Radevormwald in alten Ansichten Band 2

Radevormwald in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1332-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radevormwald in alten Ansichten Band 2'

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9. Da es keine fotografische Ansicht des Beginnes der Hohenfuhrstraße ab Ecke Alte Post gab, hat der verstorbene Radevorrnwalder Heirnatmaler Fritz vom Stein zeichnerisch festgehalten, wie es bis Ende des Ersten Weltkrieges dort aussah, wo zwischen altem lutherischem Friedhof und Brennerei Budde/Lausberg die Hohenfuhrstraße ein markantes Stück Heimat war. Die heutige Gaststätte 'Alte Post' hatte einen Torzugang zur Brennerei, wo der bekannte 'Hauptmanns-Schnaps' hergestellt wurde. Landwirte holten hier Maische als Viehfutter. Die anschließend zu sehende Fittigsche Scheune wurde 1924 abgebrochen, um die Umwandlung des Restaurationskomplexes Burg zum Union-Theater zu ermöglichen. Aus der Brennerei wurden nach 1918 die Betriebe Fischer & Völker und Schleiferei Sieker. Längst wurde dort Freiraum.

10. Welch eine Sensation war es in unserer Stadt in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg, als die ersten Autos auftauchten! Es mag 1908 oder 1909 gewesen sein, als die Inhaber der Eisenwarenhandlung Julius Flockenhaus, Heinrich Flockenhaus und Erwin Schmitz, mit einem selbstgebauten Automobil sich auf dem Hof des Anwesens Flockenhaus an der Nordstraße einem Fotografen stellten. Ihre Frauen, denen das Wunderwerk eines Fahrzeugs ohne Pferde vorgeführt wurde, hatten auch im Auto Platz genommen. Alte Radevormwalder, die damals Schuljungen waren, berichten, daß sle, wenn sie von der Nordstraße her unerlaubt Haus Flockenhaus durchquerten, Prügel bezogen oder das Auto schieben mußten. Bis vor dem Holte tat es der Motor, doch dann hieß es nach Rädereichen schieben und weiter nach Halver hoch, Doch am Grafweg ging die Puste aus.

11. Das 1945 durch Kriegseinwirkung verbrannte alte Radevorrnwalder Geschäftshaus Köhler an der Kaiserstraße hatte um 1910 zwei Gewerbebetriebe. Rechtsseitig befand sich die Gaststätte von Ludwig Köhler und links das Gemischtwarengeschäft seines Sohnes Emil. Vor dem Gaststättenzugang standen, als das Haus fotografiert wurde: Ludwig Köhler, Hedwig Feldmann (Tochter von Apotheker Feldmann), Gustav Köhler und Leni Köhler, Als Kinder von Emil Köhler von links nach rechts zu sehen. Nach dem Umbau des Hauses war hier die bekannte Drogerie Gustav Köhler, die im heutigen Neubau als Drogerie Wilhelm Becker fortbesteht. Maggi war auch 1910 schon als Suppengewürz gefragt. Die altbergische Bauweise konnte nach 1945 nicht beibehalten werden.

12. Diese Aufnahme von 1907 nach der Bebauung des breiten Teiles der Kaiserstraße Richtung Bergerhof (ab Ecke Burgstraße) zeigt auf, daß das Haus Werner noch nicht mit der heutigen barocken Stuckfassade mit Dachstuhlausbau umgestaltet war. Durch die heute noch bestehende Gasse getrennt, sieht man links einen Teil jenes Hauses, das zu jener Zeit von Familie Regeniter bewohnt war, in welchem der verstorbene Heimatforscher Willi Regeniter seine Jugend verlebte und der Lehrer wurde. An das Haus Wemer schloß sich Haus Straus an, heute Ruckebier. Die Konditorei von Gustav Wild rechts vorne, am Beginn der Burgstraße, war von Kindern umlagert und sei es, nur etwas Bretzelgeschräbbels zu erwerben. Eine Eekgaslaterne beleuchtete bei Dunkelheit die markante Stelle.

13. Erdbewegungen an der linken Bildseite lassen erkennen, daß der Bau des Textilhauses Klinker begann. An der Ecke Kaiserstraße-Lindenstraße stand noch das Schieferhaus Krapp. Haus Stein, vorne rechts, hatte schon eine modernisierte Steinfassade. Mitten auf der Kaiserstraße steht ein Mann, der auf dem Rücken einen Koffer trägt. So zogen noch bis in die dreißiger Jahre Händler mit Textilwaren von Haus zu Haus durch das Gemeindegebiet. Die Allee hinab, in Höhe der Kurve bei Hasenburg, sieht man ein Pferdefuhrwerk davonrollen. Vor dem Schuhhaus Habermann steht eine Kindergruppe. Viel welkes Laub scheint sich dort von den Alleebäumen auf dem Bürgersteig angesammelt zu haben. Es gab noch Telegrafenmasten entlang der Kaiserstraße. Während die Alleebäume verschwanden, blieben die Hausfassaden, nur unwesentlich verändert, bestehen.

14. Als obiges Foto von der heute modernisiert noch bestehenden Gaststätte August Ü1fer entstand, war bereits der Saal für die Turnbrüder des Vereinswirts der Gaststätte angegliedert, für das Stiftungsfest vom 23. und 24. Juli 1898. Zuvor, ab Frühjahr 1897, als der damals gegründete Turnverein 'Gut Heil Herbeck' sein 'Turner auf zum Streite' sang, hieß es im Freien mit Knüppeln aus dem Walde oder bei Regen in der Scheune des Gastwirtes turnen. Mit dem Saal - der Gastwirt war Kassenwart - ging es mächtig aufwärts im Zeichen der vier F. Bürgermeister Otto Rocholl war den Herbeckern wollgesonnen, Bis vor Jahren, als Herbeek eine eigene stàdtische Turnhalle bekam, blieb der Verein seinem Turnplatz treu, der so manches Fest auch von Stadtvereinen erlebte.

15. Mag im Jahre 1977 zum vierhunderteinundachtzigsten Male die Radevormwalder Pflaumenkirmes als größtes örtliches Volksfest begangen werden, so gemütlich und volksnah wie in jenen Zeiten des obigen Fotos ist es nicht mehr. Zwar heißt es noch immer jedes Jahr am Tage Maria Geburt: 'Wo gohend hen? No de rüötsche Kermisse'. Aber der Marktplatz ist nicht mehr Festort. Wenn, wie vor Jahrzehnten, Bruchs Berg- und Talbahn auf der östlichen Marktplatzhälfte sich drehte und man in den Budenwinkeln Körbe für den Haushalt kaufte, dann traf man sich zur heimatlichen Begegnung, hatte Freude an erheiternden Originalen und kaufte Pflaumen für die beliebten Pflaumenkuchen. Das ab 1496 (als ein vierter Altar zu Ehren der Jungfrau und Gottesmutter Maria gestiftet wurde) bestehende Fest zur Zeit der Pflaumenreife, bleibt die 'Pflaurnenkirmes',

16. Daß die Restauration BUIg nicht ursprünglich den Kaisersaal im zweiten Stock hatte, beweist ein späteres Foto, als Louis Stracke Gastwirt an der Burgstraße war. Das halbe frühere Spitzdach ist verschwunden und dafür ein flaches Saaldach geschaffen worden. Auch wurden zwei hohe Fenster für den Saal gewählt, um besseren Lichteinfall zu erreichen. Bürger jener Zeit, sowie Gaste und Personal, beleben das Bild. Die Männer trugen Kappen statt Hüte, Zur Kirchplatzseite war eine offene, baulich nicht genutzte Nische. Nachdem in den zwanziger Jahren die Burg zum Union-Theater als Lichtspielhaus umgebaut wurde, ist sie seit einigen Jahren Warenhaus. Die linke Hausseite blieb Wohnraum. Der damalige Kaisersaal war Ort großer Bälle, von Gebehochzeiten und Übungsstätte des Turnvereins 'Eintracht' .

17. Wohl kein Foto kann wie das obige jenen Ort der Handlung des Radevormwalder Vertellkens: 'En Faat Beer ümmesüß' von Willi Regeniter besser illustrieren, Ist da vom Hund Hektor des Gastwirtes und Bäckers Gustav Wild die Rede, so dürfte das jener Hund sein, der da an der Ecke zur Burgstraße sich von Kindern streicheln läßt. An der Grenze zum Nachbarbau der Restauration Burg sieht man die schräge Tür zum Bierkeller. Hier wird wohl jenes Bierfaß hinabgerollt sein, das örtliche Spaßvögel dem Wirt als sauergeworden meldeten, so daß sie es umsonst bekamen. Aber der Gastwirt rächte sich als Jäger, Noch war die Burg Restauratien und hatte im spitzen Dachgiebel ein barockes Rundfenster. Ein zweiseitiger Treppenaufgang führte ins Haus mit Kegelbahn.

18. Einziger Anhaltspunkt, den Standort obigen Hauses zu finden, ist nur die angrenzende Ziegelsteinmauer, wie sie bis vor wenigen Jahren den Gartenbereich der lutherischen Gemeinde an der Burgstraße abschloß. Nun, im Jahre 1977, ist weder die Mauer vorhanden, noch ist das Haus mit der alten Hausnummer 7 an der Burgstraße in heutiger modernisierter Form wiederzuerkennen. Als das Foto entstand, war der im Radevormwalder Turnverein als prominenter Turner bekannte Wilhelm Söhngen Hausbesitzer. Aber die beiden auf der Haustreppe sitzenden Radevormwalder sind nicht die Eheleute Söhngen, sondern wohl das Mieterehepaar Gustav Mendel. Über der Haustür gab es ein Fenster, das mit den Initialen des Hausbesitzers geschmückt war. Eine Gaslaterne befand sich am Haus, damit bei Dunkelheit das gegenüberliegende lutherische Pastorat zu finden war.

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