Radevormwald in alten Ansichten Band 2

Radevormwald in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Bernhard Sieper
Gemeente
:   Radevormwald
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1332-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Radevormwald in alten Ansichten Band 2'

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29. Wenn je ein Hofbereich in der Innenstadt seinen Charakter als Handelsplatz behielt, dann ist es das heutige Grundstück zwischen den Anwesen von der Mühlen und Clever an der Grabenstraße. Das historische Foto zeigt die Familie von Fritz Spieker, die Eheleute mit zwei Söhnen, zwei Töchtern und einer Enkeltochter zu jenen Zeiten, als Fritz Spieker, der Bäcker in der Nordstraße gewesen war, im neuen Besitz einen Handel mit Mehl, Landwirtschafts- und Bäckereibedarf betrieb. Der fleißige Handwerker und Unternehmer Fritz Spieker, mit weißer Schürze und martialischem Schnurrbart, war stadtbekannt. Beladene Pferdefuhrwerke deuten den Geschäftsumfang an. Dort wo sich bei der Firma Spieker noch links eine Verladerampe befand, ist heute der Laden des Gartenbedarfes von der Mühlen.

30. Eine Postkarte 'Radevormwald Untere Kaiser-Strasse' ohne Verlegerangabe zeigt klar die baulichen Kontraste zwischen dem breiten, nach 1900 entstandenen Kaiserstraßenteil und dem Straßenengpaß ab Ecke 'Alte Post' bis zum Marktplatz. Die vorspringenden mehrstöckigen Erker rechts sind Stilelemente bürgerlicher Geschäftsbauten der Kaiserzeit. Dazu kommen Dachausbauten, die es damals nur am langgestreckten Eckbau 'Alte Post' und Lausberg und am modernisierten Hause Werner im Engpaß gab. Noch stand der erste Alleebaum Richtung Bergerhofvar dem Hause StoffeL Der Bliek reicht links bis zum Eckhaus Krauskopf am Marktplatz. Noch gab es Steintreppen vor Altbauten und, vorne links, die Gaststätte Mönich.

31. Aus dem Alleebild mit Rechtskurve zur Stadt hinein ergibt sich, daß es noch nicht links im Anschluß an den reformierten Friedhof die Lagerbauten der Firma Kreckel rnit Baulager und das Haus Schanz gab. Rechts vor dem Hause der Hufschmiedsfamilie Hasenburg stand damals ein Straßenbauwagen. Hinter der Kurve, wo heute noch die Lindenbaumschule schulisch genutzt wird, war es in jenen Zeiten für die zur Kaiserstraße hin auf dem Schulhof spielenden Kinder im Herbst ein besonderes Vergnügen, herabfallene Kastanien zu sammeln um rnit ihnen Männchen oder Pfeifenköpfe zu basteln. Nur durfte man sich beim Rauchen nicht erwischen lassen, denn es gab noch Prügelstrafe oder lange Strafarbeiten.

32. Die Postkarte 'Allee nach Bergerhof bietet eine Ansicht ZUI Stadt hin von der Ecke Abzweigung Kreuzstraße aus, die Hohlweg des geschichtlichen Eisenweges nach Remscheid war. Das rechtsseitige, tiefergelegene, alte Wohnhaus am Fußweg zum Bahnübergang Siepenstraße ist seit Jahren nicht mehr, da hier künftig die neue Stadtumgehungsstraße (unter Einbeziehung des stillgelegten Bahnkörpers) abzweigen soll, Die Allee hatte, wie das Bild ergibt, eine Baumlücke auf Bergerhof zu. Lastautos Richtung Stadt lassen erkennen, wie schmal die Fahrbahn war, da es hinter den Alleebäumen keinen Fußgängerweg gab, also auch die Fußgänger die Fahrbahn benutzen mußten. Als man in den fünfziger Jahren Holzfäller aus Bayern holte um die Alleebäume zu fällen, gab es Bürgerproteste.

33. Wie das hohe Gewölbe eines Domes war die so einmalig schöne Allee, die bis in die fünfziger Jahre bestand, als die Breite der Kaiser- und der anschließenden EIberfelder Straße für den Verkehr noch ausreichte. Die Postkarte läßt die Größe der Bäume mit ihrer schattigen Blattentfaltung erkennen. Der Bliek führt bis zum Bahnübergang Kreuz, wo bei der Durchfahrt eines Zuges die Schranken gesenkt wurden. Nur in harten Wintern, wenn scharfe West- oder Ostwinde wehten und morsche Äste herabprasselten, war es unheimlich die sturmdurchbrauste Allee zu passieren. In heißen Sommern gab es keinen schattigeren Weg zur Arbeit als durch die von Lichtspielen verzauberte Allee. Leider eine verlorene Romantik.

Kattenbusch

34. Da heute die moderne Stadtentfaltung bis Laakbaum und Kattenbusch, ja selbst bis nahe an Kaffekanne vorgedrungen ist, gibt eine alte Karte Aufschluß über den alten Zustand der drei nahe beianderliegenden Ortschaften. Die obere Ansicht von Kattenbusch mit dem Feldermannschen Hof führt dem Namen nach zu Fehldeutungen. Bei den Vorsilben 'Katten' handelt es sich mundartlich nicht um Katzen, sondern es müßte Katenbusch, also Bauernhüttenbusch heißen. Bei Laakbaum ist es ebenso, denn die Vorsilbe 'Laak' hat nichts mit Brühe zu tun. Bis Laakbaum reichte der Burgbann der Festungsstadt Radevormwald. Es befanden sich hier Freipfähle, die man mundartlich als 'Lohk' bezeichnet. Also war Laakbaum ein Baum an der Stadtgrenze. Der Name Kaffekanne ist noch ungeklärt,

35. Als am Nachmittag des 5. November 1913 ein Militärflugzeug auf der Buscherschen Weide notlandete, da war das eine Sensation für unsere damals vom Luftverkehr unberührte und auch ungeeignete Stadt, Wer war der Pilot jenes Doppeldeekers der sich auf einem Fluge von Gotha nach Köln befand und auf unserer bergischen Höhe so nahe beim Besitz seines künftigen Schwiegervaters Wilhelm Höltring unfallfrei landete? Es war der am 4. Oktober 1883 in Rahm, Kreis Düsseldorf geborene Oberleutnant Joly vom neuaufgestellten Flieger-Bataillon Nummer 3 in Köln. Begleitet war er von Leutnant Heising, Joly hatte 1912 das Flugzeugführerzeugnis des Deutschen Luftfahrtverbandes erhalten. Für den Flug von Köln nach Gotha benötigte er damals drei Stunden und zwanzig Minuten. Schon am 6. November dankte Joly dem Hause Höltring für gastlichste Aufnahme.

36. Eine vom Radevormwalder Verlag August Krauskopf herausgebrachte Postkarte 'Gruss von Bergischer Höh Radevormwald' hat wohl deshalb die Turnhalle an der Bredderstraße als Motiv unter einer Stadtansicht von Süden her, weil ein so stattlicher Sportbau zur Zeit des Kaiserreiches als Vereinsschöpfung des Radevormwalder Turnvereins, eine Seltenheit war. Der am 27. und 28. August 1898 festlich eingeweihte Turnhallenbau hatte den Verein immerhin zwanzigtausend Reichsmark gekostet. Das war schon eine nette Summe. Die Bevölkerung kaufte Anteilscheine, um dem RTV über die Runden zu helfen. Das auf der Karte handgeschriebene Datum vom 8. Juni 1916 dürfte allerdings für turnerische Nutzung der Halle nicht mehr gestimmt haben: sie war bis 1918 Lager französischer Kriegsgefangener, Dann mußte der Bau an die Stadt verkauft werden.

37. Im Kriegsjahr 1917 mußte auch die reformierte Gemeinde wie die katholische und die altlutherische Gemeinde ihre Glocken für die Kriegsrüstung opfern. Die zweiuudfünfzig, vierunddreißig und vierundzwanzig Zentner schweren Bronzegloeken wurden vom hohen Kirchturmam Marktplatz mit Seilwinden herabgeholt, um Gießereien zugeführt zu werden. Das Ereignis, die Glocken vor dem Kircheingang noch einmal sehen zu können, führte zu den drei Söhnen von Pastor Pollmann auch viele Radevormwalder Kinder der Marktplatzumgebung zum Erinnerungsfoto durch Walter Krauskopf zusammen. Original Peter Sohn als Zeitungsausrufer wollte als heimatlicher Chronist und Schlagzeilenkünder wie 'Paris in Flammen' nicht fehlen und so ist auch er, den damals jeder kannte, im Bilde festgehalten.

38. Auch Pastor Weiermann, der 1917 Pfarrer der reformierten Gemeinde war, nahm mit dem Presbyterium Abschied von den wuchtigen Glocken. Vor den Klöppeln am Boden war die Inschrift zu lesen: 'Wir teilen des Krieges Geschick - und kehren im Frieden zurück'. Viele Jahre lang hatten die Glocken zur Mittags- und Abendzeit, zu Gottesdiensten, Taufen, Trauungen und Beerdigungen gerufen. Ja selbst (auf behördliche Anordnungen hin) Siege des deutschen Heeres hallend verkündet. Von der Marktplatzhöhe aus sind die Glocken der Stadtkirche weithin bis hinab ins Ülfe- und Tal der Wupper zu hören, Nur die Stahlglocken der lutherischen Kirche und der Gemeinden Dahlerau und Remlingrade wurden nicht für den Krieg benötigt, 1925 erst bekamen reformierte und katholische Gemeinde sowie Martinigemeinde neue Glocken. Kosten der Glocken: achtzehntausend Mark.

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