Radevormwald in alten Ansichten Band 1

Radevormwald in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1278-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radevormwald in alten Ansichten Band 1'

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Radevormwald

(HölterhoQ

49. Wohl kein stadtnahes Ausflugsziel war vor dem Ersten Weltkrieg so beliebt wie Hölterhof, mit der Restauration Ludwig Fischer. Hier, wo sich bis 1939 noch Schießstände des Schützenvereins befanden und große Schützenfeste gefeiert wurden, bot sich in heißen Sommern viel Baumschatten in den Gartenanlagen. Dazu kam noch eine Teichanlage und ein in den Anlagen befindlicher Saalbau für verregnete Feste und Feiern. Das alte zweistöckige beschieferte Gasthaus als Stück alter Rader Gemütlichkeit ist längst ebenso dahin wie die südlich angrenzende Brauerei Hürxtal, Zwar haben die Schützen am Hölterhof einen modernen Schießstand errichtet, doch ihre Schützenfeste finden nicht mehr am Hölterhof, sondern auf dem städtischen Festplatz an der Ecke Ülfe-Hochsteinstraße statt.

50. Ein Foto der Kunstanstalt Cramer, Dortmund, als Postkarte, zeigt im Kaiserstraßenverlauf ab Ecke Bredderstraße auf, daß unsere alte Festungsstadt nach Westen zu dort endete, wo der einzusehende Engpaß zwischen Alter Post und Haus Ruckebier beginnt. Hier stand das Kölner Stadttor. Der bis zu den alten beschieferten Häusern reichende vordere breite Kaiserstraßenteil entstand erst ab J ahrhundertwende. Lediglich das nun nicht mehr vorhandene tieferliegende Haus Bangert am Lindenbaum wird schon, wie die anderen Häuser des Stadtkernes, nach 1802 gebaut worden sein. Vor dem Landstraßenausbau 1840 nach Lennep wird die aus der Stadt herausführende Straße abfallend am Hause Bangert vorübergeführt haben.

51. Als der Verlag Biegel in Elberfeld von der Grünanlage Ecke Kaiser-jBlumenstraße aus eine Aufnahme für die Postkarte 'Postamt und Kaiserstraße' machte, gab es noch die 'Finken-Ecke'. Das kleine Haus an der Ecke Kaiser-jÜlfestraße hatte seinen volkstümlichen Namen nach der Hausbesitzerfamilie Finke. Als markante Stadtstelle trafen sich hier zum abendlichen Plausch die Anwohner. Da jedoch die Hohenfuhrstraße verlegt und gleich der bestehenden Ülfestraße zur Ecke Finke geführt wurde, mußte das bekannte Radevormwalder Haus heimatlicher Anliegen dem Verkehr weichen. Noch war das Postamt am Beginn der abzweigenden Blumenstraße von der Kaiserstraße Ort postalischen Lebens. Da es jedoch räumlich nicht mehr reichte, bekam unsere Stadt einen Postneubau.

52. In der Geschichte des internationalen Jugendherbergswerkes ist unsere Radevormwalder Jugendherberge als Übernachtungsort für die wandernde Jugend von historischer Bedeutung. Mag auch das 1929 am nördlichen Kollenberghang errichtete Herbergshaus noch nicht alt sein, so entstand doch 1910 in der damaligen Rektoratschule nach Altena die zweite Jugendherberge der Welt. Im Jahre 1976 hat die Jugendherberge einen linksseitigen modernen zusätzlichen Sch1afraumtrakt bekommen, wodurch die Postkartenansicht der dreißiger Jahre Erinnerungen an den Beginn regen Lebens in einem eigenen Herbergshaus weckt. Der Herbergszugang von der Telegrafenstraße besteht nun nicht mehr. Die neue Zufahrt liegt in Höhe des alten Eiskellers.

53. Das als Notstandsmaßnahme der Arbeitslosenzeit in Verbindung mit dem Bau der Ülfe-/Wuppertalstraße errichtete Ülfebad, als Stauung des Ülfebaches, war ab Juni 1927 eines der attraktivsten Freibäder des Bergischen Landes. 1950 endeten für die Schwimmsportfreunde die Tage des Badens unter freiem Himmel, da das Bad mit seinen 11 000 Quadratmetern Wasserf1äche als zu bakterienverseucht erkannt wurde. Zwar dient das frühere Bad nun der Erholung und bietet noch Bootsfahrten, doch geschwommen werden kann nicht mehr. Auf dem Foto des Verlages Biegel, Elberfeld, sind noch die längst verschwundenen Badekabinen, Wasserrutschbahn und Sprungbrett zu sehen. Die über das Wasser führende winklige Holzbrücke mußte durch Polizeipioniere bei einer Übung ersetzt werden.

54. Aus dem Radevormwalder Hause Krüpe stammt eine Foto-Postkartenansicht der wohl dem Namen nach originellsten örtlichen Ortschaft. Da der Ortsname zwar orthografisch richtig ais 'Kaffeekanne' aufgedruckt ist, muß doch hier gesagt werden, daß amtlich die Ortschaft als 'Kaffekanne', mit nur einem e, zu schreiben ist. Warum, weiß wohl niemand. Ebensowenig ist zu sagen, wie es zum Ortsnamen kam. Anzunehmen ist, da die südliche Radevormwalder Ortschaft an der Grenze mit Hückeswagen an der historischen Eisenstraße von Breckerfeld nach Siegen lag, daß hier viele Fuhrleute rasteten, die entweder Roheisen oder Verhüttungskohle transportierten. Dabei soll viel Kaffee getrunken worden sein, zumal von einer Gaststatte in der Talestiefe nichts bekannt wurde.

55. Als die Radevormwalder Buchhandlung 1. Schwanz eine Postkarte 'Bergerhof bei Radevormwald' herausbrachte, stand an der Ecke Elberfelder-jKölner Straße links die Gaststätte Louis als altbergisches Schieferhaus. Vor Jahrzehnten brannte das Haus ab und es entstand die heutige neue Gaststätte, die in Familienbesitz blieb. Die prächtige Radevormwalder Allee, die auf der Kaiserstraße beim Hause Stoffel begann, reichte durch Bergerhof bis hinab nach Herbeck. Das rechts an die EIberfelder Straße angrenzende Gartengrundstück der Fabrikbesitzerfamilie Frowein ist nach 1945 zum öffentlichen Park für die Bergerhofer Einwohner unter dem Namen 'Frowein-Park' geworden. Die damals noch idyllisch wirkende Ecke Elberfelder-jKölner Straße wurde wichtiger Verkehrsknotenpunkt.

Bergerhof bei Radevormwald,

56. Die 1898 gegründeten Fahrradwerke Bismarck, Schütte & Co., Bergerhof. hatten 1913, als bei F. Sieber in Radevormwald eine Postkartenansicht verlegt wurde, große wirtschaftliche Bedeutung als Arbeitgeber für viele Radevormwalder Bürger. Ein eigener Gleisanschluß an der Bahnstation Bergerhof', begünstigte die Verladung der Markenfahrräder unter dem Namen des Reichskanzlers von Bismarck, der dazu sein Einverständnis gegeben hatte. Die Bahnhofsgaststätte Vesper der Bahnstation lieferte den durstigen Schleifern manchen Schoppen Klaren. Die damalige Zugangsfassade des Werkes wurde verandert. 1976 gibt es bei uns längst keine Fahrradproduktion mehr. In den früheren Bismarckwerken werden Rollen hergestellt.

57. Im Jahre 1912 war die auf der Postkarte 'Gruss aus Bergerhof Rheinland', rechts vorne abzweigende Leimholer Straße, von Bedeutung für Radfahrer. Viele Radevormwalder Arbeitnehmer, mehrere hundert, die das von ihnen hergestellte Fahrzeug Fahrrad für die Hin- und Rückfahrt zur Arbeitsstelle benutzten, verließen hier die aus der Stadt kommende EIberfelder Straße, um von der Leimholer Straße an ihren Arbeitsplatz oder wieder nach Hause zu kommen. Es gab selbst einen Radfahrverein unter dem gleichen Namen der hergestellten Fahrräder, nämlich 'Bismarck'. Als Kunstfahrer wurden örtliche RadsportIer im Lande bekannt. Kollisionen mit Autos gab es nicht, nur Behinderungen durch Fußgänger zwischen der Stadt und dem Industrievorort Bergerhof.

58. Für die Firma Josephson, Barmen, waren 1905 die drei Wahrzeichen des Vorortes Bergerhof: Die Restauration Wilhelm Louis mit ihren Gartenanlagen, dann die Bismarckwerke, die vom Bahnhof Bergerhof bis zur EIberfelder Straße mit ihren Werkshallen reichten, und noch das Bahnhofsgebäude, das ohne den Hintergrund der Bismarckwerke gezeichnet ist. Hintergründige Berge sind reine Phantasie, die nichts besagen als dekorative Ausschmückung. Der auf die EIberfelder Straße fahrende zweispännige Kutschwagen als Verkehrsmittel reicher Leute, kommt nach der Zeichnung vom Haus der Fabrikantenfamilie Frowein. Das dürfte der damaligen Realität entsprochen haben. Daß vor den Bismarckwerken der Bahnhof verschwunden ist, dient allein der vollen Fabrikerfassung.

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