Stein gebaute hohe Haus Meier nicht errichtet. Dort wo der junge Mann rechts, wahrscheinlich Otto Drecker in Jugendjahren, steht, ist heute der Hofzugang zu dem nach 1945 errichteten Eck-Mietshaus von Hans Drecker. Der Straßendurchblick reicht über die westliche Marktplatzseite mit der Baumgruppe, bis zur Ecke Ost-Schützenstraße, also zum Eckhause Bechte. Die heute noch bestehende Verbindungsgasse von der Weststraße zur Kaiserstraße, ist links erkennbar.

41. Daß es vormilitärische Ausbildung der Jugend nicht nur vor und im Zweiten Weltkrieg gab, läßt dieses Foto der Radevormwalder Jugendwacht vor 1914 erkennen, das von Walter Krauskopf stammt. Im Gegensatz zur vormilitärischen Ausbildung der Jugendwehr, war die Jugendwacht eine zwar auch militärische Schulung, aber unter der kirchlichen Leitung der beiden evangelischen Pastöre Weyermann und Barner. Uniform, Südwester, Trommeln und Fahrräder für Melder, ja selbst ein zu sehender Sanitäter, zeigen die damalige vaterländische Regsamkeit auch der Kirche an. Unsere Stadt hatte zwei Jugendausbildungsgruppen im Ersten Weltkrieg.

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42. Mochte der Textilfabrikant Wilhelm Höltring noch so patriotisch gesonnen sein, so ließ er doch sein großes Wohnhaus an der damallgen Wilhelm- heute Jahnstraße, im schweizer Stil als bauliche Besonderheit unserer Stadt errichten. Sein Hang zur Schweiz ließ ihn im Ersten Weltkrieg nach dorthin emigrieren, als er beim Kaiser Wilhelm durch seine Forderungen zum totalen If-Boot-Krieg in Ungnade gefallen war. Von der sogenannten 'Höltringschen Villa' ist nichts geblieben, da an gleicher Stelle heute das Schulungsheim der Barmer Ersatzkasse steht. Nur die frühere Textilfabrik Höltring steht noch als Wohnhaus Fahlenbrach, allerdings an der heute beiderseitig modern bebauten Jahnstraße, da man vom historischen Straßennamen 'WilheImstraße' abrückte,

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43. Im Jahre 1902 hatten nach dem gezeichneten Stadtbild aus dem Verlag A. Dürr, Radevormwald, katholische und altlutherische Kirche noch stumpfwinklige Turmabschlüße. Aus dem Stadtbild verschwanden die innerstädtischen Schloßfabriken und die Eisenbahn. Das Hotel zur Post, links vom ehemaligen Postamt, besaß Richard Fasbender schon 1898. Das Haus wurde an Familie Clever verkauft und von dieser an Familie Bouvelette. Engelbert Fasbender, ein Bruder von Richard Fasbender, gründete neben dem alten Rathaus das zweite Hotel Fasbender, das nicht mehr vorhanden ist. Hotel zur Post ist heute Eisenwarengeschäft von Willi Schmidt. Damals, wie man auf der alten Ansicht sieht, fuhr man noch mit Kutschen. Eine Gartenwirtschaft zum Hotel war im Sommer beliebt.

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SPEcrALITÄT:

Knebel drückerschlösser, Garn isdrückerschlösser, Ha usthü rschlösser. Keilerschi ëssen Einsleckl h ü rsch I össer, alle Sorten Thürschlösser flir den überseeischen Export .. Schraubenschlüssel. Eissporen etc.

44. Als dritte innerstädtische Schloßfabrik hat jahrzehntelang die Firma Meskendahl & Ambrock am Ende der Wiesenstraße, zum Wiesentalgrund bei der altlutherischen Kirche hin, bestanden, dort wo man zu Zeiten des Bierbrauens in unserer Stadt im Winter vom rechtsseitigen Teiche Eisblöcke zum Kühlen in den Eiskellern holte. Der hinter dem Wohnhaus nach rechts verlaufende Fabrikkomplex beherbergt noch heute die Eisengießerei Walther Meskendahl, die sich inzwischen nach einem Brande erweiterte. Mehrere gewerbliche Betriebe sind nun im unteren Fabrikteil der früheren Firma Meskendahl & Ambrock untergebracht, während dort viele Jahrelang die Maschinenfabrik Ludwig Brücher & Co., im Gebäudeteil der am rechten unteren Bildende zu sehen ist, ihre Fabrikationsräume hat.

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45. Die Angabe 'Kaiserstrasse u. Burgstrasse' von 1907, aus einem Magdeburger Verlag, bekundet keine Ortskenntnis. Mag zwar die rechtsseitig zu sehende lutherische Kirche an der Burgstraße liegen, so werden doch Einblicke nur in die Kaiserstraße und in die zur Burgstraße führende Nordstraße gewährt, Das Delikatessen-, Obst- und Gemüsegeschäft von R. Krauskopf blieb in seiner Eckhausform erhalten. Dagegen hat sich das links an der Kaiserstraße nur halbseitig zu sehende Haus der Handlung von Ernst Meier, der volkstümlich 'Meiers Prinz' genannt wurde, modern verändert. Die Kaiserstraße bis zum Beginn der Allee vor dem Hause Stoffel wirkt stark gebuckelt. Es gab sogar schon eine öffentliche Uhr. Die Kaiserstraßenansicht ist heute stark verändert.

46. Der ab Ecke Bahnhofstraße ostwärts führende Teil der Kaiserstraße besaß die beiden gegenüberliegenden heute nicht mehr vorhandenen Häuser Rocholl (rechts) und das mit hoher Zugangstreppe versehene Haus der Martinigemeinde. Dieses Haus hatte nach links einen Keller und die Wohnung des Küsters Schaub. Es war einige Jahre lang Arztpraxis, zuletzt von Dr. Heek. Von diesen beiden Häusern, bis zur markanten Finkeschen Ecke zur Ulfestraße, gab es nur beiderseits baumbestandene Gärten, Die Konditorei Osenberg und das Postamt sind noch links von der Rechtskurve der Kaiserstraße zu sehen. Bis auf die zuletzt genarmten Häuser hat sich dieser Kaiserstraßenteil grundlegend modern verändert, da die Ecke Finke zur Straßenverbreiterung verschwand.

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Restauration Lindenhof - Radevorrnwald

47. Eine Karte des Verlages Bredtmann Elberfeld hat zwar die Unterschrift 'Restauration Lindenhof , doch ist das nicht zutreffend, da es sich um eine Aufnahme des Saales Mönich, der zur Restauration 'Lindenhof' gehörte, handelt. Zwischen der Gaststatte und dem Saal war eine ungefähr dreißig Meter offene Hoff1äche. Von den innerstädtischen Sälen, 'Kaisersaal' in der Burg, Saal des Jugendheimes Hochstraße und Saal 'Lindenhof am Lindenbaum, also nahe der Lindenbaumschule, war der Saal Mönich, nach dem Besitzer so vom Volksmund benannt, vor 1933 vor allen Dingen Ort politischer Kundgebungen. Es gab hier gute Konzerte und auch oft Theaterspiele und Feiern des Radevormwalder Turnvereins. Nach dem Zweiten Weltkriege wurde der Saal Warenlager des Eisenwarengeschäftes Mönich.

48. Auf einer von Heinrich Franck Barmen gezeichneten Postkarte von 1898, die für eine Gebühr von fünf Pfennig von der Reichspost befördert wurde, ist die Brauerei der Gebrüder Hürxtal am Hölterhof zu sehen, Außer dieser Bierbrauerei gab es damals noch die Brauereien von Nürnberg, Feckinghaus und Vester an der lutherischen Kirche, von Fassbender und Hasenburg, von Büchsenschütz und Budde, von Wellershaus auf Filde und Lausberg in Krebsöge. Sie alle lieferten Hefenbier im Winter und Lagerbier im Sommer, als untergäriges Bier von guter Qualität, da man das Wasser eigenen Brunnen entnahm. In örtlichen Eiskellern wurde das Bier gelagert, bis technische Kühlverfahren das Ende örtlichen Braugewerbes brachten. Zur Brauerei Hürxtal gehörte schon Gaststätte und Saal Hölterhof.

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