Radevormwald in alten Ansichten Band 2

Radevormwald in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1332-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radevormwald in alten Ansichten Band 2'

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19. Bis auf die untere linke Seite und die verschwundene hohe Eingangstreppe besteht das alte Haus Gottmann irn Kaiserstraßenengpaß noch. Ein modernes Textilgeschäft hat mit zwei Treppenstufen einen Zugang zu einem offenen Vorraum. Als vor Jahrzehnten die obige Aufnahme entstand, stand über der Haustür 'Tuch-Massgeschäft Walter Gottmann'. Es war die Zeit, in der auch das Schneiderhandwerk noch goldenen Boden hatte. Rechts grenzte das Haus an die Metzgerei Kampmann und links an die Gaststätte Büchsenschütz. Die vordere linke Hausecke ist die des Hauses Sieberg, wo das Uhrmacherhandwerk betrieben wurde. Der Treppenvorbau des Hauses Gottmann hatte, wie man sieht, den Kellerzugang von der Straße her.

20. Zwar trägt obige Postkarte (ohne Verlegerangabe) die Ortsbezeichnung 'Ackermannsmühle', doch wird jeder Heirnatkenner bald merken, daß es sich um die Heesmühle handelt. Denn dort lag der Obergraben (von der abgeleiteten Ülfe her von links nach rechts). Das Mühlrad befand sich an der rechten Hausseite, zur heutigen Ülfestauung zu. In Ackermannsmühle war es anders. Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand das verfallende Mühlrad. Aus dem alten Mühlhaus mit dieken Wänden wurde eine Gaststatte. Zu jenen Zeiten, als das Tal der Ülfe noch stilles Naturtal war, holten viele Radevormwalder gern Hafermehl. Hafer wurde zwischen Mühlsteinen zerrieben und rieselte dann durch den Mühltrichter in die Königswelle. Beliebt war Hafermehlskuchen als 'Hawerrnerlsrütsch' mit Rübenkraut.

21. Im ersten Band, 'Radevormwald in alten Ansichten', sind auch Fotos der Kunstanstalt A. Dürr zu finden. Mit obigem Foto kann gezeigt werden, wo sich das Atelier Dürr befand. Neben dem Hotel Fasbender kam zuerst das Schuhlager Reprich und dann im gleichen Hause das damalige Fotogeschäft Dürr, Der aus Düsseldorf in unsere Stadt gekommene Fotograf hatte zur Kaiserstraße seinen Laden und zur Hofseite hin das mit Glas überdeckte lichthelle Atelier. Zugang war die Gasse zwischen dem Geschättshaus und der Apotheke Veltmann. A. Dürr hat manche Postkarte mit Ansichten von Stadtstraßen veröffentlicht unter der anspruchsvollen Bezeichnung: 'Kunstanstalt Dürr', Das am Hause Reprich abgestellte Fahrrad der Zeit vor 1914, hat einen spitzwinkligen Rahmen und noch keine Schutzbleche.

22. Eine Aufnahme ohne Jahresangabe von der markanten Ecke der alten Landstraßenabzweigung nach Hückeswagen und Halver-Schwelm, mit der heute noch bestehenden Gaststatte Rädereichen, dürfte aus der Zeit stammen, da Tillmanns Gaststätteninhaber waren. Kuh und Pferd als die wichtigsten Nutz tiere des alten Radevormwald, sind der Personengruppe beigestellt. Noch kannte man keinen besonderen Kraftfahrzeugverkehr, der heute die Straßenecke so gefährlich macht in der Begegnung zweier Bundesstraßen mit großem Verkehrsaufkommen. Doch schon damals, als noch Postkutschen und Haudereifahrzeuge fuhren, war die Gaststätte Rädereichen eine gemütliche Einkehrstelle. Auch Fußgänger nach ErIenbach und Egen konnten hier den Durst stillen bei örtlichen Vertellkes.

aid u. Halver 30. 6. 1910.

23. Als 1890 die Bahnlinie Radevormwald-Rittershausen eröffnet wurde, entfielen für die Post die Postkutschenfahrten nach Lennep. Postgut wurde der Bahn anvertraut. Doch solange die fertiggestellte erste Bahnlinie in unserer Stadt endete, also nach Westfalen noch keine Fortsetzung hatte, blieb die Post bei der Tradition romantischer Landstraßenfahrten mit blasenden Postillionen auf der Linie Radevormwald-Halver. Bis zum benachbartem westfälischen Dorf Halver, über holprige Chaussee, war es vier Kilometer weiter als nach Lennep, also zwölf Kilometer. Am 30. Juni 1910 wurde festlich die letzte Postkutsche nach Halver vor dem Kaiserlichen Postamt von martialisch uniformierten Postbeamten verabschiedet, als die Bahnlinienfortsetzung nach Halver in Betrieb genommen wurde.

Kai ersrcss mi: Postarnt

24. Albert Dürr war Verleger der Postkarte 'Kaiserstrasse mit Postamt Radevorrnwald'. Nur zwei Mädchen vor den Häusern rechtsseitig mit langen weißen Schürzen und Henkelkorb. belebten zu einer Schlagkarre vor dem Café Osenberg das Bild. Die Kaiserstraßenkurve auf Rädereichen zu ist wie unbelebt, obgleich an der Ecke zur Blumenstraße der damalige Gasthof 'Zur Post' und das Postamt Orte des Verkehrs waren. Auf dem Dach des Postamtes befand sich noch die Einrichtung des Telegrafenamtes. Ein Gaskandelaber beleuchtete bei Dunkelheit die mit jungen Bäumen bepflanzte Naturecke des Straßenwinkels vor dem Gasthof 'Zur Post'. Haus Wirminghaus hatte eine Steintreppe als Zugang. Am Beginn der Blumenstraße standen hohe Bäume, Haus Osenberg hatte noch einen Balkon zur Kaiserstraße,

25. Eine weitere Aufnahme von der Ecke Kaiser-jBlumenstraße läßt erkennen, daß die im vorausgegangenen Bild noch jungen Bäumchen der Grünecke schon so gewachsen sind, daß der Gaskandelaber im Laub verschwindet, Aus dem Gasthof 'Zur Post' ist nach der Hauswandbeschriftung das Hotel 'Zur Post' geworden. Es dürfte die Zeit gewesen sein, da die Familie Bouvelette Inhaber war. Die Walmdachfassade des kaiserlichen Postamtes hatte noch Holzzierrankenwerk, die dem Bau die besondere Note als öffentliche Einrichtung gab. Schuhhaus Schmidt (neben dem Postamt) läßt altbergischen Baustil im Gegensatz zum Postarnt und dem Hotel erkennen. Alle drei Bauten existieren noch in renovierten Formen. Nur Haus Schmidt bewahrte die gewerbliche Tradition.

26. Eine Postkarte 'Radevorrnwald. Kaiserstrasse. Bergisehe Häuser' bringt das Restaurant 'Bergisches Haus' in die Erinnerung. Zu Zeiten, da Johannes Büchsenschütz dort Gastwirt war. Gepflegte bürgerliche Atmosphäre war hier im Kaiserstraßenengpaß geboten. Nach dem Ersten Weltkrieg erwarb Dachdecker Gustav Bierwas das Haus, der durch extravagante Einfälle bekannt wurde. Einmal ließ er ein Pferd mit urngehängten Schild: 'Ich heiße Dusiko (türkischer Schnaps, der damals in unserer Stadt beliebt war) und muß heute sterben' durch die Stadt führen, Erst in den siebziger Jahren bekam das Haus wieder gastroriomisehen Charakter durch den modernen Umbau zum heutigen Café Hölter. Der typische bergisehe Dachrnitte-Ausbau ist geblieben, Nur dient er nicht mehr der Viehfutterlagerung.

27. Der markanten Finkenecke gegenüber, dort wo die Ülfestraße begann, stand auch nach 1945 noch das Haus Kemmerich. Zur Kaiserstraße hin grenzte es an das baumbestandene Grundstück der Martinigemeinde und zur Ülfestraße hinab ans freie Gelände beim altlutherischen Pastorat. Als -dannin den fünfziger Jahren die Ecke Kaiser-/Ülfe-jHohenfuhrstraße entschärft werden mußte zur Verkehrsverbesserung, fiel neben Haus Finke auch Haus Kemmerich der Spitzhacke zum Opfer. Die Fassade des alten Hauses war schon im Stile der kaiserlichen Epoche mit Stuckarbeiten verziert, so daß Probleme der Denkmalspflege nicht anstanden. Ein Rautenzeichen an der Mauer vor dem Grundstück Kernmerich läßt erkennen, daß eine örtliche Wanderstrecke durch die Ülfestraße führte, die als Zufahrt zum Hudorawerk Bedeutung erlangte.

28. Am 13. November 1913 sandte die Gastwirtsfamilie C. Stauder an den Musketier Spieker beim Infanterie-Regiment 59 in Wesel eine Postkarte 'Radevormwald, Kaiserstraße mit Allee'. Das war ein Heimatgruß an einen Nachbarn, der in der Stadt der Schillschen Offiziere diente. Die links vorne zu sehende Gaststatte Stauder, Kaiserstraße 11, verschwand nach dem Ersten Weltkrieg. Es war ein altbergisches Schieferhaus mit Treppeneingang. Zum vierstöckigen Bau Klinker bestand ein Freiraum. Hier befindet sich heute das Haus Kampmann. Damals hieß es auf der Ansichtskarte von der Gaststatte Stauder: 'Freundliche Fremdenzimmer zu mäßigen Preisen, separate Vereinszimmer - Große Stallung'. Knippings-Ecke und Haus Stoffel wurden zeitgemäß vor Jahren modernisiert.

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